Donnerstag, 5. März 2026

WdH 28 Von Weimar zur Weidelsburg




5.3.2026


WdH 28 Von Weimar zur Weidelsburg


11:47 h, 48,3 km, 1371 hm Aufstieg, 1190 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Als ich am Morgen den 578 m hohen Dörnberg mit den Helfensteinen erreiche, geht gerade der Vollmond unter und die Sonne auf Fantastische Stimmungen!

Weiter geht es meist auf Fußwegen durch die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren steilen Vulkankuppen. Schließlich erreiche ich den Herkules, ein gewaltiges Baudenkmal hoch über Kassel, dasszum UNESCO Weltkulturerbe zählt!

Durch abwechslungsreichen Wald und an einem Bach entlang, an dem es sogar einen kleinen Wasserfall gibt, steige ich schließlich auf den Berg der Schauenburg, von der aber nichts mehr zu sehen ist. Während ich bis jetzt bereits zahlreiche Höhenmeter zurückgelegt habe, wird der Nachmittag etwas flacher. Einmal gelange ich an einen gesperrten Waldweg, wo Motorsägen heulen. Hier geht es nicht weiter, daher muss ich eine 3 km lange Alternative nehmen. Später geht es auch lange meist auf Graswegen durch die Feldflur, auch heute bei tollem Vorfrühlingswetter. Als es langsam dunkel wird, steige ich hoch zur Weidelsburg, wo ich in einer Nische mein Lager aufschlage. Mit über 48 km und fast 1400 Höhenmetern Aufstieg war das ein anstrengender Tag!


Schon in der Morgendämmerung bin ich wieder unterwegs. Ein Fahrweg führt mich durch den Buchenwald bergauf. Bald erscheinen oberhalb die dunklen Vulkanfelsen der Helfensteine. Hier gelange ich auf den insgesamt 85 Kilometer langen Habichtswaldsteig, dem ich ab jetzt folge. Hier gelange ich auf einen Pfad, der zunächst durch Gebüsch führt, und dann entlang von offenen Grasflächen rauf zum 578 m hohen Dörnberg. Hier oben hat es in der Nacht leicht gefroren. Die Aussicht mit Sonnenaufgang und Monduntergang ist fantastisch! Weiter geht es auf einem schmalen Pfad in den Buchenwald.

Als ich aus dem Wald gelange, folge ich zunächst einem Grasweg und dann asphaltierten Feldwegen durch die hügelige Landschaft. Der Blick schweift zurück zu den steilen Vulkankuppen. Ich überquere eine viel befahrene Straße und laufe bergauf Richtung Wald. Teilweise auf Graswegen geht es durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Feldgehölzen. Als ich in den Wald gelange, folge ich einem Pfad am Rand der Igelsburg, einer markanten, steilen, vulkanischen Erhebung, die in früheren Zeiten wohl auch als Burg diente. Rotkehlchen und Drosseln singen, dazu erklingen die dumpfen Laute einer Hohltaube. Ich gelange an drei hölzerne Komposttoiletten des Naturparks Habichtswald. Das nenne ich eine gute Idee! Danach komme ich an eine Hütte, die am Rand des Silbersees steht, wo ehemals Basalt abgebaut wurde und die typischen quaderförmigen Säulen auftragen. Ein Stück weiter gelange ich an einigen mächtigen, eindrucksvollen Eichen vorbei. Weiter geht es durch schönen Laubwald am Rand eines Steinbruchs, wo ich zum ersten Mal in Hessen die weißen H-Markierungen sehe, mit denen Habitat Bäume gekennzeichnet werden, die nie gefällt werden sollen. Ob man allerdings ganz dünne Weiden, die sowieso keinen wirtschaftlichen Wert haben, mit einem H versehen soll, ist natürlich eine andere Frage. Eigentlich sollen alte Bäume, die einen wertvollen Lebensraum darstellen, so geschützt werden.

Dann geht es durch eine weitläufige Graslandschaft mit vielen einzelnen Büschen, die bestimmt von Schafen offen gehalten wird, hoch zum Herkules. Ein Stück folge ich noch einer Allee mit gewaltigen Eschen. Ein Eichhörnchen hüpft vor mir durch den Wald. Schließlich erreiche ich den Herkules, ein gewaltiges Baudenkmal, das teilweise eingerüstet ist, hoch über der Stadt Kassel. Der angrenzende Bergpark zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. An diesem Donnerstagmorgen ist hier noch nicht viel Betrieb, was aber normalerweise ganz anders ist!

Ein Pfad führt mich durch den Laubwald zu einer befahrenen Straße, die ich überquere. 

Teilweise am Waldrand entlang, teilweise im Wald geht es zum Firnsbach, wo ich einem Fußweg abwärts folge. Am Bach fülle ich meine Flasche auf und passiere dunkle, Moosbedeckte Vulkanfelsen,  die hier aus dem Buchenwald am Bach aufragen. Es gibt hier sogar einen kleinen Wasserfall. Schließlich gelange ich an einem Waldrand mit einigen beeindruckenden, mächtigen Eichen, die gerade erst von anderen Bäumen weitgehend freigestellt wurden. Ich folge dem sonnigen Waldrand weiter, leider schallt der Lärm der benachbarten Autobahn deutlicher rüber. Vor Hooft kreist ein Rotmilan. Ich laufe ein Stück durch den Ort und steige dann auf einem Pfad ziemlich steil zur Schauenburg hoch. An den Hängen wächst das unscheinbare Bingelkraut mit seinen grünlichen Blüten und weiter oben gedeihen noch Winterlinge mit ihren gelben Farben.

Beim Abstieg überquere ich eine Straße und passiere eine Biogasanlage. Zur Zeit ist ja in der Diskussion dem Erdgas Biogas verpflichtend beizumischen. Ich halte das für keine gute Lösung, weil es im Zweifelsfall Gasheizungen nur verteuert und der eigentliche Umstieg von Öl und Gas auf Wärmepumpen erfolgen muss. Das ist nun mal die nachhaltigste und zukünftig auch billigste Energieform! 

Was die Förderung von Wärmepumpen angeht, ist es dringend notwendig, auf Festbeträge umzustellen. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass die prozentuale Förderung zu einem starken Anstieg der Heizungs- und Installationspreise geführt hat.

Weiter geht es am Waldrand entlang, wo auf der gegenüberliegenden Seite sich einige Windräder drehen und ein Dorf im Tal liegt.

Ich streife den Ortsrand von Breitenbach und folge dann einen Weg am Waldrand, der durch ein Naturschutzgebiet folgt, dass durch Wiesen und Gebüsche geprägt ist. Der Wald hier wird überwiegend von Buchen dominiert. Es gibt aber auch Eschen und Ahorne. An einem Bächlein fülle ich noch einmal meine Wasserflasche auf. Ich begegne einer älteren Dame, die mit ihrem Hund unterwegs ist. Sie fragt mich, ob es noch weit ist. Ich erzähle ihr, dass ich durch ganz Deutschland wandere. Sie sagt, dass sie das schön findet und dass sie auch die Spaziergänge mit ihrem Hund sehr genießt, der aber da er schon 15 ist, nicht mehr so richtig mobil ist. 

Ein Stück weit geht es dann durch die offene, recht abwechslungsreiche Feldflur.  Ich überquere eine Straße und gelange schließlich zum Wald.

Dort folge ich zunächst einem Pfad am Waldrand, bevor es weiter in den Buchenwald geht. Hier treffe ich einen älteren Spaziergänger mit einem kleinen Hund, mit dem ich einige Worte wechsle. Es ist hier recht flach und gut zu laufen. Ich höre Motorsägen und gelange an eine Sperrung, wo ein Banner mit der Aufschrift: Halt Baumfällung, Durchgang verboten, darauf hinweist, dass man hier nicht lang gehen darf. Natürlich gibt es keine Umleitung, so dass ich mir selber auf der Karte etwas einzeichne, immerhin 3 km, die ich dann nicht auf dem Habichtswaldsteig wandere. Zunächst laufe ich einen Kilometer auf der Straße, dann geht es in den Laubwald auf einem Forstweg. Schließlich komme ich wieder aus dem Wald und folge einem Grasweg, der eine Extratour des Habichtswaldsteig ist. Links von mir ragt die Burg von Niedenstein auf einem hohen Hügel auf.

Schließlich gelange ich wieder auf den Habichtswaldsteig, der hier am Waldrand verläuft. Weiter geht es dann auf Forstwegen durch den Laubwald.

Als ich wieder ins offene gelange, folge ich ein Stück dem Bachlauf Ems. Auf einem Grasweg geht es hoch zum Waldrand, dem ich dann weiter folge. Drei Männer stehen auf einer Wiese und haben sichtlich nicht wirklich etwas zu tun. Leider fehlen mir die Worte, sie anzusprechen. Da muss ich mir unbedingt noch was überlegen!

Hier am Waldrand wachsen auch Robinien. Diese Baumart kommt ursprünglich aus Nordamerika, und wird in Deutschland hauptsächlich in trockenen Gebieten angepflanzt.

Weiter geht es durch überwiegend jungen Buchenwald, über dem nur verstreut größere Bäume stehen,  wie Buchen oder Kiefern.

Kurz gelange ich aus dem Wald und folge dann wieder im Wald einem Erdweg oberhalb des Fischbach abwärts. Von einem dunklen, moosüberwachsenem Felsen hängen Farnwedel herab. Ich gelange aus dem Wald und folge ein Stück einer Bahnlinie zu einer Straße. Entfernt erscheint bereits der Kegel des Berges, auf dem die Weidelsburg steht, mein heutiges Ziel!

Weiter geht es teilweise auf Graswegen durch eine weite Feldflur. Es gibt hier Baumreihen am Bach, einzelne Wiesenstücke, aber Einzelbäume, große Felder, eine Hochspannungsleitung und entfernt eine ganze Reihe sich drehende Windräder.

Lange Zeit folge ich hier einen schönen Grasweg parallel zum Spobach, dessen geköpfte Weiden kräftig wieder ausgeschlagen haben.

Ich überquere eine Bahnlinie und laufe auf einem Erdweg am Waldrand oberhalb eines Baches. Hier wurde vor kurzem gearbeitet, dennoch ist der Weg gut zu begehen, nichts wurde zerfahren und der Weg ist frei von Ästen, so muss das sein!

Als ich aus dem Wald komme, gelange ich an einen kleinen See mit einem Pfahl, auf dem ein Storchennest thront. Ob Adebar auch dieses Jahr wiederkommt?

Anschließend geht es auf einem Grasweg durch die gehölzfreie Feldflur.

Ich komme bei einem kleinen Turm vorbei, den ein Vater gerade mit seiner Tochter bestiegen hat.

Bevor es wieder in den Wald geht, ist die Landschaft abwechslungsreicher mit kleinen Feldgehölzen. Am Waldrand tanzen die Mücken im Gegenlicht.

Ich wandere in dem kleinen Laubwald des Mühlenholz, steil abwärts und folge dann einem Fahrweg zwischen Bach und Waldrand.

Schließlich überquere ich den Bach, und laufe weiter auf einem Fußweg, der an eine Wiese und zwei Waldränder angrenzt. 

Schließlich geht es auf einem Grasweg hoch zum Waldrand, wo ich einem Fahrweg nach oben zur Weidelsburg folge. Als es schon langsam dunkel wird, finde ich eine geschützte Nische, in der ich mein Lager einrichte. 





























Mittwoch, 4. März 2026

WdH 27 Von Vaake nach Weimar

 




Mi, 4.3.2026


WdH 27: Von Vaake nach Weimar 


11:03 h, 46,6 km, 914 hm Aufstieg, 855 hm Abstieg 


Zusammenfassung: In der Nacht finde ich zunächst keinen Schlaf, da ein Tier in der Nähe raschelt. Auch nachdem ich mit der Stirnlampe leuchte, ist lediglich für 5 Minuten Ruhe. Wahrscheinlich kann ein neugieriges Reh nicht so richtig etwas mit mir anfangen. Später in der Nacht höre ich noch das Grunzen von Wildschweinen ganz in der Nähe. Gegen Morgen ruft der winzige Sperlingskauz. Außerdem hatte ich abends in der Dämmerung, die erste Fledermaus des Jahres gesehen.

Am Morgen geht es zunächst weiter durch den Wald, wo ich vier Wildschweine beobachte, die ersten dieser Wanderung! Bei der Tillyschanze, oberhalb von Hannoversch Münden, endet der Weserbergland Weg. Ab jetzt folge ich dem Märchenlandweg. Ich passiere die größte Hainbuche, die ich je gesehen habe, und gelange schließlich aus dem Wald an die Fulda, über der noch der Nebel hängt. Ab jetzt laufe ich sehr viel auf asphaltierten Feldwegen und lange durch große Orte, wie Immenhausen. Erst am Nachmittag wird der Weg wieder schöner. An einem sonnigen Waldrand sehe ich das erste Tagpfauenauge und einige Elsbeeren . Von einem offenen Plateau schweift mein Blick zu den Kämmen von Dörnberg und Habichtswald. Schließlich schlage ich in einem alten Buchenwald mein Freiluftlager auf. Inzwischen habe ich den Märchenlandweg verlassen und folge dem Kasselsteig.



Obwohl ich müde bin, komme ich in der Nacht erst mal nicht zur Ruhe. Lange Zeit raschelt ein Tier in meiner Nähe durchs Laub. Auch als ich aufstehe und mit der Taschenlampe leuchte, ist es nach einiger Zeit wieder da, wahrscheinlich ein Reh. Später ist eine Gruppe Wildschweine in der Nähe, deren Grunzen ich deutlich höre. Außerdem sehe ich die erste Fledermaus des Jahres in der hellen Mondnacht fliegen, diese stört mich allerdings nicht! Neben dem allgegenwärtigen Waldkauz, höre ich gegen morgen auch noch das Trillern eines winzigen Sperlingkauzes. 

Noch in der Morgendämmerung breche ich wieder auf und laufe bald auf einem Forstweg durch den Wald. Vier Wildschweine überqueren vor mir den Weg und verschwinden in einem jungen Buchenwald.

Ein unbefestigter Weg führt zunächst abwechslungsreich durch den Wald und dann am Waldrand entlang. Die Sonne geht über dem Dunst als orange Kugel auf. Auf einer Kanzel sitzen zwei schnatternde Gänse.

Weiter geht es in den Wald, der recht abwechslungsreich ist. Leider sind die Erdwege, auf denen ich hier laufe, zum Teil ziemlich zerfahren.

Schließlich erreiche ich die Waldgaststätte Tilly Schanze mit Aussichtsturm über Hannover Münden, wo der Weserbergland Weg nach 225 km endet. Ich fand den Weg insgesamt ziemlich gut, obwohl ich ja nur einen Teil gelaufen bin.

Ab hier folge ich dem M des Märchenlandweges, der schon eine Zeit lang deckungsgleich mit dem Weserberglandweg war. Bald fülle ich meine Flasche an der gefassten Katerquelle auf.

Ein unbefestigte Erdweg führt mich durch schönen alten Buchenwald oberhalb der Fulda. Einem Fahrweg folge ich dann lange bergab. Unterwegs komme ich an der gigantischsten Hainbuche vorbei, die ich je gesehen habe, mit weit über einem Meter Durchmesser, unheimlich eindrucksvoll!

Schließlich gelange ich an die Fulda, über der noch der Nebel hängt. Ein asphaltierter Radweg führt mich nach Wilhelmshausen. Ein ganzes Stück hinter dem Ort wende ich mich vom Fluss ab und laufe durch eine ausgeräumte, monotone Feldflur. An einer alten Mühle verteidigt ein aggressiver, zähnefletschender Hund  sein Territorium, glücklicherweise hinter einem Zaun. 

Ein asphaltierten Feldweg führt mich durch die abwechslungsreiche, hügelige Kulturlandschaft nach Knickhagen. Weiter geht es hinter dem Ort auf einem asphaltierten Feldweg. In den Erlen am Bach stehen rote Rinder. Ein neuer, straßenähnlicher Radweg mit Seitenstreifen führt mich bergauf durch die Hügel. Müssen Radwege wirklich 3 m breit sein?

Die Goldammern singen, langsam setzt sich die Sonne durch und der blaue Himmel erscheint über der Nebelglocke.

Dann laufe ich länger durch den Ort Holzhausen. Hier hängen die Plakate für die Kommunalwahl Mitte des Monats. Leider alle völlig uninspirierend!

Am Ortsrand angekommen, ruft mich Thomas Stillbauer von der Frankfurter Rundschau an, mit dem ich ein Telefoninterview über meine bisherige Wanderung führe. Weiter geht es in den Wald. Eine Frau, wahrscheinlich in meinem Alter, kommt mir entgegen und spricht mich an, ob ich denn ein richtiger Wanderer sei. Im Gespräch stellt sich heraus, dass sie sehr gerne zu Fuß unterwegs ist und auch draußen im Wald übernachtet. Angst vor Wildschweinen kennt sie nicht! Allerdings erzählt sie von einer etwas merkwürdigen Begebenheit, wo sie in einer Waldhütte übernachtet hat und dann mitten in der Nacht jemand rein kam und sagte, er hätte sich vor den Wildschweinen in die Hütte geflüchtet, ob sie sie nicht gehört hätte. In dem weiteren Gespräch mit dem Mann stellte sich heraus, dass er glaubt, von einem bösen Geist besessen zu sein. Eine etwas merkwürdige Begegnung, die meiner Gesprächspartnerin aber keine Angst eingejagt hat!

Bald gelange ich aus dem abwechslungsreichen Wald und folge noch ein Stück dem Waldrand.

Durch die Felder erreiche ich schließlich die Kleinstadt Immenhausen, durch die ich ziemlich lange laufe. Jetzt gegen Mittag ist es so sonnig und warm, dass ich im T-Shirt laufe.

Weiter geht es überwiegend durch Felder, mal wieder auf Asphalt. In Hohenkirchen nehme ich, ebenso wie in Immenhausen, teilweise eine direktere Strecke als der Märchenlandweg. Ich habe einfach keine Lust, länger als notwendig durch die Orte zu laufen. Weiter geht es durch das direkt angrenzende Mönchehof. Wieder auf Asphalt laufe ich aus dem Ort und passiere den kleinen Glockenweiher. Hier gibt es eine Hütte, die zum Vogelbeobachten eingerichtet wurde. Schließlich erreiche ich den Waldrand, von wo mein Blick zurück nach Holzhausen und Mönchehof schweift. Hier geht es in den Wald der Waldruhe Schäferberg, wo man sich bestatten lassen kann. In diesem Laubwald aus Buchen Eichen und Hainbuchen, tragen viele Bäume Schilder. Darauf stehen Nummern, sowie die Namen von Bestatteten, beziehungsweise die Besitzer des Begräbnisplatzes.

Ich laufe durch die Siedlung Schäferberg und überquere die verkehrsreiche B 7. Danach folge ich dem Kasselsteig, der schon eine ganze Zeit parallel zum Märchenlandweg verlaufen war. Von einem Wanderparkplatz geht es am Waldrand entlang der Bundesstraße weiter. Während sich ein Asphaltweg von der Bundesstraße im Feld entfernt, sehe ich unter mir bereits die Großstadt Kassel. Ein kurzes Stück folge ich dann einem Pfad durch den Wald, abwärts an einer mächtigen Eiche vorbei.

EinPfad  führt mich dann am Ortsrand von Heckershausen entlang. An einem Sportplatz vorbei, geht es dann auf einem weiteren Pfad wieder in den Wald. Anschließend laufe ich längere Zeit am sonnigen Waldrand entlang, wo ich das erste Tagpfauenauge des Jahres sehe. Auf einem schmalen Fußweg geht es dann weiter im Wald in der Nähe des Waldrands. Hier wachsen Buchen und Eichen, aber ich entdecke auch einige der seltenen Elsbeeren. Weiter geht es dann durch die Felder am Rand von Kammerberg. Vor mir sehe ich den Dörnberg mit seinem Plateau und den flachen Kamm des Habichtswalds. Teilweise laufe ich hier auf breiten Graswegen. Die von Wäldern umgebene, plateauartige Feld- und Wiesenlandschaft mit vielen Hecken gefällt mir recht gut.

Schließlich verlasse ich den Kassel Steig, der einen großen Bogen um Weimar macht, und laufe direkt zum Wald.

Ich fülle noch einmal an einem Bächlein meine Literflasche mit Wasser auf. Im Wald stoße ich bald wieder auf den Kassesteig, dem ich aufwärts folge. Bald verlasse ich den Weg und schlage in einem alten Buchenwald mein Nachtlager auf. 















Dienstag, 3. März 2026

WdH 26 Von Nienover nach Vaake

 




Di, 3.3.2026


WdH 26: Von Nienover nach Vaake


12:17 h, 46,1 km, 1094 hm Aufstieg, 1157 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Schon bald nach meinem Aufbruch erreiche ich Bad Karlshafen, wo ich über die Weser nach Hessen gelange. Nachdem ich in dem hübschen Städtchen eingekauft habe, folge ich einem Pfad durch die steilen Weserhänge, wo ich tatsächlich einen anderen Wanderer mit Rucksack treffe. Die weitere Wanderung durch den Rheinhardswald gefällt mir zunächst nicht sehr gut. Man hat sich viel Mühe gegeben, den Weserbergland Weg über unbefestigte Wege zu führen. Leider sind die häufig von den Forstmaschinen komplett zerfahren worden. Außerdem wirkt der Wald durch die Stürme und Borkenkäfer Kalamitäten der letzten Jahre ziemlich zerrupft. Zu allem Überfluss wird hier gerade ein großer Windpark errichtet. Ich halte ja den Ausbau der Windkraft für sehr wichtig, aber der Wald und insbesondere große, weitgehend unzerschnittene Gebiete wie der Reinhardswald sollten meiner Meinung nach frei von Windrädern bleiben. Dafür ist es hier jetzt zu spät! Über Gottsbüren gelange ich zur Sababurg, dem berühmten Dornröschenschloss. Der Abstieg im Tal der Olbe zur Weser gefällt mir recht gut. Hier wachsen markante Buchen am Bach, der teilweise tief eingeschnitten ist. Anschließend gelange ich an die Weser und folge dann dem Waldrand bis in die Nähe von Veckerhagen, wo ich mich mit Catharina Schütze treffe. Sie arbeitet bei einer Krankenkasse und hat das Wandern für sich als Rettung nach einem schweren Schicksalsschlag entdeckt. Inzwischen hat sie ihre Arbeitszeit bei der Krankenkasse reduziert und arbeitet auch als selbstständige Wanderführerin. Hierbei gefällt ihr nicht nur der Kontakt zur Natur, sondern auch, dass sie andere Menschen inspirieren kann. Über das Gesundheitssystem denkt sie wie ich, dass es dringend reformbedürftig ist. Warum gibt es eine Zweiklassengesellschaft mit privater und gesetzlicher Krankenversicherung? Warum müssen sich viele unterschiedliche Krankenkassen Konkurrenz machen? 

Nachdem wir zusammen gewandert und gegessen haben, nehmen wir schließlich Abschied und ich schlage mein Freiluftlager im Wald auf.


Bereits um 6:00 Uhr bin ich wieder unterwegs. Der erste rötliche Schimmer des Tages zeigt sich, während der Vollmond langsam untergeht. Bald gelange ich auf einen Fahrweg, dem ich durch den Buchenwald der Weserhänge folge.

Schließlich gelange ich runter an die Weser, wo noch Dunst über dem Fluss hängt. Bad Karlshafen, wo ich jetzt ankomme , ist ein recht hübsches Städtchen. Ich kaufe im Netto ein und laufe ein kurzes Stück durch die Stadt, bevor es wieder in die steilen Weserhänge geht . Da ich die Weser überquert habe, bin ich jetzt in Hessen.

Bald laufe ich auf einem Fußpfad durch den Laubwald. Ich treffe einen Wanderer, der den  Weserweg in Etappen läuft, mit jeweils einer Übernachtung draußen. Ich komme an moosüberzogenen, kleinen Blockfeldern vorbei und viele der Bäume auf diesem trockenen und steilen Standort zeigen einen eher verkrüppelten Wuchs. Manche Bäume erreichen aber dennoch beachtliche Dimensionen. Tief unten sehe ich unter mir, die hier relativ schmale Weser dahin strömen. Auch letzte Nacht hat es wieder gefroren. Teilweise auf einem Pfad geht es durch Eichenwald. Hier höre ich den ersten Zilpzalp und ein Schwarz Specht fliegt rufend über mir.

Als ich weiter auf ein großes Plateau gelangen, folge ich oft Erdwegen. Allerdings werden diese teilweise auch von Maschinen befahren. Leider wirkt der Wald hier ziemlich zerrupft. Immer wieder passiere ich größere Freiflächen, die teilweise schon aufgeforstet wurden, oft mit Eichen in großen Gattern. Man hat aber auch Lärchen hier gepflanzt. Ich sehe die Türme von zwei Windrädern aufragen, denen aber noch die Rotoren fehlen.

Ein Erdweg, dem ich bergab folge, ist von den Holzerntemaschinen komplett zerfahren worden. Die Spuren sind teilweise 60-70 cm tief! Erschreckend, dass man hier weder auf den Boden, noch auf den Wanderweg Rücksicht genommen hat.

Eine Zeit lang laufe ich noch durch Buchen- und Eichenwald dann gelange ich an den Waldrand oberhalb des Ortes Gottsbüren. In dem recht großen Dorf wird kräftig an der Straße gebaut. Hier treffe ich einen älteren Mann, der vor seinem Haus sitzt und mit Weidenruten flechtet. Dies sei sein Beruf erzählt er mir. Interessant, dass jemand so ein altes Handwerk heute noch ausübt! Als ich den Ort auf einem asphaltierten Feldweg verlasse, sehe ich auf dem Hügelzug, den ich gerade durchquert habe, mindestens zehn Windräder alle noch ohne Rotoren. Der Windpark der 2021, als ich auch durch den Rheinhardswald gewandert bin, noch in Planung war, wird offensichtlich gerade gebaut. Ich denke, dass Windräder unverzichtbar für die dringend notwendige Energiewende sind. Allerdings halte ich es für unnötig sie in den Wald zu stellen, da es genügend andere Standorte gibt. Insbesondere ein großes Waldgebiet wieder Rheinhardswald sollte als Rückzugsort für Einsamkeit und Stille erhalten bleiben. Dazu passen Windräder überhaupt nicht!

Es ist schon12:30 Uhr und ich muss noch 17 Kilometer bis zu meinem Treffen mit Catharina um 16 Uhr zurück legen, daher heißt es jetzt an Geschwindigkeit zuzulegen!

Durch eine ausgeräumte Feldmark erreiche ich den Wald und komme dann zur Sababurger Mühle, wo gerade gebaut wird, unter anderem eine Jurte. Ein Grasweg führt mich am Waldrand entlang, wo die Sababurg, das Dornröschenschloss auf einem Hügel erscheint. An diesem schönen Dienstag ist dort einiges los, aber die großen Parkplätze verraten, dass das noch ganz anders aussehen kann. An der Mauer des Wildparks geht es steil nach oben, dann folge ich einem Pfad am Waldrand. Danach geht es wieder neben einer Straße in den Wald. Ein Schild verkündet, dass hier 18 Windräder errichtet werden! Außerdem hört man ein Harvester arbeiten und der angrenzende Buchen Bestand ist für meinen Geschmack viel zu stark ausgezeichnet. Das verfestigt noch einmal den negativen Eindruck, den der Rheinhardswald bisher auf mich macht. Schließlich folge ich lange der Olbe talabwärts. Teilweise ist der Bach tief eingeschnitten. An den Rändern wachsen teilweise mächtige Buchen, ein echter Rückzugsraum in diesem sonst stark unter Druck stehenden Waldgebiet. Irgendwann verbreitet sich das Tal und Laubwald dominiert. Dann gelange ich an eine Straße, dich an der Weser. Kurz geht es noch einmal auf einem Erdweg in den Wald, dann folge ich einem schönen Waldrand. Der Blick über grüne Wiesen auf denen einzelne, eindrucksvolle Eichen stehen, über die Weser, zu den gegenüberliegenden Hängen ist wirklich schön.

Pünktlich um kurz vor vier erreiche ich den Treffpunkt mit Catharina bei Veckerhagen. Die 40-jährige Frau ist schon da und wir wandern am Waldrand erst mal ein Stück zusammen weiter, bevor wir uns zu einer Pause niederlassen. Catharina hat Brote, Paprika Gurken und süße Teilchen mitgebracht. Außerdem Nüsse und Schokolade als Vorrat für mich. Wie nett! Während wir schmausen erzählt sie etwas über sich. Catharina hat das Wandern für sich entdeckt, nachdem sie einen schweren Schicksalsschlag erlitten hatte. Obwohl ihre erste längere Wanderung in Portugal hart war, wollte sie sofort mehr davon! Obwohl sie in einer Leitungspositionen bei einer Krankenkasse arbeitete, reduzierte sie ihre Arbeitszeit und bildete sich zur Wanderführerin fort. Heute bietet sie Wanderungen für verschiedene Gruppen und zu verschiedenen Themen an. Unter „Zeit zu wandern“ ist sie zu finden. Dabei ist ihr der Kontakt mit der Natur wichtig, aber auch, dass sie andere Menschen inspirieren kann.  Außerdem hofft sie, dass sie so ein Stück dazu beitragen kann, den Nachhaltigkeitsgedanken zu verbreiten.

Auch als Insider jn im Gesundheitssystem, ist sie der Meinung, dass sich hier grundlegendes ändern muss. So kann sie sich vorstellen, statt das viele Krankenkassen miteinander konkurrieren, es lediglich noch eine Gesundheitskasse gibt. Außerdem ist sie, wie ich gegen die Zweiklassengesellschaft im Gesundheitssystem mit gesetzlicher- auf der einen und privater Krankenkasse auf der anderen Seite.

Kurz bevor es dunkel wird, nehmen wir Abschied voneinander. Ich gehe wieder in den Wald und suche mir einen Platz für mein Cowboy Camp.

Heute war für mich ein ziemlich gemischter Tag. Zwar gab es durchaus schöne Momente wie die langen Waldränder und die Begegnung mit Catharina, ansonsten hat mir ein großer Teil des Reinhardswalds gar nicht mehr gefallen.