Fr, 13.3.2026
WdH 36: Von Manderbach nach Breitscheid
10:21 h, 41 km, 1233 hm Aufstieg, 1083 hm Abstieg
Zusammenfassung: Es dauert nicht lange, bevor ich am Morgen den Rand von Dillenburg erreiche. Ich steige zum Bismarck Tempel auf, von wo man einen schönen Überblick über die Stadt mit ihrem Schloss erhält. Hier verlässt der NST den Rothaarsteig und führt auf dem Lahn-Dill-Bergland-Pfad weiter. Von Niederscheld steige ich zum Naturschutzgebiet Weiße Höll auf, mit seinen Magerrasen und einigen Hutebäumen. Im Monzenbachtal sehe ich den ersten Seidelbast des Jahres, mit seinen spektakulären, rosa Blüten. Durch den Wald geht es nach Seelbach, wo ich die B 255 überquere. Der folgende Abschnitt ist sehr schön und verläuft größtenteils auf Pfaden. Es gibt hier nicht nur Wald, sondern auch Wiesen und Gebüsche. Schließlich steige ich steil ab nach Herborn, wo ich durch die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern laufe. Eigentlich folgt der NST ab hier dem Westerwaldsteig , da dieser aber über eine längere Strecke in der Nähe der A 45 verläuft, wähle ich eine eigene Route, auf der ich über Amdorf nach Erdbach gelange. Hier schaue ich mir zwei Höhlen an, in denen vorgeschichtliche Funde gemacht wurden. Vor Breitscheid versinkt der Erdbach im Boden und tritt erst später wieder aus. Da es inzwischen regnet, habe ich mir hier eine günstige Unterkunft gebucht, in der ich herzlich empfangen werde und erst mal Kaffee trinke.
Bereits in der Morgendämmerung um 6:15 Uhr bin ich wieder unterwegs. Im Wald hier liegen viele gefällte Eichen. Ich streife den Ortsrand von Manderbach und laufe ein Stück auf unbefestigten Wegen durch nasse Wiesen, in denen es auch gefroren hat. Dann geht es noch mal durch ein Waldstück, bevor ich ins Tal vor Dillenburg komme. Hier ist es sehr laut und es gibt viel Industrie. Bald steige ich steil im Wald wieder auf, wo der erste Lärchensporn blüht, und stellenweise hellgrünes Perlgras aus dem braunen Laub sprießt.
Ich erreiche den Bismarck Tempel, der eine Aussicht über Dillenburg mit dem Schloss gewährt und verlasse hier den Rothaarsteig, der unten in der Stadt endet.
Ab jetzt folgt der NST dem Lahn-Dill-Bergland-Pfad, der über knapp 90 Kilometer von Marburg nach Dillenburg, bzw. Herborn führt. Dieser verläuft über dem lauten Dilltal, meist in Laubwald an den ziemlich steilen Hängen. Teilweise gibt es hier aber auch ausgedehnte Gebüsche. Weißdorn und Schlehen werden schon langsam grün.
Ich steige ab nach Niederscheld und dann auf einem Pfad ziemlich steil wieder hoch. Hier befindet sich das Naturschutzgebiet Weiße Höll mit seinen Orchideenreichen Magerrasen. Die Orchideen blühen leider noch nicht, aber ich erinnere mich daran, wie ich für dieses Gebiet etwa 2008 oder 2009 den Naturschutz Pflegeplan erstellt habe!
Ein Fahrweg führt oberhalb des steilen Hangs weiter. Hier sind einige mächtige, über 300 Jahre alte Hutebäume zu sehen, Zeugen der vergangenen Nutzung.
Schließlich laufe ich auf Fahrwegen das Monzenbachtal hoch. Im Talgrund gibt es einige Tümpel und Weidengebüsche, an den Hängen wächst Laubwald. Aber es gibt auch Freiflächen. Dort stand früher Fichtenwald, eine Tafel verkündet, dass 75 % der Fichtenbestände im Forstamt Herborn abgestorben sind.
Hier entdecke ich einige rosa Farbtupfer, das ist der erste Seidelbast! Der Seidelbast ist ein kleiner Strauch, der seine Blüten direkt aus den Stämmchen und Ästen treibt, wie das auch bei Kakao in den Tropen der Fall ist. Schilder weisen hier auf die bevorstehende Krötenwanderung hin, aber bisher war es für die Amphibien wahrscheinlich noch nachts zu kalt.
Oben angekommen, geht es weiter durch große Laubwälder. Schließlich komme ich an den Nesselhofer Teichen vorbei, einigen Gewässern, mitten im Wald. Dunkle Felsen zeigen die ehemalige Grube Konstanze an, wo Kupfer gefördert wurde.
Schließlich steige ich ab an den Rand von Seelbach, wo ich die B 255 überquere und dann wieder ziemlich steil in den Wald aufsteige. Auf diesem Höhenrücken bin ich meist auf Pfaden unterwegs. Außer Wald gibt es hier auch Wiesen und Gebüsche. Trotz der Nähe zu Herborn, eine schöne Landschaft. Leider ist es jetzt bewölkt und grau. Neben dem Lahn-Dill-Bergland-Pfad, verläuft hier auch die Extra Tour Dernbach Wiesen, sehr schön!
Schließlich führt mich ein steiler Weg bergab. Von einem Aussichtspunkt kann man bereits Herborn mit seinem Schloss überblicken. Hier blühen auch schon Veilchen und Immergrün. Unglaublich was für ein Verkehrslärm unten an der Bundesstraße herrscht! Dagegen ist die Fußgängerzone in der Altstadt von Herborn mit ihren Fachwerkhäusern recht schön. Da demnächst Kommunalwahlen sind, haben hier die verschiedenen Parteien ihre Stände aufgebaut. Eigentlich folgt der NST ab hier dem insgesamt 235 Kilometer langen Westerwaldsteig, da dieser aber eine ganze Weile direkt neben der A 45 verläuft, entscheide ich mich für eine Variante, die die Autobahn lediglich überquert. Aus dem Ort geht es relativ steil bergauf, ich überquere die A 45 und wandere auf Forstwegen weiter durch den Laubwald.
Bald folge ich einem Tal durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft, mit Wiesen und Gebüschen abwärts und gelange auf eine Höhe, unter der Amdorf liegt. Entfernt darüber ragt bereits der Fernsehturm der Fuchskaute, des höchsten Berges im Westerwald auf. Ich folge einem asphaltierten Weg zu dem Dorf.
Hinter Amdorf geht es dann auf einem Radweg abseits der Straße den Erdbach aufwärts zum Ort Erdbach. Hier beginnt es zu regnen. Ein Pfad führt mich an zwei Höhlen im Kalkgestein vorbei, in denen Funde aus vorgeschichtlicher Zeit gemacht wurden. In der Nähe gibt es das Herbstlabyrinth, ein Höhlensystem von über 6 Kilometer Länge!
Weiter geht es am Waldrand oberhalb einer tiefen Schlucht. Vor Erdbach gelange ich dann an die Stelle, wo der gleichnamige Bach im Erdboden versinkt und erst weiter unterhalb wieder an die Oberfläche tritt. Ich kaufe kurz im Nahkauf ein und gehe dann zur sehr günstigen Villa Jani, wo ich ein Zimmer spontan im Internet gebucht hatte. Ich werde herzlich empfangen und genieße erst einmal einen Kaffee.
























































