Montag, 9. Februar 2026

WdH 5 Von Dambeck nach Waren

 



Mo, 9.2.2026


Wandertag 5


Von Dambeck nach Waren


7:29, 35 km, 254 hm Aufstieg, 256 hm Abstieg 


Leider hat der Zug von Heidi, mit der ich mich heute Morgen hier treffen wollte, Verspätung, so dass sie erst später zu mir stoßen kann.

Das Frühstücksbuffet ist gut und reichhaltig.

Um 9:15 Uhr breche ich schließlich auf. Es ist grau und friert. Allerdings kommt es mir nicht übermäßig kalt vor. Ich folge der Straße durch den beschaulichen Ort Dambeck und biege dann auf einen Fahrweg ab. Ein kleines Stück geht es noch über offene Flächen, dann führt der Weg am Waldrand entlang. Ich höre es krachen auf dem verharschten Schnee,  vier weibliche Damhirsche laufen auf das Feld und verharren kurz. Bald geht es tiefer in den abwechslungsreichen Wald hinein. An manchen alten Kiefern sieht man noch die schrägen Einschnitte, aus denen in der DDR-Zeit Harz für die chemische Industrie gewonnen wurde. Ich sehe ein weiteres Rudel Damwild, was sich kaum an mir stört. Die Landschaft um den vereisten Tannensee ist recht hügelig. Ich befinde mich hier wieder im Nationalpark und biege bald auf einen Fußweg ab. Obwohl es noch winterlich ist, trommeln schon die Spechte. An einigen Stellen haben Schwarzspechte große lange Spalten aufgehackt, um an Rossameisen heranzukommen. Während links ein zauberhafter alter Kiefernwald wächst, erstreckt sich auf der rechten Seite ein Erlenbruchwald. Lange Zeit stapfe ich krachend über den vereisten Schnee, durch den wilden, abwechslungsreichen Wald.

Kurz gelange ich auf einen Fahrweg, wo ein Auto geparkt ist, dass einem Paar gehört, welches ihren Hund ausführt.

Ein Fußweg führt mich weiter am Mühlensee entlang. Hier kommt mir im Wald ein älterer Mann entgegen, der auf Stöcke gestützt läuft.Ich überquere einen fließenden Bach über drei große Steine springend. Danach führt der Pfad vom See weg, weiter durch den wilden Wald. Später laufe ich auf dem schmalen Weg schön am Waldrand entlang. Bald geht es dann als breiterer Fußweg wieder in den Wald. Zwei Findlinge stehen am Weg und es ist unglaublich, wie viele Wildwechsel es hier gibt. Schließlich geht es auf einem Fahrweg weiter durch den abwechslungsreichen Wald. Dann verlasse ich den Nationalpark. Es geht noch ein Stück den Waldrand entlang, bevor der Weg durch die offene, verschneite Feldflur führt. Ganz kurz folge ich einer geräumten Straße und biege dann wieder auf einen Feldweg ab, der von einem Gebüschstreifen begleitet wird. Auf kleinen geräumten Sträßchen laufe ich durch den Ort Bocksee, der von einem großen Saatzucht Betrieb geprägt wird. Hinter dem Ort geht es auf einem Fahrweg wieder in den Wald des Nationalparks.

Der Naturpark Weg ist hier deckungsgleich mit dem Müritz Rundwanderweg, der auf über 170 km Länge durch das Müritz Gebiet führt. Ein Damhirsch Weibchen poltert in großen Sprüngen davon. Später führt der Weg dann längere Zeit an einem abwechslungsreichen Waldrand entlang, der die Grenze des Müritz Nationalparks darstellt. Ein von Bäumen eingerahmter Feldweg führt mich dann in die offene Flur, die hier ziemlich hügelig ist. Überall stehen große Hochsitze verteilt, die an die Überwachungstürme der früheren innerdeutschen Grenze erinnern. Ich gelange an eine Straße, wo eine Tafel etwas über die Eiszeit Route verrät, ein Radweg, der als Thema die von der Eiszeit geprägte Landschaft Mecklenburg-Vorpommern hat.

Die Straße führt mich durch den Ort Groß Dratow. Hinter dem Ort geht es dann auf einem Fahrweg weiter durch die Felder.

Stellenweise ragen hier mächtige, einzelne alte Eichen aus den Feldern. Der Hecken gesäumte Weg führt mich an einen Waldrand mit vielen Findlingen und einer mächtigen Eiche, die wohl 2 m Durchmesser hat, sowie anderen, stattlichen Exemplaren dieser Baumart. Es geht wieder in den Nationalpark, der hier von offenen Grasflächen und Gebüschen geprägt ist.An  der ehemaligen Siedlung Charlottenhof, wo es jetzt aber nur noch Brachflächen gibt, passiere ich eine kleine Hütte, die sich zum Übernachten eignen würde. Bald geht es in den Wald, der hier meist aus Kiefern besteht, die zum Teil in bürstendichten, jungen Beständen wachsen. Später verläuft der Weg oberhalb einer Bahnlinie durch den Kiefernwald, in dem aber auch viele Buchen stehen. Längere Zeit laufe ich dann unmittelbar neben den Gleisen, was nicht besonders spannend ist. Teilweise grenzt hier dichter mittelalter Buchenwald an. Schließlich geht es noch ein Stück durch die Felder, bis ich die Schienen überquere und die Straße vor Cargow Unterdorf erreiche. Während ich dem Asphalt durch die offene Schneelandschaft folge, streichen über mich vier melancholisch rufende Singschwäne, die an ihren gelben Schnäbeln zu erkennen sind hinweg. Außerdem streiten sich drei Kolkraben mit lauten Rufen.

Schließlich erreiche ich Federow, wo mir eine Wanderin entgegenkommt. Dabei handelt es sich um Heidi eine 31-jährige Frau, die in Eberswalde ihren Master in nachhaltigem Tourismus macht. Sie ist von Waren hierher gelaufen und wir wollen zusammen zu der Stadt zurück wandern. Schon bald haben wir den kleinen Ort hinter uns gelassen und laufen am Waldrand entlang, wo junge Kiefern Freiflächen in Wald verwandeln. Es geht wieder in den Nationalpark hinein. Heidi ist sehr naturinteressiert und liebt das Wandern.  So ist es auch kein Wunder, dass sie ihre Masterarbeit zum Thema „Wildnis in Deutschland“ schreibt. Ich erblasse vor Neid, als sie mir erzählt, das sie auf dem Weg zu unserem Treffpunkt Seeadler und einen Fischotter gesehen hat! Sie hat sich bewusst die einsame, aber mit Naturschätzen gesegnete Uckermark für ihr Masterstudium ausgesucht und lebt dort in einem kleinen Ort. Sie findet es schön, dass sich auch andere, jüngere, gleichgesinnte Menschen dort niedergelassen haben und so eine schöne Gemeinschaft entstanden ist, die neue Impulse in die Gegend bringt, aus der, ebenso wie aus vielen anderen Landstrichen der ehemaligen DDR, nach der Wende zahlreiche Menschen abgewandert sind. Sorge bereitet ihr das Erstarken der AfD, die in Brandenburg stark präsent ist. Ebenso wie ich denkt sie, dass man dieser Partei nur den Wind aus den Segeln nehmen kann, in dem man die Sorgen der Menschen im Osten wirklich ernst nimmt und die Partei nicht lediglich ignoriert. Sondern sie entzaubert, in dem man sich inhaltlich mit ihren Argumenten auseinandersetzt. Außerdem unterhalten wir uns über „Lifestyle-Teilzeit“, das derzeitige große Thema der CDU. Wenn man wirklich will, dass die Menschen mehr arbeiten, könnte man Vollzeit Arbeit durch zwei Maßnahmen attraktiver machen: Abschaffung des Ehegattensplittings, was es für viele Frauen finanziell nicht lukrativ macht, eine volle Stelle anzunehmen und Einschränkung der Minijobs, die Leute in die Altersarmut treibt und für Sozialkassen und Steuern schädlich sind. Konkrete Maßnahmen statt inhaltsleere Phrasen sind das Gebot der Stunde! Bald wandern wir durch die mit Schafen beweideten, offenen Flächen am Feisnecksee und erreichen schließlich Waren, wo wir Kaffee und Kuchen in gemütlicher Atmosphäre genießen. Heidi denkt, dass es schön wäre, wenn wir in Deutschland mehr große Gebiete hätten, wo eine Wildnisentwicklung zugelassen wird, was auch neue Chancen für Naturtourismus bieten würde. Wir blicken am Hafen von Waren über das Eis des Sees zur hell erleuchteten Altstadt. Schließlich verabschieden wir uns und ich gehe zum Hotel Müritzlicht, das ich gebucht hatte, wo aber der Eingangscode nicht funktioniert und ich niemand erreiche. Glücklicherweise hilft mir eine Frau und gibt mir ein Zimmer in ihrem Hotel Waren, das ganz in der Nähe ist.
























Sonntag, 8. Februar 2026

WdH 4 Von Lychen nach Dambeck

 




So, 8.2.2026


Wandertag 4


Von Carpin nach Dambeck 


8:10h, 36,6 km, 289 hm Aufstieg, 295 hm Abstieg 


Beim ausgezeichneten, sehr reichhaltigen Frühstück unterhalte ich mich ein wenig mit dem Wirt. Er stammt eigentlich aus dem Erzgebirge, ist aber schon vor der Wende hierher gekommen , hat die ehemalige Konsumgaststätte gekauft und renoviert. Zur Zeit ist wenig los bis auf einige Monteure. Da er allerdings zusätzlich noch ein Catering betreibt, kommt er über die Runden. Ich frage ihn, ob er jemals bereut hat, die Gaststätte übernommen zu haben. Daraufhin antwortet er, dass er schon ziemlich angebunden sei, was den Betrieb angeht, aber es ansonsten für ihn passt.

Ich verabschiede mich von dem Wirt Matthias Schreyer mit Händedruck, nachdem ich relativ wenig bezahlt habe. Jetzt um sieben wird es schon langsam hell. Ich folge der Straße durch den Ort bis zum Beginn des Müritz Nationalparks und biege dann auf einen breiten Fußweg ab, der durch abwechslungsreichen Wald führt. Es hat leicht gefroren, so dass Schnee und Eis ziemlich griffig sind, was das Vorankommen erleichtert.

Weiter geht es durch den Wald, auf einem Fahrweg, vorbei an einem See, der wahrscheinlich durch einen Biber Staudamm entstanden ist. Zahlreiche abgebrochene Bäume ragen hier aus dem Eis. Leider sind die Informationstafeln entlang des Weges alle von Schnee und Eis überzogen, so dass sie nicht lesbar sind. Der Weg führt weiter durch sehr schöne alte Wälder aus Buchen mit einigen Eichen, die typisch für den Serrahner Teil des Müritz Nationalparks sind.

Bald erreiche ich das fünf Häuser Örtchen Serrahn, mitten im Nationalpark, der Infopunkt ist hier allerdings erst ab April geöffnet.

Weiter geht es durch die hügeligen Wälder, in denen es außer Buchen auch einige Fichten, Tannen und Douglasien gibt. Bald ist der Wald aber wieder von Kiefern bestimmt unter denen grüne Heidelbeersträucher wachsen und junge Eichen, die ihre braunen Blätter noch tragen. Auf breiten Fußwegen geht es weiter durch die märchenhaft schönen, alten Kiefernwälder des Nationalparks. Schließlich verlasse ich den Nationalpark und wandere auf Fahrwegen weiter durch abwechslungsreiche Wälder. Es ist heute Morgen freundlicher als die letzten drei Tage und ab und zu zeigt sich sogar die Sonne und ein kleines Stückchen blauer Himmel.

Schließlich erreiche ich den Rand der Kreisstadt Neustrelitz, wo zwei große Plattenbauten stehen.  Fahrwege führen mich durch den Kiefernwald am Ortsrand entlang. Schließlich laufe ich etwa 2 km durch die Straßen der Stadt und helfe jemanden seinen schweren Karren über eine Bürgersteigkante zu schieben. Ich gelange zum Tiergarten und komme dort wieder auf einen Fahrweg. Während der Naturpark Weg bisher recht gut markiert war, ist von einer Beschilderung in Neustrelitz nichts mehr zu erkennen. Da der Naturparkweg in einem weiten Bogen um den Tiergarten herum zurück ins Stadtzentrum führt, beschließe ich, einen direkten Weg zu nehmen und ein Stück abzukürzen. Während auf der linken Seite eine große Kleingartenanlage liegt, grenzt rechts an den Weg ein Wald mit dicken alten Eichen an. Ein kurzes Stück folge ich einem Pfad, der mich zur Useriner Straße bringt, wo ich einem von der EU geförderten Radweg einen Kilometer weit folge. Bald gelange ich wieder auf den Naturpark Weg. Hier in der Umgebung von Neustrelitz gibt es einige weitere Rundwege, die meist nach ehemaligen Größen des früheren Herzogtums benannt sind. Durch eine halb offene Landschaft wandere ich ein kleines Stück bis ich wieder an die Useriner Straße gelange, der ich ein Stück folge und dann auf einen Fahrweg abbiege. Mir begegnet ein Paar, das mit seinem Hund einen Spaziergang macht. Der Weg führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, wo sich Wiesen und Gehölze abwechseln. Besonders imposant sind einige mächtige Flatterulmen, die mit ihren Brettwurzeln ein wenig an Regenwaldbäume erinnern.

Ein asphaltierter Weg führt mich nach Prälank Kalkofen, wo ich in einer Bushaltestelle meine Mittagspause einlege und 200 g Mandelschokolade esse. Das Landhotel hier hat bis März geschlossen. Ein Fahrweg führt mich meist durch Laubwald zu den wenigen Häusern von Prälank Siedlung. Kurz danach nehme ich einen Pfad, der nach Prälank führt. Von dort führt mich ein Fahrweg wieder in die weiten Kiefernwälder des Müritz Nationalparks. Hier liegt mehr Schnee, und es ist auch deutlich kälter als noch heute Morgen. Außerdem ist es wieder grau. Obwohl der Weg der Verbindung nach Langenhagen dient, begegnet mir nur ein Auto. Die Erhebungen hier sind Sanddünen, die durch die Kiefern festgelegt wurden. Schließlich erreiche ich Langhagen ein weiteres winziges Nest, das über keinen wirklichen Straßenanschluss verfügt. in der unmittelbaren Umgebung sehe ich eine ganze Reihe weibliche Damhirsche. Weiter geht es auf einem Fahrweg durch die riesigen Wälder. Dies ist ein öffentlicher Weg. An manchen Stellen gibt es Abstellplätze für Fahrzeuge, wo allerdings Schilder signalisieren, dass man hier nicht übernachten darf. Am Kleinen Bodensee sind zwei Autos geparkt und sechs Leute befinden sich in einiger Entfernung auf dem Eis. Bald folge ich einen Fußweg an der Nationalpark Grenze, zu dessen linker Seite es ein eingezäuntes Gelände mit einigen Unterständen gibt, was wahrscheinlich im Sommer als eine Art von Campingplatz dient. Ein Stück weit führt der Pfad hier oberhalb einer Bahnlinie entlang, die in einer Art Graben verläuft. Schließlich folge ich einer Straße in den Ort Kratzeburg, wo es sogar eine Bahnstation gibt. Aber auch hier hat alles geschlossen und es gibt keine Übernachtungsmöglichkeit. Bald biege ich auf einen breiten Fußweg ab, der am Waldrand entlang führt, wo ich noch einmal Damwild sehe. Auf der rechten Seite grenzen Wiesen mit hohen Binsen an, die seitlich von einem Erlenstreifen gesäumt werden. Ich gelange dann an den großen Gutshof Dambeck, wo es eine Familienfreizeitstätte der AWO gibt. Jemand ist dabei sein Auto auszuladen und ich frage, ob er Besucher sei. Er bejaht das und sagt, wo es zur Anmeldung geht. Dort angekommen, schüttelt die Dame an der Rezeption ihren Kopf, als sie mich sieht, da sie gerade ihren Computer runtergefahren hat. Nach einigem hin und her gibt sie mir ein Zimmer mit Halbpension zu einem recht guten Preis. Das Zimmer ist toll ausgestattet und verfügt über einen fantastischen Blick zum Dambecker See, der von Eis bedeckt ist. 

Beim Abend Buffet gibt es zwei warme Gerichte und auch Salat und Brötchen mit Aufschnitt zur Auswahl. Alles sehr reichhaltig und wohlschmeckend! Außer mir sind noch eine Frau mit einigen Kindern, die offenbar aus der Ukraine stammen, da und später kommt noch eine weitere Familie hinzu.













Samstag, 7. Februar 2026

WDH 3 Von Lychen nach Carpin

 



Sa, 7.2.2026


Wandertag 3


Von Lychen nach Carpin


9:57 h, 38,8 km, 238 hm Aufstieg, 240 hm Abstieg 


Bereits in der Dunkelheit morgens um sieben bin ich wieder unterwegs. Es regnet leicht und die Temperatur beträgt um die 0°. Die Nebenstraßen sind immer noch stark vereist, ebenso wie die Wege im Wald. Daher laufe ich die ersten 3 km auf einer gestreuten Straße.

Ein relativ schmaler Weg führt mich dann bald zum Küstrinchen Bach, dem ich für knapp 4 km folge. Er fließt zum Teil durch Erlenwald, zum Teil auch durch schönen Mischwald. Natürlich arbeiten hier auch Biber und zu anderen Zeiten kann man auch Eisvögel sehen, was eine Tafel verrät. Der Pfad am Ufer entlang ist sehr schön und ein weiterer Höhepunkt des Märkischen Landwegs. Es regnet immer noch leicht, was dazu führt, dass die Eisschicht teilweise leicht antaut, wodurch es weniger rutschig ist als zuvor. Allerdings gibt es immer noch sehr tückische, glatte Abschnitte.

Ich überquere eine Straße und wandere weiter auf einsamen Wegen durch die riesigen Wälder. An vielen Stellen sieht man, dass auch hier der reine Kiefernwald sukzessive zu einem Mischwald wird, zum Teil durch die Anpflanzung von Buchen und Eichen zum Teil aber auch durch Naturverjüngung. Es scheint hier viel Wild zu geben. Ich sehe etliche Male Fährten von Rotwild und häufig haben Wildschweine im Laub gewühlt.

Über vereiste Wege laufe ich durch eine offene Landschaft, die von gelbem Gras geprägt ist, nach Tackmannsdorf zur Kolbatzer Mühle. Dort Blöken Schafe, die sogar schon Lämmer haben. Ein Schild Casa del Sol macht mich neugierig, und ich spreche jemanden an, der gerade Eis weg räumt. Es stellt sich heraus, dass er ein relativ junger Urlauber aus Bad Segeberg in Schleswig-Holstein ist, der hier mit seiner Familie sechs Tage in einem Ferienhaus verbringt, was sogar mit Kamin ausgestattet ist. Die Anfahrt hierher unter den eisigen Bedingungen war nicht ganz einfach, zumal die letzten Winter ja ganz anders waren.

Ich befinde mich jetzt bereits in Mecklenburg-Vorpommern und folge einen breiten Forstweg, an dem viel Holz aufgestapelt ist, bis ich wieder auf einen schmalen Erdweg abbiege. Es taut jetzt stark und ein beständiger Tropfenschauer fällt von den Bäumen herab.

Vor dem Einzelhoff Aalkasten überquert der Weg einen Bach. Allerdings ist die Brücke laut einem Schild gesperrt! Ohne Problem gelange ich auf die andere Seite und wandere weiter.

Ein schmaler Erdweg führt mich oberhalb des großen Mechowsees, teilweise durch Buchenwald.

Ein Forstweg führt mich zum Krüselin See, wo die Gebäude einer Mühle stehen. Ein schmaler Pfad verläuft unmittelbar am Seeufer entlang, wo mal wieder die Biber gearbeitet haben. Meist verläuft der Weg oberhalb des Steilufers durch den Wald. Mein Blick schweift über den See mit seinem grauen Eis, auf dem sich zunehmend Pfützen bilden. Die Stimmung ist grau und neblig.

Ich mache Mittagsrast auf einer überdachten Bank, wo ich per Video mein Fazit zum Mörkischen Landweg abgebe. Ein Stück weit folge ich dann einer asphaltierten Straße, verlasse den Landweg und wandere eine kurze Distanz auf einem Erdweg weiter, bis ich auf den Naturpark Weg Mecklenburg-Vorpommern stoße, der mit einem blauen Band markiert ist.

Ein Stück folge ich einem Erdweg durch den Wald und gelange dann  auf eine breite Forststraße, die an einem Rastplatz vorbei führt, mit einer überdachten Hütte. Dort lässt sich nachlesen, dass der Fischotter das Symbol des Naturparks Feldberger Seen ist.

Im Wald hier gibt es auch Fichten,  ältere Douglasien, aber auch Buchen und Eichen. Schließlich gelange ich aus dem Wald in das Örtchen Laeven. Hinter dem Ort biege ich dann auf einen Feldweg durch die offenen Flächen ab. Der Weg durch die Feldmark mit ihren großen Feldern wird stellenweise von einem Heckenstreifen und einzelnen Bäumen gesäumt. Dann höre ich es kurz knacken und ein Rudel von neun Damhirschen,  zum Teil mit mächtigen Geweihen läuft auf ein offenes Feld, bleibt in einiger Entfernung stehen und mustert mich. Die Hirsche scheinen nicht allzu unruhig zu sein.

Das Waldgebiet, in das ich jetzt gelange, wird hauptsächlich durch Buchenwald geprägt. Es gibt hier viele alte Bäume und tatsächlich komme ich irgendwann an eine Tafel, die verkündet, dass sich in der Nähe die Heiligen Hallen befinden. Dieser etwa 16 ha große Buchenwald ist schon vor über 350 Jahren entstanden und eines der ältesten Waldgebiete Deutschlands. Auf meiner großen Waldwanderung 2021 habe ich die Heiligen Hallen ebenfalls besucht.

Vor den Häusern von Koldehoff überquere ich eine Straße und laufe dann weiter auf breiten Erdwegen durch den Wald.

Ein Stück weiter überquere ich die Straße noch einmal. Eine Tafel macht hier auf den Naturpark Weg aufmerksam, der die sieben Naturparks Mecklenburg-Vorpommerns, sowie Müritz-Nationalpark und Biosphärenreservat Schaalsee miteinander verbindet. Außerdem gelange ich hier an den Rand des Müritz-Nationalparks, mit etwa 30.000 ha, der größte Nationalpark Deutschlands außer den Meeresnationalparks am Wattenmeer.

Ein breiter Weg führt entlang der Nationalpark Grenze. Man sieht die überwiegend dichten,  mittelalten Buchenbestände des Nationalparks, kann sie aber so nicht wirklich erleben.

Als ich aus dem Wald komme, stehen zu meiner Überraschung einige Lamas auf einer eingezäunten Weide. Sind wir denn hier in Südamerika?

Dazu passt auch, dass jemand hier in Grünow Planwagen Trekking Touren anbietet.

Ein Stück weit laufe ich durch die offene Feldflur. Bevor es dann wieder in den Wald geht, sehe ich ein Paar mit Hund vor mir, erreiche sie jedoch nicht, da sie vorher abbiegen.

Interessanterweise kündigt ein Sackgassenschild im Wald an, dass der Weg bald schmaler wird und weiter durch den überwiegenden Kiefernwald führt, bis an den Rand von Bergfeld. Bergfeld mit seinen verstreuten Häusern wartet mit einer alten Dorfschmiede aus Bruchsteinen und einem großen Gutshof auf.

Ein Feldweg führt mich dann durch eine abwechslungsreiche Feldflur mit Gebüschen, Kopfweiden am Weg und Einzelbäumen nach Carpin. Um 17:50 Uhr erreiche ich dann den Landgasthof am Schlesersee, den ich gestern telefonisch gebucht hatte. Der Wirt empfängt mich freundlich und zeigt mir mein Zimmer im ersten Stock. Später esse ich unten in der Gaststube Schnitzel mit Spiegelei, Pommes und Gemüse. Dazu trinke ich Pfefferminztee. Außer mir ist noch eine kleine Gruppe teilweise in Karnevalsverkleidung da.