Samstag, 7. März 2026

WdH 30 Von Basdorf nach Goldhausen


 



7.3.2026


Von Basdorf nach Goldhausen


WdH 30: 11:55 h, 49,9 km, 1035 hm Aufstieg, 905 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Rechtzeitig als die aufgehende Sonne den Edersee zart lila färbt, gelange ich ans Ufer. Bald entfernt sich der Pfad aber wieder und führt steil in den Hang. Im Gegensatz zu gestern stört hier keine Straße und der Wald ist ein absoluter Traum! Besonders der Knorreichenstieg ist wunderschön. Vor Herzhausen laufe ich noch längere Zeit auf einem Fahrweg hoch über dem See, wo ich schöne Aussichten erhalte. Leider verdecken die Bäume die Sicht an den meisten Stellen.

In Herzhausen verlasse ich den NST und nehme eine eigene Route, da ich mir bekannte Orte wieder sehen möchte. Buchenberg, das malerisch auf einer Hochfläche liegt, wo man schöne Ausblicke zu den Bergkuppen ringsum erhält, war 1995 mein Wohnort für ein Jahr. Durch den Wald oberhalb der Eder geht es nach Ederbringhausen, wo ich gerade richtig komme, um mir etwas von einem Bäckerwagen zu kaufen. Weiter geht es das malerische Orketal  aufwärts. Hier war ich früher einige Male mit dem Schlauchboot unterwegs. Meist laufe ich abseits vom Fluss, der mit Stromschnellen und kleinen Inseln unheimlich abwechslungsreich ist. Gut Reckenberg mitten im Wald ist ein Traum. Das Tal  gefällt mir besonders schön, weil es hier keine Straße gibt und es daher sehr abgelegen wirkt. Hinter Dalwigkstal laufe ich lange im Wiesen geprägten Aartal aufwärts, wo ich am Bach zwei Wasseramseln sehe. Schließlich steige ich zum Eschenberg auf, wo ich einem schmalen Weg auf dem Kamm folge. Ich bin hier auf dem 70 km langen Lichtenfelser Panorama Weg unterwegs. In der Dämmerung schlage ich schließlich mein Lager abseits des Weges auf.


Am Morgen bin ich bald wieder auf dem Urwaldsteig, der hier zunächst relativ weit vom See entfernt auf einem Pfad verläuft. Beim Campingplatz Fürstenlager gelange ich dann wieder an den Edersee, dessen Ufer ich hier ein Stück weit folge. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn jetzt färbt gerade die aufgehende Sonne den See zart lila. Schon bald geht es aber wieder steil nach oben. Tatsächlich sind die Steigungen für ein Mittelgebirge hier zum Teil ganz schön knackig! An einer Stelle wurde sogar ein Seil als Hilfe fest gemacht. Zwar macht der Wald insgesamt einen vitalen Eindruck. Dennoch sind bei vielen Eichen und Buchen Äste in den Kronen in den Dürrejahren vertrocknet. Das heißt nicht, dass diese Bäume tot sind. Aber sie sind natürlich geschwächt. Der Knorreichenstieg ist ein weiterer Höhepunkt des Urwaldsteigs. Die weiten Laubwälder hier sind wirklich ein Traum für jeden Waldfreund! Einmal sehe ich einige Rehe abspringen. Auf dem See hatte ich einige Haubentaucher und Kormorane gesehen. Bei Asel  gelange ich auf eine Straße, der ich ein Stück folge. In den Wiesen hat es auch diese Nacht gefroren. An einem Altersheim vorbei geht es wieder in den Wald. Teilweise gibt es hier auch Fichten, die allerdings zum größten Teil längst abgestorben sind. Einige Bäume liegen hier über dem Weg, stellen aber kein wirkliches Hindernis da. Ein Fahrweg führt dann längere Zeit über dem steilen Seeufer entlang. Da die Bäume noch unbelaubt sind, kann ich gut über den See blicken. Vor Herzhausen erreiche ich schließlich einen asphaltierten Weg, auf dem bereits einige Spaziergänger mit Hunden und Kinderwagen unterwegs sind. In  Herzhausen, an der Uferpromenade nehme ich Abschied vom See, vom Urwaldsteig und zunächst auch vom NST. Ab hier folge ich einer eigenen Route durch Gebiete, die ich von früher gut kenne und die ich wieder sehen möchte.

Ich passiere den Bahnhof und biege dann von der Straße ab. Auf einem Fahrweg geht es an einem Bächlein aufwärts.

Ich passiere ein Schild, das auf eine Naturwald Entwicklungfläche hinweist, wie die aus der Nutzung genommenen Wälder offenbar jetzt in Hessen heißen. In dem steilen Tal gibt es noch einige kleine Wiesenstücke. Nach einem langen Aufstieg, erreiche ich eine Hochfläche, wo sich schöne Aussichten auf die bewaldeten Bergkuppen der Umgebung bieten. Es gibt hier sogar eine kleine Wachholderheide und eine sehr nett gemachte Hütte, wo man laut einem Schild einfach nur da sitzen soll. Dann laufe ich durch den Ort Buchenberg, wo ich 1995 als ganz junger Förster ein Jahr lang gewohnt habe. Ein wirklich idyllisches Dorf! Ich meine sogar das Haus wieder zu erkennen, indem ich damals gelebt habe. 

Über dem Ort kreisen zwei Rotmilane. Ein asphaltierter Weg führt mich über die Wiesen Richtung Wald. Von hier ergeben sich Aussichten zu den bewaldeten Hängen auf der anderen Seite des Edertals. Leider schallt der Lärm der Bundesstraße im Tal bis hier oben. 

Ich passiere ein Feldgehölz, das mit niedrigen Eichen und Buchen bewachsen ist. Etwas typisches für diese Gegend mit ihren trockenen, nährstoffarmen  Böden.

Eine Fläche am Waldrand, in der damals Eichen gepflanzt worden waren und in der wir Mäuse gefangen haben, ist jetzt ein geschlossener junger Wald.

Der Weg, auf dem ich jetzt laufe, verläuft im Wald oberhalb der Eder. Die Hänge hier sind sehr steil. Überwiegend wachsen junge Buchen, es gibt nur wenig alte Bäume. Zitronenfalter schweben über dem Weg. Schließlich erreiche ich den Rand von Ederbringhausen, wo gerade ein Bäckerwagen unterwegs ist. Ich nutze die Gelegenheit und kaufe mir ein Brötchen und zwei süße Teilchen  für zwischendurch. Der Mann der mich bedient, erzählt, dass sich diese rollende Bäckerei durchaus lohnt und natürlich wissen die Leute in den Dörfern diesen Service zu schätzen. Bis hierher bin ich dem Wanderweg X1 gefolgt, jetzt geht es auf dem X 8 weiter. 

Zunächst geht es durch die Wiesen zwischen Straße und Orke, einem hier etwa 8 m breiten Flüsschen. Ich durchquere Niederorke und laufe ein Stück durch die Wiesen, bevor es in den Wald geht. Schließlich hört der Fahrweg auf, und ein Erdweg läuft weiter hoch über dem Fluss, den ich unter mir fließen sehe. Auf der anderen Seite des Tals liegt das Gut, Reckenberg, mit einem schwarzen und zwei roten Türmen sowie drei Gebäuden in unglaublich malerischer Lage. Leider wird der Ausblick von den Bäumen verdeckt. An den Hängen wächst ein älterer Laubwald aus Buchen und Eichen. Der Fluss ist unheimlich lebendig mit vielen Mäandern, kleinen Stromschnellen und Inseln. Ich erinnere mich daran, wie ich hier einige Male mit einem Schlauchboot runtergefahren bin,lange, bevor es per Packrafts gab.Es  gibt hier im Tal keine Straße, was mit zu dem wildromantischen Eindruck beiträgt.

Ich unterhalte mich kurz mit einem Paar, dass hier ebenfalls unterwegs ist und laufe dann auf einem Fahrweg ziemlich steil nach oben, bis es wieder runter zum Fluss geht. Das schmale Tal ist auf ganzer Länge von Wiesen gesäumt, die zum Teil von Wildschweinen umgewühlt wurden. Ich erinnere mich daran, wie ich bei einer Bootsfahrt an einem Weidezaun gekentert bin, der quer über den Fluss gespannt war! Schließlich erscheint der Ort Dalwigkstal vor mir.

Ich verlasse die Orke und steige bald steil in den Wald auf. Hier stehen abgestorbene Fichten, unter denen sich Hainbuchen angesiedelt haben. An einer anderen Stelle liegen Wuchshüllen herum und einige sitzen noch an Bäumen, die schon mehrere Meter hoch sind, so ist das mit den Wuchshüllen!

Aus dem Wald gelange ich in das Tal der Aar, dem ich dann lange folge. Es ist breiter, als dass der Orke und wird von Wiesen geprägt. Die Aar ist schmaler aber auch mehrere Meter breit. Zwei Motorradfahrer überholen mich und ein Quad kommt mir entgegen. eigentlich sind diese Wege für nicht landwirtschaftlichen Verkehr gesperrt…

Irgendwann verläuft der Weg dicht am Bach. . Hier sehe ich zweimal Wasseramseln vorbeifliegen. Bei einem Hof fährt ein junger Bauer ziemlich rasant auf seinem Trecker herum, vermutlich um Mist einzuarbeiten. Ich gelange an der Aar Mühle an eine Straße, und steige bald ziemlich lange und steil im Wald auf. Schließlich erreiche ich einen Kamm, der durch dichten, älteren Buchenwald führt, der ganz wie wenig bewirtschafteter Bauernwald wirkt. Es wächst hier etwas Bärlauch, womit ich mein Essen aufbessere. Ich erhalte eine schöne Aussicht im Sonnenuntergang auf die gegenüberliegenden Gipfel des Rothaargebirges und erreiche ein weißes Gipfelkreuz. Eine Tafel verkündet, das hier der 70 km lange Lichtenfelser Panorama Weg verläuft, dem ich schon im Orketal  gefolgt bin. In der Dämmerung schlage ich schließlich mein Zelt, etwas abseits des Wegs im Wald auf.


























Freitag, 6. März 2026

WdH 29 Von der Weidelsburg nach Basdorf

 





6.3.2026


WdH 29: Von der Weidelsburg nach Basdorf


10:45 h, 39,7 km, 989 hm Aufstieg, 1100 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Noch im Morgengrauen verlasse ich „meine“ Burg, in deren Nähe schon ein Wanderfalke ruft. 

In Naumburg trinke ich in einem Supermarkt Kaffee und kaufe ein. Bald danach erreiche ich ein großes, stilles Waldgebiet, das ich meist auf naturnahen Pfaden durchwandere. Vom Sengelsberg schweift mein Blick zu den Laubwaldbergen des Nationalparks Kellerwald- Edersee und zum Schloss Waldeck auf einem Hügel.

In dem Touristenort Waldeck verlasse ich den Habichtswaldsteig, der mir sehr gut gefallen hat und gelange auf den Urwaldsteig, der um den Edersee führt. Als ich zwei jungen Leuten die Frage nach einer guten Zukunft für Deutschland stelle, ist das nicht sehr ergiebig. 

Teilweise ist der Wald hier stark durch Motorräder verlärmt, es gibt aber auch ruhige Abschnitte. Ein Höhepunkt ist die Kahle Hardt, ein sehr steiler Hang, auf dem bonsaiartige, aber uralte Eichen wachsen. Schließlich schlage ich mein Lager bei einer Hütte außerhalb des Parks auf der Veranda auf. 


In der Nacht habe ich gut geschlafen. Allerdings musste ich einmal umziehen, als es mir in meiner Nische zu windig wurde. Aber ich hatte abends schon einen geschützteren  Platz ausfindig gemacht, wo ich dann gut weiterschlummern konnte.

Bereits in der Dämmerung bin ich wieder unterwegs. Am Burgberg blühen Märzbecher. Ich höre das hohe Rufen eines Wanderfalken, der wahrscheinlich in der Burg wohnt. Auf einem Pfad geht es zunächst durch alten Buchenwald abwärts. Am Waldrand steht eine markante Eiche mit einer großen Höhle, die vielleicht ein Lebensraum für viele Tiere ist. Außerhalb des Waldes ist das Gras weiß von Frost. Bald geht es wieder in den Wald, der hier zum Teil auch aus Kiefern und Douglasien besteht. Die Sonne geht als oranger Ball auf. Schließlich gelange ich aus dem Wald und nehme eine Abkürzung durch die Felder nach Naumburg, wo ich im Edeka einkaufen will.

In dem Supermarkt angekommen, trinke ich erst mal Kaffee und kaufe dann ein. Haferflocken, Müsli, Studentenfutter, Erdnüsse und Butter für die nächsten drei Tage, außerdem einen Apfel. Die Originalverpackungen lasse ich im Supermarkt und fülle alles in meine 3 l Gefrierbeutel, die ich immer dabei habe. Im Zentrum von Naumburg mit seinen Fachwerkhäusern,  gelange ich wieder auf den Habichtswaldsteig. 

Am Ortsrand wandere ich kurz durch ein Tal mit jungen Streuobstbäumen. Dann geht es durch eine weite Feldflur über der zwei Rotmilane kreisen, teilweise auf Graswegen nach oben zum Wald. Das große, stille Waldgebiet, durch das ich jetzt laufe, gefällt mir sehr gut. Im Tal des Ballenbachs, das in den Wald eingebettet ist, gibt es Wiesen und Fischteiche. Meist laufe ich auf unbefestigten Wegen durch den Wald, der von der Buche dominiert wird, es aber auch Fichten , Kiefern, Lärchen und Douglasien gibt. Das der Wald intensiv bewirtschaftet wird, zeigen zahlreiche Farbmarkierungen, die die Bäume kennzeichnen, die gefällt werden sollen. Auf einem Plateau gibt es einige Freiflächen, wo sich inzwischen größtenteils Fichten angesiedelt haben. Teilweise laufe ich entlang von historischen Grenzsteinen. Hier war einmal die Grenze zwischen der Stadt Naumburg, die lange zum Bistum Mainz gehört hat und dem Fürstentum Waldeck. Der Habichtswaldsteig ist hier teilweise deckungsgleich mit dem Hugenottenweg. Dieser thematisiert die Geschichte der Hugenotten, die wegen ihrem evangelischen Glauben im 17. Jahrhundert aus Frankreich vertrieben wurden, und in Hessen aufgenommen wurden. Noch heute zeugen französische Familiennamen in manchen Gegenden Hessens von dieser Geschichte. Ein Schwarzspecht fliegt vor mir auf und lässt sich an einem Baum nieder. Schließlich führt mich ein Fahrweg entlang des Kißbachs aus dem Wald, wo am Waldeingang ein sehr schönes Fachwerkhaus steht. An einer Bank gibt es eine Pausenbox mit Riegeln und Getränken, sowie kleinen Schnapsflaschen. Es wird um eine Spende gebeten.

Bald geht es durch die Feldflur teilweise auf Graswegen hoch zum Sengelsberg. Von dort ergibt sich ein schöner Blick über die großen Laubwälder des Nationalparks Kellerwald – Edersee und zum Schloss Waldeck, das auf einem Hügel thront. Schließlich geht es in den Wald des Weinbergs. Hier gibt es größere Flächen, die auf den ersten Blick nur mit trockenem Gras bewachsen sind. Aber wahrscheinlich sind sie schon wieder aufgeforstet worden. Man hat hier teilweise auch Holzzäune verwendet, statt der üblichen Metalldrähte. Ebenso werden für einzelne Bäume Holzkonstruktionen zum Schutz verwendet, statt der üblichen Plastikwuchshüllen. 

Auf Fahrwegen geht es relativ schnell wieder aus dem Wald. Hier laufe ich ein kurzes Stück auf Asphaltwegen durch eine ziemlich ausgeräumt Feldflur. Dann geht es an einer Waldwiese vorbei aus dem Wald über eine Straße. Während ich ein weidenbestandenes Tal hoch laufe, sehe ich vier Rehe auf einer Wiese unter einer Stromleitung. Leider bemerken sie mich etwas zu früh, so dass ich sie nicht fotografieren kann. Außerdem sehe ich hier neben den üblichen Vögeln wie Rotkehlchen und Kohlmeisen, eine singende Heckenbraunelle. Schließlich kommen die Häuser von Waldeck in Sicht.

Waldeck ist relativ groß mit Hotels, Cafés und Restaurants. Der Ort macht einen netten Eindruck, allerdings hat die Touristensaison noch nicht begonnen.  Bald gelange ich zu einem Aussichtspunkt von dem aus ich die Ederseetalsperre überblicken kann, ebenso wie das Schloss Waldeck, das gegenüber auf meiner Höhe liegt. Hier endet der Habichtswaldsteig und ich folge ab jetzt dem Urwaldsteig,  der um den Edersee herum führt. An einer Trockenmauer sehe ich die ersten Veilchen. Bald bin ich wieder im Wald, wo ich zwei junge Leute anspreche, die mir entgegenkommen. Die beiden machen einen freundlichen Eindruck, haben aber keine Zeit sich länger mit mir zu unterhalten, als ich die Frage nach einer guten Zukunft für Deutschland stelle. Immerhin sagt die Frau, dass Natur, und einen sonnigen Tag genießen, auf jeden Fall dazugehört. Der Mann sagt gleich, dass er nicht aus Deutschland kommt. Woraufhin ich entgegne, dass das nichts macht. 

Leicht frustriert gehe ich weiter. Zunächst schalt der Lärm der Motorräder von der Uferstraße hoch. Ich passiere die Talstation der Seilbahn Waldeck und weiter geht es in den Wald, wo ich ab jetzt erst mal niemand mehr treffe. Hauptsächlich wachsen hier Buchen, die auf dem trockenen Standort meist nicht sehr groß sind. Auf ganz trockenen Hängen hier nehmen sie sogar eher gestauchte, zwergartige Formen an. Dieser Teil wurde erst vor sechs Jahren in den Nationalpark integriert. Daher laufe ich teilweise noch auf breiten Wirtschaftswegen, teilweise aber auf auch auf schmalen Steigen durch den Laubwald. An einem Bächlein, fülle ich meine Wasserflasche auf und genieße ein Getränk mit Elektrolyten, die mir Catharina geschenkt hatte. Dabei sitze ich in der Sonne und habe Socken sowie Schuhe ausgezogen.

Ich überhole ein Paar, was ich unschlüssig ist, wie es weiterlaufen soll, da es noch bis zur Staumauer will. Eigentlich ist das die falsche Richtung hier! An manchen Stellen wurde ein Pfad relativ neu geschaffen, das merke ich unter anderem daran, dass der GPX – Track des NST anders verläuft. Teilweise liegt der Felsen so bloß und es ist so trocken, dass hier Rentierflechten wachsen! Diese würde man sonst eher in der Tundra Skandinaviens vermuten. Obwohl man ja allgemein sagt, dass die Douglasie wenig invasiv ist, gibt es hier zum Teil junge Bäume dieser Baumart in den trockenen Flächen. Das ist wohl auch der Grund, warum die alten Douglasien  hier am Weg unlängst gefällt worden sind. Der Weg verläuft zum Teil in sehr steilen Hängen, die man hier im Mittelgebirge eigentlich gar nicht erwarten würde. Mir begegnen noch wenige andere, gut gelaunte Wanderer, aber meistens habe ich den Weg für mich alleine. Bei Nieder–Werbe erreiche ich schließlich den See. Hier gelange ich auch wieder an eine Straße, die sich zwischenzeitlich entfernt hatte.

Von Nieder –Werbe geht es steil nach oben, so dass ich ins Schwitzen komme. Der weitere Weg nach Scheid ist dann nicht sehr interessant. Überwiegend gleichförmiger, mittelalter, Buchenwald. Dazu vom See die Geräuschkulisse der Motorräder. In Deutschland wird doch alles geregelt, warum kümmert sich niemand um die Lautstärke von Motorrädern? Was ist mit E-Motorrädern?

Scheid ist ein Ort, der auf einer Halbinsel im Edersee liegt und beherbergt einen großen Campingplatz. Bald laufe ich auf einem Pfad weiter. Er folgt dem extrem steilen Hang der Kahlen Hardt. Es ist hier so steil, dass der Hang teilweise unbegehbar ist! Dennoch wachsen hier bizarre, bonsaiförmige Eichen. Diese sind trotz ihrer geringen Größe wohl teilweise schon mehrere 100 Jahre alt! Da der Boden hier so flachgründig ist, krallen sich die Wurzeln mancher Bäume regelrecht in den Fels fest. Tief unter mir glitzert der Edersee, an dem es zahlreiche Stellen gibt, an denen Boote liegen. Als ich gerade auf einem Pfad weiter hoch steige, erscheinen auf dem Fahrweg unterhalb zwei Typen mit ihren Quads. Sie unterhalten sich laut und drehen schließlich um. Krass, dass sie es wagen, mit ihren Maschinen im Nationalpark herumzufahren! Schließlich gelange ich auf einen Fahrweg, der mich an die Nationalpark Grenze führt. Dort entdecke ich etwas abseits im Wald eine Hütte. Das ist die Pflanzgarten – Hütte, die eine große, überdachte Veranda hat. Ideal zum übernachten!

Schade, dass die Hütten der Forstverwaltungen nicht für die Öffentlichkeit geöffnet werden, wie es das beispielsweise in Finnland und Frankreich gibt.

Als es dunkel wird, ruft ein Sperlingskauz. 





















Donnerstag, 5. März 2026

WdH 28 Von Weimar zur Weidelsburg




5.3.2026


WdH 28 Von Weimar zur Weidelsburg


11:47 h, 48,3 km, 1371 hm Aufstieg, 1190 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Als ich am Morgen den 578 m hohen Dörnberg mit den Helfensteinen erreiche, geht gerade der Vollmond unter und die Sonne auf Fantastische Stimmungen!

Weiter geht es meist auf Fußwegen durch die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren steilen Vulkankuppen. Schließlich erreiche ich den Herkules, ein gewaltiges Baudenkmal hoch über Kassel, dasszum UNESCO Weltkulturerbe zählt!

Durch abwechslungsreichen Wald und an einem Bach entlang, an dem es sogar einen kleinen Wasserfall gibt, steige ich schließlich auf den Berg der Schauenburg, von der aber nichts mehr zu sehen ist. Während ich bis jetzt bereits zahlreiche Höhenmeter zurückgelegt habe, wird der Nachmittag etwas flacher. Einmal gelange ich an einen gesperrten Waldweg, wo Motorsägen heulen. Hier geht es nicht weiter, daher muss ich eine 3 km lange Alternative nehmen. Später geht es auch lange meist auf Graswegen durch die Feldflur, auch heute bei tollem Vorfrühlingswetter. Als es langsam dunkel wird, steige ich hoch zur Weidelsburg, wo ich in einer Nische mein Lager aufschlage. Mit über 48 km und fast 1400 Höhenmetern Aufstieg war das ein anstrengender Tag!


Schon in der Morgendämmerung bin ich wieder unterwegs. Ein Fahrweg führt mich durch den Buchenwald bergauf. Bald erscheinen oberhalb die dunklen Vulkanfelsen der Helfensteine. Hier gelange ich auf den insgesamt 85 Kilometer langen Habichtswaldsteig, dem ich ab jetzt folge. Hier gelange ich auf einen Pfad, der zunächst durch Gebüsch führt, und dann entlang von offenen Grasflächen rauf zum 578 m hohen Dörnberg. Hier oben hat es in der Nacht leicht gefroren. Die Aussicht mit Sonnenaufgang und Monduntergang ist fantastisch! Weiter geht es auf einem schmalen Pfad in den Buchenwald.

Als ich aus dem Wald gelange, folge ich zunächst einem Grasweg und dann asphaltierten Feldwegen durch die hügelige Landschaft. Der Blick schweift zurück zu den steilen Vulkankuppen. Ich überquere eine viel befahrene Straße und laufe bergauf Richtung Wald. Teilweise auf Graswegen geht es durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Feldgehölzen. Als ich in den Wald gelange, folge ich einem Pfad am Rand der Igelsburg, einer markanten, steilen, vulkanischen Erhebung, die in früheren Zeiten wohl auch als Burg diente. Rotkehlchen und Drosseln singen, dazu erklingen die dumpfen Laute einer Hohltaube. Ich gelange an drei hölzerne Komposttoiletten des Naturparks Habichtswald. Das nenne ich eine gute Idee! Danach komme ich an eine Hütte, die am Rand des Silbersees steht, wo ehemals Basalt abgebaut wurde und die typischen quaderförmigen Säulen auftragen. Ein Stück weiter gelange ich an einigen mächtigen, eindrucksvollen Eichen vorbei. Weiter geht es durch schönen Laubwald am Rand eines Steinbruchs, wo ich zum ersten Mal in Hessen die weißen H-Markierungen sehe, mit denen Habitat Bäume gekennzeichnet werden, die nie gefällt werden sollen. Ob man allerdings ganz dünne Weiden, die sowieso keinen wirtschaftlichen Wert haben, mit einem H versehen soll, ist natürlich eine andere Frage. Eigentlich sollen alte Bäume, die einen wertvollen Lebensraum darstellen, so geschützt werden.

Dann geht es durch eine weitläufige Graslandschaft mit vielen einzelnen Büschen, die bestimmt von Schafen offen gehalten wird, hoch zum Herkules. Ein Stück folge ich noch einer Allee mit gewaltigen Eschen. Ein Eichhörnchen hüpft vor mir durch den Wald. Schließlich erreiche ich den Herkules, ein gewaltiges Baudenkmal, das teilweise eingerüstet ist, hoch über der Stadt Kassel. Der angrenzende Bergpark zählt zum UNESCO Weltkulturerbe. An diesem Donnerstagmorgen ist hier noch nicht viel Betrieb, was aber normalerweise ganz anders ist!

Ein Pfad führt mich durch den Laubwald zu einer befahrenen Straße, die ich überquere. 

Teilweise am Waldrand entlang, teilweise im Wald geht es zum Firnsbach, wo ich einem Fußweg abwärts folge. Am Bach fülle ich meine Flasche auf und passiere dunkle, Moosbedeckte Vulkanfelsen,  die hier aus dem Buchenwald am Bach aufragen. Es gibt hier sogar einen kleinen Wasserfall. Schließlich gelange ich an einem Waldrand mit einigen beeindruckenden, mächtigen Eichen, die gerade erst von anderen Bäumen weitgehend freigestellt wurden. Ich folge dem sonnigen Waldrand weiter, leider schallt der Lärm der benachbarten Autobahn deutlicher rüber. Vor Hooft kreist ein Rotmilan. Ich laufe ein Stück durch den Ort und steige dann auf einem Pfad ziemlich steil zur Schauenburg hoch. An den Hängen wächst das unscheinbare Bingelkraut mit seinen grünlichen Blüten und weiter oben gedeihen noch Winterlinge mit ihren gelben Farben.

Beim Abstieg überquere ich eine Straße und passiere eine Biogasanlage. Zur Zeit ist ja in der Diskussion dem Erdgas Biogas verpflichtend beizumischen. Ich halte das für keine gute Lösung, weil es im Zweifelsfall Gasheizungen nur verteuert und der eigentliche Umstieg von Öl und Gas auf Wärmepumpen erfolgen muss. Das ist nun mal die nachhaltigste und zukünftig auch billigste Energieform! 

Was die Förderung von Wärmepumpen angeht, ist es dringend notwendig, auf Festbeträge umzustellen. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass die prozentuale Förderung zu einem starken Anstieg der Heizungs- und Installationspreise geführt hat.

Weiter geht es am Waldrand entlang, wo auf der gegenüberliegenden Seite sich einige Windräder drehen und ein Dorf im Tal liegt.

Ich streife den Ortsrand von Breitenbach und folge dann einen Weg am Waldrand, der durch ein Naturschutzgebiet folgt, dass durch Wiesen und Gebüsche geprägt ist. Der Wald hier wird überwiegend von Buchen dominiert. Es gibt aber auch Eschen und Ahorne. An einem Bächlein fülle ich noch einmal meine Wasserflasche auf. Ich begegne einer älteren Dame, die mit ihrem Hund unterwegs ist. Sie fragt mich, ob es noch weit ist. Ich erzähle ihr, dass ich durch ganz Deutschland wandere. Sie sagt, dass sie das schön findet und dass sie auch die Spaziergänge mit ihrem Hund sehr genießt, der aber da er schon 15 ist, nicht mehr so richtig mobil ist. 

Ein Stück weit geht es dann durch die offene, recht abwechslungsreiche Feldflur.  Ich überquere eine Straße und gelange schließlich zum Wald.

Dort folge ich zunächst einem Pfad am Waldrand, bevor es weiter in den Buchenwald geht. Hier treffe ich einen älteren Spaziergänger mit einem kleinen Hund, mit dem ich einige Worte wechsle. Es ist hier recht flach und gut zu laufen. Ich höre Motorsägen und gelange an eine Sperrung, wo ein Banner mit der Aufschrift: Halt Baumfällung, Durchgang verboten, darauf hinweist, dass man hier nicht lang gehen darf. Natürlich gibt es keine Umleitung, so dass ich mir selber auf der Karte etwas einzeichne, immerhin 3 km, die ich dann nicht auf dem Habichtswaldsteig wandere. Zunächst laufe ich einen Kilometer auf der Straße, dann geht es in den Laubwald auf einem Forstweg. Schließlich komme ich wieder aus dem Wald und folge einem Grasweg, der eine Extratour des Habichtswaldsteig ist. Links von mir ragt die Burg von Niedenstein auf einem hohen Hügel auf.

Schließlich gelange ich wieder auf den Habichtswaldsteig, der hier am Waldrand verläuft. Weiter geht es dann auf Forstwegen durch den Laubwald.

Als ich wieder ins offene gelange, folge ich ein Stück dem Bachlauf Ems. Auf einem Grasweg geht es hoch zum Waldrand, dem ich dann weiter folge. Drei Männer stehen auf einer Wiese und haben sichtlich nicht wirklich etwas zu tun. Leider fehlen mir die Worte, sie anzusprechen. Da muss ich mir unbedingt noch was überlegen!

Hier am Waldrand wachsen auch Robinien. Diese Baumart kommt ursprünglich aus Nordamerika, und wird in Deutschland hauptsächlich in trockenen Gebieten angepflanzt.

Weiter geht es durch überwiegend jungen Buchenwald, über dem nur verstreut größere Bäume stehen,  wie Buchen oder Kiefern.

Kurz gelange ich aus dem Wald und folge dann wieder im Wald einem Erdweg oberhalb des Fischbach abwärts. Von einem dunklen, moosüberwachsenem Felsen hängen Farnwedel herab. Ich gelange aus dem Wald und folge ein Stück einer Bahnlinie zu einer Straße. Entfernt erscheint bereits der Kegel des Berges, auf dem die Weidelsburg steht, mein heutiges Ziel!

Weiter geht es teilweise auf Graswegen durch eine weite Feldflur. Es gibt hier Baumreihen am Bach, einzelne Wiesenstücke, aber Einzelbäume, große Felder, eine Hochspannungsleitung und entfernt eine ganze Reihe sich drehende Windräder.

Lange Zeit folge ich hier einen schönen Grasweg parallel zum Spobach, dessen geköpfte Weiden kräftig wieder ausgeschlagen haben.

Ich überquere eine Bahnlinie und laufe auf einem Erdweg am Waldrand oberhalb eines Baches. Hier wurde vor kurzem gearbeitet, dennoch ist der Weg gut zu begehen, nichts wurde zerfahren und der Weg ist frei von Ästen, so muss das sein!

Als ich aus dem Wald komme, gelange ich an einen kleinen See mit einem Pfahl, auf dem ein Storchennest thront. Ob Adebar auch dieses Jahr wiederkommt?

Anschließend geht es auf einem Grasweg durch die gehölzfreie Feldflur.

Ich komme bei einem kleinen Turm vorbei, den ein Vater gerade mit seiner Tochter bestiegen hat.

Bevor es wieder in den Wald geht, ist die Landschaft abwechslungsreicher mit kleinen Feldgehölzen. Am Waldrand tanzen die Mücken im Gegenlicht.

Ich wandere in dem kleinen Laubwald des Mühlenholz, steil abwärts und folge dann einem Fahrweg zwischen Bach und Waldrand.

Schließlich überquere ich den Bach, und laufe weiter auf einem Fußweg, der an eine Wiese und zwei Waldränder angrenzt. 

Schließlich geht es auf einem Grasweg hoch zum Waldrand, wo ich einem Fahrweg nach oben zur Weidelsburg folge. Als es schon langsam dunkel wird, finde ich eine geschützte Nische, in der ich mein Lager einrichte.