Sonntag, 15. März 2026

WdH 38 Von Westerburg nach Bad Marienberg

 




So, 15.3.2026


WdH 37: Von Westerburg nach Bad Marienberg


9:26 h, 38,7 km, 710 hm Aufstieg, 700 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Auch heute laufe ich oft auf unbefestigten Wegen durch die abwechslungsreiche, meist offene Landschaft des Westerwalds. Nachmittags holt mich Trailangel Stephanie hinter Bad Marienberg ab und ich werde bei ihrer Familie herzlich aufgenommen. Später treffen wir uns in Hachenburg mit Vertretern des runden Tischs, die es durch Mobilisierung der Öffentlichkeit geschafft haben, ein rechtes Netzwerk aus dem Ort loszuwerden. 

Im Umgang mit der AfD wird genannt, dass bislang leider die anderen Parteien deren emotionalen Auftritten in den sozialen Medien nichts entgegensetzen. Politisch wäre beispielsweise für die SPD eine Rückbesinnung auf ihre alten Werte wie Gerechtigkeit wichtig. In diesem Zusammenhang wird die Forderung nach einer allgemeinen Krankenkasse und einer stärkeren Besteuerung von Kapitalerträgen, Erbschaften und Vermögen genannt.

Nach tollen Gesprächen fahren Stephanie und ich wieder nach Hause wo ich noch meine „Hausaufgaben“ erledige.




Obwohl die Nacht kühl und feucht ist, schlafe ich gut. Am nächsten Morgen folge ich zunächst ein Stück dem Waldrand und laufe dann länger durch den Buchenwald. Allerdings wurde der Westerwaldsteig hier gerade als Rückegasse für den Holzeinschlag gebraucht und ist deswegen teilweise nicht besonders gut zu laufen. Ich gelange an den Rand von Brandscheid und wandere weiter auf unterschiedlichen Wegen durch offene Landschaft, vor Rothenbach. 

Auf dem Friedhof außerhalb des Ortes, fülle ich mir zum ersten Mal in dieser Saison auf einem Friedhof meine Wasserflasche auf. Weiter geht es oft auf Pfaden am Waldrand entlang. An einem sehr kleinen Angelteich stehen zehn Angler! Kurz danach passiere ich ein Storchennest mit einem Weißstorch auf einem Pfahl.

Die Landschaft bleibt weiterhin ziemlich abwechslungsreich. Zum Teil verlaufen schmale Wege zwischen Hecken und Feldrainen oberhalb von Wiesen mit Streuobstbäumen. Es geht immer wieder Hügel auf, Hügel ab, so dass sich das Landschaftsbild stets ändert. Einmal sehe ich drei Rehe vor mir flüchten und zwei Nilgänse auf einer Wiese. Die gelben Blüten des Scharbockkrauts sind noch geschlossen. Auffallend ist wie viele Ansitz Kanzeln hier überall stehen. Der Westerwaldsteig führt hier überwiegend über unbefestigte Wege. Am Rand von Freilingen passiere ich ein Gewässer, was laut einer Tafel durch einen Biberstau entstanden ist. Interessant, die großen Nager sind also auch hier! Durch den Buchenwald geht es dann am Postweiher entlang, auf dem Kanadagänse schwimmen und rufen. Markierungen verraten, dass ich hier wieder auf dem E1 bin, dem ich ja nördlich von Hamburg gefolgt war!

Etwas später gelange ich an ein Naturschutzgebiet Schild, wo offensichtlich der dahinterliegende Wald geschützt werden soll. Gleichzeitig sind dort viele Bäume ausgezeichnet und man hat eine Rückengasse angelegt. Das ist typisch für deutsche Naturschutzgebiete im Wald. In der Regel ist zwar das Betreten abseits der Wege verboten, aber die Forstwirtschaft unterliegt nur ganz selten irgendwelchen Einschränkungen. Dabei ist der beste Naturschutz im Wald meistens das Nichts tun! 

Vor Dreifelden komme ich an einem Wanderparkplatz und Waldspielplatz vorbei, wo an diesem Sonntagmorgen schon etliche Leute unterwegs sind, joggend, fahrradfahrend oder spazieren gehend. Am Dreifelder Weiher erstrecken sich große Binsen bestandene Feuchtwiesen mit einzelnen Erlen. Ein schmaler Weg führt dann entfernt vom Weiher an großen Schilfbeständen vorbei. Es gibt hier sogar einen kleinen Aussichtsturm zur Vogelbeobachtung. Entfernt auf der anderen Seite des Weihers ragen unzählige Windräder auf.

Schließlich durchquere ich Dreifelden. 

Ein Stück geht es dann entlang des oft von Erlen gesäumten plätschernden Bächleins Wied aufwärts

Schließlich erreiche ich die unscheinbare Quelle der Wied, mit 109 km der längste Bach des Westerwalds. Diesem Gewässer folgt der Wiedpfad auf ganzer Länge, der wahrscheinlich auch recht schön ist!

Ich laufe quer durch Wiesen, aufwärts zu einem Wald, wo es große Freiflächen gibt, in denen mit Plastikwuchshüllen eine Neuanpflanzung geschützt wird. Als ich dem Waldrand weiter folge, ragen überall Windräder auf und es gibt eine große Solaranlage. Mir scheint das der Wert der Natur an sich und Gesichtspunkte wie die Landschaftsästhetik  überhaupt keine Rolle spielen bei der Genehmigung solche Anlagen. Für Solaranlagen haben wir so viele Möglichkeiten auf den Hausdächern und wie gesagt, Windräder kann man auch entlang der Autobahnen platzieren oder in Gewerbegebieten, aber hier in der schönen Landschaft des Westerwaldes sind beide wirklich fehl am Platz!

Ich passiere den Aussichtsturm am Gräberberg auf über 500 m Höhe und wandere durch die aussichtsreichen Grasflächen weiter. Hier blüht der erste Löwenzahn. 

Durch die Wiesen steige ich auf unbefestigten Wegen ab ins Tal der Hornister. 

In Enspel geht es über das Terrain des Stöffel Parks. Ein Gelände, das den früheren Basalt Abbau und das Tertiär zum Thema hat.

Schließlich gelange ich an die Große Nister, ein etwa 7 m breites Flüsschen, dem ich zunächst auf einem Pfad oberhalb folge. Später geht es dann durch Wiesen. Dann folge ich kurz dem Tal der Schwarzen Nister im Wald und laufe schließlich durch das Städtchen Bad Marienberg. Hinter dem Ort holt mich Stephanie dann beim Basaltpark ab. Sie und ihr Mann Guido sind Trailangel für den NST und ich werde sehr freundlich aufgenommen. Beim Essen lerne ich auch ihre beiden Söhne kennen, die beide im It- Bereich studieren und sich trotz der rasanten Entwicklung im KI- Bereich keine Sorgen um ihre Zukunft machen. 

Stephanie arbeitet mit Jugendlichen und erzählt anschaulich, wie es möglich ist, Menschen mit schwierigen Geschichten durch intensive Zuwendung wieder eine positive Perspektive zu geben. Die Jugendarbeit kostet Geld, doch das sollte es uns wert sein, da die positiven Effekte auf persönlicher und damit auch gesellschaftlicher Ebene das lohnend machen. 

Schließlich fahren wir zum Kino nach Hachenburg, wo wir uns mit Eva und Marco treffen. Leider müssen andere Mitglieder des runden Tischs kurzfristig absagen. Dieser hatte sich 2021 gebildet, als in Hachenburg ein Netzwerk der rechten Szene gebildet hatte. Dieser Zusammenschluss unterschiedlicher Leute wurde aktiv, in dem er große Demos organisierte und die Hachenburger Erklärung verfasste. Schließlich übernahm ein ortsansässiger Investor die sogenannte Fassfabrik und kündigte den Rechten, wodurch das Problem in Hachenburg gelöst wurde.

Als ein wichtiger Baustein für den Erfolg der AfD, gerade bei jungen Menschen, identifizieren meine Gesprächspartner deren erfolgreiche, auf Emotionen setzende Strategie in den sozialen Medien, dem die anderen Parteien leider bisher nicht genug entgegen setzen. 

Auf die Frage nach einer politisch erfolgreichen Strategie gegen diese Partei wird genannt, dass die SPD beispielsweise wieder auf ihren Kern besinnen sollte. Warum gibt es zur Zeit keine Forderung nach einer einheitlichen Krankenversicherung mehr? Warum wird das Thema Ungleichheit mit einer stärkeren Forderung nach intensiver Besteuerung von Erbschaften, Vermögen oder Kapitalerträgen nicht erhoben?

Alle halten auch das Thema Bürokratieabbau für wichtig. So darf die Verbandsgemeinde keinen Radweg neben einer Bundes- oder Kreisstraße bauen, obwohl sie das gerne würde. 

In Hachenburg spielt der kommunale Klimaschutz eine große Rolle, aber alle bedauern, dass es nicht gelingt, der Öffentlichkeit zu vermitteln, dass die erneuerbaren Energien nicht nur klimaschonend, sondern vor allem in Zukunft auch am Billigsten sind.

Nach dem schönen Gespräch gehen wir schließlich auseinander und ich mache mich dann noch an meine Hausaufgaben…




















Samstag, 14. März 2026

WdH 37 Von Breitscheid nach Westerburg



















 




Sa, 14.3.2026


WdH 37: Von Breitscheid nach Westerburg


11:53 h, 48,6 km, 882 hm Aufstieg, 884 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Heute ist ein ungemütlicher Tag, an dem es die meiste Zeit regnet, und morgens sogar etwas schneit. Der Westerwald macht seinem rauen Ruf alle Ehre! Von der Fuchskaute, dem höchsten Berg im Westerwald sehe ich wenig, da er in Nebel gehüllt ist. Immer wieder verläuft der Westerwaldsteig über unbefestigte Wege, die heute aber ziemlich nass und schlammig sind. Zunächst geht es nur durch relativ kleine Waldstücke und ich habe das Gefühl, dass eine Straße nie besonders weit entfernt ist. So habe ich nicht den Eindruck wirklich in der Natur zu sein. Ein Höhepunkt ist die Holzbach Schlucht, wo der Bach an bemoosten, dunklen Basaltfelsen vorbei fließt. Heute ist es trotz des kühlen Wetters noch grüner als gestern. Die Lerchensporne sind stärker aufgeblüht und die Hainbuchen Blätter haben ihre Knospen gesprengt. Ein besonders schöner Abschnitt ist oberhalb von Gemünden und Westerburg, wo es lange Zeit über einen Pfad durch den Buchenwald und am Waldrand entlang geht. Nach einem langen, nassen Tag schlage ich schließlich mein Lager in Hörweite von Windrädern in einer Hütte auf.


Nachdem ich auf dem Zimmer Müsli gegessen und Kaffee getrunken habe, starte ich in der Morgendämmerung in einen ungemütlichen Tag. Es regnet leicht aber kontinuierlich, daher trage ich Regenjacke- und Hose. Bald sehe ich drei Rehe und passiere dann die große Grasfläche des Breitscheider Flugplatzes. Die Landschaft hier ist recht abwechslungsreich, mit Grasflächen in denen einzelne Weißdornsträucher stehen und kleinen Waldstücken. Ich passiere den Heisterberger Weiher mit seinem Campingplatz und gelange in das Naturschutzgebiet Bermershude, wo ein Laubwaldrest die Zeit vom 16-18. JH. überdauert hat, als der Westerwald weitgehend entwaldet war. 

Der Westerwaldsteig verläuft hier immer mal wieder über unbefestigte Wege, aber die nahe Bundesstraße stört. Als ich zur Fuchskaute aufsteige, mit 645 m Höhe der höchste Berg des Westerwalds, verwandelt sich der Regen in Schnee und es ist neblig, was zu der kargen Landschaft passt. Von einem Gipfel bekomme ich nichts mit und steige an einem Windrad vorbei ab. Immer wieder geht es durch Wald, meist aus rel. jungen Ahornen und Eschen, immer wieder gibt es aber auch sumpfige, mit Erlen bestandene Sumpfflächen. Fichtenwald gibt es nur noch wenig, dafür aber etliche Freiflächen auf denen häufig Wuchshüllen aus Plastik stehen.

Als zwei Wanderer mit Rucksack mir entgegen kommen, spreche ich sie an. Bastian und André sind Mitte 40 und wollen nach Herborn laufen. Kurioserweise wollen sie in Breitscheid in der selben Unterkunft wie ich absteigen. Als ich von meinem Projekt erzähle, erwähnt Bastian, dass es uns in Deutschland immer noch sehr gut geht, verglichen mit den meisten Ländern und es doch nicht so schlimm wäre, sollten wir in Zukunft weniger Wohlstand haben.

Ich passiere den Ort Rehe, wandere ein Stück am Krombachstausee entlang und gelange in ein etwas größeres Waldgebiet, dass zum Teil zu einem Übungsplatz der Bundeswehr gehört. So schön ich unbefestigte Wege auch finde, heute sind sie nass und schlammig. 

Zweimal verkündet ein aufgehängter Zettel, dass der Westerwaldsteig hier gesperrt sei, ohne eine Umleitung anzubieten. Für die erste Sperrung sehe ich keinen Grund, bei der zweiten hat ein Harvester gearbeitet, der aber längst fertig ist. 

Nachdem ich an Rennerod vorbei bin, regnet es etwa eine halbe Stunde lang heftiger, so dass ich unter einem abgestellten Ladewagen Schutz suche. 

Schließlich gelange ich in die Holzbachschlucht wo ein wilder Bach über moosbedeckte Basaltbrocken fließt. Leider sind erst einige Lerchensporne aufgeblüht und die Blüten der gelben und weißen Buschwindröschen noch geschlossen. 

Oberhalb von Gemünden führt dann lange ein Pfad am Waldrand entlang, der schließlich durch den Buchenwald oberhalb von Westerburg führt, was unterhalb recht steiler Klippen liegt. 

Ich laufe durch Hergenroth und passiere dann die offenen Flächen eines ehemaligen BW- Geländes. Ich überquere eine Straße und gelange in einen Wald, in dem sich Windräder drehen. Eine Fläche mit Laubbäumen wurde gerade frisch gerodet, wohl für ein Weiteres. In der Dämmerung beziehe ich schließlich mein Lager in einer Hütte, in deutlicher Hörweite der Windenergie Anlagen. 





Freitag, 13. März 2026

WdH 36 Von Manderbach nach Breitscheid

 




Fr, 13.3.2026


WdH 36: Von Manderbach nach Breitscheid


10:21 h, 41 km, 1233 hm Aufstieg, 1083 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Es dauert nicht lange, bevor ich am Morgen den Rand von Dillenburg erreiche. Ich steige zum Bismarck Tempel auf, von wo man einen schönen Überblick über die Stadt mit ihrem Schloss erhält. Hier verlässt der NST den Rothaarsteig und führt auf dem Lahn-Dill-Bergland-Pfad weiter. Von Niederscheld steige ich zum Naturschutzgebiet Weiße Höll auf, mit seinen Magerrasen und einigen Hutebäumen. Im Monzenbachtal sehe ich den ersten Seidelbast des Jahres, mit seinen spektakulären, rosa Blüten. Durch den Wald geht es nach Seelbach, wo ich die B 255 überquere. Der folgende Abschnitt ist sehr schön und verläuft größtenteils auf Pfaden. Es gibt hier nicht nur Wald, sondern auch Wiesen und Gebüsche. Schließlich steige ich steil ab nach Herborn, wo ich durch die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern laufe. Eigentlich folgt der NST ab hier dem Westerwaldsteig , da dieser aber über eine längere Strecke in der Nähe der A 45 verläuft, wähle ich eine eigene Route, auf der ich über Amdorf nach Erdbach gelange. Hier schaue ich mir zwei Höhlen an, in denen vorgeschichtliche Funde gemacht wurden. Vor Breitscheid versinkt der Erdbach im Boden und tritt erst später wieder aus. Da es inzwischen regnet, habe ich mir hier eine günstige Unterkunft gebucht, in der ich  herzlich empfangen werde und erst mal Kaffee trinke.


Bereits in der Morgendämmerung um 6:15 Uhr bin ich wieder unterwegs. Im Wald hier liegen viele gefällte Eichen. Ich streife den Ortsrand von Manderbach und laufe ein Stück auf unbefestigten Wegen durch nasse Wiesen, in denen es auch gefroren hat. Dann geht es noch mal durch ein Waldstück, bevor ich ins Tal vor Dillenburg komme. Hier ist es sehr laut und es gibt viel Industrie. Bald steige ich steil im Wald wieder auf, wo der erste Lärchensporn blüht, und stellenweise hellgrünes Perlgras aus dem braunen Laub sprießt. 

Ich erreiche den Bismarck Tempel, der eine Aussicht über Dillenburg mit dem Schloss gewährt und verlasse hier den Rothaarsteig, der unten in der Stadt endet. 

Ab jetzt folgt der NST dem Lahn-Dill-Bergland-Pfad, der über knapp 90 Kilometer von Marburg nach Dillenburg, bzw. Herborn führt. Dieser verläuft über dem lauten Dilltal, meist in Laubwald an den ziemlich steilen Hängen. Teilweise gibt es hier aber auch ausgedehnte Gebüsche. Weißdorn und Schlehen werden schon langsam grün.

Ich steige ab nach Niederscheld und dann auf einem Pfad ziemlich steil wieder hoch. Hier befindet sich das Naturschutzgebiet Weiße Höll mit seinen Orchideenreichen Magerrasen. Die Orchideen blühen leider noch nicht, aber ich erinnere mich daran, wie ich für dieses Gebiet etwa 2008 oder 2009 den Naturschutz Pflegeplan erstellt habe! 

Ein Fahrweg führt oberhalb des steilen Hangs weiter. Hier sind einige mächtige, über 300 Jahre alte Hutebäume zu sehen, Zeugen der vergangenen Nutzung. 

Schließlich laufe ich auf Fahrwegen das Monzenbachtal hoch. Im Talgrund gibt es einige Tümpel und Weidengebüsche, an den Hängen wächst Laubwald. Aber es gibt auch Freiflächen. Dort stand früher Fichtenwald, eine Tafel verkündet, dass 75 % der Fichtenbestände im Forstamt Herborn abgestorben sind. 

Hier entdecke ich einige rosa Farbtupfer, das ist der erste Seidelbast! Der Seidelbast ist ein kleiner Strauch, der seine Blüten direkt aus den Stämmchen und Ästen treibt, wie das auch bei Kakao in den Tropen der Fall ist. Schilder weisen hier auf die bevorstehende Krötenwanderung hin, aber bisher war es für die Amphibien wahrscheinlich noch nachts zu kalt.

Oben angekommen, geht es weiter durch große Laubwälder. Schließlich komme ich an den Nesselhofer Teichen vorbei, einigen Gewässern, mitten im Wald. Dunkle Felsen zeigen die ehemalige Grube Konstanze an, wo Kupfer gefördert wurde.

Schließlich steige ich ab an den Rand von Seelbach, wo ich die B 255 überquere und dann wieder ziemlich steil in den Wald aufsteige. Auf diesem Höhenrücken bin ich meist auf Pfaden unterwegs. Außer Wald gibt es hier auch Wiesen und Gebüsche. Trotz der Nähe zu Herborn, eine schöne Landschaft. Leider ist es jetzt bewölkt und grau. Neben dem Lahn-Dill-Bergland-Pfad, verläuft hier auch die Extra Tour Dernbach Wiesen, sehr schön!

Schließlich führt mich ein steiler Weg bergab. Von einem Aussichtspunkt kann man bereits Herborn mit seinem Schloss überblicken. Hier blühen auch schon Veilchen und Immergrün. Unglaublich was für ein Verkehrslärm unten an der Bundesstraße herrscht! Dagegen ist die Fußgängerzone in der Altstadt von Herborn mit ihren Fachwerkhäusern recht schön. Da demnächst Kommunalwahlen sind, haben hier die verschiedenen Parteien ihre Stände aufgebaut. Eigentlich folgt der NST ab hier dem insgesamt 235 Kilometer langen Westerwaldsteig, da dieser aber eine ganze Weile direkt neben der A 45 verläuft, entscheide ich mich für eine Variante, die die Autobahn lediglich überquert. Aus dem Ort geht es relativ steil bergauf, ich überquere die A 45 und wandere auf Forstwegen weiter durch den Laubwald.

Bald folge ich einem Tal durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft, mit Wiesen und Gebüschen abwärts und gelange auf eine Höhe, unter der Amdorf liegt. Entfernt darüber ragt bereits der Fernsehturm der Fuchskaute, des höchsten Berges im Westerwald auf. Ich folge einem asphaltierten Weg zu dem Dorf.

Hinter Amdorf geht es dann auf einem Radweg abseits der Straße den Erdbach aufwärts zum Ort Erdbach. Hier beginnt es zu regnen. Ein Pfad führt mich an zwei Höhlen im Kalkgestein vorbei, in denen Funde aus vorgeschichtlicher Zeit gemacht wurden. In der Nähe gibt es das Herbstlabyrinth, ein Höhlensystem von über 6 Kilometer Länge!

Weiter geht es am Waldrand oberhalb einer tiefen Schlucht. Vor Erdbach gelange ich dann an die Stelle, wo der gleichnamige Bach im Erdboden versinkt und erst weiter unterhalb wieder an die Oberfläche tritt. Ich kaufe kurz im Nahkauf ein und gehe dann zur sehr günstigen Villa Jani, wo ich ein Zimmer spontan im Internet gebucht hatte. Ich werde herzlich empfangen und genieße erst einmal einen Kaffee.