24.2.2026
WdH 19: Von Tiegen nach Gerdehaus
10:53 h, 46,9 km, 190 hm Aufstieg, 142 hm Abstieg
Zusammenfassung: Bereits im Dunkeln bin ich wieder unterwegs und quere bald die A7. Kurze Zeit später gelange ich an den Rand des Truppenübungsplatzes Munster. Dort bin ich selber vor langer Zeit als Soldat gewesen. Heute stellt sich die Frage, wie weit Deutschland aufrüsten muss. Natürlich haben wir durch den Krieg in der Ukraine eine neue Situation, auf die sich die Bundeswehr vorbereiten muss. Andererseits bekomme ich Bauchweh, wenn ich höre, welche riesigen Geldbeträge jetzt in die Aufrüstung gesteckt werden sollen. Es gibt sogar Leute, die denken , der Rüstungssektor kann zukünftig zu einem Teil die Automobilindustrie als Wirtschaftsmotor Deutschlands ablösen. Das sehe ich sehr skeptisch, sicher sind Investitionen in andere Zukunftsbereiche, wie künstliche Intelligenz und regenerative Energie viel sinnvoller. Die Aufrüstung sollte zudem sehr gut mit unseren europäischen Nachbarn koordiniert werden, es muss vermieden werden, dass jedes Land seinen eigenen Brei kocht. Heute begleitet mich die Militärkulisse den ganzen Tag. Sei es der Geschützdonner der Artillerie, die Kasernen von Faßberg, Hubschrauberlärm oder Maschinengewehr Schüsse. Diese ständigen Hintergrundgeräusche nerven ganz schön. Teilweise geht es durch Kiefernwald, teilweise an Feldern entlang. Schließlich erreiche ich Wietzendorf. Dort gibt es am Heidschnuckenweg leider weder ein Café noch einen Supermarkt. Müden, vermeide ich weitgehend, indem ich statt dem Heidschnuckenweg eine Heideschleife laufe. Rundwege die diesen ergänzen. Faßberg mit seinem Fliegerhorst ist stark durch das Militär geprägt.
War die Etappe bis dahin nicht besonders schön, wird der Nachmittag hinter Schmarbeck ziemlich abwechslungsreich. Es geht durch verschiedene Heideflächen mit Wacholder, an Waldrand entlang, und zu allem Überfluss erscheint auch noch etwas Sonne und blauer Himmel. Schließlich schlage ich mein Nachtlager bei einer Hütte auf, wo ich später den dumpfen Rufen eines Uhus lausche.
Noch im Dunkeln um 6:30 Uhr bin ich wieder unterwegs. Bald erreiche ich das Sträßchen, dass mich dann über die A7 führt. Weiter geht es auf einem breiten Sandweg durch den Wald. Anschließend folge ich einer Straße am Rand des Truppenübungsplatzes Munster. Als ich ein Stück weitergehe, erklingen aus dem Wald die Balzrufe der Schwarzspechte. Es ist recht mild heute Morgen, wenn auch grau, vielleicht liegt der Frühling ja in der Luft!
Die weitere Route führt mich recht abwechslungsreich, überwiegend am Waldrand entlang. Als ich auf einen asphaltierten Feldweg abbiege, kommt mir eine Spaziergängerin mit Hund entgegen, der erste Mensch heute. Immer wieder ziehen schnatternde Gänse über mich hinweg, als ich Waldrändern weiter folge. Ich passiere den Ort Meinholz entlang einer Straße. Der kleine Ort ist typisch niedersächsisch, mit großen Fachwerk- oder Klinker Häusern, zum Teil mit Pferdeköpfen geschmückt, großen Ställen für die Landwirtschaft, aber auch Pferden, die nebenbei gehalten werden.
Ein Fußweg führt mich dann durch das kleine Naturschutzgebiet Wittenmoor, wo viele Birken wachsen.
Teilweise an Straßen entlang, teilweise durch den Wald, erreiche ich schließlich Wietzendorf, wo der Heidschnuckenweg einen großen Bogen macht. Ein Pfad führt mich an den Bach Wietze heran, der nach Regen und Schneeschmelze Hochwasser führt. Leider komme ich in Wietzendorf an keinem Café oder Supermarkt vorbei.
Hinter dem Ort verlasse ich schließlich die Straßen und folge einem breiten Sandweg durch die großen Felder. Immerhin wird der Weg von Birken und anderen Bäumen gesäumt. Inzwischen ist auch das häufige Donnern der Artillerie vom nahen Truppenübungsplatz zu hören.
An einer eingezäunten Sandgrube vorbei geht es durch den Wald. Hier steht eine Hütte, in der man übernachten könnte. Ein Pfad führt mich durch Birkenwald und eine von Kiefernwald umrahmte Heidefläche. Ein Teil der Fläche ist wieder zu dichtem, jungen Kiefernwald geworden. Ein natürlicher Vorgang, wenn man die Heide nicht ständig künstlich offen hält. Auf einem breiten Sandweg geht es weiter durch den Kiefernwald. Hier gedeiht dichter Heidelbeerenunterwuchs und Wacholder. Außerdem wachsen unter den Kiefern an vielen Stellen Birken, Buchen oder Eichen. Bald geht es durch Felder auf einige Windräder zu. Ein Stück folge ich einer Straße, dann biege ich auf einen breiten Sandweg am Waldrand ab. Weiter geht es Schnurgeradeaus durch den relativ einförmigen Kiefernwald. An manchen Stellen wachsen Wachholder unter den Bäumen. Schilder verraten, dass auch hier der Truppenübungsplatz angrenzt. Dann laufe ich längere Zeit durch die ausgeräumte Feldflur unter einem tristen grauen Himmel. Als es wieder in den Wald geht, verlasse ich den Heidschnuckenweg und folge der Heideschleife Müden weiter. Die Heideschleifen sind eine Ergänzung zum Heidschnuckenweg und verlaufen normalerweise als Rundweg. Ich will vor allem den Ort Müden vermeiden und mehr durch den Wald laufen.
Bald folge ich einem Pfad durch Kiefernwald mit sehr viel Unterwuchs aus Birke, Eiche und Buche. Kurz streife ich den Ortsrand von Müden, dann führt mich ein Pfad wieder in den Wald, wo die Rotkehlchen singen. Bald geht es auf schmalen Sandwegen weiter.
An einem Campingplatz vorbei laufe ich dann am Waldrand weiter. Bald geht es auf einem relativ schmalen Weg wieder in den Wald, der wie immer hier, hauptsächlich aus Kiefern besteht. Ich laufe durch den Ort Poitzen und folge dann wieder relativ schmalen Wegen durch den Kiefernwald.
Schließlich erreiche ich Faßberg, wo ich im Supermarkt einkaufe und etwas esse. Anschließend laufe ich durch die Stadt, wo ein Fliegerhorst beheimatet ist, der den Ort prägt.
Am Rand der Kasernen kommt mir tatsächlich ein Wanderer mit großem Rucksack entgegen, mit dem ich mich ein wenig unterhalte. Er will lediglich einige Tage hä durch die Heide wandern, und war schon öfter hier. Da er mit kälteren Verhältnissen gerechnet hatte, hat er relativ viel Zeug dabei. Nach kurzer Unterhaltung geht jeder seines Weges weiter. Ein ganzes Stück laufe ich dann noch am Kasernenzaun entlang. Ein asphaltierten Weg führt mich nach Schmarbeck mit seinen großen Bauernhäusern. Anschließend laufe ich noch lange auf einem Asphaltweg durch die Feldflur. Ich passiere eine knorrige Birke mit bestimmt fast einem Meter Durchmesser. Der Baum ist ein Naturdenkmal, zurecht, denn so interessante Birken sieht man selten!
Schließlich führt ein breiter Grasweg am Rand der Schmarbecker Heide mit ihren vereinzelten Birken und Wacholdern vorbei.
Ein kleines Stück laufe ich auf einem Pfad durch einen regelrechten Wacholderwald, so dicht stehen die Gehölze hier. Ich passiere einige Informationstafeln und habe die ausgedehnte Heidelandschaft ganz für mich. Dann folge ich dem Waldrand, an dem ein dunkelgrüne Teppich von Preiselbeeren wächst. Weiter geht es auf breiten Sandwegen durch den kargen , mittelalten Kiefernwald, unter dem oft nur Moos wächst, teilweise aber auch junge Kiefern. Weiter geht es durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wald, Heideflächen und Feldern am Waldrand. Jetzt gegen 16:00 Uhr zeigt sich auch etwas blauer Himmel. Leider stört der ständige Hubschrauber Lärm ziemlich. Ich passiere die wenigen idyllisch gelegenen Häuser von Schmarbeck Grube und biege dann wieder in den Wald ab. Bald führt mich ein Pfad am Waldrand entlang. Mit der Sonne ist es jetzt richtig schön! Es dauert nicht lange und ich laufe entlang der nächsten großen Heidefläche. Schließlich erreiche ich die Straße und folge ihr nach Gerdehaus mit seinen einzelnen Höfen, auf einem Radweg. Es geht dann noch ein ganzes Stück auf dem Asphalt weiter, bevor ich in einen Waldweg abbiege. Bald laufe ich auf weißem Sand entlang einer weiteren großen Heidefläche.
Dann geht es noch ein Stück durch den Wald, bis ich gegen 17:30 Uhr eine Hütte am Rand einer Heidefläche erreiche, wo ich mein Lager aufschlage. Während die Sonne die Wolken leicht lila färbt, bildet sich zwischen den Birken Bodennebel. Später, als es schon fast dunkel ist, ruft ein Uhu dumpf.























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