Dienstag, 24. Februar 2026

WdH 19 Von Tiegen nach Gerdehaus

 





24.2.2026


WdH 19: Von Tiegen nach Gerdehaus


10:53 h, 46,9 km, 190 hm Aufstieg, 142 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Bereits im Dunkeln bin ich wieder unterwegs und quere bald die A7. Kurze Zeit später gelange ich an den Rand des Truppenübungsplatzes Munster. Dort bin ich selber vor langer Zeit als Soldat gewesen. Heute stellt sich die Frage, wie weit Deutschland aufrüsten muss. Natürlich haben wir durch den Krieg in der Ukraine eine neue Situation, auf die sich die Bundeswehr vorbereiten muss. Andererseits bekomme ich Bauchweh, wenn ich höre, welche riesigen Geldbeträge jetzt in die Aufrüstung gesteckt werden sollen. Es gibt sogar Leute, die denken , der Rüstungssektor kann zukünftig zu einem Teil die Automobilindustrie als Wirtschaftsmotor Deutschlands ablösen. Das sehe ich sehr skeptisch, sicher sind Investitionen in andere Zukunftsbereiche, wie künstliche Intelligenz und regenerative Energie viel sinnvoller. Die Aufrüstung sollte zudem sehr gut mit unseren europäischen Nachbarn koordiniert werden, es muss vermieden werden, dass jedes Land seinen eigenen Brei kocht. Heute begleitet mich die Militärkulisse den ganzen Tag. Sei es der Geschützdonner der Artillerie, die Kasernen von Faßberg, Hubschrauberlärm oder Maschinengewehr Schüsse. Diese ständigen Hintergrundgeräusche nerven ganz schön. Teilweise geht es durch Kiefernwald, teilweise an Feldern entlang. Schließlich erreiche ich Wietzendorf. Dort gibt es am Heidschnuckenweg leider weder ein Café noch einen Supermarkt. Müden, vermeide ich weitgehend, indem ich statt dem Heidschnuckenweg eine Heideschleife laufe. Rundwege die diesen ergänzen. Faßberg mit seinem Fliegerhorst ist stark durch das Militär geprägt.

War die Etappe bis dahin nicht besonders schön, wird der Nachmittag hinter Schmarbeck ziemlich abwechslungsreich. Es geht durch verschiedene Heideflächen mit Wacholder,  an Waldrand entlang, und zu allem Überfluss erscheint auch noch etwas Sonne und blauer Himmel. Schließlich schlage ich mein Nachtlager bei einer Hütte auf, wo ich später den dumpfen Rufen eines Uhus lausche.


Noch im Dunkeln um 6:30 Uhr bin ich wieder unterwegs. Bald erreiche ich das Sträßchen, dass mich dann über die A7 führt. Weiter geht es auf einem breiten Sandweg durch den Wald. Anschließend folge ich einer Straße am Rand des Truppenübungsplatzes Munster. Als ich ein Stück weitergehe, erklingen aus dem Wald die Balzrufe der Schwarzspechte. Es ist recht mild heute Morgen, wenn auch grau,  vielleicht liegt der Frühling ja in der Luft!

Die weitere Route führt mich recht abwechslungsreich, überwiegend am Waldrand entlang. Als ich auf einen asphaltierten Feldweg abbiege, kommt mir eine Spaziergängerin mit Hund entgegen, der erste Mensch heute. Immer wieder ziehen schnatternde Gänse über mich hinweg, als ich Waldrändern weiter folge. Ich passiere den Ort Meinholz entlang einer Straße. Der kleine Ort ist typisch niedersächsisch, mit großen Fachwerk- oder Klinker Häusern, zum Teil mit Pferdeköpfen geschmückt, großen Ställen für die Landwirtschaft, aber auch Pferden, die nebenbei gehalten werden.

Ein Fußweg führt mich dann durch das kleine Naturschutzgebiet Wittenmoor, wo viele Birken wachsen.

Teilweise an Straßen entlang, teilweise durch den Wald, erreiche ich schließlich Wietzendorf, wo der Heidschnuckenweg einen großen Bogen macht. Ein Pfad führt mich an den Bach Wietze heran, der nach Regen und Schneeschmelze Hochwasser führt. Leider komme ich in Wietzendorf an keinem Café oder Supermarkt vorbei.

Hinter dem Ort verlasse ich schließlich die Straßen und folge einem breiten Sandweg durch die großen Felder. Immerhin wird der Weg von Birken und anderen Bäumen gesäumt. Inzwischen ist auch das häufige Donnern der Artillerie vom nahen Truppenübungsplatz zu hören.

An einer eingezäunten Sandgrube vorbei geht es durch den Wald. Hier steht eine Hütte, in der man übernachten könnte. Ein Pfad führt mich durch Birkenwald und eine von Kiefernwald umrahmte Heidefläche. Ein Teil der Fläche ist wieder zu dichtem, jungen Kiefernwald geworden. Ein natürlicher Vorgang, wenn man die Heide nicht ständig künstlich offen hält. Auf einem breiten Sandweg geht es weiter durch den Kiefernwald. Hier gedeiht dichter Heidelbeerenunterwuchs und Wacholder. Außerdem wachsen unter den Kiefern an vielen Stellen Birken, Buchen oder Eichen. Bald geht es durch Felder auf einige Windräder zu. Ein Stück folge ich einer Straße, dann biege ich auf einen breiten Sandweg am Waldrand ab. Weiter geht es Schnurgeradeaus durch den relativ einförmigen Kiefernwald. An manchen Stellen wachsen Wachholder unter den Bäumen. Schilder verraten, dass auch hier der Truppenübungsplatz angrenzt. Dann laufe ich längere Zeit durch die ausgeräumte Feldflur unter einem tristen grauen Himmel. Als es wieder in den Wald geht, verlasse ich den Heidschnuckenweg und folge der Heideschleife Müden weiter. Die Heideschleifen sind eine Ergänzung zum Heidschnuckenweg und verlaufen normalerweise als Rundweg. Ich will vor allem den Ort Müden vermeiden und mehr durch den Wald laufen.

Bald folge ich einem Pfad durch Kiefernwald mit sehr viel Unterwuchs aus Birke, Eiche und Buche.  Kurz streife ich den Ortsrand von Müden, dann führt mich ein Pfad wieder in den Wald, wo die Rotkehlchen singen. Bald geht es auf schmalen Sandwegen weiter.

An einem Campingplatz vorbei laufe ich dann am Waldrand weiter. Bald geht es auf einem relativ schmalen Weg wieder in den Wald, der wie immer hier, hauptsächlich aus Kiefern besteht. Ich laufe durch den Ort Poitzen und folge dann wieder relativ schmalen Wegen durch den Kiefernwald.

Schließlich erreiche ich Faßberg, wo ich im Supermarkt einkaufe und etwas esse. Anschließend laufe ich durch die Stadt, wo ein Fliegerhorst beheimatet ist, der den Ort prägt.

Am Rand der Kasernen kommt mir tatsächlich ein Wanderer mit großem Rucksack entgegen, mit dem ich mich ein wenig unterhalte. Er will lediglich einige Tage hä durch die Heide wandern, und war schon öfter hier. Da er mit kälteren Verhältnissen gerechnet hatte, hat er relativ viel Zeug dabei. Nach kurzer Unterhaltung geht jeder seines Weges weiter. Ein ganzes Stück laufe ich dann noch am Kasernenzaun entlang. Ein asphaltierten Weg führt mich nach Schmarbeck mit seinen großen Bauernhäusern. Anschließend laufe ich noch lange auf einem Asphaltweg durch die Feldflur. Ich passiere eine knorrige Birke mit bestimmt fast einem Meter Durchmesser. Der Baum ist ein Naturdenkmal, zurecht, denn so interessante Birken sieht man selten!

Schließlich führt ein breiter Grasweg am Rand der Schmarbecker Heide mit ihren vereinzelten Birken und Wacholdern vorbei.

Ein kleines Stück laufe ich auf einem Pfad durch einen regelrechten Wacholderwald, so dicht stehen die Gehölze hier. Ich passiere einige Informationstafeln und habe die ausgedehnte Heidelandschaft ganz für mich. Dann folge ich dem Waldrand, an dem ein dunkelgrüne Teppich von Preiselbeeren wächst. Weiter geht es auf breiten Sandwegen durch den kargen , mittelalten Kiefernwald, unter dem oft nur Moos wächst, teilweise aber auch junge Kiefern. Weiter geht es durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wald, Heideflächen und Feldern am Waldrand. Jetzt gegen 16:00 Uhr zeigt sich auch etwas blauer Himmel. Leider stört der ständige Hubschrauber Lärm ziemlich. Ich passiere die wenigen idyllisch gelegenen Häuser von Schmarbeck Grube und biege dann wieder in den Wald ab. Bald führt mich ein Pfad am Waldrand entlang. Mit der Sonne ist es jetzt richtig schön! Es dauert nicht lange und ich laufe entlang der nächsten großen Heidefläche. Schließlich erreiche ich die Straße und folge ihr nach Gerdehaus mit seinen einzelnen Höfen, auf einem Radweg. Es geht dann noch ein ganzes Stück auf dem Asphalt weiter, bevor ich in einen Waldweg abbiege. Bald laufe ich auf weißem Sand entlang einer weiteren großen Heidefläche.

Dann geht es noch ein Stück durch den Wald, bis ich gegen 17:30 Uhr eine Hütte am Rand einer Heidefläche erreiche, wo ich mein Lager aufschlage. Während die Sonne die Wolken leicht lila färbt, bildet sich zwischen den Birken Bodennebel. Später, als es schon fast dunkel ist, ruft ein Uhu dumpf. 
























Montag, 23. Februar 2026

WdH 18 Von Bispingen nach Tiegen






Mo, 23.2.2026


WdH 18: Von Bispingen nach Tiegen


8:28 h, 31,5 km, 180 hm Aufstieg, 194 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Beim Frühstück setze ich mit Claudia, Robert und den drei kleinen Kindern zusammen. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die keine Kinder wollen, da sie es ihnen nicht zumuten wollen, in dieser schrecklichen Welt zu leben, die sowieso bald untergeht, haben sich Claudia und Robert ganz bewusst für ihre Kinder entschieden. Sie sind der Meinung, dass es immer irgendwie weitergeht. Daher haben sie auch keine Zukunftsangst. 

Robert bringt mich dann nach Bispingen, wo wir gestern angekommen waren, bevor er dann zu seiner Arbeit im Waldpädagogikzentrum Ehrhorn weiterfährt.

Auch heute regnet es wieder ziemlich viel. Allerdings nicht als Dauerregen, sondern überwiegend in teils kräftigen Schauern. Die Etappe heute gefällt mir nicht so gut wie das Wandern auf dem Heidschnuckenweg an den letzten Tagen. Meistens höre ich die Autobahn A7 und habe eigentlich nie wirklich das Gefühl, weit von der Zivilisation entfernt zu sein. Nichts desto trotz gibt es auch schöne Abschnitte wie das Heidegebiet um den Kreuzberg oder das Böhmetal. In Soltau komme ich an der Bibliothek Waldmühle vorbei, wo ich schon einmal einen Vortrag gehalten habe. Immer wieder muss ich mich längere Zeit vor einem Schauer unterstellen, sei es bei einem Waldkindergarten oder an einem Viehstall. Dennoch bleibe ich heute bis auf das Regenzeug trocken.


Am Morgen frühstücke ich noch schön mit Claudia, Robert, Emil, Lene und Matthes. Die Frage die sich manche stellen, ob sie Kinder in diese Welt mit ihren vermeintlich schlechten Zukunftsaussichten setzen sollen, haben sie klar für sich mit Ja beantwortet, da sie daran glauben, dass es immer irgendwie weitergeht.

Dann fährt mich Robert zurück nach Bispingen, von wo ich um 8:20 Uhr meinen Weg fortsetze. Es regnet mal wieder,  daher lege ich schon nach kurzer Zeit einen Stopp ein, um mir das Regenzeug überzuziehen. Bald lasse ich den Ort hinter mir und wandere auf Fußwegen durch den Wald oberhalb des Luhe Tals. 

Misteldrosseln singen in dem Kiefernwald mit dichtem Heidelbeerunterwuchs. Ich überquere eine Straße und folge dann längere Zeit einemeinem Pfad durch den Wald, parallel zu einer Bahnlinie. Immer wieder gehen Schauer nieder. Ich passiere die unscheinbare Luhe Quelle und wandere auf einem Pfad weiter durch den Wald. Obwohl die Wege hier sehr schön sind, ist der Lärm der nahen Autobahn störend.

Schließlich quere ich die A7 und wandere weiter durch den Kiefernwald, wo sich auf einer offenen Fläche außerhalb des Waldes, zwei Windräder drehen. Weiter geht es auf breiten Graswegen durch die offene Feldflur, wo es ziemlich windig ist. Erstaunlicherweise sind hier schon Feldlerchen zu hören, die offenbar bereits aus Afrika zurück sind. Immerhin ist es heute recht warm, so dass ich keine Handschuhe trage.  Leider komme ich vom Heidschnuckenweg ab und erreiche die Heideflächen am Kreuzberg, die auch zum NSG Lüneburger Heide gehören. Vor einem heftigen Schauer, schütze ich mich in einem überdachten Jagdstand. 

Schließlich erreiche ich den Heidschnuckenweg wieder und laufe teilweise durch Wald, teilweise durch offene Flur. Ein Stück weit geht es auf einen asphaltierten Weg. Ich passiere einen Erlenbruch und eine Wiese, die komplett von den Wildschweinen umgepflügt wurde. Ein Stück weiter, sehe ich zwei Rehe vor mir abspringen. Zwei trompetende Kraniche stehen auf einer feuchten Wiese. Eine Fläche mit dichten Wacholdergehölz erstreckt sich linker Hand. Auf Forstwegen geht es weiter durch den Kiefernwald bis an den Rand des Heideparks Soltau. Etwas später führt der Weg über einen Campingplatz voller Wohnmobile. Hier stelle ich mich vor einem Schauer unter. Weiter geht es durch eine große Fischteichanlage. Anschließend laufe ich durch den Kiefernwald entlang der Wiesenflächen des Böhmetals. Jetzt zeigt sich sogar etwas blauer Himmel. Weiter geht es durch den Kiefernwald, in denen aber auch viele andere Baumarten eingemischt sind, meist auf relativ schmalen Wegen weiter. Vor Soltau laufe ich dann noch mal ein Stück auf einem Pfad unmittelbar an dem Flüsschen Böhme entlang. Anschließend geht es durch den Park an der Böhme, wo die Bibliothek Waldmühle ansässig ist, wo ich schon einen Vortrag gehalten habe. Heute ist die Bücherei allerdings geschlossen. Es geht dann durch die Fußgängerzone im Stadtzentrum. Anschließend laufe ich durch den privaten Breidings Park. Ein Sperber jagt hier kurz einige Kleinvögel, lässt sich dann auf einem Ast nieder und fliegt schließlich ab. Durch Tetendorf geht es auf einer verkehrsreichen Straße, ziemlich ätzend! Als es in Strömen gießt, stelle ich mich im Strohlager bei einem Stall unter.  Weiter geht es am Waldrand entlang, wo ich mich bei einem Waldkindergarten vor dem nächsten Schauer unterstelle. Auf schmalen Wegen geht es dann weiter durch den nassen Kiefernwald, indem auch viele Birken wachsen. Ein Stück laufe ich am Waldrand entlang, dann geht es auf den Tiegener „Berg“, der von einem Steinhaufen gekrönt wird, wo Leute Inschriften hinterlassen haben. In kontinuerlichem, leichten Regen passiere ich das Tierheim Tiegen und laufe parallel zu einer Bahnlinie durch eine Mischung aus Wald und Offenland.  Schließlich folge ich einem Sträßchen auf die andere Seite der Bahnlinie und schlage dann mein Zelt abseits im Kiefernwald auf. Es dauert dann nicht lange bis es wieder intensiv regnet. Immerhin habe ich es aber heute geschafft, trocken zu bleiben. 

Sonntag, 22. Februar 2026

WdH 17 Von Undeloh nach Bispingen

 



So, 22.2.2026


WdH 17: Von Undeloh nach Bispingen


8:01 h, 34,6 km, 280 hm Aufstieg, 283 hm Abstieg 


Zusammenfassung:  Morgens beim Frühstück erzählen mir Claudia und Robert, dass sie Frieden als Voraussetzung für eine gute Zukunft halten., wobei sie natürlich auch an ihre drei kleinen Kinder denken. In diesem Zusammenhang finden Sie es wichtig, dass der Zusammenhalt Europas noch stärker wird. 

An diesem verregneten Sonntag laufe ich mit Robert von Undeloh nach Bispingen. Dabei geht es durch das Herz des großen Naturschutzgebiets Lüneburger Heide mit dem Wilseder Berg als höchster Erhebung weit und breit. Über weite Strecken laufen wir durch ausgedehnte Heidekrautflächen in dieser leicht hügeligen Landschaft. Dabei unterhalten wir uns über zahlreiche Themen. Robert als Förster hält einen Ressourcen schonenden Umgang mit Rohstoffen für sehr wichtig, vor allem das Bauen mit Holz liegt ihm am Herzen. Da es ihm außerdem wichtig ist, sich vor Ort zu engagieren, ist er mit seiner Frau sofort in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten, nachdem die Familie in die Heidi gezogen war. Vor Niederhaverbeck kommen wir mit zwei jungen Frauen ins Gespräch. Joelle studiert Landschaftsökologie und macht ein Praktikum beim Verein Naturschutzpark, der sich um die Pflege des Naturschutzgebiet kümmert. Sie schaut hoffnungsvoll in die Zukunft und denkt, dass es irgendwie immer weitergeht. Im Gegensatz zu vielen anderen Leuten, nutzt sie keine sozialen Medien und verbringt stattdessen lieber mehr Zeit in der Natur. Obwohl es die ganze Zeit regnet, hat sie heute mit ihrer Freundin Janine, die in der Abfallwirtschaft arbeitet und sich ebenfalls keine großen Sorgen um die Zukunft macht, eine Wanderung auf den Wilseder Berg unternommen. 

Während wir weiter meist auf naturnahen Pfaden durch die vielfältige Landschaft laufen, wo zahlreiche, gut gemachte Infotafeln Wissen zur Heide vermitteln, unterhalten wir uns darüber, dass in Deutschland eigentlich ungerechte Systeme fest zementiert sind, wie beispielsweise die Ungleichbehandlung im Gesundheitssystem mit privater und gesetzlicher Krankenversicherung. Ebenso halten wir es für ungerecht, dass Beamte einen viel höheren Prozentsatz ihres Einkommens im Ruhestand als Pension erhalten im Vergleich zur Rentenversicherung. 

Vor Behringen erreichen wir den Rand des Naturschutzgebiets Wir überqueren die laute A 7 und erleben mit den Borsteler Kuhlen, einer tiefen Heide Senke, einen weiteren landschaftlichen Höhepunkt des Tages. Obwohl unser Regenzeug relativ dicht gehalten hat, sind wir dennoch froh, als wir schließlich Bispingen erreichen, wo uns Roberts Schwiegervater abholt, und wir zurück nach Nindorf fahren, wo ich eine weitere Nacht mit meinen freundlichen Gastgebern verbringen darf.


















Samstag, 21. Februar 2026

WdH 16 Von Nenndorf nach Undeloh

 




Sa, 21.2.2026


WdH 16: Von Nenndorf nach Undeloh


9:47 h, 40,1 km, 423 hm Aufstieg, 456 hm Abstieg 


Zusammenfassung: In der Nacht hat es geregnet und taut ziemlich stark. Robert fährt mich zurück nach Nenndorf, von wo ich wieder los laufe. Die Strecke nach Buchholz führt zum Teil an der Autobahn entlang und ist nicht besonders interessant. Die Wege sind entweder überschwemmt oder vereist, deswegen ist das Vorankommen nicht ganz einfach. In Buchholz am Bahnhof treffe ich Birgit und Dominik, die mit mir zusammen wandern wollen. Birgit ist Rechtspflegerin, wollte aber eigentlich Försterin werden, und findet es gut, dass Frauen heute fast alle früheren Männerberufe offen stehen. Dominik arbeitet als Wirtschaftsinformatiker in einer großen amerikanischen Firma und beschreibt, wie die künstliche Intelligenz seinen Arbeitsalltag verändert. Er ist sich bewusst, dass auch sein Job verloren gehen könnte, aber optimistisch das er eine neue Tätigkeit finden kann.  Wir laufen oft auf naturnahen Wegen durch den Wald und die Heideflächen um Brunsberg und Pferdekopf. Am Schafstall gönnen wir uns Kaffee und ein Stück Buchweizentorte. Schließlich verabschieden wir uns in Handeloh, von wo meine Begleiter mit der Bahn zurück nach Buchholz fahren. Auf meinem weiteren Weg ist der Pfad entlang des Seevetals ein echtes Highlight. Schließlich erreiche ich Undeloh von wo mich Robert wieder abholt und wir dann einen schönen Abend mit Freunden bei ihm zu Hause verbringen.


Nachdem ich mit Robert gefrühstückt habe, fährt er mich zurück nach Nenndorf, wo ich meinen Weg fortsetze. Es ist ziemlich warm geworden und hat über Nacht geregnet, so dass es sehr stark taut und überall Wasser fließt. Teilweise ist der Schnee auch schon komplett verschwunden. Zunächst laufe ich durch den Bereich an der A1, der wenig attraktiv ist, und erreiche dann den Ortsrand von Dibbersen. Danach laufe ich eine längere Zeit durch den Wald. Die Wege stehen entweder unter Wasser oder sind noch mit einer Eisschicht bedeckt, daher ist das Vorankommen nicht ganz einfach. Schließlich erreiche ich die Kleinstadt Buchholz. Der Wald dort, der der Stadt gehört, ist gesperrt wegen Schneebruch-Gefahr! Mal wieder ein Beispiel für das starke Sicherheitsdenken in Deutschland. Wenn man das schon für einige Gefahr hält, warum weißt man nicht lediglich mit einem Schild darauf hin, und überlässt es jedem dann selber, ob er dort laufen will oder nicht? Meiner Meinung nach ist in vielen Bereichen mehr Eigenverantwortung das Gebot der Stunde ! Natürlich laufe ich dennoch durch den Wald auf einem Pfad und lege dann das letzte Stück bis zum Bahnhof auf den Straßen der Stadt zurück. Am Bahnhof sind bereits Birgit und Dominik eingetroffen, mit denen ich mich heute zum Wandern verabredet habe. Birgit ist Rechtspflegerin von Beruf aber Natur- und Landschafts Führerin in der Lüneburger Heide aus Leidenschaft. Das ist auch der Ausgleich für ihren Bürojob. Dominik ist Wirtschaftsinformatiker bei einer großen, international operierenden amerikanischen Firma. Wir laufen ein Stück die Bahnlinie entlang und biegen schließlich in den Wald ab. Wie gestern schon verläuft der Heidschnuckenweg hier zu einem guten Teil auf Fußwegen. Während wir wandern, unterhalten wir uns intensiv. Birgit betont, dass als Jugendliche eigentlich Försterin ihr Berufswunsch war. Aber zu dieser Zeit war das noch überwiegend ein Männerberuf, daher hat man ihr davon abgeraten. Heute bedauert sie, dass sie diesen Weg nicht eingeschlagen hat, findet es aber gut, dass heute Frauen fast alle Berufe offen stehen. Wir diskutieren auch anhand von Werbung aus dieser Zeit, wie sehr sich das Frauenbild verändert hat. Glücklicherweise! Dominik erzählt, dass auch in seinem Bereich die künstliche Intelligenz immer mehr an Bedeutung gewinnt. Zur Zeit gehen dadurch noch nicht unbedingt Arbeitsplätze verloren, aber er sieht dies für die Zukunft durchaus voraus. Auch um seinen eigenen Job macht er sich Gedanken. Allerdings ist er flexibel und von sich überzeugt und denkt, dass er auch in anderen Bereichen einen Job findet, wenn es dann irgendwann sein muss. Er sieht die Entwicklung im KI Bereich einerseits als spannende Chance, da man Aufgaben für die man früher Monate benötigt hat, jetzt innerhalb von Tagen erledigen kann. Aber wie gesagt, er kann sich auch vorstellen, dass das in seinem Bereich zu großen Veränderungen führt, was die Beschäftigungsmöglichkeiten angeht. Auch er holt sich den Ausgleich zu seinem Schreibtisch Job draußen beim Wandern und Radfahren. In Zukunft, wenn tatsächlich mehr Arbeit von Maschinen erledigt wird, kann auch er sich ein bedingungsloses Grundeinkommen als gute Lösung vorstellen.

Wir wandern durch die eingeschnittene Höllenschlucht und erreichen die Heideflächen um den Brunsberg. Von hier hat man eine schöne Aussicht, und es ist wieder erstaunlich, wie hügelig die Landschaft hier ist.

An einem Moortümpel  weist eine Tafel auf die hier lebenden Moorfrösche hin, die während der Paarungszeit blau werden. Birgit erzählt, dass das für viele Leute im Frühjahr ein richtiges Spektakel ist!

Weiter geht es durch den Kiefernwald zu den Heideflächen um den Pferdekopf. 

Von dort unternehmen wir einen Abstecher zu dem Restaurant Schafstall, wo wir draußen an einem Stand Kaffee trinken und Buchweizentorte essen, sehr lecker!

Birgit und Dominik besitzen Häuser und haben Solarpaneele auf dem Dach. Sie finden es ungerecht, dass sie zwar um die 30 Cent pro Kilowattstunde für Strom bezahlen müssen, den Sie aus dem Netz beziehen, umgekehrt aber lediglich sieben Cent als Einspeisevergütung erhalten. Auch wenn man die Kosten für Bau und Unterhaltung der Netze berücksichtigt, erscheint dieses Verhältnis auch vielen anderen Menschen sehr ungerecht und ist sicher auch ein Hindernis für mehr Solarenergie.

Ebenso wie die meisten Menschen halten Birgit und Dominik unser derzeitiges Rentensystem  nicht für zukunftsfähig. Andererseits denkt Dominik, dass es viel Geld braucht, um noch eine kleine Chance zu haben, im KI Bereich neben China und den USA mitspielen zu können. Das Geld dafür könnte aus einem großen staatlichen Fonds kommen, der in Zukunftstechnologien investiert und ähnlich wie die amerikanischen Pensionsfonds auch der Altersversorgung dient.

So könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. 

Schließlich erreichen wir Handeloh, wo ich mich am Bahnhof von den beiden verabschiede, die mit dem Zug nach Buchholz zurückfahren. Ein Stück weit laufe ich dann durch die Felder und kleine Heideflächen. Dann erreiche ich wieder ein großes Waldgebiet. Hier folgt ein schmalerPfad dem Lauf des Baches Seeve. Eine tolle Wanderroute entlang des Erlen gesäumten Baches mit knorrigen Eichen, Birken und auch vielen Stechpalme oder Ilex. Ein echter Zauberwald! Irgendwann erreiche ich die kleine Ansiedlung Wehlen, mit eindrucksvollen, großen Höfen. 

Hier blühen schon einige Schneeglöckchen. 

Ich schlage aus Versehen einen falschen Weg ein, folge diesem dann aber weiter, da er eine Abkürzung darstellt. Stellenweise folge ich einem Reitweg, meist aber teilweise stark zerfahren Forstwegen, da an vielen Stellen gerade erst Holz mit einem Harvester geerntet wurde. Ich sehe Wolfsspuren und ihren Kot im Schnee und treffe hinter Handeloh keine anderen Wanderer mehr. Davor war heute relativ viel los im Wald für die schwierigen Verhältnisse und dem leichten Regen nachmittags. Gegen 17:30 Uhr erreiche ich Undeloh, wo Robert mich abholt und wir wieder nach Niendorf fahren.

Abends kommen dann noch Elena und Lorenz vorbei, Freunde von Claudia und Robert mit denen wir essen und uns gut unterhalten.