Mittwoch, 4. März 2026

WdH 27 Von Vaake nach Weimar

 




Mi, 4.3.2026


WdH 27: Von Vaake nach Weimar 


11:03 h, 46,6 km, 914 hm Aufstieg, 855 hm Abstieg 


Zusammenfassung: In der Nacht finde ich zunächst keinen Schlaf, da ein Tier in der Nähe raschelt. Auch nachdem ich mit der Stirnlampe leuchte, ist lediglich für 5 Minuten Ruhe. Wahrscheinlich kann ein neugieriges Reh nicht so richtig etwas mit mir anfangen. Später in der Nacht höre ich noch das Grunzen von Wildschweinen ganz in der Nähe. Gegen Morgen ruft der winzige Sperlingskauz. Außerdem hatte ich abends in der Dämmerung, die erste Fledermaus des Jahres gesehen.

Am Morgen geht es zunächst weiter durch den Wald, wo ich vier Wildschweine beobachte, die ersten dieser Wanderung! Bei der Tillyschanze, oberhalb von Hannoversch Münden, endet der Weserbergland Weg. Ab jetzt folge ich dem Märchenlandweg. Ich passiere die größte Hainbuche, die ich je gesehen habe, und gelange schließlich aus dem Wald an die Fulda, über der noch der Nebel hängt. Ab jetzt laufe ich sehr viel auf asphaltierten Feldwegen und lange durch große Orte, wie Immenhausen. Erst am Nachmittag wird der Weg wieder schöner. An einem sonnigen Waldrand sehe ich das erste Tagpfauenauge und einige Elsbeeren . Von einem offenen Plateau schweift mein Blick zu den Kämmen von Dörnberg und Habichtswald. Schließlich schlage ich in einem alten Buchenwald mein Freiluftlager auf. Inzwischen habe ich den Märchenlandweg verlassen und folge dem Kasselsteig.



Obwohl ich müde bin, komme ich in der Nacht erst mal nicht zur Ruhe. Lange Zeit raschelt ein Tier in meiner Nähe durchs Laub. Auch als ich aufstehe und mit der Taschenlampe leuchte, ist es nach einiger Zeit wieder da, wahrscheinlich ein Reh. Später ist eine Gruppe Wildschweine in der Nähe, deren Grunzen ich deutlich höre. Außerdem sehe ich die erste Fledermaus des Jahres in der hellen Mondnacht fliegen, diese stört mich allerdings nicht! Neben dem allgegenwärtigen Waldkauz, höre ich gegen morgen auch noch das Trillern eines winzigen Sperlingkauzes. 

Noch in der Morgendämmerung breche ich wieder auf und laufe bald auf einem Forstweg durch den Wald. Vier Wildschweine überqueren vor mir den Weg und verschwinden in einem jungen Buchenwald.

Ein unbefestigter Weg führt zunächst abwechslungsreich durch den Wald und dann am Waldrand entlang. Die Sonne geht über dem Dunst als orange Kugel auf. Auf einer Kanzel sitzen zwei schnatternde Gänse.

Weiter geht es in den Wald, der recht abwechslungsreich ist. Leider sind die Erdwege, auf denen ich hier laufe, zum Teil ziemlich zerfahren.

Schließlich erreiche ich die Waldgaststätte Tilly Schanze mit Aussichtsturm über Hannover Münden, wo der Weserbergland Weg nach 225 km endet. Ich fand den Weg insgesamt ziemlich gut, obwohl ich ja nur einen Teil gelaufen bin.

Ab hier folge ich dem M des Märchenlandweges, der schon eine Zeit lang deckungsgleich mit dem Weserberglandweg war. Bald fülle ich meine Flasche an der gefassten Katerquelle auf.

Ein unbefestigte Erdweg führt mich durch schönen alten Buchenwald oberhalb der Fulda. Einem Fahrweg folge ich dann lange bergab. Unterwegs komme ich an der gigantischsten Hainbuche vorbei, die ich je gesehen habe, mit weit über einem Meter Durchmesser, unheimlich eindrucksvoll!

Schließlich gelange ich an die Fulda, über der noch der Nebel hängt. Ein asphaltierter Radweg führt mich nach Wilhelmshausen. Ein ganzes Stück hinter dem Ort wende ich mich vom Fluss ab und laufe durch eine ausgeräumte, monotone Feldflur. An einer alten Mühle verteidigt ein aggressiver, zähnefletschender Hund  sein Territorium, glücklicherweise hinter einem Zaun. 

Ein asphaltierten Feldweg führt mich durch die abwechslungsreiche, hügelige Kulturlandschaft nach Knickhagen. Weiter geht es hinter dem Ort auf einem asphaltierten Feldweg. In den Erlen am Bach stehen rote Rinder. Ein neuer, straßenähnlicher Radweg mit Seitenstreifen führt mich bergauf durch die Hügel. Müssen Radwege wirklich 3 m breit sein?

Die Goldammern singen, langsam setzt sich die Sonne durch und der blaue Himmel erscheint über der Nebelglocke.

Dann laufe ich länger durch den Ort Holzhausen. Hier hängen die Plakate für die Kommunalwahl Mitte des Monats. Leider alle völlig uninspirierend!

Am Ortsrand angekommen, ruft mich Thomas Stillbauer von der Frankfurter Rundschau an, mit dem ich ein Telefoninterview über meine bisherige Wanderung führe. Weiter geht es in den Wald. Eine Frau, wahrscheinlich in meinem Alter, kommt mir entgegen und spricht mich an, ob ich denn ein richtiger Wanderer sei. Im Gespräch stellt sich heraus, dass sie sehr gerne zu Fuß unterwegs ist und auch draußen im Wald übernachtet. Angst vor Wildschweinen kennt sie nicht! Allerdings erzählt sie von einer etwas merkwürdigen Begebenheit, wo sie in einer Waldhütte übernachtet hat und dann mitten in der Nacht jemand rein kam und sagte, er hätte sich vor den Wildschweinen in die Hütte geflüchtet, ob sie sie nicht gehört hätte. In dem weiteren Gespräch mit dem Mann stellte sich heraus, dass er glaubt, von einem bösen Geist besessen zu sein. Eine etwas merkwürdige Begegnung, die meiner Gesprächspartnerin aber keine Angst eingejagt hat!

Bald gelange ich aus dem abwechslungsreichen Wald und folge noch ein Stück dem Waldrand.

Durch die Felder erreiche ich schließlich die Kleinstadt Immenhausen, durch die ich ziemlich lange laufe. Jetzt gegen Mittag ist es so sonnig und warm, dass ich im T-Shirt laufe.

Weiter geht es überwiegend durch Felder, mal wieder auf Asphalt. In Hohenkirchen nehme ich, ebenso wie in Immenhausen, teilweise eine direktere Strecke als der Märchenlandweg. Ich habe einfach keine Lust, länger als notwendig durch die Orte zu laufen. Weiter geht es durch das direkt angrenzende Mönchehof. Wieder auf Asphalt laufe ich aus dem Ort und passiere den kleinen Glockenweiher. Hier gibt es eine Hütte, die zum Vogelbeobachten eingerichtet wurde. Schließlich erreiche ich den Waldrand, von wo mein Blick zurück nach Holzhausen und Mönchehof schweift. Hier geht es in den Wald der Waldruhe Schäferberg, wo man sich bestatten lassen kann. In diesem Laubwald aus Buchen Eichen und Hainbuchen, tragen viele Bäume Schilder. Darauf stehen Nummern, sowie die Namen von Bestatteten, beziehungsweise die Besitzer des Begräbnisplatzes.

Ich laufe durch die Siedlung Schäferberg und überquere die verkehrsreiche B 7. Danach folge ich dem Kasselsteig, der schon eine ganze Zeit parallel zum Märchenlandweg verlaufen war. Von einem Wanderparkplatz geht es am Waldrand entlang der Bundesstraße weiter. Während sich ein Asphaltweg von der Bundesstraße im Feld entfernt, sehe ich unter mir bereits die Großstadt Kassel. Ein kurzes Stück folge ich dann einem Pfad durch den Wald, abwärts an einer mächtigen Eiche vorbei.

EinPfad  führt mich dann am Ortsrand von Heckershausen entlang. An einem Sportplatz vorbei, geht es dann auf einem weiteren Pfad wieder in den Wald. Anschließend laufe ich längere Zeit am sonnigen Waldrand entlang, wo ich das erste Tagpfauenauge des Jahres sehe. Auf einem schmalen Fußweg geht es dann weiter im Wald in der Nähe des Waldrands. Hier wachsen Buchen und Eichen, aber ich entdecke auch einige der seltenen Elsbeeren. Weiter geht es dann durch die Felder am Rand von Kammerberg. Vor mir sehe ich den Dörnberg mit seinem Plateau und den flachen Kamm des Habichtswalds. Teilweise laufe ich hier auf breiten Graswegen. Die von Wäldern umgebene, plateauartige Feld- und Wiesenlandschaft mit vielen Hecken gefällt mir recht gut.

Schließlich verlasse ich den Kassel Steig, der einen großen Bogen um Weimar macht, und laufe direkt zum Wald.

Ich fülle noch einmal an einem Bächlein meine Literflasche mit Wasser auf. Im Wald stoße ich bald wieder auf den Kassesteig, dem ich aufwärts folge. Bald verlasse ich den Weg und schlage in einem alten Buchenwald mein Nachtlager auf. 















Dienstag, 3. März 2026

WdH 26 Von Nienover nach Vaake

 




Di, 3.3.2026


WdH 26: Von Nienover nach Vaake


12:17 h, 46,1 km, 1094 hm Aufstieg, 1157 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Schon bald nach meinem Aufbruch erreiche ich Bad Karlshafen, wo ich über die Weser nach Hessen gelange. Nachdem ich in dem hübschen Städtchen eingekauft habe, folge ich einem Pfad durch die steilen Weserhänge, wo ich tatsächlich einen anderen Wanderer mit Rucksack treffe. Die weitere Wanderung durch den Rheinhardswald gefällt mir zunächst nicht sehr gut. Man hat sich viel Mühe gegeben, den Weserbergland Weg über unbefestigte Wege zu führen. Leider sind die häufig von den Forstmaschinen komplett zerfahren worden. Außerdem wirkt der Wald durch die Stürme und Borkenkäfer Kalamitäten der letzten Jahre ziemlich zerrupft. Zu allem Überfluss wird hier gerade ein großer Windpark errichtet. Ich halte ja den Ausbau der Windkraft für sehr wichtig, aber der Wald und insbesondere große, weitgehend unzerschnittene Gebiete wie der Reinhardswald sollten meiner Meinung nach frei von Windrädern bleiben. Dafür ist es hier jetzt zu spät! Über Gottsbüren gelange ich zur Sababurg, dem berühmten Dornröschenschloss. Der Abstieg im Tal der Olbe zur Weser gefällt mir recht gut. Hier wachsen markante Buchen am Bach, der teilweise tief eingeschnitten ist. Anschließend gelange ich an die Weser und folge dann dem Waldrand bis in die Nähe von Veckerhagen, wo ich mich mit Catharina Schütze treffe. Sie arbeitet bei einer Krankenkasse und hat das Wandern für sich als Rettung nach einem schweren Schicksalsschlag entdeckt. Inzwischen hat sie ihre Arbeitszeit bei der Krankenkasse reduziert und arbeitet auch als selbstständige Wanderführerin. Hierbei gefällt ihr nicht nur der Kontakt zur Natur, sondern auch, dass sie andere Menschen inspirieren kann. Über das Gesundheitssystem denkt sie wie ich, dass es dringend reformbedürftig ist. Warum gibt es eine Zweiklassengesellschaft mit privater und gesetzlicher Krankenversicherung? Warum müssen sich viele unterschiedliche Krankenkassen Konkurrenz machen? 

Nachdem wir zusammen gewandert und gegessen haben, nehmen wir schließlich Abschied und ich schlage mein Freiluftlager im Wald auf.


Bereits um 6:00 Uhr bin ich wieder unterwegs. Der erste rötliche Schimmer des Tages zeigt sich, während der Vollmond langsam untergeht. Bald gelange ich auf einen Fahrweg, dem ich durch den Buchenwald der Weserhänge folge.

Schließlich gelange ich runter an die Weser, wo noch Dunst über dem Fluss hängt. Bad Karlshafen, wo ich jetzt ankomme , ist ein recht hübsches Städtchen. Ich kaufe im Netto ein und laufe ein kurzes Stück durch die Stadt, bevor es wieder in die steilen Weserhänge geht . Da ich die Weser überquert habe, bin ich jetzt in Hessen.

Bald laufe ich auf einem Fußpfad durch den Laubwald. Ich treffe einen Wanderer, der den  Weserweg in Etappen läuft, mit jeweils einer Übernachtung draußen. Ich komme an moosüberzogenen, kleinen Blockfeldern vorbei und viele der Bäume auf diesem trockenen und steilen Standort zeigen einen eher verkrüppelten Wuchs. Manche Bäume erreichen aber dennoch beachtliche Dimensionen. Tief unten sehe ich unter mir, die hier relativ schmale Weser dahin strömen. Auch letzte Nacht hat es wieder gefroren. Teilweise auf einem Pfad geht es durch Eichenwald. Hier höre ich den ersten Zilpzalp und ein Schwarz Specht fliegt rufend über mir.

Als ich weiter auf ein großes Plateau gelangen, folge ich oft Erdwegen. Allerdings werden diese teilweise auch von Maschinen befahren. Leider wirkt der Wald hier ziemlich zerrupft. Immer wieder passiere ich größere Freiflächen, die teilweise schon aufgeforstet wurden, oft mit Eichen in großen Gattern. Man hat aber auch Lärchen hier gepflanzt. Ich sehe die Türme von zwei Windrädern aufragen, denen aber noch die Rotoren fehlen.

Ein Erdweg, dem ich bergab folge, ist von den Holzerntemaschinen komplett zerfahren worden. Die Spuren sind teilweise 60-70 cm tief! Erschreckend, dass man hier weder auf den Boden, noch auf den Wanderweg Rücksicht genommen hat.

Eine Zeit lang laufe ich noch durch Buchen- und Eichenwald dann gelange ich an den Waldrand oberhalb des Ortes Gottsbüren. In dem recht großen Dorf wird kräftig an der Straße gebaut. Hier treffe ich einen älteren Mann, der vor seinem Haus sitzt und mit Weidenruten flechtet. Dies sei sein Beruf erzählt er mir. Interessant, dass jemand so ein altes Handwerk heute noch ausübt! Als ich den Ort auf einem asphaltierten Feldweg verlasse, sehe ich auf dem Hügelzug, den ich gerade durchquert habe, mindestens zehn Windräder alle noch ohne Rotoren. Der Windpark der 2021, als ich auch durch den Rheinhardswald gewandert bin, noch in Planung war, wird offensichtlich gerade gebaut. Ich denke, dass Windräder unverzichtbar für die dringend notwendige Energiewende sind. Allerdings halte ich es für unnötig sie in den Wald zu stellen, da es genügend andere Standorte gibt. Insbesondere ein großes Waldgebiet wieder Rheinhardswald sollte als Rückzugsort für Einsamkeit und Stille erhalten bleiben. Dazu passen Windräder überhaupt nicht!

Es ist schon12:30 Uhr und ich muss noch 17 Kilometer bis zu meinem Treffen mit Catharina um 16 Uhr zurück legen, daher heißt es jetzt an Geschwindigkeit zuzulegen!

Durch eine ausgeräumte Feldmark erreiche ich den Wald und komme dann zur Sababurger Mühle, wo gerade gebaut wird, unter anderem eine Jurte. Ein Grasweg führt mich am Waldrand entlang, wo die Sababurg, das Dornröschenschloss auf einem Hügel erscheint. An diesem schönen Dienstag ist dort einiges los, aber die großen Parkplätze verraten, dass das noch ganz anders aussehen kann. An der Mauer des Wildparks geht es steil nach oben, dann folge ich einem Pfad am Waldrand. Danach geht es wieder neben einer Straße in den Wald. Ein Schild verkündet, dass hier 18 Windräder errichtet werden! Außerdem hört man ein Harvester arbeiten und der angrenzende Buchen Bestand ist für meinen Geschmack viel zu stark ausgezeichnet. Das verfestigt noch einmal den negativen Eindruck, den der Rheinhardswald bisher auf mich macht. Schließlich folge ich lange der Olbe talabwärts. Teilweise ist der Bach tief eingeschnitten. An den Rändern wachsen teilweise mächtige Buchen, ein echter Rückzugsraum in diesem sonst stark unter Druck stehenden Waldgebiet. Irgendwann verbreitet sich das Tal und Laubwald dominiert. Dann gelange ich an eine Straße, dich an der Weser. Kurz geht es noch einmal auf einem Erdweg in den Wald, dann folge ich einem schönen Waldrand. Der Blick über grüne Wiesen auf denen einzelne, eindrucksvolle Eichen stehen, über die Weser, zu den gegenüberliegenden Hängen ist wirklich schön.

Pünktlich um kurz vor vier erreiche ich den Treffpunkt mit Catharina bei Veckerhagen. Die 40-jährige Frau ist schon da und wir wandern am Waldrand erst mal ein Stück zusammen weiter, bevor wir uns zu einer Pause niederlassen. Catharina hat Brote, Paprika Gurken und süße Teilchen mitgebracht. Außerdem Nüsse und Schokolade als Vorrat für mich. Wie nett! Während wir schmausen erzählt sie etwas über sich. Catharina hat das Wandern für sich entdeckt, nachdem sie einen schweren Schicksalsschlag erlitten hatte. Obwohl ihre erste längere Wanderung in Portugal hart war, wollte sie sofort mehr davon! Obwohl sie in einer Leitungspositionen bei einer Krankenkasse arbeitete, reduzierte sie ihre Arbeitszeit und bildete sich zur Wanderführerin fort. Heute bietet sie Wanderungen für verschiedene Gruppen und zu verschiedenen Themen an. Unter „Zeit zu wandern“ ist sie zu finden. Dabei ist ihr der Kontakt mit der Natur wichtig, aber auch, dass sie andere Menschen inspirieren kann.  Außerdem hofft sie, dass sie so ein Stück dazu beitragen kann, den Nachhaltigkeitsgedanken zu verbreiten.

Auch als Insider jn im Gesundheitssystem, ist sie der Meinung, dass sich hier grundlegendes ändern muss. So kann sie sich vorstellen, statt das viele Krankenkassen miteinander konkurrieren, es lediglich noch eine Gesundheitskasse gibt. Außerdem ist sie, wie ich gegen die Zweiklassengesellschaft im Gesundheitssystem mit gesetzlicher- auf der einen und privater Krankenkasse auf der anderen Seite.

Kurz bevor es dunkel wird, nehmen wir Abschied voneinander. Ich gehe wieder in den Wald und suche mir einen Platz für mein Cowboy Camp.

Heute war für mich ein ziemlich gemischter Tag. Zwar gab es durchaus schöne Momente wie die langen Waldränder und die Begegnung mit Catharina, ansonsten hat mir ein großer Teil des Reinhardswalds gar nicht mehr gefallen.






















Montag, 2. März 2026

WdH 25 Von Eschershausen nach Nienover

 




Mo, 2.3.2026


WdH 25 Von Eschershausen nach Nienover


11:31 h, 48,5 km, 1081 hm Aufstieg, 922 hm Abstieg 


Zusammenfassung: In der Nacht hat es gefroren, dennoch war mir nicht allzu kalt. Als ich aus dem Wald komme, sehe ich einen Fuchs auf dem Feld. Hinter Stadtoldendorf laufe ich durch einen abwechslungsreiches Naturschutzgebiet mit Magerrasen und Hecken. Jetzt bin ich wieder auf dem NST und folge dem Weserbergland Weg. Der Pfad am Waldrand entlang unter den steilen Holzberg Klippen ist ein echtes Highlight! Schließlich gelange ich in den idyllisch gelegenen Ort Hellental mit seinen Fachwerkhäusern. Kaum zu glauben, an diesem schönen Montagmorgen habe ich das anschließende schöne Wiesental der Helle für mich alleine. Zunächst durch Buchen- dann Fichtenwald gelange ich auf die Hochfläche des Solling. Durch das Hochmoorgebiet des Mecklenbruch führt ein Holzsteg. An Silberborn und Neuhaus vorbei, folgt der Weg immer wieder schmalen Pfaden. Am sonnigen Waldrand vor Schönhagen fliegen schon Kleine Füchse. Schließlich passiere ich die Häuser von Nienover wo ein Jagdschloss auf einem Hügel thront. An einem Hutewaldprojekt vorbei steige ich auf größtenteils schmalen Pfaden durch meistens alten Laubwald wieder auf. Hier schlage ich dann im Licht des Vollmond ein Cowboy Camp auf. Heute war ein toller Wandertag auf dem Weserbergland Weg!


Schon in der Morgendämmerung bin ich nach dieser Vollmondnacht wieder unterwegs. Zunächst laufe ich auf einem Forstweg durch den Wald an vielen Tümpeln vorbei. Als ich aus dem Wald gelange, sehe ich einen Funkmast und kann meine Blogbeiträge und Posts von gestern hochladen. Ich beobachte einige Rehe hier auf den Feldern. Als ich einem asphaltierten Feldweg folge, sehe ich einen Fuchs über die offene Flur laufen. Der Morgen ist kalt und klar, es hat gefroren. In Stadtoldendorf gelange ich zurück auf den Nord Süd Trail, der hier dem Weserbergland Weg folgt. Ich laufe ein Stück durch die Stadt und an einem Gewerbegebiet vorbei,  dann geht es durch ein abwechslungsreiches Naturschutzgebiet mit vielen Hecken und Gebüschen, sowie Magerrasen. Von einer Hügelkante schweift mein Blick zurück bis zum Ith.

Ein schöner, unbefestigter Weg führt mich dann längere Zeit an einem abwechslungsreichen Waldrand entlang, mit schönem Ausblick in die darunter liegende Senke. Links von mir steigt ein Hang steil an zu einem Kamm über dem Felsen aufragen. Hier im Wald wachsen außer Buchen auch viele Bergahorne und Eschen. Außerdem gibt es recht viel Totholz, unter anderem abgebrochene Buchen, die mit Zunderschwämmen bewachsen sind. Dieser schöne Abschnitt, bei dem es schließlich aus dem Wald geht, endet vor dem Dorf Heinade. An vielen Häusern hier hängen Scheiben, die verkünden, dass jemand mal Schützenkönig- oder Königin war. An zwei Häusern gibt es „Willkommen“ Schilder. Mal etwas anderes zu den üblichen Hunde- oder Privatgrundstück Schildern. Auf Feldwegen geht es durch die reizvolle, hügelige Landschaft weiter. Ein Grasweg führt bis an den Rand von Merxhausen. Inzwischen ist es so warm geworden, dass ich ohne Jacke laufen kann. Die Drosseln singen und ein Azurblauer Himmel spannt sich über das hügelige Land.

Ein Asphalt Weg führt mich ein kurzes Stück zu einem Tümpel, in den mehrere Quellen einmünden. Außerdem gibt es hier einen historischen Kalkbrennofen. Weiter geht es auf einem Pfad steil bergauf, bis ich auf einen Fahrweg oberhalb des Tals stoße, dem ich weiter folge. Linker Hand zeichnet sich bereits der große Waldblock des Solling ab.

Ich erreiche den idyllisch gelegenen Ort Hellental mit seinen Fachwerkhäusern.

Weiter geht es entlang von zahlreichen Informationstafeln, die Wissenswertes zu Natur und Kultur hier vermitteln, in das Wiesental der Helle, das eingeschnitten zwischen Gras-und Wald bewachsenen Hängen liegt. Es ist kaum zu glauben, aber an diesem herrlichen Montagmorgen habe ich das idyllische Tal ganz für mich alleine!

Schließlich verlasse ich das Tal und steige stetig auf Forstwegen bergauf bis auf etwa 475 m. Zunächst überwiegend in Buchenwald, später dann auch zunehmend durch Fichtenbestände. Am Weg sehe ich immer wieder angelegte Tümpel, sehr schön!

Stellenweise stehen hier Buchen unter den Fichten, aber zu meinem Erstaunen haben auch noch viele alte Fichtenbestände, die Borkenkäfermassenvermehrung der letzten Jahre überstanden.

Ein Holzsteg führt mich durch das 68 ha große Hochmoor Mecklenbruch. Allerhand Tafeln verraten Wissenswertes überdie Natur des Gebietes und die Renaturierung. Am Rand wachsen Fichten  und Birken, nur in der Mitte ist das Moor mehr oder weniger Waldfrei. An sumpfigen Wiesen vorbei, auf denen Rotes Höhenvieh weidet, geht es nach Silberborn. Der NST führt dann aber nicht in den Ort, sondern ich laufe auf einem Pfad ein Stück parallel zu einer Straße, die ich dann überquere. 

Weiter geht es durch den Wald, an den schmale Wiesenstücke angrenzen. An einer Stelle passiere ich eine Köhler Hütte mit dem typischen, spitzen Aufbau. Ich unternehme einen Abstecher zum Hochsolling Turm, der zwar ziemlich weit über die Bäume hinausragt, aber dennoch keine umwerfende Aussicht gewährt. Weiter geht es auf dem Pfad entlang von trockenen Sandsteinmauern, die früher Pferdeweiden eingegrenzt haben, da hier im Solling Pferde gezüchtet wurden.

Am Rand von Neuhaus komme ich am Forstamt vorbei, wo es eine Wagenburg gibt, die man als Gast zum Übernachten nutzen kann. Anschließend folge ich einer Allee mit mächtigen Eichen. Ein Pfad führt mich am Wildpark Solling entlang, wo ich aber keine Tiere sehe. Ich gelange an die Straße, wo das Wildparkzentrum liegt, das von den niedersächsischen Landesforsten gleichzeitig als Touristeninformation genutzt wird.Ein  schmaler Weg führt durch den Wald weiter parallel zur Bundesstraße. Der Wald linker Hand ist von alten Eichen geprägt. Schließlich geht es wieder tiefer in den Wald, obwohl man die Bundesstraße immer noch hört. Der Wald ist hier großflächig von alten Buchenbeständen geprägt, in denen es aber auch immer wieder dicke Eichen gibt, sehr schön!

Etwas später komme ich auch mal wieder an einer Naturwaldfläche vorbei. Insgesamt 10 % der Fläche der niedersächsischen Landeswälder sind so vor einigen Jahren aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen worden. Hier steht man offensichtlich dazu, denn überall verkünden Schilder wozu diese Naturwälder da sind.

Später laufe ich dann aber auch durch relativ junge, einförmige Buchenbestände. 

Ein Erdweg führt mich dann zum Waldrand oberhalb eines Wiesentals. Schließlich komme ich am ErlebnisWald Solling vorbei mit Baumhaushotel und angrenzendem Campingplatz. Von hier folge ich einem Grasweg am sonnigen Waldrand entlang. Hier fliegen Kleine Füchse. Schließlich gehe ich durch die Felder nach Schönhagen und durchquere den Ort. Dahinter führt ein Asphalt Weg hoch zum Waldrand. Ich laufe durch den recht abwechslungsreichen Wald und erreiche den aus nur wenigen Häusern bestehenden Ort Nienover. Außerdem gibt es hier auf einem Hügel ein großes Jagdschloss. Durch einen Wald mit vielen alten Eichen gelange ich zum Hutewaldprojekt. Auf etwa 200 ha Fläche  weiden hier Exmoor Ponys und Heckrinder, der Wald wird aber auch durch Holzeinschlag aufgelichtet. Während sich der Himmel hinter mir sanft lila färbt und der volle Mond schon am Himmel steht, wandere ich auf schmalen Pfaden durch die alten Laubwälder weiter aufwärts. Im letzten Licht um 18:20 schlage ich dann in einem mittelalten Buchenwald mein Cowboycamp auf.  Später höre ich noch Wildschweine in der Nähe im Laub trappeln, sehe sie jedoch nicht.
















Sonntag, 1. März 2026

WdH 24 Von Coppenbrügge nach Eschershausen

 




So, 1.3.2026


WdH 24: Von Coppenbrügge nach Eschershausen


8:29 h, 31,6 km, 1099 hm Aufstieg, 953 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Nachdem ich mit den beiden interessanten Frauen gefrühstückt habe, fährt mich Anne zurück nach Coppenbrügge. Von dort steige ich bald zum Kamm des Ith auf, dem ich auf schmalen Pfaden über 20 Kilometer weit folge. Die dunklen Kalkfelsen sind dicht mit Moos und teilweise Hirschzungenfarn bewachsen. Zu meiner großen Freude blühen hier schon die Märzbecher. Der teilweise steinige Fußweg lässt mich nur langsam vorankommen. Dafür treffe ich selbst an diesem schönen Sonntag nur wenig andere Menschen, hier im Buchenwald. Dieser schmale, lange Kamm ist wahrscheinlich deutschlandweit einzigartig, wirklich etwas Besonderes! 

Schließlich erreiche ich die Ithwiesen über die mein Blick weit schweifen kann. Es geht dann abwärts nach Eschershausen im Leinetal. Nachdem ich wieder ein Stück im Wald aufgestiegen bin, schlage ich schließlich mein Lager in einer halb verfallenen Schutzhütte auf. 


Am Morgen frühstücken wir noch gemütlich zusammen, dann bringt mich Anne zurück nach Coppenbrügge, wo ich um 9 Uhr wieder starte. Ein Stück laufe ich noch durch den Ort, dann geht es aufwärts in den Wald des Ith. Bald gelange ich in den Naturwald Saubrink/Oberberg, der einen Buchenwald auf Kalkstein schützt. Mit 240 ha ist das der größte „Urwald von morgen“ Niedersachsens, wie eine Tafel verkündet. An diesem schönen, aber noch recht frischen Morgen, geht es weiter auf einem Pfad durch den beeindruckenden Buchenwald, der mit zahlreichen, moosbedeckten Felsen übersät ist. 

An Steinen vorbei, die mit den langen, grünen Blättern des Hirschzungenfarns bewachsen sind,  geht es über Treppenstufen steil aufwärts an dunklen Kalkklippenvorbei. Ein Mann mit seinem E-Bike sieht rasch ein, dass er hier nicht hochkommt.

Schließlich folgt der Pfad dem schmalen, felsigen Kamm des Ith auf etwa 400 Meter Höhe. 

Mir begegnet hier zunächst nur ein Wanderer. Ich erklimme den niedrigen Ith Turm, von dem der Blick bis ins Wesertal  reicht.

Der Holunder zeigt schon frische, grüne Blätter und auch hier ist der Bärlauch schon draußen. Ein Stück weiter blühen pünktlich zum 1. März, die ersten Märzenbecher, Verwandte der Schneeglöckchen, die man aus dem Garten kennt. Als ich weiter laufe,  sehe ich noch viele weitere. Im Wald wachsen hier außer den Buchen auch viele Bergahorne und Eschen. Nach 5,7 Kilometern stößt der Pfad auf einen Fahrweg, dem ich weiter folge. Es geht abwärts zu einer Straße, dann geht es auf einem Fußweg dem Kamm folgend,  zunächst ziemlich steil weiter. Der Pfad ist teilweise recht steinig und immer wieder muss ich über Bäume klettern, daher ist das Vorankommen ziemlich langsam. Der nächste Pfadabschnitt endet nach 5,7 km. Dadurch, dass der Ith Kamm so schmal ist, ergeben sich häufig Aussichten zu den Seiten. Man sieht größere Steinbrüche in den benachbarten Höhenzügen, aber auch die Türme eines Kernkraftwerks an der Weser. Auf diesem Abschnitt begegne ich einigen Leuten. Später verbreitet sich der Kamm und ist einfacher zu begehen. Stellenweise stapfe ich durch eine dicke Laubdecke, die der Wind angeweht hat. Dieser Teil des Kamms gefällt mir noch besser. An der Kante ragen auch hier hohe, bizarre Felsen auf. Nach insgesamt 24 km und über 900 Höhenmetern Aufstieg endet der Pfad schließlich an der Ithstraße. Hier sind zahlreiche Motorradfahrer. Bald biege ich auf einen asphaltierten Feldweg ab, der durch das Naturschutzgebiet Ith Wiesen führt, wo ich bei strahlend blauem Himmel tolle Aussichten erhalte. Ich passiere einen Segelflugplatz, wo gerade Betrieb herrscht, und biege dann auf einen Pfad in den Wald ab.

Abseits des Weges gibt es hier einige Höhlen. Eine Tafel verrät, dass die 57 m lange Rothesteinhöhle in der Bronzezeit vermutlich für kultische Handlungen genutzt wurde. Bis zum 1. April ist die Höhle geschlossen, zum Schutz der Fledermäuse, die dort hier Winterquartier haben. 

Schließlich geht ein Fußweg bergab, aus dem Wald. Auf einem Grasweg laufe ich durch Felder und Wiesen weiter. Ich streife kurz Scharfoldendorf. 

Eine Holzbrücke führt mich dann über die hier noch winzige Leine.

Ich gelange nach Eschershausen, wo Leute sich Eiswaffeln aus einem Café holen. Am Waldeingang fülle ich meine Wasserflasche an einem Bach, dem ich dann auf einem Fußweg steil aufwärts folge. Nachdem ich wieder auf einen Fahrweg gelangt bin, schlage ich gegen 17:30 Uhr mein Lager in einer halbverfallenen Schutzhütte auf. Später bellt in der Nähe ein Reh, dem wohl meine Anwesenheit nicht gefällt.