Donnerstag, 16. April 2026

WdH 69 Von Bad Herrenalb nach Freudenstadt

 




Do, 16.4.2026


WdH 69 Von Bad Herrenalb nach Freudenstadt 


12:54 h, 42,8 km, 866 hm Aufstieg, 578 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Als ich am Morgen weiter im Albtal hoch wandere, entdecke ich einen Feuersalamander auf dem Weg, eine Tierart, die ich besonders mag!

Bald gelange ich an den Ursprung des Bachs, wo der Albsteig nach etwa 40 Kilometern endet. Er verläuft zwar durchgehend auf Wirtschaftswegen, ermöglicht aber relativ sanft von Karlsruhe in den Schwarzwald zu gelangen, ohne die Schleife über Pforzheim, die der NST wählt. Zwar laufe ich dann auch kurz auf Westweg und NST, biege dann aber auf den Mittelweg ab. Fast den ganzen Tag laufe ich oft durch beeindruckende Nadelwälder, lediglich ein Ort liegt auf meiner Route. Da auf dem Maximiliansweg teilweise noch Schnee liegt, habe ich heute beschlossen meine Wanderung an der Haustüre in Stuttgart zu beenden, also vom Bodensee über die Schwäbische Alb zu laufen. Wer am 1.5 die letzten Kilometer von Esslingen mitlaufen möchte, kann sich gerne bei mir melden!


Noch fast im Dunkeln gehe ich um kurz nach sechs morgens wieder los. Auch heute folge ich zunächst dem Tal der Alb weiter aufwärts. Es dauert nicht lange, bis ich die einzelnen Gebäude der Plötz Sägemühle passiere, die eine lange Geschichte hat.

Weiter geht es recht steil im Tal aufwärts. Ich sehe kurz einen Fuchs auf dem Weg und etwas später einen Feuersalamander, der scheinbar unbeweglich ist. Mittlerweile blüht hier auch schon der Hirschholunder. Zum Alb Ursprung führt ein Pfad, dem ich dann weiter nach oben folge. Allerdings wurde hier vor kurzem Holz geerntet, so dass von dem eigentlichen Weg nichts mehr zu erkennen ist. Also gehe ich sehr steil eine Rückegasse hoch, bis ich auf knapp 900 m Höhe bei der Hahnenfalz Hütte auf den Westweg stoße. Hier bin ich jetzt auch wieder auf der Route des NST.

Kurz folge ich einem Pfad, dann geht es aber auf Forstwegen relativ sanft ansteigend durch weite Fichtenwälder weiter. Hier sehe ich ein Reh und zweimal springt ein Eichhörnchen über den Weg. Die jungen Fichten sind seit dem Sturm Lothar Weihnachten 1999 gewachsen . Schließlich erreiche ich den Hohlohturm auf knapp 1000 m Höhe, von wo mein Blick zurück ins Albtal schweift. Hier ist die 3000 km Marke des NST. Ich habe etwas weniger Kilometer, so um die 2750. Kurz vor dem Turm habe ich eine Straße gequert, wo ein Auto vorbei kam, ansonsten habe ich heute noch keinen Menschen gesehen und es ist immerhin schon 9:45 Uhr.

An der Prinzenhütte verlasse ich den Westweg fürs Erste und damit auch den NST. Stattdessen folge ich ab jetzt dem  Mittelweg weiter, der parallel zum Westweg von Norden nach Süden durch den Schwarzwald läuft. Ich kenne den Westweg schon von einigen Besuchen, daher möchte ich diesmal gerne den Mittelweg erkunden. Die Prinzenhütte gehört Forst BW, was ein Schild aussagt, der Zutritt ist lediglich den Mitarbeitern gestattet, wie ein anderes Schild verrät. Ich kenne solche Forsthütten noch aus meiner Zeit als Förster. Früher waren sie wichtige Stützpunkte für die Waldarbeit, das ist aber schon lange her. Heute dienen sie normalerweise lediglich privaten Feiern der Förster und teilweise auch von Jagdgästen. Allerdings handelt es sich dabei um öffentliche Einrichtungen. Da stellt sich die Frage, warum diese Hütten nicht auch Wanderern zugänglich gemacht werden? In anderen Ländern wie zum Beispiel auch unserem Nachbarland Frankreich, ist es auch möglich, in solchen Hütten zu übernachten. Warum geht das in Deutschland nicht? Dann

folge ich ein Stück einem Forstweg. Hier sind große Mengen an dünnen Zweigen aufgeschichtet. Wahrscheinlich hat man die Fichten aus einem Moor in der Nähe entfernt, als Naturschutzmaßnahme. Ich weiß natürlich nicht, ob diese Moore in der Vergangenheit wie so häufig durch Gräben entwässert wurden und sich deswegen die Fichten ansiedeln konnten oder einfach aufgrund der zunehmenden Trockenheit das Moor nicht mehr so nass ist, dass Bäume dort nicht wachsen können. Auf jeden Fall ist das eine positive Pflegemaßnahme, denn Moore sind sehr wichtig, sowohl als CO2 Speicher als auch als Lebensräume. Bald folge ich Kilometer weit einem schmalen Pfad durch meist dichten, jungen Fichtenwald. Allerdings ist der Unterwuchs aus Heidekraut oder Heidelbeere auch häufig sehr dicht,  ein ziemlich uriger Wald! Ab der Totenmann Hütte laufe ich dann wieder auf einem breiten Forstweg.

Im Gegensatz zu der Zeit, als ich mit meinem kleinen Rucksack unterwegs war, mache ich heute eine kurze Mittagspause, bei der ich mich hinsetze, die Schuhe ausziehe, die Strümpfe und meine Füße etwas lüften lasse. Ich esse Schokolade, sowie Apfelringe und Wurstknacker, die mir Anke noch zugesteckt hat.

Etwas später laufe ich teilweise durch alten Nadelwald. Es dominiert zwar die Fichte, aber immer sind auch Tannen dabei. Buchen sind dagegen eher eine Seltenheit hier, aber es gibt sie durchaus. An den Wegrändern blüht immer noch der Huflattich.

Schließlich öffnet sich der Wald zum ersten Mal heute, ich gelange in Wiesen und schließlich nach Besenfeld. Durch den Ort führt eine verkehrsreiche Straße und fünf hohe Windräder ragen über dem Dorf auf. Ich telefoniere mit Anke und sie sagt, ich muss jede Gelegenheit nutzen, um Kalorien zu tanken und tatsächlich schaut sie, was es in Besenfeld gibt, gleich im Internet nach und ja, ich kehre dann in einer Bäckerei ein und genehmige mir ein Stück Frankfurter Kranz, mein Lieblingskuchen und eine große Tasse Kaffee! So gestärkt, fliege ich weiter.

Eine Zeit lang geht es noch die Straße entlang, bevor der Mittelweg wieder in den Wald abbiegt. Eine Tafel weist darauf hin, dass es hier ein Waldrefugium gibt. Das sind in Baden-Württemberg zwischen ein bis 3 ha große Flächen mit besonders altem Wald und viel Totholz. Der Gedanke ist, dass man auf diesen Flächen Arten, die alte Bäume und Totholz brauchen, Wald erhalten kann. Nun sind diese Flächen dafür natürlich langfristig viel zu klein, müssen also ergänzt werden um ein Netz von Habitatbäumen in jedem bewirtschaften Wald und großflächigen Waldreservaten mit 1000 ha Mindestfläche, die ebenfalls komplett aus der forstliche Nutzung genommen werden. Diese Waldrefugien können also nur ein kleiner Baustein des Waldnaturschutzes sein.

Weiter geht es durch die ausgedehnten, oft alten Nadelwälder. Diese sind zwar erstaunlich dunkel, aber dennoch wachsen an vielen Stellen junge Tannen hoch, so dass häufig mehrere Generationen von Bäumen auf der selben Fläche stehen. Sehr eindrucksvoll!

Was mich hier auch immer wieder begeistert, sind die ziemlich zahlreichen starken Tannen, die bis zu 1 m Durchmesser erreichen. Natürlich können Tannen noch wesentlich dicker werden, wie ich es zum Beispiel in den Karpaten oder auch im Bayerischen Wald gesehen habe. Aber im Wirtschafts Wald ist 1 m Durchmesser schon ganz gut, aber es wäre natürlich schön, wenn es auch hier größere Flächen gäbe, wo die Tannen richtig alt werden dürfen.

Der Weg verläuft eine ganze Zeit in der Nähe der B 294 und kommt einmal auch direkt an die Straße. Ich bin immer wieder schockiert, wenn ich aus dem Wald an eine verkehrsreiche Straße komme, wie laut und hektisch mir das vorkommt, obwohl früher für mich Autofahren völlig normal war.

Ich habe heute dann auch einen Entschluss gefasst,  wo ich meine Wanderung beenden will. Eigentlich hatte ich ja vor durch die Bayerischen Alpen nach Berchtesgaden zu laufen. Allerdings bin ich dafür zu früh dran, denn den Maximiliansweg kann man eigentlich erst ab Mitte Mai sinnvoll begehen. Der geht halt häufiger über 2000 m Höhe raus und da liegt schon noch Schnee, das hab ich vor zwei Tagen von zu Hause aus gecheckt. Das sieht man zum Beispiel auf Webcams und ich glaube da wird sich auch nicht so viel dran ändern, bis ich dort bin. Zunächst hatte ich gedacht  am Bodensee die Wanderung zu beenden, aber die Idee die ich heute habe, finde ich noch cooler und zwar vom Bodensee über die schwäbische Alb nach Hause. sprich nach Stuttgart zu laufen. Das direkt an der Haustüre die Wanderung zu beenden begeistert mich irgendwie. Ich hab dann mal kalkuliert und tatsächlich wäre der 1. Mai, also ein Feiertag, der Tag, wo ich ankomme! Also, wer aus Stuttgart und Umgebung kommt und die letzten Kilometer von Esslingen mit mir laufen möchte, der ist herzlich dazu eingeladen! 

Neben den Tannen und Fichten sind immer auch mal Douglasien eingemischt, die hier ebenfalls beachtliche Dimensionen erreichen. 

Gegen 19 Uhr schlage ich dann mein Freiluftlager in einem Tannen- Fichtenwald mit viel Unterwuchs auf.


















WdH 68 Von Karlsruhe nach Bad Herrenalb

 



Mi, 15.4.2026


WdH 68: Von Karlsruhe nach Bad Herrenalb 


9:54 h, 32,5 km, 450 hm Aufstieg, 94 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Nach der eintägigen Pause bei meiner Freundin Anke in Stuttgart, fahre ich mit der Bahn zurück nach Karlsruhe. Ich bin schwer bepackt, da ich meinen kleinen Rucksack gegen ein 95 l Modell getauscht habe, das mit Essen für 13 Tage gepackt ist. Grund dafür ist, dass ich für eine größere Unternehmung später im Sommer, wo ich wochenlang ohne Verpflegungsnachschub unterwegs sein will, ein wenig trainieren will. 

Es dauert nicht lange, dann erscheint meine alte Freundin Katrin aus Marburg am Bahnhof, die extra hierhergekommen ist, um mit mir heute zusammen zu wandern. Wir wandern auf dem Albsteig das Tal des kleinen Flüsschen aufwärts, den ich ja schon vorgestern kennengelernt hatte. Wir lassen es langsam angehen, essen Zitronenkuchen und kehren ein. Natürlich unterhalten wir uns auch viel, unter anderem auch darüber, dass es mit dem ständigen, materiellen Wirtschaftswachstum nicht so weitergehen kann, weil die Ressourcen der Erde natürlich nicht unendlich sind. Allerdings beruhen ja unsere ganzen Systeme, ob in der Wirtschaft oder im Sozialem eben genau auf diesem ständigen Wirtschaftswachstum. Ein großes Dilemma! 

Wir beide glauben nicht daran, dass staatliche Rationierung, wie von manchen vorgeschlagen, eine sinnvolle Lösung ist, nicht zuletzt weil wir uns nicht vorstellen können, dass das die Bevölkerung mitträgt. Das Einzige, was mir halbwegs möglich erscheint, ist das Wirtschaftswachstum so weit wie möglich vom Ressourcenverbrauch abzukoppeln, vor allem durch eine Kreislaufwirtschaft, was natürlich durch entsprechende, staatliche Lenkung gefördert werden muss. Schon jetzt geschieht ja ein großer Teil des Wirtschaftswachstums im Dienstleistungsbereich. Dieser Trend muss sich noch erheblich verstärken. Banale Beispiele sind Reparieren statt neu produzieren und sich ein Auto leihen wenn man es braucht aber ohne es zu besitzen. Klar ist jedenfalls, dass es viele Schritte in diese Richtung braucht und das nicht einfach ist!

Hinter Ettlingen gelangen wir langsam in den Schwarzwald, wo ich mich besonders über die nun häufigen Weißtannen freue.  In Bad Herrenalb nehmen wir Abschied und ich wandere weiter im Tal, was jetzt abseits von Straßen zunehmend wilder wird und schlage schließlich mein Cowboycamp im Wald oberhalb des Bachs auf. 


Nach einem erholsamen Tag zu Hause mit viel Essen, fahre ich mit der Bahn zurück nach Karlsruhe. Bei meiner Ausrüstung ist jetzt einiges anders: Die Schuhe habe ich nach über 2700 Kilometern ausgetauscht und jetzt habe ich auch einen anderen Rucksack dabei. Da ich im Sommer etwas Größeres vorhabe, wobei ich Proviant für Wochen tragen muss, starte ich jetzt mit einem 95 l Rucksack, statt 40 l wie bisher. Darin habe ich Proviant für 13 Tage verstaut, was ein Startgewicht von 22,6 kg für mich ergibt, ein ganz schöner Unterschied zu max. 10 kg wie bisher. Ich bin gespannt, wie ich damit zurecht komme. Natürlich bin ich auch schon häufig mit noch höherem Gewicht gelaufen, auch letztes Jahr in Argentinien teilweise oder 2024 in Namibia. Dennoch ist klar, dass mich das Gewicht langsamer machen wird. Werde ich trotzdem noch gut vorankommen?

Nach kurzer Wartezeit erscheint meine alte Freundin Katrin aus Marburg, die extra hierher gekommen ist, um heute mit mir zu wandern. Ich laufe jetzt erst mal nicht auf dem NST weiter, stattdessen folgen wir heute den ganzen Tag dem Albsteig, der dem Bach, den ich ja schon von vorgestern kenne, in den Schwarzwald folgt. Schon nach recht kurzer Zeit lassen wir die Stadt hinter uns und laufen durch die Rüppur Wiesen, wo wir zwei Weißstörche sehen. Bald geht es längere Zeit durch Ettlingen, wo heute Markttag ist. Wir lassen es langsam angehen und machen öfter Pause, wobei wir unter anderem von Katrin selbst gebackenen Zitronenkuchen genießen. Das ist mir auch sehr recht, da sich mein Rucksack tonnenschwer anfühlt. Wir unterhalten uns die ganze Zeit intensiv, unter anderem auch darüber, dass es mit dem ständigen, materiellen Wirtschaftswachstum nicht so weitergehen kann, weil die Ressourcen der Erde natürlich nicht unendlich sind. Allerdings beruhen ja unsere ganzen Systeme ob in der Wirtschaft oder im Sozialem eben genau auf diesem ständigen Wirtschaftswachstum. Ein großes Dilemma! 

Wir beide glauben nicht daran, dass staatliche Rationierung, wie von manchen vorgeschlagen, eine sinnvolle Lösung ist, nicht zuletzt weil wir uns nicht vorstellen können, dass das die Bevölkerung mitträgt. Das Einzige, was mir halbwegs möglich erscheint, ist das Wirtschaftswachstum so weit wie möglich vom Ressourcenverbrauch abzukoppeln, vor allem durch eine Kreislaufwirtschaft, was natürlich durch entsprechende, staatliche Lenkung gefördert werden muss. Schon jetzt geschieht ja ein großer Teil des Wirtschaftswachstums im Dienstleistungsbereich. Dieser Trend muss sich noch erheblich verstärken. Banale Beispiele sind Reparieren statt neu produzieren und sich ein Auto leihen wenn man es braucht aber ohne es zu besitzen. Klar ist jedenfalls, dass es viele Schritte in diese Richtung braucht und das nicht einfach ist!

Hinter Ettlingen laufen wir langsam ansteigend meist im Wald und es wird zunehmend „schwarzwaldig“  Besonders gefallen mir die vielen Weißtannen mit ihren dunklen Nadeln und den grauen Stämmen. Einmal passieren wir sogar einen recht urig wirkenden Bannwald, wie die Naturwälder in Baden-Württemberg heißen, der schon 1998 ausgewiesen wurde. Im Talgrund blühen die Sumpfdotterblumen schön. 

In Marxzell kehren wir ein und trinken draußen alkoholfreies Weizen. Schließlich erreichen wir Bad Herrenalb wo Katrin sich in die Bahn setzt und ich alleine weiter laufe. Während bisher stets eine Straße im Tal verlief, wird es jetzt ruhig als ich einem Forstweg am Talrand folge. Tafeln erklären einiges zum Tal, unter anderem auch, dass die Wiesen früher bewässert wurden. Weiter oberhalb wird das Tal richtig wild mit viel Totholz und einem schon fast urwaldartigen Wald aus Buchen, Fichten und Tannen mit etlichen, stattlichen Bäumen. Schließlich wandere ich querfeldein aus dem Tal und schlage mein Cowboycamp im Bergmischwald auf, wo Bäume verschiedener Größe und unterschiedlichen Alters nebeneinander wachsen. 






















Montag, 13. April 2026

WdH 67 Vom Bienwald nach Karlsruhe

 



Mo, 13.4.2026


WdH 67: Vom Bienwald nach Karlsruhe 


7:01 h, 31 km, 43 hm Aufstieg, 45 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Im Regen laufe ich am nächsten Morgen weiter durch den Bienwald. Ab Wörth folgt dann ein unangenehmes Stück mit lauten Straßen und Industriegebieten. Ich passiere das Kraftwerk am Karlsruher Hafen und frage mich, wie unsere zukünftige Energieversorgung aussehen soll:  Es gibt ja durchaus Zweifel, ob es möglich ist, unseren gesamten Energiebedarf auf Erneuerbare umzustellen. Tatsächlich kann das wahrscheinlich niemand ganz genau sagen, aber die Tendenz, wie sich die Erneuerbaren entwickelt haben, sollte doch jedem Hoffnung machen. Vor 20 Jahren hätte jeder gesagt: Mehr als 2-3 % sind da auf keinen Fall drin und jetzt sind wir schon bei 60 % des Strombedarfs. Natürlich. wenn der gesamte Energiebedarf also auch Wärme, Kraftstoffe und so weiter auf Erneuerbare umgestellt wird, ist das noch ein ganz anderes Volumen, aber gerade deswegen, müssen wir das entschlossen angehen und daran glauben, dass das möglich ist. Denn die Alternative weiter auf fossile Energien zu setzen, zum Beispiel neue Gaskraftwerke, wird den Klimawandel weiter beschleunigen und der ist meiner Meinung nach unser allergrößtes Problem als Menschheit. D.h. auch wenn wir die Folgen noch nicht so unmittelbar spüren, dürfen wir nicht die Augen davor verschließen, sondern müssen jetzt handeln und das, was bisher in Deutschland getan worden ist, reicht bei weitem noch nicht. Nichtsdestotrotz gilt es, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern mutig nach vorne zu schauen und vor allen Dingen als Politik tatsächlich die richtigen Weichen zu stellen und nicht so wie das offenbar zur Zeit der Fall ist, rückwärts zu laufen. 

Ich passiere die Auwaldinsel Rappenwört und folge dann dem Fluss Alb nach Karlsruhe hinein. Schließlich erreiche ich den Hauptbahnhof und setze mich in einen Zug, um meine Freundin Anke in Stuttgart zu besuchen. 


Noch im Dunkeln, breche ich im Licht der Stirnlampe auf. Bald fängt es an zu regnen und hört so schnell auch nicht wieder auf. Der Wald ist immer noch grandios mit mächtigen Eichen. Irgendwann gelange ich aus dem Naturwald heraus, aber auch der bewirtschaftete Teil ist ziemlich schön. Ich höre den ersten Kuckuck rufen und teilweise blüht der Bärlauch schon ziemlich üppig. Als ich Wörth erreiche, beginnt ein sehr unangenehmer Abschnitt. Kilometer lang geht es auf Asphalt entlang von Industriegebieten und lauten Straßen. Immerhin hat es aufgehört zu regnen und ich höre die erste Nachtigall aus einem Gebüsch singen. Schließlich überquere ich den Rhein auf einer Fußgängerbrücke, die parallel zur Eisenbahn und der Bundesstraße 10 führt. Auf der anderen Seite bin ich in Baden-Württemberg angekommen. Der NST führt hier ein Stück unmittelbar am Rhein entlang.

Dann gelange ich an den Karlsruher Hafen, wo es auch ein großes Kraftwerk von EnBW gibt. Hier stellt sich mir die Frage, wie es mit unserer Energieversorgung weitergehen soll. Es gibt ja durchaus Zweifel, ob es möglich ist, unseren gesamten Energiebedarf auf Erneuerbare umzustellen. Tatsächlich kann das wahrscheinlich niemand ganz genau sagen, aber die Tendenz, wie sich die Erneuerbaren entwickelt haben, sollte doch jedem Hoffnung machen. Vor 20 Jahren hätte jeder gesagt: Mehr als 2-3 % sind da auf keinen Fall drin und jetzt sind wir schon bei 60 % des Strombedarfs. Natürlich. wenn der gesamte Energiebedarf also auch Wärme, Kraftstoffe und so weiter auf Erneuerbare umgestellt wird, ist das noch ein ganz anderes Volumen, aber gerade deswegen, müssen wir das entschlossen angehen und daran glauben, dass das möglich ist. Denn die Alternative weiter auf fossile Energien zu setzen, zum Beispiel neue Gaskraftwerke, wird den Klimawandel weiter beschleunigen und der ist meiner Meinung nach unser allergrößtes Problem als Menschheit. D.h. auch wenn wir die Folgen noch nicht so unmittelbar spüren, dürfen wir nicht die Augen davor verschließen, sondern müssen jetzt handeln und das, was bisher in Deutschland getan worden ist, reicht bei weitem noch nicht. Nichtsdestotrotz gilt es, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern mutig nach vorne zu schauen und vor allen Dingen als Politik tatsächlich die richtigen Weichen zu stellen und nicht so wie das offenbar zur Zeit der Fall ist, rückwärts zu laufen. 

Als Kontrastprogramm laufe ich dann auf einem Damm durch Auwald mit mächtigen Eichen, supergrün und Gewässern, aus denen Wasserfrösche quaken.

Am Freibad vorbei geht es durch den Auwald der Rappenwört, der auf einer Insel zwischen Rhein und Altrhein liegt.

Schließlich laufe ich ein Stück durch die Straßen, bis ich die Alb erreiche, einen kleinen Fluss, der aus dem Schwarzwald kommt und mitten durch die Stadt fließt. Auf einem Radweg folge ich dessen Lauf längere Zeit. Schließlich erreiche ich den Hauptbahnhof und setze mich in einen Zug, um meine Freundin Anke in Stuttgart zu besuchen.