Do, 26.3.2025
WdH 49: Von Rheinböllen nach Schneppenbach
11:14 h, 39,2 km, 1039 hm Aufstieg, 1330 hm Abstieg
Zusammenfassung: Der Morgen beginnt kalt und grau. Tatsächlich schneit es bald. Glücklicherweise lasse ich die wummernden Geräusche der Windräder bald hinter mir und kann die Stille des Soonwalds genießen. Meist geht es auf Pfaden durch den abwechslungsreichen Wald. Hier gibt es unter anderem ausgedehnte, alte Buchenbestände. Durch einen Solchen geht es hoch zur Alteburg, wo ich den Aussichtsturm besteige. Anschließend gelange ich für eine kurze Zeit aus dem Wald und steige dann zur Burg Koppenstein auf, wo ich 2021 im Burgturm übernachtet hatte.
Dann geht es runter zum Simmerbach und anschließend lange hoch zum Kamm des Lützelsoon. Dieser ist von Felsbrocken übersät und etwas ganz Besonderes. Am Teufelsfelsen steht eine unglaubliche Hütte, die sogar zum Übernachten einlädt. Bald, nachdem ich sie passiert habe, steige ich ab ins Hahnenbachtal, ein weiterer Höhepunkt des Soonwaldsteigs mit bemoosten Felsen, kleinen Wiesen, Teichen und dem Bach selber. Etwas abseits liegt die Schmidtburg, die erstaunlich ausgedehnt ist und einen schönen Überblick über das Tal bietet. Ein Stück weiter finde ich dann ein nettes Plätzchen für die Nacht.
Obwohl der Soonwaldsteig durch die Windräder an Reiz verloren hat, zählt er immer noch zu meinen Lieblingswegen in Deutschland!
Als ich morgens wieder aufbreche, ist es grau und kalt. Es dauert dann auch nicht lange, bis es schneit. Es ist so kalt, dass der Schnee auch erst mal liegen bleibt. Teilweise laufe ich auf richtigen Pfaden, wo man manchmal sogar denkt, ob hier der Weg überhaupt verlaufen kann. Teile sind ziemlich nass und von Fahrrädern etwas zerfahren. Große Teile des Waldes sind hier von Birken geprägt, die sich nach einem großen Sturm angesiedelt haben. Dazwischen wachsen aber auch Fichten und Buchen. Es ist nun Sache der forstlichen Pflege daraus einen Mischwald zu formen, in dem keine Baumart die absolute Oberhand gewinnt. Dann gelange ich an das Naturwaldreservat Schwappelbruch, cooler Name der von dem Schwanken des Moorbodens herrührt. Im Dialekt eben schwappeln wenn man über diese Flächen geht. Der Wald hier ist geprägt von uralten Eichen, aber auch Bergahornen und Hainbuchen, die auf dem nassen Boden wachsen.
Etwas später gelange ich an die Glashütter Wiesen eine große, offene Insel in dem weiten geschlossenen Waldgebiet. Leider sieht man inzwischen auch hier entfernt Windräder.
Schließlich führt mich ein Pfad durch ausgedehnten, alten Buchenwald aufwärts. Ich erinnere mich an 2021, wo ich hier mit dem Revierförster unterwegs war, der Angst um die Buchen in seinem Bereich äußerte. Augenscheinlich hat sich hier aber glücklicherweise wenig verändert. Ich passiere den Fernsehturm Ellerspring und überquere eine Straße.
Weiter geht es zunächst meist auf Pfaden durch dichten, eher jungen Wald. Es gibt hier aber auch noch ältere Fichtenbestände. Dann folge ich längere Zeit einem breiten Forstweg und steige schließlich auf einem Pfad durch ausgedehnten alten Buchenwald hoch zur Alteburg mit einem steinernen Aussichtsturm oben. Leider ist die Aussicht nicht besonders schön, da der Turm nicht hoch genug ist. Es hagelt immer mal wieder, aber zwischendurch kommen auch die Sonne und der blaue Himmel raus.
Gestern hinter Rheinböllen mit den vielen Windrädern war ich ja eher frustriert vom Soonwaldsteig, aber heute bin ich ziemlich begeistert. Man kann hier nach wie vor Stille und Waldeinsamkeit finden und dieses große, vielfältige Waldgebiet ist wirklich toll.
Von der Alteburg führt ein Pfad in den Buchenwald, der hier mit Felsbrocken durchsetzt ist, hinab zu einer Straße. Hier gelange ich erst mal aus dem Wald und laufe teilweise über Wiesen und überquere weitere Straßen. Es geht dann noch einmal in den Wald, wo ich an einem Bach meine Wasserflasche auffüllen kann. Schließlich beginnt der Anstieg zur Burg Koppenstein. Eine Tafel verrät, dass man hier sogenannte Stammbäume erwerben kann. Diese werden mit einer Plakette versehen, und man kann sie als Erinnerung an einen besonderen Tag oder auch als Kompensation für den persönlichen CO2 Abdruck nutzen. Diese Bäume werden natürlich nicht gefällt. Ein interessantes Konzept, mit dem Wald Geld abseits der Holznutzung zu verdienen.
Um die Burg Koppenstein blühen die Lerchensporne. Es gibt hier zahlreiche Moos bedeckte Quarzitfelsen. An der Burg, die im wesentlichen aus einem hohen Turm besteht, gibt es eine Hütte, wo 2021, als ich hier war, ein Vater mit seinen beiden kleinen Kindern übernachtet hatte. Ich hatte an dem Abend dann im Burgturm geschlafen.
Von der Burg geht es ein Stück den felsigen Kamm entlang, dann eine Zeit lang im Hang, wo recht viele Douglasien wachsen. Ziemlich bald geht es auf einem Pfad relativ felsig nach oben, wo es eine Aussicht gibt. Unterhalb erstreckt sich ein Steinbruch, von dem man aber eigentlich nichts sieht. Danach folgt ein langer steiniger Abstieg zum Simmerbachtal. Hier kommt mir ein älteres Paar entgegen. Der Mann erzählt, dass er schon seit elf Tagen unterwegs sei und fragt, wo ich denn gestartet bin. Als ich „in Angermünde“ antworte, weiß er sogar wo das ist, da er aus Berlin kommt.
Der Simmerbach ist ein recht schönes, schnell fließendes Bächlein. Dahinter geht es hauptsächlich auf Forstwegen im Zickzack lange im Hang bergauf. Schließlich erreiche ich den Kamm des Lützelsoon. Zur Linken fällt der steil ab und ist dicht mit niedrigen Eichen bewachsen , die aus der früheren Niederwaldnutzung stammen. bewachsen. Rechts ist der Kamm zunächst flacher. Später geht es dann relativ mühsam zwischen großen Steinbrocken hindurch. An einer Stelle haben Leute aus den Steinen ganz viele Haufen gebaut. Schließlich erreiche ich den Teufelsfelsen, ein steil aufragender Quarzitbrocken mit Aussichtsturm daneben und einer unglaublichen Hütte: Ein Blockhaus mit Fenstern, Veranda mit toller Aussicht, österlich geschmückt, und im Inneren lädt ein Schild sogar zum Übernachten ein und man kann hier sogar Wasser kaufen. Wenn man kein Kleingeld hat, geht das auch in dem man einen Barcode scannt und dann zu PayPal geleitet wird. Was es alles gibt!
Ich bin versucht hier zu bleiben, aber es ist noch ein bisschen früh, deshalb mache ich mich dann an den Abstieg.
Bald lasse ich den Wald hinter mir und laufe ein Stück durch die offene Flur. Dann geht es ein Bächlein abwärts, bis ich das Hahnenbachtal erreiche. Dieses ist wunderschön, mit moosbedeckten Felsen, Niederwaldbäumen, alten Stollen, etlichen Teichen und natürlich dem plätschernden, einige Meter breiten Bach selber. Es gibt hier zahlreiche Tafeln die Erklärungen zum Bach und seiner Geschichte geben.
Dann verlasse ich den Hahnenbach und laufe ein Stück bis zur Schmidtburg. Diese liegt auf einem Absatz über dem Tal und ist erstaunlich groß. Es dauert einige Zeit, bis ich Alles erkundet habe und der Blick über das Tal und zu den Waldbergen mit dahinter dunkel drohenden Wolken ist wirklich toll. Ich gehe dann noch ein Stück weiter und schlage schließlich auf einer kleinen, ebenen Fläche im Wald, über dem Bach, mein Lager auf.
























































