Sa, 21.3.2026
WdH 44: Von Hammerstein nach Weitersburg
12:03 h, 44,3 km, 1296 hm Aufstieg, 1333 hm Abstieg
Zusammenfassung: Der Morgen beginnt mit fantastischen Tierbegegnungen: Sechs Wildschweine ziehen vor mir über den Weg. Ich denke, sie sind verschwunden, aber ich kann sie noch im Unterholz beobachten, beispielsweise wie sie sich an einem Baum scheuern. Dann gelange ich auf von Wald umgebene, offene Flächen, die stark von den Wildschweinen zerwühlt wurden. Hier beobachte ich mehrere Rotwildrudel. Besonders schön ist es, als die als Feuerball aufgehende Sonne den Hintergrund für das äsende Rotwild bietet. Später zieht dann ein 20-köpfiges Rudel auf mich zu, bevor es schließlich zum Wald abdreht. Zurück im Wald sehe ich noch einige Male Wildschweine und Rotwild und sogar ein mindestens zehnköpfiges Muffelwildrudel. Unglaubliche Tierbeobachtungen, fast fühle ich mich wie in der Serengeti!
Ich laufe auf meiner eigenen Route durch ein schönes Waldgebiet und gelange dann an der Wied zurück auf den Rheinsteig. Heute verläuft der Weg meist im Wald entfernt vom Rhein. Ich passiere den Zoo Neuwied und das Schloss Sayn mit darüberliegender Burg. An diesem Samstag sind ziemlich viele Leute unterwegs. Schließlich finde ich hinter der A 48 ein gutes Plätzchen.
Wie immer bin ich schon in der Morgendämmerung unterwegs. Zunächst geht es im Wald weiter das Tal aufwärts. Als ich an den Rand einer Freifläche gelange, überqueren sechs Wildschweine vor mir den Weg. Zunächst denke ich, dass ich sie im angrenzenden Wald mit dichten jungen Buchen nicht mehr sehen kann. Aber ich sehe doch noch mal einige von ihnen, die sich zum Beispiel an den Bäumen scheuern. Wahrscheinlich haben sie zuvor im Schlamm gebadet? Leider ist es noch etwas zu dunkel zum Fotografieren, so dass ich wahrscheinlich nur schlechte Bilder mache. Ein Stück weiter stehen auf der Freifläche, die von den Wildschweinen total zerwühlt worden ist, in zwei unterschiedlichen Gruppen mindestens 20 Stück Rotwild. Unglaublich, bin ich in der Serengeti gelandet? Ein Stück weit entfernt sind noch mal mindestens 8 weitere Tiere, unglaublich zwei so große und scheue Wildarten an diesem frühen Morgen so kurz hintereinander gut beobachten zu können! Etwas weiter sehe ich entfernt noch einmal weitere 8 Wildschweine über den Acker laufen und fünf Rothirsche zeichnen sich malerisch vor der roten Kugel der aufgehenden Sonne ab. Wunderschön!
Sie sind nur etwa 50 Meter entfernt und ich kann sie längere Zeit beobachten, bis sie mit einem dumpfen Bellen abspringen.
Schließlich kommen etwa 20 der mächtigen Tiere noch mal auf mich zu, bis sie schließlich im Wald verschwinden.
Ein Stück weiter, als ich einem Asphaltsträßchen durch den urigen Wald folge, sehe ich entfernt ein weiteres Wildschwein laufen. Ein Schwarzspecht fliegt vor mir über die Straße. Zwei weitere Rothirsche ziehen unmittelbar vor mir über den Asphalt. Dann sehe ich ein Reh in nur 10 m Entfernung und unmittelbar danach ein mindestens zehnköpfiges Rudel Muffelwild auf einer frisch gemulchten Freifläche. Sie schauen mich kurz an und verschwinden dann in den Wald. Unglaublich, wie viele große, scheue Wildtiere ich gerade in ganz kurzer Zeit gesehen habe!
Mein weiterer Weg führt mich durch ein wirklich schönes Waldgebiet. Am Anfang noch mit sehr urigem Eichen- und Buchenwald, aber auch später mit viel alten Laubwaldbeständen. Ich folge zum Teil dem mit R gekennzeichneten Rheinhöhenweg, weiche aber schließlich davon ab.
Eine Rundtour, die zum Rheinsteig gehört und rot markiert ist, führt mich teilweise auf Pfaden schließlich runter zur Wied, einem vielleicht 30 m breiten, netten Fluss. Hier an der Laubachsmühle, mit sich drehendem Rad, gelange ich auch wieder auf den Rheinsteig. Der folgt hier der Schlucht des Laubachs aufwärts. Zwei gelbe Gebirgsbachstezen streiten sich offenbar gerade über ihr Territorium.
Schon bald steige ich über Serpentinen durch Eichen- und teilweise auch lange aus der schönen Schlucht auf, bis ich die Höhe bei Rengstorf erreiche. Ein Reh springt von einer Wiese ab und hier höre ich den Lärm einer Bundesstraße.
In Rengsdorf unternehme ich einen Abstecher zum Einkaufen. Ich glaube, es gibt kein Land auf der Welt, wo es so hektisch in einem Supermarkt, besonders an der Kasse zugeht, wie in Deutschland oder positiv aus ausgedrückt: Hier ist die Effektivität am höchsten, aber angenehm finde ich das überhaupt nicht. Und für die Mitarbeiter muss es die Hölle sein…
Bald bin ich wieder auf dem Rheinsteig, der am Ortsrand verläuft. Freiwillig räumen Müll weg, was für eine schöne Idee! Allerdings wäre es noch besser, wenn der Müll gar nicht erst in die Landschaft geschmissen würde...
Es geht noch eine ganze Weile am Ortsrand vorbei. Schließlich führt mich ein Pfad durch den Buchenwald oberhalb des Engelsbachtals, wo es einige mächtige Bäume gibt.
Dann führt der Weg in das Tal, wo auch der römische Limes verlaufen ist. Bald geht es aber wieder raus und am Waldrand weiter. Meist auf Fahrwegen, geht es weiter durch den abwechslungsreichen Laubwald vorbei an einigen beeindruckenden Buchen und Eichen.
Weiter geht es auf einem Pfad durch Unterholzreichen Wald mit vielen Robinien. Ein Schild vom Rheinsteig erklärt, dass dieser Pfad zur Zeit wegen der Gefahr umstürzender Bäume und von Astbruch gesperrt sei. Man hat hier sogar die Markierungen übermalt. Als ich auf dem Pfad wandere, nehme ich nichts Außergewöhnliches war. Warum hält man sich nicht einfach an den Wortlaut im Bundeswaldgesetz, der eigentlich alles sagt: „Das Betreten des Waldes zu Zwecken der Erholung geschieht auf eigene Gefahr“. Damit ist doch eigentlich alles klar?
An Obstbäumen vorbei gelange ich zum Zoo Neuwied, wo an diesem Samstag allerhand los ist.
Durch Unterholzreichen Laubwald geht es nach Sayn mit Schmetterlingsgarten, Park und Schloss. Hier ist auch ziemlich viel los. Anschließend wandere ich rauf zur Burg und dann auf einem Pfad, einem Bergkamm im Eichenwald folgend, weiter. P dazu verläuft eine Straße. Auf dem Parkplatz steht ein BMW und jemand spielt sehr laute arabische Musik ab. Außerdem knallt es ständig von einem nahen Schießstand. So nett hier der Wald und die Wege auch sind, für mich ist das nicht der wahre Naturgenuss…
Ich folge einem Kamm durch den trockenen Eichenwald und steige in ein Tal ab. Anschließend geht es lange wieder ziemlich steil bergauf bis zum Römerturm, von wo man einen schönen Ausblick hat. Vorher habe ich eine Mutter mit ihrer Tochter getroffen, die mich nach meiner Wanderung gefragt hat. Die Frau ist mit 29 im Jahr 1992 aus Kasachstan ausgereist und seitdem lebt sie hier. Als ich die Frage, ob sie die Übersiedlung jemals bereut hat, sagt sie tatsächlich, dass sie lieber in Kasachstan geblieben wäre. Man denkt ja, Deutschland sei das gelobte Land für jeden, offenbar aber nicht für sie. Sie meint, ihr wäre es damals nicht schlecht in Kasachstan gegangen, aber ihr Mann habe nach Deutschland gewollt.
Bevor eine elfköpfige Wandergruppe mich einholt, verabschiede ich mich von den beiden, und nehme rasch die Beine in die Hand, und steige weiter auf. Schließlich flacht das Terrain ab, und ich kann einem Forstweg folgen, an einigen mächtigen Weißtannen vorbei.
Schließlich gelange ich in die offene Flur, über der ein Kolkrabe rufend kreist. Entfernt sehe ich die Windungen des Rheins und dahinter die Gipfel des Siebengebirges, die von schräg durch die Wolken brechenden Sonnenstrahlen beleuchtet werden.
Durch den Laubwald geht es dann runter bis an den Rand von Bendorf. Ein Hohlweg führt mich zwischen Sträuchern wieder aufwärts.
Schließlich geht es durch die offenen Felder unter der A 48 hindurch. Ich gelange in ein Bachtal und finde in einem Feldgehölz mit steilem Hang oben ein flaches Plätzchen.








































