Freitag, 27. Februar 2026

WdH 22 Von Brelingen im Walde nach Haste

 




Fr, 27.2.2026


WdH 22: Von Brelingen im Walde nach Haste


9:39, 43,4 km, 41 hm Aufstieg, 39 hm Abstieg 


Nachdem Gabi und ich gemütlich gefrühstückt haben, fahren wir dorthin zurück, wo sie mich gestern aufgelesen hat. Zunächst geht es durch die abwechslungsreiche Landschaft des 960 ha großen Otternhagener Moores, was in den letzten Jahren wiedervernässt wurde. Entwässerte Moore setzen bei der Zersetzung des Torfes große Mengen Kohlendioxid frei. Diesen Prozess kann man nur stoppen, indem man die Entwässerungsgräben verschließt, was zunächst ziemlich brachial aussieht, aber aus Klima- und Naturschutzgründen sinnvoll ist. 

Ein weiterer Höhepunkt ist ein Pfad am Ufer der Leine. Ansonsten laufen wir kilometerweit auf Straßen, was nicht besonders angenehm ist. Schließlich erreichen wir das Steinhuder Meer, wo an diesem sonnigen Freitag Ferienatmosphäre herrscht. Ab Steinhude laufe ich dann alleine weiter. Hier gelange ich auch durch schöne, eichenreiche Laubwälder. Ich beobachte Rotmilane und einen Weißstorch. Schließlich schlage ich mein Freiluftlager im Laubwald bei Haste auf. 


Da es gestern Abend spät geworden ist, erledige ich morgens ab 5 Uhr meine „Hausaufgaben“.

Wir frühstücken schön mit Kaffee und Brot, dann fahren wir zurück nach Brelingen im Walde. Die Landschaft des Otternhagener Moores ist abwechslungsreich, allerdings wurde ein Teil des daran entlang führenden Erdweges aus für Gabi unverständlichen Gründen frisch geschottert. Wie fast überall in deutschen Naturschutzgebieten, verbieten Schilder das Betreten abseits der Wege. Ist das wirklich notwendig? Muss man den Menschen wirklich immer als Störfaktor ansehen, den es auszusperren gilt? Wer würde sich denn wirklich in das Moor vorwagen und sollte es nicht die Möglichkeit geben wilde Natur vor der Haustür zu entdecken? 

Andererseits erzählt Gabi, dass in Niedersachsen immer noch Moore abgetorft werden, und das für ein bisschen Blumenerde…

Lassen sich solche Verträge wirklich nicht ablösen? Jedenfalls ist der Verzicht auf Torf im eigenen Garten sehr sinnvoll!

Nachdem wir die laute B 6 überquert haben, folgen wir eine Zeit lang einem schönen Pfad oberhalb der Wiesen an der Leine. Ab Bordenau laufen wir kilometerweit entlang von Straßen auch am Fliegerhorst Wunstorf vorbei. Echt ätzend! Vorher passieren wir die große Baustelle von Südlink. Ist so ein massiver Netzausbau überhaupt noch nötig, in einer Situation wo immer mehr Batteriespeicher entstehen?

Schließlich geht es weiter ans Steinhuder Meer, wo ich einkaufe und erstaunlich viele Menschen am blauen See entlang flanieren. Gabi lässt sich hier abholen, daher laufe ich alleine weiter am Ufer entlang.  Hinter Hagenburg gelange ich in das erste Laubwaldgebiet seit Schleswig-Holstein. Hier verlasse ich erst einmal den NST, der ab hier einen weiten Bogen auf dem Pilgerweg Sigwardsweg macht. Statt dessen folge ich dem E 1 weiter. Die Wälder hier werden von Eichen geprägt, es gibt aber auch Hainbuchen und Ilex. Als ich vor Mesmerode aus dem Wald gelange, kreist ein Rotmilan dicht über mir. Der Hügel, der sich hier erhebt ist eine Abraumhalde aus dem Kalibergbau. In den Wiesen sehe ich einen Weißstorch außerdem Bachstelzen und Feldlerchen. Außerdem sehe ich die erste Hummel. Ich folge einer Straße bis Idensen und Asphaltwegen weiter durch die Felder zum Mittellandkanal. Anschließend durchquere ich ein weiteres Laubwaldgebiet und streife kurz Haste. Im Wald hinter dem Ort schlage ich dann schließlich im Sonnenuntergang mein Cowboycamp auf. Der zunehmende Mond scheint bald und ein Waldkauz ruft. Außerdem höre ich natürlich auch Straßengeräusche…






















Donnerstag, 26. Februar 2026

WdH 21 Von Scheuen nach Brelingen im Walde

 



Do, 26.2.2026


WdH 21: Von Scheuen nach Brelingen im Walde


10:51 h, 47,7 km, 55 hm Aufstieg, 63 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Heute laufe ich zunächst die letzten Kilometer auf dem Heidschnuckenweg, der mir ganz gut gefallen hat. Allerdings fand ich die mittleren beiden Tage zwischen dem Naturschutzgebiet Lüneburger Heide und dem Natuepark Südheide weniger schön. 

Hinter Celle gelange ich wieder auf den E 1, der hier gut markiert ist.  Am Rand von Wietzenbruch beobachte ich einen Schwarzspecht in nur fünf Meter Entfernung, ein tolles Erlebnis!

Lange Zeit wandere ich auf breiten, schnurgeraden Waldwegen und insgesamt auch auf viel Asphalt. Hinter Wennebostel wird es dann aber überraschend schön, mit schmalen Waldpfaden und einer abwechslungsreichen Feldflur.

Schließlich holt mich Gabi ab, die mit dem Fernwandern beginnen will und durch Christo Förster“s Podcast auf mich aufmerksam geworden ist. Bei leckerem Essen unterhalten wir uns intensiv. 

Sie erzählt, dass es ihr oft schwer fällt, die Hoffnung zu behalten und zieht sich daher teilweise eher ins Private zurück. Ich erwidere, dass viele Entwicklungen Zeit brauchen und langsam beginnen um dann irgendwann Fahrt aufzunehmen. Ein Beispiel dafür ist für mich die Elektromobilität. So lange E- Autos teuer sind, mit geringer Reichweite und noch nicht gut ausgebildeter Ladestrukrur, haben sie sich nur schleppend verkauft. Aber jetzt, da diese Probleme überwunden sind, erfolgt meiner Meinung nach der Durchbruch in Kürze.

Auch für das politische Geschehen gilt wohl teilweise, dass es erst schlechter werden muss bevor es besser wird. So halte ich es für wahrscheinlich, dass sich die Verhältnisse in Amerika wieder verändern und auch bei uns kann ich mir vorstellen, dass sich irgendwann eine progressivere Politik durchsetzt. 


Noch in der Dunkelheit breche ich wieder auf. Ein Stück geht es quer durch den Wald, bis ich auf einen Weg gelange, der mich an eine viel befahrene Straße führt. Anschließend geht es auf einem Pfad an einem Teich vorbei durch den Wald an den Ortsrand von Groß Hehlen. Ich durchquere den Ort und laufe dann am Waldrand weiter. Heute scheint wieder ein schöner Tag zu werden. Die Sonne geht als oranger Ball hinter dem Ort auf. Auch hier wird mit Bannern gegen den Neubau einer ICE Strecke protestiert. Mir erschließt es sich nicht, warum man nicht die schon vorhandene Strecke ertüchtigt. Es ist jetzt schon richtig frühlingshaft im Wald, mit trommelnden Spechten, singenden Buchfinken und jubelnden Meisen. Ich folge längere Zeit einem abwechslungsreichen Waldrand, an dem neben Kiefern auch Eichen und Birken wachsen. Durch die Felder erreiche ich dann Klein Hehlen. Ein Stück geht es am Ortsrand entlang dann laufe ich durch den Wald auf einem recht schönen Weg am noch eisbedeckten Waldsee vorbei. Ich laufe durch die Aller Wiesen und gelange dann an eine Straßenbrücke, die über die Aller führt. Den Abstecher des Heidschnuckenwegs, nach Celle hinein, erspare ich mir.

Nachdem ich ein Stück einer viel befahrenen Straße gefolgt bin, gelange ich wieder auf den Nord Süd Trail, der hier wieder den Europäischen Fernwanderweg eins benutzt. Dieser ist auch die meiste Zeit auf dem Heidschnuckenweg verlaufen, und wird mit einem X gekennzeichnet. Ein Stück lang führt ein breiter Weg durch den Kiefernwald, auf dem einige Radfahrer unterwegs sind. An einer Waldgaststätte zweigt ein Fußpfad ab, der parallel zu einem Kanal führt. Hier wachsen viele alte Eichen und es sind etliche, ältere Spaziergängerinnen unterwegs. Auch nachdem ich den Kanal verlasse, verläuft der E1 als schmaler Fußweg weiter durch den überwiegenden Kiefernwald. An einer Stelle beobachte ich drei Rehe. Am Rand von Wietzenbruch sehe ich einen Schwarzspecht in nur 5 m Entfernung in lediglich 2 m Höhe an einer Efeu besetzten Kiefer. Der Specht arbeitet dort eine ganze Zeit und lässt sich fotografieren. Schließlich fliegt er auf den Erdboden und hämmert an einem Baumstumpf herum. Dabei zeigt er kaum Scheu, beziehungsweise bemerkt mich nicht. Ein tolles Erlebnis! Ein Stück weit geht es auf einem Fußweg durch den Kiefernwald, dann folge ich ein kleines Stück einer Straße und biege auf einen breiten Waldweg ab, der geradeaus führt. Ich komme an einer Fläche vorbei, wo wo man den Kiefernwald fast kahl geschlagen hat. Nur einige wenige Bäume sind stehen geblieben. Das geerntete Holz und ein Großteil des Reisigs ist noch am Weg aufgestapelt. Das sind Methoden aus einer anderen, längst überwundenen Zeit . Man kann den Wald auch viel sanfter verjüngen! Auf der anderen Seite des Weges kann man sehen, wie es auch funktioniert, hier hat man Buchen unter die Kiefern gepflanzt.

Ein Schild, „Vorsicht, Zecken“, dient wahrscheinlich weniger dazu Leute vor den Plagegeistern zu schützen, als Wanderer aus dem Wald fernzuhalten, natürlich aus jagdlichen Gründen! 

Kurze Zeit später kommt mir ein grünes Auto mit Schriftzug Jagdschutz im Fenster entgegen. Warum dürfen Jäger eigentlich ständig kreuz und quer durch den Wald fahren, während das für andere Leute verboten ist?

Es geht weiter, Schnurgerade auf dem breiten Weg durch den ausgedehnten Wald, wo meistens auch andere Bäume unter den Kiefern wachsen. Der E 1 ist hier sehr gut markiert, allerdings wäre ein Wegeverlauf auf schmalen wegen deutlich schöner.

Ich überquere eine Straße und folge einem asphaltierten Weg zum Gut Rixförde. Hier kreisen sieben Bussarde gleichzeitig über einer Weide, und ich sehe einen Sperber. Offenbar werden hier viele Pferde gehalten, die zum Teil auch auf der Weide stehen. Ich folge einem schmalen Weg zwischen einer Baumreihe weiter durch die Weiden, wo teilweise Wildschweine gewühlt haben. Am Waldrand zwitschert ein Schwarm Zeisige in einer Gruppe von Erlen. Ich überquere eine viel befahrene Straße und laufe dann ein Stück einen Weg, an dem im moorigen Birkenwald gerade Holz geerntet wurde und der voll Reisig liegt. 

Weiter geht es schnurgeradeaus auf einem breiten Waldweg, der durch den Nadelwald führt. Aus einem Seitengraben fülle ich mir nach Erde schmeckendes Wasser ab. Im Wald hier sind einige Wiesen eingestreut. Ein asphaltierten Weg führt dann an frisch geköpften Weiden vorbei. Rechter Hand erschrecken sich Spargelfelder, die noch mit Plastik abgedeckt sind. Auf den Feldern hockt ein Schwarm Stare, die auch schon aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt sind.

Am Eingang von Fuhrberg erwartet mich eine große Biogasanlage, wie es sie häufig in Niedersachsen gibt. Eigentlich ist die Idee, aus Pflanzen Energie zu machen, auf den ersten Blick eine gute Sache. Allerdings ist das ein ziemlich ineffektiver Weg Wärme zu erzeugen. Im Vergleich zu einer Biogasanlage ist eine Wärmepumpe fünf mal effektiver. Daher ist die Erzeugung von Biogas ziemlich teuer und würde wohl in Deutschland nicht praktiziert , wenn sie nicht stark subventioniert werden würde. Zur Zeit überlegt die Regierung Biogas, dem konventionellen Gas beizumischen und das Ganze weiter zu fördern. Ich halte das für einen Irrweg, der wahrscheinlich der eigenen Klientel der Landwirte und Gasunternehmen mehr nutzt als der Bevölkerung. Warum baut man nicht Wind und Sonne entschlossener aus und fördert die Anschaffung von Wärmepumpen viel stärker? Fuhrberg ist ein relativ großes, verkehrsreiches Dorf und ich bin froh, als ich es hinter mir gelassen habe.

Schließlich endet auch der Asphalt, dem ich bis hierher über 4 km gefolgt war, und es geht auf einem breiten Weg am Waldrand entlang weiter. Während ich heute Morgen erst schüchtern aufgeblühte Krokusse gesehen hatte, stehen sie hier am sonnigen Waldrand bereits in voller Blüte. Die leuchtenden Haselkätzchen sind ein gelber Traum! Bald geht es wieder in den Kiefernwald, unter dem hier auf großer Fläche Buchen wachsen. Leider wirkt der Lärm der nahen A7 hier sehr störend. Etwas später führt mich ein unbefestigte Weg durch abwechslungsreichen Wald, in dem es auch Erlen und Eichen neben den Kiefern gibt. Graswege führen mich zur A7 die ich unterquere. Anschließend geht es ein Stück entlang der Wietze. Während ich einem Erlen gesäumten Graben folge, sehe ich in einem Rapsfeld mit dürren Halmen sieben Rehe, darunter zwei Böcke mit großen Geweihen. Jetzt am Nachmittag laufe ich wieder im T-Shirt.

Durch die Felder erreiche ich Wennebostel. Ein Schnurgerader, asphaltierter Feldweg, der von Eichen flankiert wird, führt mich aus dem Ort hinaus. Ich überquere eine Straße und laufe auf einem schmalen Fußpfad durch abwechslungsreichen Wald, ein ganz anderes Wandergefühl! An einem eisbedeckten Tümpel vorbei, geht es weiter durch den Kiefernwald, mit vielen Heidelbeeren, aber auch Birken und Buchen. Ganz kurz geht es auf Asphalt. Dann biege ich vor einigen Häusern wieder in den Wald ab. Bald komme ich an einem umzäunten Gelände vorbei, hinter dem sich eine Ruine verbirgt. Was hier wohl mal war? Ich gelange an eine kleine Straße, wo ein Krötenzaun aufgebaut ist. Die Amphibien werden wohl bald anfangen zu wandern. Jetzt geht es auf einem breiteren, unbefestigten Weg weiter durch den abwechslungsreichen Wald. Dann führt ein Pfad auf einem Erdwall weiter, der mit Buchen bestanden ist und mich an meine Kindheit im Sondermühlener Holz erinnert. Rechts und links liegen einige Wasser gefüllte Tümpel. Dann führt mich ein breiter Grasweg an einer großen Waldwiese entlang. Im milden Spätnachmittagslicht geht es entlang von Baumreihen, an Koppeln, Zuckerrüben, und anderen satt Grün strahlenden Feldern entlang. Der Weg passiert Waldstücke mit viel Ilex, geht aber immer wieder in die Feldflur hinaus, sprich er ist ziemlich abwechslungsreich. Ein unbefestigter Weg führt mich dann aus dem Wald , zurück in die Feldflur an eine kleine Straße. Auch diese führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, die durch Waldstreifen und Baumgruppen an Gräben aufgelockert wird. Kurz vor 17:30 Uhr erreiche ich schließlich die wenigen Häuser von Brelingen im Walde, wo mich Gabi abholen will.

Schon bald erscheint sie, eine Frau die etwas jünger als ich ist und ursprünglich aus Bayern stammt, aber hier schon seit 20 Jahren lebt. Wir fahren nach Otternhagen, wo ich mich erst mal einrichten darf, inklusive Dusche und etwas Wäsche waschen. Gabi hat mich in einem Podcast bei Christo Förster gehört und möchte gerne mit dem Fernwandern beginnen, daher interessiert sie sich auch sehr für meine Ausrüstung. Später sitzen wir bei Schupfnudeln mit Wirsing und Hackfleisch sowie alkoholfreiem Bier gemütlich zusammen und unterhalten uns intensiv. Sie erzählt, dass es ihr oft schwer fällt, die Hoffnung zu behalten und zieht sich daher teilweise eher ins Private zurück. Ich erwidere, dass viele Entwicklungen Zeit brauchen und langsam beginnen um dann irgendwann Fahrt aufzunehmen. Ein Beispiel dafür ist für mich die Elektromobilität. So lange E- Autos teuer sind, mit geringer Reichweite und noch nicht gut ausgebildeter Ladestrukrur, haben sie sich nur schleppend verkauft. Aber jetzt, da diese Probleme überwunden sind, erfolgt meiner Meinung nach der Durchbruch in Kürze.

Auch für das politische Geschehen gilt wohl teilweise, dass es erst schlechter werden muss bevor es besser wird. So halte ich es für wahrscheinlich, dass sich die Verhältnisse in Amerika wieder verändern und auch bei uns kann ich mir vorstellen, dass sich irgendwann eine progressivere Politik durchsetzt. Wir stimmen beide darin überein, dass unser demokratisches System Reformen braucht um wieder handlungsfähiger zu werden. 

Als wir schließlich schlafen gehen ist es schon spät und ich muss mich gut erholen, da wir morgen zusammen wandern wollen. 

Mittwoch, 25. Februar 2026

WdH 20 Von Gerdehaus nach Scheuen

 




Mi, 25.2.2026


WdH 20: Von Gerdehaus nach Scheuen


10:07 h, 44,1 km, 230 hm Aufstieg, 276 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Außer dem Uhu höre ich in später noch einen Rauhfußkauz rufen und Wölfe heulen. Eine wildromantische Nacht!

Am nächsten Morgen geht es weiter durch das große Waldgebiet der Südheide, was immer wieder von Heideflächen durchbrochen wird. Obwohl diese teilweise einen parkartig gepflegten Eindruck machen, gefällt es mir hier sehr gut. Ab 9:30 Uhr erscheint die Sonne und ich kann meine Jacke ausziehen. Später laufe ich sogar im T-Shirt! Kein Wunder, dass auch schon die ersten Heidelerchen und Zitronenfalter aktiv sind. Nachmittags geht es lange durch die relativ monotonen Kiefern- und Lärchenbestände, die nach dem großen Waldbrand 1975 entstanden sind. Schließlich schlage ich dann mein Lager unweit des Ortes Scheuen auf. 


Neben dem Uhu höre ich in der Nacht noch einen Rauhfußkauz rufen und Wölfe heulen!

Bereits in der Dämmerung bin ich wieder unterwegs. Zunächst geht es über eine große Heidefläche wie immer auch mit einzelnen Birken und Kiefern. Anschließend laufe ich auf breiten Forstwegen durch ein großes Waldgebiet. Hier dominiert zwar mal wieder die Kiefer, aber es gibt auch Fichten und an den Wegen einzelne Eichen. Große Zäune zeigen, dass hier der Wald umgebaut wird. Ich fülle meine Flasche aus einem klaren Tümpel. Es singen bereits Mistel- und Singdrosseln, sowie Ringeltauben. Schließlich erreiche ich die Oher Heide, wo gerade ein Harvester den Birkenbestand aufgelockert hat, und große Haufen Holz und Reisig am Weg aufgeschichtet liegen. Auf schmalen, naturnahen Wegen, erlebe ich die abwechslungsreiche Heidelandschaft noch intensiver, die ich am frühen Morgen ganz für mich alleine habe! Später folge ich lange der breiten Trasse einer Gasleitung. 

Ich überquere eine viel befahrene Straße und biege dann bald auf einen Pfad in den Wald am Schillohsberg ab. Hier gibt es sogar eine Tafel zum Mistkäfer, der den Kot  der Heidschnucken nutzt. Bald gelange ich wieder an eine große Heidefläche, wo ein Teil der Heide komplett runter genommen wurde, was als Pflegemaßnahme durchaus sinnvoll ist. Dann laufe ich auf einem Pfad an dicht grün bemoosten Eichen vorbei. Etwas später erreiche ich den idyllischen Ort Lutterloh. Dort gibt es einen Ferienhof, einen Hofladen und mächtige Eichen. Als ich aus dem Ort rauskomme, sehe ich einen Wagen am Wegrand mit dem Logo des Naturparks Südheide. Ich spreche die beiden Männer an, die dort ausgestiegen sind, und es stellt sich heraus, dass sie für den Naturpark Südheide arbeiten und hier gerade eine Pflegemaßnahme in der Heide vorbereiten. Wir unterhalten uns eine Zeit lang, wobei der ältere Mann erzählt, wie sich die Natur hier erholt hat und das viele Arten, deren Rückkehr man kaum für möglich gehalten hat, inzwischen wieder ansässig sind. Unter anderem Wolf, Seeadler und Uhu. 

Weiter geht es auf einem Weg durch den Wald, der von einem Heide und Birkenstreifen entlang einer Gasleitung gesäumt wird. Während jetzt gegen 9:30 Uhr die Sonne erscheint, begleiten mich die rauen Rufe der Kolkraben.

Schließlich durchquere ich das Bauerndorf Weesen, wo es auch zwei Hotels gibt.

Weiter geht es an einem Waldrand entlang. Zum ersten Mal seit Beginn der Reise ist es so warm, dass ich meine Kunstfaserjacke ausziehe. Die Sonne tut richtig gut!

Kurz laufe ich verkehrt und gelange, in dem ich einem Waldrand querfeldein folge, bald wieder auf den Heidschnuckenweg. Ich wandere weiter am Waldrand wo ich meine Wasserflasche in einem Tümpel auffülle und überquere dann eine Straße. Hier gelange ich in die Misselhorner Heide. Auf sonnigen Pfaden geht es durch die abwechslungsreiche Landschaft. Allerdings muss man sagen, dass viele der Heideflächen hier, eher wie einPark  wirken. Mit vielen markierten Wegen, Bänken und kleinen Hüttchen. Nichts desto trotz ist es sehr schön, diese Flächen zu durchstreifen. Es gibt hier sogar eine tiefe Sandgrube mit einem Tümpel. Außer mir sind auch noch andere Spaziergänger unterwegs bei diesem schönen Wetter. Auch in dieser Heidelandschaft, die sich als relativ schmaler Korridor zwischen dem Kiefernwald erstreckt, gibt es wieder interessante Informationstafeln. Wie bestellt, passt hierher auch der Flötengesang der Heidelerchen, die offensichtlich aus ihrem Winterquartier zurück sind. Weiter geht es durch den Kiefernwald, wo ich immer wieder das Trompeten der Kraniche höre. Außerdem trillern Haubenmeisen. Bald folge ich am Waldrand wieder dem Heidestreifen. Schließlich geht es in den sonnigen Kiefernwald, wo der erste Zitronenfalter herumflattert. Später sehe ich weitere. Der Weg führt mich durch ein Tal, was linker Hand von einem recht steilen Hang eingefasst wird. Da ich keine Handschuhe mehr trage, kommen zum ersten Mal auf dieser Tour meine Wanderstöcke zum Einsatz. Ich überquere eine Straße und laufe weiter durch den Wald, indem es auch Lärchen gibt. Noch einmal passiere ich eine Heidefläche. Ansonsten geht es meist durch recht monotonen,  mittelalten Kiefernwald auf breiten Sandwegen. Ein Rundweg führt durch eine Heidefläche zum Angelbecksteich. Ein Stein erinnert an den großen Waldbrand 1975, dem hier 6000 ha Wald zum Opfer fielen. Ein Rundweg mit vielen Informationstafeln führt um den Teich. Hier ist tatsächlich noch etwas Eis vorhanden. Außer mir sind noch einige andere Leute hier, die die Sonne genießen. An einer Hütte steht ein 800 km Zeichen des NST. Soweit ist es von Sylt bis hierher! Leider ist eine Straße ganz in der Nähe, daher ist der Genuss nicht ganz ungetrübt. Eine asphaltierte Straße führt zum Dehningshof, einer ehemaligen Fuhrmannsschänke, die heute ein Hotel ist. Glücklicherweise kann man meistens neben dem Teer laufen. Der Weg, dem ich dann weiter folge, ist breit und läuft durch monotonen Kiefernwald. Allerdings komme ich auch an einer Heidefläche vorbei. In  der Sonne ist es so warm, dass ich jetzt tatsächlich im T-Shirt laufe. Zwei mächtige alte Buchen haben den großen Waldbrand 1975 überlebt. An einem klaren Waldbach, der von einem Birken- und Erlenbruch flankiert wird, nehme ich neues Wasser auf. An Wegesrand stehen die Hasel schon in voller gelber Blüte. Schließlich passiere ich die Schilf gesäumten Wildecker Teiche, wo auch noch etwas Eis vorhanden ist. Einmal kommt mir ein Förster in seinem Auto entgegen und ich passiere ein einsam im Wald gelegenes, schönes Anwesen . Weiter geht es ziemlich monoton durch gleichalte Wälder häufig aus Lärchen bestehend.

Schließlich laufe ich an der Grenze eines Standortübungsplatz entlang, aus dem ab und zu lautes Sturmgewehrfeuer zu hören ist. Tatsächlich sehe ich im Wald schemenhaft einige Soldaten. Schließlich gelange ich aus dem großen Wald und folge Straßen durch den Ort Scheuen. Hinter dem Dorf biege ich wieder in den Wald ab. Ich passiere einen kleinen Flugplatz und verlasse dann den Weg, um mein Lager im moosigen Kiefernwald gegen 16:50 Uhr aufzuschlagen. Zwar hört man Straßenlärm, aber ansonsten ist der Platz gut. Während die Sonne hinter den Kiefern untergeht, zeigt sich über mir bereits der halbe Mond.


























Dienstag, 24. Februar 2026

WdH 19 Von Tiegen nach Gerdehaus

 





24.2.2026


WdH 19: Von Tiegen nach Gerdehaus


10:53 h, 46,9 km, 190 hm Aufstieg, 142 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Bereits im Dunkeln bin ich wieder unterwegs und quere bald die A7. Kurze Zeit später gelange ich an den Rand des Truppenübungsplatzes Munster. Dort bin ich selber vor langer Zeit als Soldat gewesen. Heute stellt sich die Frage, wie weit Deutschland aufrüsten muss. Natürlich haben wir durch den Krieg in der Ukraine eine neue Situation, auf die sich die Bundeswehr vorbereiten muss. Andererseits bekomme ich Bauchweh, wenn ich höre, welche riesigen Geldbeträge jetzt in die Aufrüstung gesteckt werden sollen. Es gibt sogar Leute, die denken , der Rüstungssektor kann zukünftig zu einem Teil die Automobilindustrie als Wirtschaftsmotor Deutschlands ablösen. Das sehe ich sehr skeptisch, sicher sind Investitionen in andere Zukunftsbereiche, wie künstliche Intelligenz und regenerative Energie viel sinnvoller. Die Aufrüstung sollte zudem sehr gut mit unseren europäischen Nachbarn koordiniert werden, es muss vermieden werden, dass jedes Land seinen eigenen Brei kocht. Heute begleitet mich die Militärkulisse den ganzen Tag. Sei es der Geschützdonner der Artillerie, die Kasernen von Faßberg, Hubschrauberlärm oder Maschinengewehr Schüsse. Diese ständigen Hintergrundgeräusche nerven ganz schön. Teilweise geht es durch Kiefernwald, teilweise an Feldern entlang. Schließlich erreiche ich Wietzendorf. Dort gibt es am Heidschnuckenweg leider weder ein Café noch einen Supermarkt. Müden, vermeide ich weitgehend, indem ich statt dem Heidschnuckenweg eine Heideschleife laufe. Rundwege die diesen ergänzen. Faßberg mit seinem Fliegerhorst ist stark durch das Militär geprägt.

War die Etappe bis dahin nicht besonders schön, wird der Nachmittag hinter Schmarbeck ziemlich abwechslungsreich. Es geht durch verschiedene Heideflächen mit Wacholder,  an Waldrand entlang, und zu allem Überfluss erscheint auch noch etwas Sonne und blauer Himmel. Schließlich schlage ich mein Nachtlager bei einer Hütte auf, wo ich später den dumpfen Rufen eines Uhus lausche.


Noch im Dunkeln um 6:30 Uhr bin ich wieder unterwegs. Bald erreiche ich das Sträßchen, dass mich dann über die A7 führt. Weiter geht es auf einem breiten Sandweg durch den Wald. Anschließend folge ich einer Straße am Rand des Truppenübungsplatzes Munster. Als ich ein Stück weitergehe, erklingen aus dem Wald die Balzrufe der Schwarzspechte. Es ist recht mild heute Morgen, wenn auch grau,  vielleicht liegt der Frühling ja in der Luft!

Die weitere Route führt mich recht abwechslungsreich, überwiegend am Waldrand entlang. Als ich auf einen asphaltierten Feldweg abbiege, kommt mir eine Spaziergängerin mit Hund entgegen, der erste Mensch heute. Immer wieder ziehen schnatternde Gänse über mich hinweg, als ich Waldrändern weiter folge. Ich passiere den Ort Meinholz entlang einer Straße. Der kleine Ort ist typisch niedersächsisch, mit großen Fachwerk- oder Klinker Häusern, zum Teil mit Pferdeköpfen geschmückt, großen Ställen für die Landwirtschaft, aber auch Pferden, die nebenbei gehalten werden.

Ein Fußweg führt mich dann durch das kleine Naturschutzgebiet Wittenmoor, wo viele Birken wachsen.

Teilweise an Straßen entlang, teilweise durch den Wald, erreiche ich schließlich Wietzendorf, wo der Heidschnuckenweg einen großen Bogen macht. Ein Pfad führt mich an den Bach Wietze heran, der nach Regen und Schneeschmelze Hochwasser führt. Leider komme ich in Wietzendorf an keinem Café oder Supermarkt vorbei.

Hinter dem Ort verlasse ich schließlich die Straßen und folge einem breiten Sandweg durch die großen Felder. Immerhin wird der Weg von Birken und anderen Bäumen gesäumt. Inzwischen ist auch das häufige Donnern der Artillerie vom nahen Truppenübungsplatz zu hören.

An einer eingezäunten Sandgrube vorbei geht es durch den Wald. Hier steht eine Hütte, in der man übernachten könnte. Ein Pfad führt mich durch Birkenwald und eine von Kiefernwald umrahmte Heidefläche. Ein Teil der Fläche ist wieder zu dichtem, jungen Kiefernwald geworden. Ein natürlicher Vorgang, wenn man die Heide nicht ständig künstlich offen hält. Auf einem breiten Sandweg geht es weiter durch den Kiefernwald. Hier gedeiht dichter Heidelbeerenunterwuchs und Wacholder. Außerdem wachsen unter den Kiefern an vielen Stellen Birken, Buchen oder Eichen. Bald geht es durch Felder auf einige Windräder zu. Ein Stück folge ich einer Straße, dann biege ich auf einen breiten Sandweg am Waldrand ab. Weiter geht es Schnurgeradeaus durch den relativ einförmigen Kiefernwald. An manchen Stellen wachsen Wachholder unter den Bäumen. Schilder verraten, dass auch hier der Truppenübungsplatz angrenzt. Dann laufe ich längere Zeit durch die ausgeräumte Feldflur unter einem tristen grauen Himmel. Als es wieder in den Wald geht, verlasse ich den Heidschnuckenweg und folge der Heideschleife Müden weiter. Die Heideschleifen sind eine Ergänzung zum Heidschnuckenweg und verlaufen normalerweise als Rundweg. Ich will vor allem den Ort Müden vermeiden und mehr durch den Wald laufen.

Bald folge ich einem Pfad durch Kiefernwald mit sehr viel Unterwuchs aus Birke, Eiche und Buche.  Kurz streife ich den Ortsrand von Müden, dann führt mich ein Pfad wieder in den Wald, wo die Rotkehlchen singen. Bald geht es auf schmalen Sandwegen weiter.

An einem Campingplatz vorbei laufe ich dann am Waldrand weiter. Bald geht es auf einem relativ schmalen Weg wieder in den Wald, der wie immer hier, hauptsächlich aus Kiefern besteht. Ich laufe durch den Ort Poitzen und folge dann wieder relativ schmalen Wegen durch den Kiefernwald.

Schließlich erreiche ich Faßberg, wo ich im Supermarkt einkaufe und etwas esse. Anschließend laufe ich durch die Stadt, wo ein Fliegerhorst beheimatet ist, der den Ort prägt.

Am Rand der Kasernen kommt mir tatsächlich ein Wanderer mit großem Rucksack entgegen, mit dem ich mich ein wenig unterhalte. Er will lediglich einige Tage hä durch die Heide wandern, und war schon öfter hier. Da er mit kälteren Verhältnissen gerechnet hatte, hat er relativ viel Zeug dabei. Nach kurzer Unterhaltung geht jeder seines Weges weiter. Ein ganzes Stück laufe ich dann noch am Kasernenzaun entlang. Ein asphaltierten Weg führt mich nach Schmarbeck mit seinen großen Bauernhäusern. Anschließend laufe ich noch lange auf einem Asphaltweg durch die Feldflur. Ich passiere eine knorrige Birke mit bestimmt fast einem Meter Durchmesser. Der Baum ist ein Naturdenkmal, zurecht, denn so interessante Birken sieht man selten!

Schließlich führt ein breiter Grasweg am Rand der Schmarbecker Heide mit ihren vereinzelten Birken und Wacholdern vorbei.

Ein kleines Stück laufe ich auf einem Pfad durch einen regelrechten Wacholderwald, so dicht stehen die Gehölze hier. Ich passiere einige Informationstafeln und habe die ausgedehnte Heidelandschaft ganz für mich. Dann folge ich dem Waldrand, an dem ein dunkelgrüne Teppich von Preiselbeeren wächst. Weiter geht es auf breiten Sandwegen durch den kargen , mittelalten Kiefernwald, unter dem oft nur Moos wächst, teilweise aber auch junge Kiefern. Weiter geht es durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wald, Heideflächen und Feldern am Waldrand. Jetzt gegen 16:00 Uhr zeigt sich auch etwas blauer Himmel. Leider stört der ständige Hubschrauber Lärm ziemlich. Ich passiere die wenigen idyllisch gelegenen Häuser von Schmarbeck Grube und biege dann wieder in den Wald ab. Bald führt mich ein Pfad am Waldrand entlang. Mit der Sonne ist es jetzt richtig schön! Es dauert nicht lange und ich laufe entlang der nächsten großen Heidefläche. Schließlich erreiche ich die Straße und folge ihr nach Gerdehaus mit seinen einzelnen Höfen, auf einem Radweg. Es geht dann noch ein ganzes Stück auf dem Asphalt weiter, bevor ich in einen Waldweg abbiege. Bald laufe ich auf weißem Sand entlang einer weiteren großen Heidefläche.

Dann geht es noch ein Stück durch den Wald, bis ich gegen 17:30 Uhr eine Hütte am Rand einer Heidefläche erreiche, wo ich mein Lager aufschlage. Während die Sonne die Wolken leicht lila färbt, bildet sich zwischen den Birken Bodennebel. Später, als es schon fast dunkel ist, ruft ein Uhu dumpf.