Samstag, 28. Februar 2026

WdH 23 Von Haste nach Coppenbrügge

 



Sa, 28.2.2026


WdH 23: Von Haste nach Coppenbrügge 


11:22 h, 47,5 km, 974 hm Aufstieg, 917 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Nachdem es in der Nacht angefangen hatte, zu tröpfeln, baue ich mein Zelt doch noch auf. Es bleibt dann aber trocken, und am Morgen setze ich meine Wanderung durch den Haster Wald fort. Bei Waltringhausen überqueren ich dann die A2 und beginne den Aufstieg in den Deister, mein erstes Mittelgebirge! Der Wald hier wird hauptsächlich von Buchen bestimmt. Über etwa 20 km folge ich dem Kamm und steige schließlich nach. Springe ab. Hier treffe ich mich spontan mit Sabine, dir eine Kanne Kaffee mitbringt und mir erzählt, wie sie von einem Buch zum wandern inspiriert wurde. Sie ist dann alleine auf Tour geraten, obwohl sie im Bekanntenkreis für verrückt gehalten wurde. Viele Leute haben sie auch vor Wildschwein und Wölfen gewarnt. Tiere, die ich für Wanderer als ungefährlich ansehe! Schließlich setze ich meine Wanderung durch den Saupark, springe, ein ehemaliges Staats, Jakt Revier fort. Im Sonnenuntergang gelange ich dann aus dem Wald ins Feld und laufe nach Coppenbrügge, wo ich mich mit Bettina treffe. Mit ihr und Ihrer Frau Anne, verbringe ich dann einen netten Abend bei Pizza in ihrem schönen Fachwerkhaus. Die Frauen erzählen, dass sie befürchten, dass die AfD Einfluss auf den Kulturbetrieb nehmen will, wenn sie noch stärker wird. Allerdings hegen Sie Hoffnung, dass sich die Menschen, die beispielsweise an den Theatern arbeiten, dagegen entschlossen wehren werden.


In der Nacht gegen 1:30 Uhr beginnt es zu tröpfeln. Ich überlege kurz, lediglich die Zeltplane über mich zu legen., entscheide mich dann aber dazu das Zelt aufzubauen. Tatsächlich regnet es dann aber nicht mehr. 

Noch in der Dämmerung laufe ich weiter durch den den Haster Wald mit seinen Eichen. Am Waldrand gelange ich auf einen asphaltierten Feldweg. Hier in der Nähe der A2 ragen sechs Windräder auf. Das ist aus meiner Sicht ein guter Standort, da die Gegend ohnehin optisch und akustisch durch die Autobahn stark gestört ist. Ich denke an die Unterhaltung von gestern mit Gaby. Sie kann dem Leistungsgedanken beim Wandern nichts abgewinnen. Tatsächlich scheinen solche Geschwindigkeitsrekorde in (FKT), immer mehr an Bedeutung zu gewinnen und auch solche Events, wo man 50 oder 100 km am Stück läuft, gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Tatsächlich ist für mich diese Wanderung auch eine Herausforderung. Ich möchte feststellen, ob ich große Distanzen über lange Zeit zurücklegen kann. Natürlich heißt das, weniger Pausen zu machen und vielleicht auch weniger Zeit dafür zu haben, Momente in sich aufzunehmen. Andererseits ist es natürlich nicht so, dass man auch wenn man lange stetig wandert, nichts sieht. Im Gegenteil, ich nehme meine Umgebung dabei durchaus intensiv war. Außerdem laufe ich von früh morgens bis spät abends, um diese großen Strecken zurückzulegen. D.h. ich erlebe stets die besonders spannenden Übergänge von der Nacht zum Tag und umgekehrt. Also, für mich haben verschiedene Arten des Wanderns durchaus ihre Berechtigung und ihren Reiz und letzten Endes muss jeder für sich selber entscheiden, was ihm am besten gefälltIch durchquere Waltringhausen mit seinen Gewerbegebieten. Anschließend geht es unter der A2 hindurch. Hier verabschiede ich mich vom Flachland und beginne den Aufstieg in den Deister, mein erstes Mittelgebirge! Ich sehe drei Rehe am Weg und einen großen Greifvogelhorst in einer Buche. Auf einem breiten Forstweg geht es meist durch Buchenwald. Es gibt hier auch Flächen, die aus der forstwirtschaftlichen Nutzung heraus genommen wurden, und sich zu einem Urwald von morgen entwickeln sollen. Auf meinem Rucksack hat sich ein Marienkäfer niedergelassen, den ich Kilometer weit mittrage. Aus einem fließenden Graben fülle ich mir gutes Wasser ab. Heute ist es im Gegensatz zu den letzten Tagen bewölkt, aber mild. Zeitweise folge ich einem breiten Erdweg. Schließlich erreiche ich den Kamm des Deisters auf etwa 350 m Höhe. Neben den Buchen wachsen hier oben tatsächlich auch noch alte Fichten. Ab dem Fernsehturm am Großen Hals ist der E1 500 m weit asphaltiert. Es gibt hier auch kleinere Lücken im Wald, die wahrscheinlich durch Sturm oder Borkenkäfer entstanden sind und häufig mit Douglasien aufgeforstet wurden. Insgesamt macht der Wald des Deisters, aber einen vitalen Eindruck. Ich passiere den Nordmann Turm vor dem Autos stehen und den Eindruck einer Gaststätte macht. Einige Spaziergänger, Läufer und Radfahrer sind unterwegs, einmal begegnet mir sogar eine Gruppe aus sieben Frauen und zwei Männern. Es geht dann ein ganzes Stück abwärts zum Nienstedter Pass, wo an einer Straße ein großer Parkplatz liegt. Etliche Autos sind dort geparkt. Ich sehe den ersten Huflattich mit seinen gelben Blüten am Wegesrand und erreiche eine Anlage zur Flugsicherung auf dem Hügel Höfeler. 500 m weit geht es auf Asphalt bergab. Ich laufe weiter auf dem Kammweg und passiere die Waldgaststätte Anna Turm, die aber noch geschlossen ist. Ein Fußweg führt mich schließlich 700 Meter weit abwärts. Ich streife die winzige, idyllisch gelegene Siedlung Köllnisch Feld. Weiter geht es meistens durch Buchenwald zum Teil auch mit schönen alten Exemplaren.  Ich laufe lange entlang einer Naturwaldfläche, die gleichzeitig Wildruhezone ist. Schilder bitten hier darum, diese nicht zu betreten. Andererseits sehe ich in jeder der Schneisen, die hier reinführen, eine Ansitzkanzel. Naja, der größte Störfaktor für das Wild ist in der Regel der Jäger auf dem Hochsitz. D.h., wenn man schon solche Zonen ausweist, sollte dort auch die Jagd ruhen!

Eine Tafel zum Naturschutzgebiet Köllnisch Feld, durch das ich hier laufe, verkündet, dass abseits der Wege, das Betreten vom 15. März bis zum 15. Juli verboten ist. Das finde ich eine sehr gute Regelung. Woanders wird ja pauschal ein Betretungsverbot für das ganze Jahr ausgesprochen.

Jetzt ist die Sonne auch wieder erschienen. Gleichzeitig ist es recht windig. In den Buchenwald eingemischt gibt es hier auch Ahorne, Eschen und Ulmen. 

Als ich schließlich absteige, sehe ich die ersten frisch grünen Bärlauchblätter im Laub. Natürlich lasse ich mir erst mal einige schmecken!

Auf einem Erdweg geht es relativ steil bergab zur Deister Pforte. Hier verlasse ich den E1 und gelange auf den Roswitha Weg, dem ich weiter folge. Bald gelange ich an den Ortsrand von Springe. Hier ruft mich Sabine an, die spontan mit einer Kanne Kaffee vorbeikommen möchte.

Wir sitzen dann in der Sonne zusammen, trinken Kaffee und essen Kekse. Dabei erzählt mir Sabine, wie sie durch ein Buch zum Wandern gekommen ist, obwohl ihre ganze Bekanntschaft sie für etwas verrückt hielt, als sie das erste Mal alleine mit Zelt und Rucksack zu einer Tour aufgebrochen war.Wie sie erzählt und auch ich immer wieder feststelle, haben viele Leute Angst vor Wildschweinen oder Wölfen. Ich halte das für völlig unbegründet, aber diese Ängste scheinen ziemlich tief zu sitzen. Sie hat mich im Podcast „Wanderwach und Kaffee“ gehört, und verfolgt seitdem meinen Weg. Viel zu schnell vergeht die Zeit und nach einer halben Stunde breche ich wieder auf, da ich noch einige Kilometer laufen will. Bald erreiche ich den Wald des Sauparks Springe oder des Kleinen Deister, wie er auch genannt wird. Ein Stück geht es am Waldrand entlang, bevor ich in den eigentlichen Saupark gelange, der von einer Mauer umgeben ist. Dies war über lange Zeiten ein Staatsjagdrevier und ist heute Naturschutzgebiet. Es gibt hier zwar noch viele alte Buchen, aber sehr viele gefällte Stämme liegen an den Wegen. Stellenweise hat man alle alten Bäume über den Baumnachwuchs entnommen. Ein trauriges Bild! Die Wege hier sind häufig von Kastanienbäumen gesäumt, natürlich als Futter für das Wild.

Schließlich durchquere ich wieder die Mauer, die bereits 1839 fertig gestellt wurde. Der 14 km² große Saupark war nämlich lange das Hofjagdrevier der Könige von Hannover und später der Deutschen Kaiser, aber ich denke, es hat auch noch in den Zeiten der Bundesrepublik eine Rolle gespielt.

Es geht ab jetzt mehr oder weniger stetig bergab. An vielen Stellen ist der Buchenholzeinschlag noch in vollem Gange. Überall ist Holzaufgestapelt, zum Teil für Leute, die sich daraus Brennholz schneiden. An einer Stelle ist der Weg gesperrt. Es gibt aber keine Umleitung. Tatsächlich ist der Weg auf einer kurzen Strecke zugeworfen mit Reisig. Hätte man den für das Wochenende nicht frei machen können, wo hier sowieso nicht gearbeitet wird? Schließlich ist das ein ausgewiesener Wanderweg.

Ich überquere eine Straße und gelange dann in einen eingezäunten Bereich, wo die alte Hutewaldnutzung nachgeahmt werden soll. Bei dieser wurde das Vieh in den Wald getrieben, wodurch sehr lichte Bestände entstanden. Ein Stück weiter sehe ich dann tatsächlich einige Schottische Hochlandrinder die hier Weiden. Alles ist ziemlich schlammig und die Erlen sind stark aufgelichtet. Es gibt aber auch Birken und ältere Eichen.

Schließlich gelange ich an den Waldrand und sehe gegen über bereits den Höhenzug des Ith,  über den ich morgen laufen will. An dessen Fuß liegt Coppenbrügge, mein heutiges Ziel. Außerdem sieht man hier im Offenland einen großen Windpark mit über 20 Windrädern.

Ich erreiche die Häuser von Salzburg und laufe auf einem asphaltierten Feldweg, der von Birken gesäumt wird in die Feldflur.

Dann geht es auf einem Grasweg an einer Erlenreihe vorbei, die einem Grasweg steht. 

Gegen 18 Uhr erreiche ich dann Coppenbrügge, wo ich im Netto Supermarkt einkaufe. Bald erscheint Bettina, die mich hier abholt. Ich hatte die Frau, die einige Jahre jünger als ich ist, im letzten Jahr bei einem Vortrag von mir getroffen, und sie hat sich als Trail Angel für den NST vorgestellt. Der Begriff Trail Angel stammt aus der Weitwanderszene der USA und bezieht sich auf Menschen, die die Wanderer unterstützen, beispielsweise, in dem sie Ihnen Unterkunft oder Essen anbieten.

Wir fahren etwa 17 km nach Pötzen, wo sie mit ihrer Frau Anne, die aus Frankreich stammt, in einem schönen Fachwerkhaus wohnt. Ich richte mich erst mal ein, dann sitzen wir bei selbst gemachter Pizza zusammen. Bettina ist Theaterfotografin und Anne Pianistin und Professoren an der Musikhochschule Hannover. Die beiden reisen auch gerne, so haben wir uns viel zu erzählen. Interessant für mich ist, dass Deutschland die Hälfte aller Theater und Opernstätten weltweit beherbergt. Dies rührt aus der Geschichte her, und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bewusst beibehalten als Instrument, um die Demokratie zu stützen.Anne kritisiert, dass der Staat teilweise versucht, recht stark das Geschehen am Theater zu bestimmen. So war es stark erwünscht, 2015 als die vielen syrischen Flüchtlinge kamen, entsprechende Stücke zu spielen, die die „Willkommenskultur“ fördern. Jetzt befürchten die Frauen, dass, wenn die AfD noch stärker wird, sie versuchen wird, den Theaterbetrieb mit ihrer Ideologie zu beeinflussen. Allerdings glauben Sie, dass die Intendanten und sonstigen am Theater arbeitenden Menschen sich dagegen entschlossen wehren werden. Es ist schon spät, als ich schließlich müde ins Bett falle.



















Freitag, 27. Februar 2026

WdH 22 Von Brelingen im Walde nach Haste

 




Fr, 27.2.2026


WdH 22: Von Brelingen im Walde nach Haste


9:39, 43,4 km, 41 hm Aufstieg, 39 hm Abstieg 


Nachdem Gabi und ich gemütlich gefrühstückt haben, fahren wir dorthin zurück, wo sie mich gestern aufgelesen hat. Zunächst geht es durch die abwechslungsreiche Landschaft des 960 ha großen Otternhagener Moores, was in den letzten Jahren wiedervernässt wurde. Entwässerte Moore setzen bei der Zersetzung des Torfes große Mengen Kohlendioxid frei. Diesen Prozess kann man nur stoppen, indem man die Entwässerungsgräben verschließt, was zunächst ziemlich brachial aussieht, aber aus Klima- und Naturschutzgründen sinnvoll ist. 

Ein weiterer Höhepunkt ist ein Pfad am Ufer der Leine. Ansonsten laufen wir kilometerweit auf Straßen, was nicht besonders angenehm ist. Schließlich erreichen wir das Steinhuder Meer, wo an diesem sonnigen Freitag Ferienatmosphäre herrscht. Ab Steinhude laufe ich dann alleine weiter. Hier gelange ich auch durch schöne, eichenreiche Laubwälder. Ich beobachte Rotmilane und einen Weißstorch. Schließlich schlage ich mein Freiluftlager im Laubwald bei Haste auf. 


Da es gestern Abend spät geworden ist, erledige ich morgens ab 5 Uhr meine „Hausaufgaben“.

Wir frühstücken schön mit Kaffee und Brot, dann fahren wir zurück nach Brelingen im Walde. Die Landschaft des Otternhagener Moores ist abwechslungsreich, allerdings wurde ein Teil des daran entlang führenden Erdweges aus für Gabi unverständlichen Gründen frisch geschottert. Wie fast überall in deutschen Naturschutzgebieten, verbieten Schilder das Betreten abseits der Wege. Ist das wirklich notwendig? Muss man den Menschen wirklich immer als Störfaktor ansehen, den es auszusperren gilt? Wer würde sich denn wirklich in das Moor vorwagen und sollte es nicht die Möglichkeit geben wilde Natur vor der Haustür zu entdecken? 

Andererseits erzählt Gabi, dass in Niedersachsen immer noch Moore abgetorft werden, und das für ein bisschen Blumenerde…

Lassen sich solche Verträge wirklich nicht ablösen? Jedenfalls ist der Verzicht auf Torf im eigenen Garten sehr sinnvoll!

Nachdem wir die laute B 6 überquert haben, folgen wir eine Zeit lang einem schönen Pfad oberhalb der Wiesen an der Leine. Ab Bordenau laufen wir kilometerweit entlang von Straßen auch am Fliegerhorst Wunstorf vorbei. Echt ätzend! Vorher passieren wir die große Baustelle von Südlink. Ist so ein massiver Netzausbau überhaupt noch nötig, in einer Situation wo immer mehr Batteriespeicher entstehen?

Schließlich geht es weiter ans Steinhuder Meer, wo ich einkaufe und erstaunlich viele Menschen am blauen See entlang flanieren. Gabi lässt sich hier abholen, daher laufe ich alleine weiter am Ufer entlang.  Hinter Hagenburg gelange ich in das erste Laubwaldgebiet seit Schleswig-Holstein. Hier verlasse ich erst einmal den NST, der ab hier einen weiten Bogen auf dem Pilgerweg Sigwardsweg macht. Statt dessen folge ich dem E 1 weiter. Die Wälder hier werden von Eichen geprägt, es gibt aber auch Hainbuchen und Ilex. Als ich vor Mesmerode aus dem Wald gelange, kreist ein Rotmilan dicht über mir. Der Hügel, der sich hier erhebt ist eine Abraumhalde aus dem Kalibergbau. In den Wiesen sehe ich einen Weißstorch außerdem Bachstelzen und Feldlerchen. Außerdem sehe ich die erste Hummel. Ich folge einer Straße bis Idensen und Asphaltwegen weiter durch die Felder zum Mittellandkanal. Anschließend durchquere ich ein weiteres Laubwaldgebiet und streife kurz Haste. Im Wald hinter dem Ort schlage ich dann schließlich im Sonnenuntergang mein Cowboycamp auf. Der zunehmende Mond scheint bald und ein Waldkauz ruft. Außerdem höre ich natürlich auch Straßengeräusche…






















Donnerstag, 26. Februar 2026

WdH 21 Von Scheuen nach Brelingen im Walde

 



Do, 26.2.2026


WdH 21: Von Scheuen nach Brelingen im Walde


10:51 h, 47,7 km, 55 hm Aufstieg, 63 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Heute laufe ich zunächst die letzten Kilometer auf dem Heidschnuckenweg, der mir ganz gut gefallen hat. Allerdings fand ich die mittleren beiden Tage zwischen dem Naturschutzgebiet Lüneburger Heide und dem Natuepark Südheide weniger schön. 

Hinter Celle gelange ich wieder auf den E 1, der hier gut markiert ist.  Am Rand von Wietzenbruch beobachte ich einen Schwarzspecht in nur fünf Meter Entfernung, ein tolles Erlebnis!

Lange Zeit wandere ich auf breiten, schnurgeraden Waldwegen und insgesamt auch auf viel Asphalt. Hinter Wennebostel wird es dann aber überraschend schön, mit schmalen Waldpfaden und einer abwechslungsreichen Feldflur.

Schließlich holt mich Gabi ab, die mit dem Fernwandern beginnen will und durch Christo Förster“s Podcast auf mich aufmerksam geworden ist. Bei leckerem Essen unterhalten wir uns intensiv. 

Sie erzählt, dass es ihr oft schwer fällt, die Hoffnung zu behalten und zieht sich daher teilweise eher ins Private zurück. Ich erwidere, dass viele Entwicklungen Zeit brauchen und langsam beginnen um dann irgendwann Fahrt aufzunehmen. Ein Beispiel dafür ist für mich die Elektromobilität. So lange E- Autos teuer sind, mit geringer Reichweite und noch nicht gut ausgebildeter Ladestrukrur, haben sie sich nur schleppend verkauft. Aber jetzt, da diese Probleme überwunden sind, erfolgt meiner Meinung nach der Durchbruch in Kürze.

Auch für das politische Geschehen gilt wohl teilweise, dass es erst schlechter werden muss bevor es besser wird. So halte ich es für wahrscheinlich, dass sich die Verhältnisse in Amerika wieder verändern und auch bei uns kann ich mir vorstellen, dass sich irgendwann eine progressivere Politik durchsetzt. 


Noch in der Dunkelheit breche ich wieder auf. Ein Stück geht es quer durch den Wald, bis ich auf einen Weg gelange, der mich an eine viel befahrene Straße führt. Anschließend geht es auf einem Pfad an einem Teich vorbei durch den Wald an den Ortsrand von Groß Hehlen. Ich durchquere den Ort und laufe dann am Waldrand weiter. Heute scheint wieder ein schöner Tag zu werden. Die Sonne geht als oranger Ball hinter dem Ort auf. Auch hier wird mit Bannern gegen den Neubau einer ICE Strecke protestiert. Mir erschließt es sich nicht, warum man nicht die schon vorhandene Strecke ertüchtigt. Es ist jetzt schon richtig frühlingshaft im Wald, mit trommelnden Spechten, singenden Buchfinken und jubelnden Meisen. Ich folge längere Zeit einem abwechslungsreichen Waldrand, an dem neben Kiefern auch Eichen und Birken wachsen. Durch die Felder erreiche ich dann Klein Hehlen. Ein Stück geht es am Ortsrand entlang dann laufe ich durch den Wald auf einem recht schönen Weg am noch eisbedeckten Waldsee vorbei. Ich laufe durch die Aller Wiesen und gelange dann an eine Straßenbrücke, die über die Aller führt. Den Abstecher des Heidschnuckenwegs, nach Celle hinein, erspare ich mir.

Nachdem ich ein Stück einer viel befahrenen Straße gefolgt bin, gelange ich wieder auf den Nord Süd Trail, der hier wieder den Europäischen Fernwanderweg eins benutzt. Dieser ist auch die meiste Zeit auf dem Heidschnuckenweg verlaufen, und wird mit einem X gekennzeichnet. Ein Stück lang führt ein breiter Weg durch den Kiefernwald, auf dem einige Radfahrer unterwegs sind. An einer Waldgaststätte zweigt ein Fußpfad ab, der parallel zu einem Kanal führt. Hier wachsen viele alte Eichen und es sind etliche, ältere Spaziergängerinnen unterwegs. Auch nachdem ich den Kanal verlasse, verläuft der E1 als schmaler Fußweg weiter durch den überwiegenden Kiefernwald. An einer Stelle beobachte ich drei Rehe. Am Rand von Wietzenbruch sehe ich einen Schwarzspecht in nur 5 m Entfernung in lediglich 2 m Höhe an einer Efeu besetzten Kiefer. Der Specht arbeitet dort eine ganze Zeit und lässt sich fotografieren. Schließlich fliegt er auf den Erdboden und hämmert an einem Baumstumpf herum. Dabei zeigt er kaum Scheu, beziehungsweise bemerkt mich nicht. Ein tolles Erlebnis! Ein Stück weit geht es auf einem Fußweg durch den Kiefernwald, dann folge ich ein kleines Stück einer Straße und biege auf einen breiten Waldweg ab, der geradeaus führt. Ich komme an einer Fläche vorbei, wo wo man den Kiefernwald fast kahl geschlagen hat. Nur einige wenige Bäume sind stehen geblieben. Das geerntete Holz und ein Großteil des Reisigs ist noch am Weg aufgestapelt. Das sind Methoden aus einer anderen, längst überwundenen Zeit . Man kann den Wald auch viel sanfter verjüngen! Auf der anderen Seite des Weges kann man sehen, wie es auch funktioniert, hier hat man Buchen unter die Kiefern gepflanzt.

Ein Schild, „Vorsicht, Zecken“, dient wahrscheinlich weniger dazu Leute vor den Plagegeistern zu schützen, als Wanderer aus dem Wald fernzuhalten, natürlich aus jagdlichen Gründen! 

Kurze Zeit später kommt mir ein grünes Auto mit Schriftzug Jagdschutz im Fenster entgegen. Warum dürfen Jäger eigentlich ständig kreuz und quer durch den Wald fahren, während das für andere Leute verboten ist?

Es geht weiter, Schnurgerade auf dem breiten Weg durch den ausgedehnten Wald, wo meistens auch andere Bäume unter den Kiefern wachsen. Der E 1 ist hier sehr gut markiert, allerdings wäre ein Wegeverlauf auf schmalen wegen deutlich schöner.

Ich überquere eine Straße und folge einem asphaltierten Weg zum Gut Rixförde. Hier kreisen sieben Bussarde gleichzeitig über einer Weide, und ich sehe einen Sperber. Offenbar werden hier viele Pferde gehalten, die zum Teil auch auf der Weide stehen. Ich folge einem schmalen Weg zwischen einer Baumreihe weiter durch die Weiden, wo teilweise Wildschweine gewühlt haben. Am Waldrand zwitschert ein Schwarm Zeisige in einer Gruppe von Erlen. Ich überquere eine viel befahrene Straße und laufe dann ein Stück einen Weg, an dem im moorigen Birkenwald gerade Holz geerntet wurde und der voll Reisig liegt. 

Weiter geht es schnurgeradeaus auf einem breiten Waldweg, der durch den Nadelwald führt. Aus einem Seitengraben fülle ich mir nach Erde schmeckendes Wasser ab. Im Wald hier sind einige Wiesen eingestreut. Ein asphaltierten Weg führt dann an frisch geköpften Weiden vorbei. Rechter Hand erschrecken sich Spargelfelder, die noch mit Plastik abgedeckt sind. Auf den Feldern hockt ein Schwarm Stare, die auch schon aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt sind.

Am Eingang von Fuhrberg erwartet mich eine große Biogasanlage, wie es sie häufig in Niedersachsen gibt. Eigentlich ist die Idee, aus Pflanzen Energie zu machen, auf den ersten Blick eine gute Sache. Allerdings ist das ein ziemlich ineffektiver Weg Wärme zu erzeugen. Im Vergleich zu einer Biogasanlage ist eine Wärmepumpe fünf mal effektiver. Daher ist die Erzeugung von Biogas ziemlich teuer und würde wohl in Deutschland nicht praktiziert , wenn sie nicht stark subventioniert werden würde. Zur Zeit überlegt die Regierung Biogas, dem konventionellen Gas beizumischen und das Ganze weiter zu fördern. Ich halte das für einen Irrweg, der wahrscheinlich der eigenen Klientel der Landwirte und Gasunternehmen mehr nutzt als der Bevölkerung. Warum baut man nicht Wind und Sonne entschlossener aus und fördert die Anschaffung von Wärmepumpen viel stärker? Fuhrberg ist ein relativ großes, verkehrsreiches Dorf und ich bin froh, als ich es hinter mir gelassen habe.

Schließlich endet auch der Asphalt, dem ich bis hierher über 4 km gefolgt war, und es geht auf einem breiten Weg am Waldrand entlang weiter. Während ich heute Morgen erst schüchtern aufgeblühte Krokusse gesehen hatte, stehen sie hier am sonnigen Waldrand bereits in voller Blüte. Die leuchtenden Haselkätzchen sind ein gelber Traum! Bald geht es wieder in den Kiefernwald, unter dem hier auf großer Fläche Buchen wachsen. Leider wirkt der Lärm der nahen A7 hier sehr störend. Etwas später führt mich ein unbefestigte Weg durch abwechslungsreichen Wald, in dem es auch Erlen und Eichen neben den Kiefern gibt. Graswege führen mich zur A7 die ich unterquere. Anschließend geht es ein Stück entlang der Wietze. Während ich einem Erlen gesäumten Graben folge, sehe ich in einem Rapsfeld mit dürren Halmen sieben Rehe, darunter zwei Böcke mit großen Geweihen. Jetzt am Nachmittag laufe ich wieder im T-Shirt.

Durch die Felder erreiche ich Wennebostel. Ein Schnurgerader, asphaltierter Feldweg, der von Eichen flankiert wird, führt mich aus dem Ort hinaus. Ich überquere eine Straße und laufe auf einem schmalen Fußpfad durch abwechslungsreichen Wald, ein ganz anderes Wandergefühl! An einem eisbedeckten Tümpel vorbei, geht es weiter durch den Kiefernwald, mit vielen Heidelbeeren, aber auch Birken und Buchen. Ganz kurz geht es auf Asphalt. Dann biege ich vor einigen Häusern wieder in den Wald ab. Bald komme ich an einem umzäunten Gelände vorbei, hinter dem sich eine Ruine verbirgt. Was hier wohl mal war? Ich gelange an eine kleine Straße, wo ein Krötenzaun aufgebaut ist. Die Amphibien werden wohl bald anfangen zu wandern. Jetzt geht es auf einem breiteren, unbefestigten Weg weiter durch den abwechslungsreichen Wald. Dann führt ein Pfad auf einem Erdwall weiter, der mit Buchen bestanden ist und mich an meine Kindheit im Sondermühlener Holz erinnert. Rechts und links liegen einige Wasser gefüllte Tümpel. Dann führt mich ein breiter Grasweg an einer großen Waldwiese entlang. Im milden Spätnachmittagslicht geht es entlang von Baumreihen, an Koppeln, Zuckerrüben, und anderen satt Grün strahlenden Feldern entlang. Der Weg passiert Waldstücke mit viel Ilex, geht aber immer wieder in die Feldflur hinaus, sprich er ist ziemlich abwechslungsreich. Ein unbefestigter Weg führt mich dann aus dem Wald , zurück in die Feldflur an eine kleine Straße. Auch diese führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, die durch Waldstreifen und Baumgruppen an Gräben aufgelockert wird. Kurz vor 17:30 Uhr erreiche ich schließlich die wenigen Häuser von Brelingen im Walde, wo mich Gabi abholen will.

Schon bald erscheint sie, eine Frau die etwas jünger als ich ist und ursprünglich aus Bayern stammt, aber hier schon seit 20 Jahren lebt. Wir fahren nach Otternhagen, wo ich mich erst mal einrichten darf, inklusive Dusche und etwas Wäsche waschen. Gabi hat mich in einem Podcast bei Christo Förster gehört und möchte gerne mit dem Fernwandern beginnen, daher interessiert sie sich auch sehr für meine Ausrüstung. Später sitzen wir bei Schupfnudeln mit Wirsing und Hackfleisch sowie alkoholfreiem Bier gemütlich zusammen und unterhalten uns intensiv. Sie erzählt, dass es ihr oft schwer fällt, die Hoffnung zu behalten und zieht sich daher teilweise eher ins Private zurück. Ich erwidere, dass viele Entwicklungen Zeit brauchen und langsam beginnen um dann irgendwann Fahrt aufzunehmen. Ein Beispiel dafür ist für mich die Elektromobilität. So lange E- Autos teuer sind, mit geringer Reichweite und noch nicht gut ausgebildeter Ladestrukrur, haben sie sich nur schleppend verkauft. Aber jetzt, da diese Probleme überwunden sind, erfolgt meiner Meinung nach der Durchbruch in Kürze.

Auch für das politische Geschehen gilt wohl teilweise, dass es erst schlechter werden muss bevor es besser wird. So halte ich es für wahrscheinlich, dass sich die Verhältnisse in Amerika wieder verändern und auch bei uns kann ich mir vorstellen, dass sich irgendwann eine progressivere Politik durchsetzt. Wir stimmen beide darin überein, dass unser demokratisches System Reformen braucht um wieder handlungsfähiger zu werden. 

Als wir schließlich schlafen gehen ist es schon spät und ich muss mich gut erholen, da wir morgen zusammen wandern wollen. 

Mittwoch, 25. Februar 2026

WdH 20 Von Gerdehaus nach Scheuen

 




Mi, 25.2.2026


WdH 20: Von Gerdehaus nach Scheuen


10:07 h, 44,1 km, 230 hm Aufstieg, 276 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Außer dem Uhu höre ich in später noch einen Rauhfußkauz rufen und Wölfe heulen. Eine wildromantische Nacht!

Am nächsten Morgen geht es weiter durch das große Waldgebiet der Südheide, was immer wieder von Heideflächen durchbrochen wird. Obwohl diese teilweise einen parkartig gepflegten Eindruck machen, gefällt es mir hier sehr gut. Ab 9:30 Uhr erscheint die Sonne und ich kann meine Jacke ausziehen. Später laufe ich sogar im T-Shirt! Kein Wunder, dass auch schon die ersten Heidelerchen und Zitronenfalter aktiv sind. Nachmittags geht es lange durch die relativ monotonen Kiefern- und Lärchenbestände, die nach dem großen Waldbrand 1975 entstanden sind. Schließlich schlage ich dann mein Lager unweit des Ortes Scheuen auf. 


Neben dem Uhu höre ich in der Nacht noch einen Rauhfußkauz rufen und Wölfe heulen!

Bereits in der Dämmerung bin ich wieder unterwegs. Zunächst geht es über eine große Heidefläche wie immer auch mit einzelnen Birken und Kiefern. Anschließend laufe ich auf breiten Forstwegen durch ein großes Waldgebiet. Hier dominiert zwar mal wieder die Kiefer, aber es gibt auch Fichten und an den Wegen einzelne Eichen. Große Zäune zeigen, dass hier der Wald umgebaut wird. Ich fülle meine Flasche aus einem klaren Tümpel. Es singen bereits Mistel- und Singdrosseln, sowie Ringeltauben. Schließlich erreiche ich die Oher Heide, wo gerade ein Harvester den Birkenbestand aufgelockert hat, und große Haufen Holz und Reisig am Weg aufgeschichtet liegen. Auf schmalen, naturnahen Wegen, erlebe ich die abwechslungsreiche Heidelandschaft noch intensiver, die ich am frühen Morgen ganz für mich alleine habe! Später folge ich lange der breiten Trasse einer Gasleitung. 

Ich überquere eine viel befahrene Straße und biege dann bald auf einen Pfad in den Wald am Schillohsberg ab. Hier gibt es sogar eine Tafel zum Mistkäfer, der den Kot  der Heidschnucken nutzt. Bald gelange ich wieder an eine große Heidefläche, wo ein Teil der Heide komplett runter genommen wurde, was als Pflegemaßnahme durchaus sinnvoll ist. Dann laufe ich auf einem Pfad an dicht grün bemoosten Eichen vorbei. Etwas später erreiche ich den idyllischen Ort Lutterloh. Dort gibt es einen Ferienhof, einen Hofladen und mächtige Eichen. Als ich aus dem Ort rauskomme, sehe ich einen Wagen am Wegrand mit dem Logo des Naturparks Südheide. Ich spreche die beiden Männer an, die dort ausgestiegen sind, und es stellt sich heraus, dass sie für den Naturpark Südheide arbeiten und hier gerade eine Pflegemaßnahme in der Heide vorbereiten. Wir unterhalten uns eine Zeit lang, wobei der ältere Mann erzählt, wie sich die Natur hier erholt hat und das viele Arten, deren Rückkehr man kaum für möglich gehalten hat, inzwischen wieder ansässig sind. Unter anderem Wolf, Seeadler und Uhu. 

Weiter geht es auf einem Weg durch den Wald, der von einem Heide und Birkenstreifen entlang einer Gasleitung gesäumt wird. Während jetzt gegen 9:30 Uhr die Sonne erscheint, begleiten mich die rauen Rufe der Kolkraben.

Schließlich durchquere ich das Bauerndorf Weesen, wo es auch zwei Hotels gibt.

Weiter geht es an einem Waldrand entlang. Zum ersten Mal seit Beginn der Reise ist es so warm, dass ich meine Kunstfaserjacke ausziehe. Die Sonne tut richtig gut!

Kurz laufe ich verkehrt und gelange, in dem ich einem Waldrand querfeldein folge, bald wieder auf den Heidschnuckenweg. Ich wandere weiter am Waldrand wo ich meine Wasserflasche in einem Tümpel auffülle und überquere dann eine Straße. Hier gelange ich in die Misselhorner Heide. Auf sonnigen Pfaden geht es durch die abwechslungsreiche Landschaft. Allerdings muss man sagen, dass viele der Heideflächen hier, eher wie einPark  wirken. Mit vielen markierten Wegen, Bänken und kleinen Hüttchen. Nichts desto trotz ist es sehr schön, diese Flächen zu durchstreifen. Es gibt hier sogar eine tiefe Sandgrube mit einem Tümpel. Außer mir sind auch noch andere Spaziergänger unterwegs bei diesem schönen Wetter. Auch in dieser Heidelandschaft, die sich als relativ schmaler Korridor zwischen dem Kiefernwald erstreckt, gibt es wieder interessante Informationstafeln. Wie bestellt, passt hierher auch der Flötengesang der Heidelerchen, die offensichtlich aus ihrem Winterquartier zurück sind. Weiter geht es durch den Kiefernwald, wo ich immer wieder das Trompeten der Kraniche höre. Außerdem trillern Haubenmeisen. Bald folge ich am Waldrand wieder dem Heidestreifen. Schließlich geht es in den sonnigen Kiefernwald, wo der erste Zitronenfalter herumflattert. Später sehe ich weitere. Der Weg führt mich durch ein Tal, was linker Hand von einem recht steilen Hang eingefasst wird. Da ich keine Handschuhe mehr trage, kommen zum ersten Mal auf dieser Tour meine Wanderstöcke zum Einsatz. Ich überquere eine Straße und laufe weiter durch den Wald, indem es auch Lärchen gibt. Noch einmal passiere ich eine Heidefläche. Ansonsten geht es meist durch recht monotonen,  mittelalten Kiefernwald auf breiten Sandwegen. Ein Rundweg führt durch eine Heidefläche zum Angelbecksteich. Ein Stein erinnert an den großen Waldbrand 1975, dem hier 6000 ha Wald zum Opfer fielen. Ein Rundweg mit vielen Informationstafeln führt um den Teich. Hier ist tatsächlich noch etwas Eis vorhanden. Außer mir sind noch einige andere Leute hier, die die Sonne genießen. An einer Hütte steht ein 800 km Zeichen des NST. Soweit ist es von Sylt bis hierher! Leider ist eine Straße ganz in der Nähe, daher ist der Genuss nicht ganz ungetrübt. Eine asphaltierte Straße führt zum Dehningshof, einer ehemaligen Fuhrmannsschänke, die heute ein Hotel ist. Glücklicherweise kann man meistens neben dem Teer laufen. Der Weg, dem ich dann weiter folge, ist breit und läuft durch monotonen Kiefernwald. Allerdings komme ich auch an einer Heidefläche vorbei. In  der Sonne ist es so warm, dass ich jetzt tatsächlich im T-Shirt laufe. Zwei mächtige alte Buchen haben den großen Waldbrand 1975 überlebt. An einem klaren Waldbach, der von einem Birken- und Erlenbruch flankiert wird, nehme ich neues Wasser auf. An Wegesrand stehen die Hasel schon in voller gelber Blüte. Schließlich passiere ich die Schilf gesäumten Wildecker Teiche, wo auch noch etwas Eis vorhanden ist. Einmal kommt mir ein Förster in seinem Auto entgegen und ich passiere ein einsam im Wald gelegenes, schönes Anwesen . Weiter geht es ziemlich monoton durch gleichalte Wälder häufig aus Lärchen bestehend.

Schließlich laufe ich an der Grenze eines Standortübungsplatz entlang, aus dem ab und zu lautes Sturmgewehrfeuer zu hören ist. Tatsächlich sehe ich im Wald schemenhaft einige Soldaten. Schließlich gelange ich aus dem großen Wald und folge Straßen durch den Ort Scheuen. Hinter dem Dorf biege ich wieder in den Wald ab. Ich passiere einen kleinen Flugplatz und verlasse dann den Weg, um mein Lager im moosigen Kiefernwald gegen 16:50 Uhr aufzuschlagen. Zwar hört man Straßenlärm, aber ansonsten ist der Platz gut. Während die Sonne hinter den Kiefern untergeht, zeigt sich über mir bereits der halbe Mond.