12.2.2026
WdH 8: Von Neu Schwinz nach Witzin
8,25 h, 34,2 km, 261 hm Aufstieg, 275 hm Abstieg
Zusammenfassung: Schon bei meinem Aufbruch beginnt es zu regnen und hört den ganzen Tag nicht mehr auf. Nach einigen Kilometern erreiche ich den Ort Dobbertin, der von einer großen Klosteranlage am See geprägt wird. Während hier heute eine diakonische Einrichtung zu Hause ist, verfügte das Kloster einst über riesigen Landbesitz und hat der ganzen Gegend seinen Stempel aufgedrückt. Schöne Pfade führen mich am Dobbertiner See entlang. Einige Zeit später erreiche ich das Durchbruchs Tal der Mildenitz. Hier verläuft ein Pfad längere Zeit über dem 5-6 m breiten Bach, in dem viel Totholz liegt. Leider ist die Szenerie bei diesem Wetter nicht so schön, ansonsten ist das bestimmt ein sehr wild romantischer Ort. Auch durch den Buchenwald am Woserinsee führt ein einsamer Pfad. . Hier sehe ich sogar einen Seeadler auffliegen. Teile des Sees sind bereits eisfrei, wo sich viele Wasservögel sammeln. Schließlich wandere ich durch eine offene Landschaft, in der es aber auch noch Wald gibt, der meist Buchengeprägt ist. Viele Informationstafeln verraten Wissenswertes über die Gegend. Als ich schließlich den Ort Witzin erreiche, bin ich sehr froh aus dem Regen zu kommen und ein schönes Zimmer in meiner gestern telefonisch gebuchten Unterkunft zu beziehen.
Die Nacht war feucht, aber nicht zu kalt. Noch im Dunkeln, um 7:00 Uhr breche ich wieder auf während es von den Bäumen kräftig tropft. Bald gehe ich durch den Wald an einer Tongrube entlang. Hinter dem kleinen Ort Lischow sehe ich einen Fuchs davon laufen. Es taut sehr stark, und die Wiesen sind zum Teil wieder gelbgrün. Schließlich erreiche ich den größeren Ort Dobbertin. Er wird von einer großen, ehemaligen Klosteranlage aus roten Backsteinen geprägt. Heute ist das Kloster Sitz einer großen Diakonie Einrichtung. Besonders eindrucksvoll ist die große Kirche. Auch um 8:00 Uhr morgens herrscht schon viel Leben hier. Ich laufe durch den Klosterpark und gelange auf einen Pfad, der durch den Wald am See entlang nach Helmsrade führt. Es regnet und ist ziemlich unangenehm. Die Ferienhäuser hier sind natürlich auch zur Zeit alle verlassen. Weiter geht’s auf dem Pfad am Seeufer, bis ich auf einen Fahrweg stoße. Es regnet jetzt so stark, dass ich meine Regenhose überziehe. Bald geht es in ein großes Waldgebiet, überwiegend aus Kiefern, aber auch Buchen. An einer alten Mühle biege ich auf einen Pfad entlang der Mildenitz ab. Die etwa 5-6 Meter breite Mildenitz, fließt hier durch ein Durchbruchstal mit relativ steilen Böschungen. Man könnte den Bach theoretisch mit dem Boot befahren, allerdings liegt sehr viel Totholz im Wasser. Hauptsächlich geht es durch Buchenwald, aber es gibt auch Ahorne und sogar Tannen. Irgendwann wendet sich der Pfad vom Bach ab, überquert eine Straße und führt dann entlang des Woseriner Sees. Dieser ist hauptsächlich von Buchenwald umgeben. Ich sehe einen Schwarzspecht abfliegen und einen Seeadler, der sich schwerfällig aus einem Uferbaum erhebt. Auf dem See gibt es einige offene Stellen, an denen sich schwarze Blesshühner sammeln.
Der Regen wird stärker, und ich habe ziemlich kalte, nasse Hände, daher hole ich das Handy nur noch selten heraus. Außerdem machen die Regentropfen das Display ziemlich rasch unbrauchbar. Ich laufe durch eine jetzt offenere, einsame Landschaft mit nur wenigen winzigen Örtchen. Interessant sind die vielen Informationstafeln, die über unterschiedliche Themen informieren. Sei es die Entwicklung des Waldes, ein Kesselmoor, was in der Vergangenheit entwässert wurde, die Geschichte des Klosters Dobbertin, dass die ganze Gegend bestimmt hat und über 25.000 ha Landbesitz hatte oder auch vorgeschichtliche Stätten wie einen Urnen Friedhof, der mit großen Steinen eingefasst ist, oder ein Hügelgrab mitten auf einem Acker. Ich sehe viele Stockenten und einen Bussard. Da ich rasch aus dem Regen raus möchte, kürze ich zweimal eine längere Strecke ab. Gegen 15:20 Uhr erreiche ich schließlich die Pension Freigeist, die ich gestern Abend telefonisch gebucht hatte. In dem schönen Zimmer kann ich meine Sachen ausbreiten, so dass sie hoffentlich über Nacht trocknen.
Später treffe ich mich im Restaurant mit Ulrich Dohle, einem Förster der lange Zeit Vorsitzender der Gewerkschaft BdF war. Wir hatten uns schon 2021 auf meiner großen Waldwandertour getroffen, daher freuen wir uns beide auf ein Wiedersehen. Ebenso wie ich ist er eher ein optimistischer Mensch. Daher teilen wir auch die Ansicht, wenn wir beim Ausbau erneuerbarer Energien viel entschlossener agieren würden, dass dauerhaft nur positiv sein kann. Auch weil es uns unabhängiger macht und die Stromkosten sinken werden. Denn weltweit gesehen ist Energie aus Wind und Sonne längst am Günstigsten! Unsere hohen Strompreise resultieren wohl zu einem guten Teil aus der Quasi Monopolstellung der großen Energiekonzerne, die leider auch von der aktuellen Politik sehr stark gestützt wird. Das ist zwar ärgerlich, wird den Siegeszug der Erneuerbaren aber nur verlangsamen, nicht beenden!
Viel zu schnell verabschieden wir uns wieder, verabreden aber morgen ein Stück zusammen zu laufen.




























































