7.3.2026
Von Basdorf nach Goldhausen
WdH 30: 11:55 h, 49,9 km, 1035 hm Aufstieg, 905 hm Abstieg
Zusammenfassung: Rechtzeitig als die aufgehende Sonne den Edersee zart lila färbt, gelange ich ans Ufer. Bald entfernt sich der Pfad aber wieder und führt steil in den Hang. Im Gegensatz zu gestern stört hier keine Straße und der Wald ist ein absoluter Traum! Besonders der Knorreichenstieg ist wunderschön. Vor Herzhausen laufe ich noch längere Zeit auf einem Fahrweg hoch über dem See, wo ich schöne Aussichten erhalte. Leider verdecken die Bäume die Sicht an den meisten Stellen.
In Herzhausen verlasse ich den NST und nehme eine eigene Route, da ich mir bekannte Orte wieder sehen möchte. Buchenberg, das malerisch auf einer Hochfläche liegt, wo man schöne Ausblicke zu den Bergkuppen ringsum erhält, war 1995 mein Wohnort für ein Jahr. Durch den Wald oberhalb der Eder geht es nach Ederbringhausen, wo ich gerade richtig komme, um mir etwas von einem Bäckerwagen zu kaufen. Weiter geht es das malerische Orketal aufwärts. Hier war ich früher einige Male mit dem Schlauchboot unterwegs. Meist laufe ich abseits vom Fluss, der mit Stromschnellen und kleinen Inseln unheimlich abwechslungsreich ist. Gut Reckenberg mitten im Wald ist ein Traum. Das Tal gefällt mir besonders schön, weil es hier keine Straße gibt und es daher sehr abgelegen wirkt. Hinter Dalwigkstal laufe ich lange im Wiesen geprägten Aartal aufwärts, wo ich am Bach zwei Wasseramseln sehe. Schließlich steige ich zum Eschenberg auf, wo ich einem schmalen Weg auf dem Kamm folge. Ich bin hier auf dem 70 km langen Lichtenfelser Panorama Weg unterwegs. In der Dämmerung schlage ich schließlich mein Lager abseits des Weges auf.
Am Morgen bin ich bald wieder auf dem Urwaldsteig, der hier zunächst relativ weit vom See entfernt auf einem Pfad verläuft. Beim Campingplatz Fürstenlager gelange ich dann wieder an den Edersee, dessen Ufer ich hier ein Stück weit folge. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn jetzt färbt gerade die aufgehende Sonne den See zart lila. Schon bald geht es aber wieder steil nach oben. Tatsächlich sind die Steigungen für ein Mittelgebirge hier zum Teil ganz schön knackig! An einer Stelle wurde sogar ein Seil als Hilfe fest gemacht. Zwar macht der Wald insgesamt einen vitalen Eindruck. Dennoch sind bei vielen Eichen und Buchen Äste in den Kronen in den Dürrejahren vertrocknet. Das heißt nicht, dass diese Bäume tot sind. Aber sie sind natürlich geschwächt. Der Knorreichenstieg ist ein weiterer Höhepunkt des Urwaldsteigs. Die weiten Laubwälder hier sind wirklich ein Traum für jeden Waldfreund! Einmal sehe ich einige Rehe abspringen. Auf dem See hatte ich einige Haubentaucher und Kormorane gesehen. Bei Asel gelange ich auf eine Straße, der ich ein Stück folge. In den Wiesen hat es auch diese Nacht gefroren. An einem Altersheim vorbei geht es wieder in den Wald. Teilweise gibt es hier auch Fichten, die allerdings zum größten Teil längst abgestorben sind. Einige Bäume liegen hier über dem Weg, stellen aber kein wirkliches Hindernis da. Ein Fahrweg führt dann längere Zeit über dem steilen Seeufer entlang. Da die Bäume noch unbelaubt sind, kann ich gut über den See blicken. Vor Herzhausen erreiche ich schließlich einen asphaltierten Weg, auf dem bereits einige Spaziergänger mit Hunden und Kinderwagen unterwegs sind. In Herzhausen, an der Uferpromenade nehme ich Abschied vom See, vom Urwaldsteig und zunächst auch vom NST. Ab hier folge ich einer eigenen Route durch Gebiete, die ich von früher gut kenne und die ich wieder sehen möchte.
Ich passiere den Bahnhof und biege dann von der Straße ab. Auf einem Fahrweg geht es an einem Bächlein aufwärts.
Ich passiere ein Schild, das auf eine Naturwald Entwicklungfläche hinweist, wie die aus der Nutzung genommenen Wälder offenbar jetzt in Hessen heißen. In dem steilen Tal gibt es noch einige kleine Wiesenstücke. Nach einem langen Aufstieg, erreiche ich eine Hochfläche, wo sich schöne Aussichten auf die bewaldeten Bergkuppen der Umgebung bieten. Es gibt hier sogar eine kleine Wachholderheide und eine sehr nett gemachte Hütte, wo man laut einem Schild einfach nur da sitzen soll. Dann laufe ich durch den Ort Buchenberg, wo ich 1995 als ganz junger Förster ein Jahr lang gewohnt habe. Ein wirklich idyllisches Dorf! Ich meine sogar das Haus wieder zu erkennen, indem ich damals gelebt habe.
Über dem Ort kreisen zwei Rotmilane. Ein asphaltierter Weg führt mich über die Wiesen Richtung Wald. Von hier ergeben sich Aussichten zu den bewaldeten Hängen auf der anderen Seite des Edertals. Leider schallt der Lärm der Bundesstraße im Tal bis hier oben.
Ich passiere ein Feldgehölz, das mit niedrigen Eichen und Buchen bewachsen ist. Etwas typisches für diese Gegend mit ihren trockenen, nährstoffarmen Böden.
Eine Fläche am Waldrand, in der damals Eichen gepflanzt worden waren und in der wir Mäuse gefangen haben, ist jetzt ein geschlossener junger Wald.
Der Weg, auf dem ich jetzt laufe, verläuft im Wald oberhalb der Eder. Die Hänge hier sind sehr steil. Überwiegend wachsen junge Buchen, es gibt nur wenig alte Bäume. Zitronenfalter schweben über dem Weg. Schließlich erreiche ich den Rand von Ederbringhausen, wo gerade ein Bäckerwagen unterwegs ist. Ich nutze die Gelegenheit und kaufe mir ein Brötchen und zwei süße Teilchen für zwischendurch. Der Mann der mich bedient, erzählt, dass sich diese rollende Bäckerei durchaus lohnt und natürlich wissen die Leute in den Dörfern diesen Service zu schätzen. Bis hierher bin ich dem Wanderweg X1 gefolgt, jetzt geht es auf dem X 8 weiter.
Zunächst geht es durch die Wiesen zwischen Straße und Orke, einem hier etwa 8 m breiten Flüsschen. Ich durchquere Niederorke und laufe ein Stück durch die Wiesen, bevor es in den Wald geht. Schließlich hört der Fahrweg auf, und ein Erdweg läuft weiter hoch über dem Fluss, den ich unter mir fließen sehe. Auf der anderen Seite des Tals liegt das Gut, Reckenberg, mit einem schwarzen und zwei roten Türmen sowie drei Gebäuden in unglaublich malerischer Lage. Leider wird der Ausblick von den Bäumen verdeckt. An den Hängen wächst ein älterer Laubwald aus Buchen und Eichen. Der Fluss ist unheimlich lebendig mit vielen Mäandern, kleinen Stromschnellen und Inseln. Ich erinnere mich daran, wie ich hier einige Male mit einem Schlauchboot runtergefahren bin,lange, bevor es per Packrafts gab.Es gibt hier im Tal keine Straße, was mit zu dem wildromantischen Eindruck beiträgt.
Ich unterhalte mich kurz mit einem Paar, dass hier ebenfalls unterwegs ist und laufe dann auf einem Fahrweg ziemlich steil nach oben, bis es wieder runter zum Fluss geht. Das schmale Tal ist auf ganzer Länge von Wiesen gesäumt, die zum Teil von Wildschweinen umgewühlt wurden. Ich erinnere mich daran, wie ich bei einer Bootsfahrt an einem Weidezaun gekentert bin, der quer über den Fluss gespannt war! Schließlich erscheint der Ort Dalwigkstal vor mir.
Ich verlasse die Orke und steige bald steil in den Wald auf. Hier stehen abgestorbene Fichten, unter denen sich Hainbuchen angesiedelt haben. An einer anderen Stelle liegen Wuchshüllen herum und einige sitzen noch an Bäumen, die schon mehrere Meter hoch sind, so ist das mit den Wuchshüllen!
Aus dem Wald gelange ich in das Tal der Aar, dem ich dann lange folge. Es ist breiter, als dass der Orke und wird von Wiesen geprägt. Die Aar ist schmaler aber auch mehrere Meter breit. Zwei Motorradfahrer überholen mich und ein Quad kommt mir entgegen. eigentlich sind diese Wege für nicht landwirtschaftlichen Verkehr gesperrt…
Irgendwann verläuft der Weg dicht am Bach. . Hier sehe ich zweimal Wasseramseln vorbeifliegen. Bei einem Hof fährt ein junger Bauer ziemlich rasant auf seinem Trecker herum, vermutlich um Mist einzuarbeiten. Ich gelange an der Aar Mühle an eine Straße, und steige bald ziemlich lange und steil im Wald auf. Schließlich erreiche ich einen Kamm, der durch dichten, älteren Buchenwald führt, der ganz wie wenig bewirtschafteter Bauernwald wirkt. Es wächst hier etwas Bärlauch, womit ich mein Essen aufbessere. Ich erhalte eine schöne Aussicht im Sonnenuntergang auf die gegenüberliegenden Gipfel des Rothaargebirges und erreiche ein weißes Gipfelkreuz. Eine Tafel verkündet, das hier der 70 km lange Lichtenfelser Panorama Weg verläuft, dem ich schon im Orketal gefolgt bin. In der Dämmerung schlage ich schließlich mein Zelt, etwas abseits des Wegs im Wald auf.
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