Di, 7.4.2025
WdH 61: Von Callbach zum Donnersberg
12:23 h, 47,3 km, 1428 hm Aufstieg, 1244 hm Abstieg
Zusammenfassung: Morgens ist es zunächst noch frisch, dann herrscht aber den ganzen Tag sonniges Frühlingswetter. Ich folge dem Pfälzer Höhenweg weiter. Am Weidelbacher Hof genieße ich einen Kaffee an einer toll gemachten Raststation. In Rockenhausen kaufe ich ein und steige steil hoch nach Ruppertsecken, dem höchstgelegensten Ort der Nordpfalz. Schließlich laufe ich in der Abendsonne am Rand des Donnersbergs, wo ich schließlich ein Plätzchen für mein Cowboycamp im Wald finde.
Morgen werde ich schon bald den Pfälzer Höhenweg verlassen, dem ich knapp drei Tage gefolgt bin. Er hat zwar durchaus gute Seiten, aber für meinen Geschmack wurde die Landschaft vielerorts mit Windrädern regelrecht verschandelt.
Nach gutem Schlaf, bin ich früh morgens wieder unterwegs. Zunächst geht es weiter durch den Wald. Dort wurden vor nicht allzu langer Zeit, in regelmäßigen Abständen Tümpel neben dem Weg gegraben. Diese sind zwar nicht groß und sehen zunächst mal nicht besonders hübsch aus, aber das ist natürlich sinnvoll. Einerseits weil so Lebensräume entstehen, andererseits weil es extrem wichtig ist, das Wasser im Wald zurückzuhalten, da Trockenzeiten wahrscheinlich immer häufiger werden. So kleine Tümpel dienen als Mini Kühlanlagen für den Wald und sind daher eine gute Sache. Als ich aus dem Wald komme, sehe ich, dass es stellenweise auch in dieser Nacht gefroren hat. Ich passiere eine neue Anpflanzung von Laubbäumen, wo Grauammern singen. Schließlich geht es runter nach Obermoschel und dann durch Gebüsch und Laubwald hoch zur Ruine der Burg Landsberg. Auch heute verspricht wieder ein sehr schöner Tag zu werden. Es gibt hier sogar einen Weinberg.
Während ich durch die weiten Felder und Wiesen laufe, kommt entfernt schon der Waldklotz des Donnersbergs in Sicht. Allerdings sehe ich auch mindestens 50 Windräder auf den umliegenden Hügeln. Vielleicht kann man sich ja wirklich an sowas gewöhnen, aber für mich ist die Landschaft damit doch ziemlich verschandelt!
Dann komme ich am 10 ha großen Solarpark Schiersfeld vorbei, wo nach deren Angaben Strom für 3000 Haushalte erzeugt wird. Das Gelände ist umzäunt, so dass größere Tiere keinen Zugang haben, Menschen natürlich auch nicht. Zwischen den Reihen der Solarmodule, die schräg stehen gibt es Grasflächen, die wahrscheinlich häufig gemäht werden. Ich frage mich, ob bei richtigem Management solche Flächen nicht vielleicht auch einen Beitrag für die Biodiversität leisten können, mal ganz abgesehen von der künstlichen Struktur, die das Landschaftsbild schon erheblich beeinträchtigt.
Auf einem Asphaltweg gelange ich zum Weidelbacher Hof, wo es eine wunderbare Wanderraststation gibt. Ein kleines Häuschen, wo es sogar Strom gibt, so dass man sich mit dem Wasserkocher Kaffee machen kann. Alles sehr liebevoll gestaltet. Es gibt auch Wasser dort, Kinderspielzeug, Bücher, Blumen auf dem Tisch, perfekt!
Diese schöne Gelegenheit möchte ich mir nicht entgehen lassen und mache mir erst mal einen Kaffee!
Bald geht es auf einem Forstweg durch Laubwald zu dem kleinen Ort Neubau. Interessanter Name! Es dauert nicht lange, dann bin ich wieder im Wald. Hier hat jemand einige Stationen mit liebevollen Osterhasenfiguren eingerichtet, und es gibt eine Wald Murmelbahn, an der einfache Fragen für Kinder zum Thema Wald beantwort werden müssen. Waldpädagogik mal anders!
Hier sind tatsächlich eine ganze Reihe Eltern mit ihren Kindern unterwegs, die offensichtlich Spaß haben. Ich passiere das nette Örtchen Stahlberg und wandere weiter im Wald. Tatsächlich begegnen mir hier im Laubwald zwei Frauen mit Wanderstöcken, Rucksäcken und einem Hund, ob die wohl eine längere Tour unternehmen? Naja, ich will die verlorene Zeit von meiner schönen Kaffeepause reinholen, gebe daher ein wenig Gas und versuche leider nicht, mich mit den Frauen zu unterhalten, was vielleicht interessant gewesen wäre…
An einer Stelle passiere ich einige kleine Holzgatter im Eichenwald. Es wurden hier keine Bäume gepflanzt, aber man versucht wohl wahrscheinlich junge Eichen, die aus den Samen hoch wachsen, vor Wildverbiss zu schützen.
Schließlich trete ich wieder ins Offene und wandere über Grasflächen zwischen Katzenbach und Rockenhausen. Am Waldrand sehe ich ein Reh und ein Typ will seine Drohne steigen lassen. Wieder einmal sind die Aussichten hier sehr schön. Schließlich steige ich ab nach Rockenhausen und kaufe im Lidl ein. Anschließend gönne ich mir erst mal 1 l Milch und eine große Schale Walnusseis. Mit vollem Bauch geht es dann wieder steil nach oben.
Hier auf einem Grasweg zwischen den Gebüschen tanzen Zitronen- und Aurorafalter. Wo es windgeschützt ist, ist es mittlerweile sehr warm.
Ich gelange kurz an eine Straße und wandere dann ziemlich steil auf einem Erdweg, das Enzelbachtal aufwärts. Ich folge dann ein Stück einem Waldrand, überquere eine Straße und laufe durch einen Laubwald, mit vielen Buschwindröschen. Dann geht es durch offenes Feld nach Würzweiler.
Von dem Dorf geht es ziemlich lange und steil durch die offene Flur nach oben. Vor Ruppertsecken führt dann ein Pfad zum Schlossberg. Dort gibt es allerdings keine Ruinen zu sehen. Ruppertsecken ist das höchstgelegene Dorf der Nordpfalz und wirbt mit schönen Aussichten. Wenn man sich die Windräder und Solarparks weg denkt, ist die Aussicht hier tatsächlich schön. Es gibt einen Wohnmobilstellplatz, wo auch zwei Fahrzeuge stehen, die Leute sitzen auf Liegestühlen, lesen oder blicken in die Landschaft.
Bald bin ich im Wald und folge Forstwegen. Neben den Hainbuchen haben auch die ersten großen Rotbuchen ihre Blätter ausgetrieben. Auch hier ist der Waldboden häufig mit Weiß blühenden Buschwindröschen bedeckt. Ich gelange kurz an eine Straße, dann geht es wieder in den Wald.
Bald erreiche ich das Bastenhaus, ein Hotel und Restaurant an einer Straßenkreuzung. Zahlreiche Motorradfahrer nutzen das schöne Wetter. Dementsprechend laut ist es.
Zunächst führt der Weg dann im Wald parallel zur Straße weiter, die man immer noch ziemlich laut hört. Über samt grüne Wiesen am Waldrand entlang, geht es schließlich zum Mordkammerhof, was für ein Name! Auch danach geht es nur kurz durch den Wald, dann in der Abendsonne entlang von grünen Feldern und einem Waldrand aus Laubbäumen.
Ich sehe eine braune Waldeidechse durchs Laub rascheln und ein Reh auf einer hügeligen Wiese mit vielen Büschen.
Schließlich gelange ich an den Rand von Falkenstein und steige im Wald auf zur Kronbuchenhütte, die aber nur am Wochenende bewirtschaftet wird.
Ein Stück weiter verlasse ich den Weg und beziehe oberhalb auf einem Kamm mein Cowboycamp. Morgen werde ich schon bald den Pfälzer Höhenweg verlassen, dem ich knapp drei Tage gefolgt bin. Er hat zwar durchaus gute Seiten, aber für meinen Geschmack wurde die Landschaft vielerorts mit Windrädern regelrecht verschandelt.





























































