Mittwoch, 25. Februar 2026

WdH 20 Von Gerdehaus nach Scheuen

 




Mi, 25.2.2026


WdH 20: Von Gerdehaus nach Scheuen


10:07 h, 44,1 km, 230 hm Aufstieg, 276 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Außer dem Uhu höre ich in später noch einen Rauhfußkauz rufen und Wölfe heulen. Eine wildromantische Nacht!

Am nächsten Morgen geht es weiter durch das große Waldgebiet der Südheide, was immer wieder von Heideflächen durchbrochen wird. Obwohl diese teilweise einen parkartig gepflegten Eindruck machen, gefällt es mir hier sehr gut. Ab 9:30 Uhr erscheint die Sonne und ich kann meine Jacke ausziehen. Später laufe ich sogar im T-Shirt! Kein Wunder, dass auch schon die ersten Heidelerchen und Zitronenfalter aktiv sind. Nachmittags geht es lange durch die relativ monotonen Kiefern- und Lärchenbestände, die nach dem großen Waldbrand 1975 entstanden sind. Schließlich schlage ich dann mein Lager unweit des Ortes Scheuen auf. 


Neben dem Uhu höre ich in der Nacht noch einen Rauhfußkauz rufen und Wölfe heulen!

Bereits in der Dämmerung bin ich wieder unterwegs. Zunächst geht es über eine große Heidefläche wie immer auch mit einzelnen Birken und Kiefern. Anschließend laufe ich auf breiten Forstwegen durch ein großes Waldgebiet. Hier dominiert zwar mal wieder die Kiefer, aber es gibt auch Fichten und an den Wegen einzelne Eichen. Große Zäune zeigen, dass hier der Wald umgebaut wird. Ich fülle meine Flasche aus einem klaren Tümpel. Es singen bereits Mistel- und Singdrosseln, sowie Ringeltauben. Schließlich erreiche ich die Oher Heide, wo gerade ein Harvester den Birkenbestand aufgelockert hat, und große Haufen Holz und Reisig am Weg aufgeschichtet liegen. Auf schmalen, naturnahen Wegen, erlebe ich die abwechslungsreiche Heidelandschaft noch intensiver, die ich am frühen Morgen ganz für mich alleine habe! Später folge ich lange der breiten Trasse einer Gasleitung. 

Ich überquere eine viel befahrene Straße und biege dann bald auf einen Pfad in den Wald am Schillohsberg ab. Hier gibt es sogar eine Tafel zum Mistkäfer, der den Kot  der Heidschnucken nutzt. Bald gelange ich wieder an eine große Heidefläche, wo ein Teil der Heide komplett runter genommen wurde, was als Pflegemaßnahme durchaus sinnvoll ist. Dann laufe ich auf einem Pfad an dicht grün bemoosten Eichen vorbei. Etwas später erreiche ich den idyllischen Ort Lutterloh. Dort gibt es einen Ferienhof, einen Hofladen und mächtige Eichen. Als ich aus dem Ort rauskomme, sehe ich einen Wagen am Wegrand mit dem Logo des Naturparks Südheide. Ich spreche die beiden Männer an, die dort ausgestiegen sind, und es stellt sich heraus, dass sie für den Naturpark Südheide arbeiten und hier gerade eine Pflegemaßnahme in der Heide vorbereiten. Wir unterhalten uns eine Zeit lang, wobei der ältere Mann erzählt, wie sich die Natur hier erholt hat und das viele Arten, deren Rückkehr man kaum für möglich gehalten hat, inzwischen wieder ansässig sind. Unter anderem Wolf, Seeadler und Uhu. 

Weiter geht es auf einem Weg durch den Wald, der von einem Heide und Birkenstreifen entlang einer Gasleitung gesäumt wird. Während jetzt gegen 9:30 Uhr die Sonne erscheint, begleiten mich die rauen Rufe der Kolkraben.

Schließlich durchquere ich das Bauerndorf Weesen, wo es auch zwei Hotels gibt.

Weiter geht es an einem Waldrand entlang. Zum ersten Mal seit Beginn der Reise ist es so warm, dass ich meine Kunstfaserjacke ausziehe. Die Sonne tut richtig gut!

Kurz laufe ich verkehrt und gelange, in dem ich einem Waldrand querfeldein folge, bald wieder auf den Heidschnuckenweg. Ich wandere weiter am Waldrand wo ich meine Wasserflasche in einem Tümpel auffülle und überquere dann eine Straße. Hier gelange ich in die Misselhorner Heide. Auf sonnigen Pfaden geht es durch die abwechslungsreiche Landschaft. Allerdings muss man sagen, dass viele der Heideflächen hier, eher wie einPark  wirken. Mit vielen markierten Wegen, Bänken und kleinen Hüttchen. Nichts desto trotz ist es sehr schön, diese Flächen zu durchstreifen. Es gibt hier sogar eine tiefe Sandgrube mit einem Tümpel. Außer mir sind auch noch andere Spaziergänger unterwegs bei diesem schönen Wetter. Auch in dieser Heidelandschaft, die sich als relativ schmaler Korridor zwischen dem Kiefernwald erstreckt, gibt es wieder interessante Informationstafeln. Wie bestellt, passt hierher auch der Flötengesang der Heidelerchen, die offensichtlich aus ihrem Winterquartier zurück sind. Weiter geht es durch den Kiefernwald, wo ich immer wieder das Trompeten der Kraniche höre. Außerdem trillern Haubenmeisen. Bald folge ich am Waldrand wieder dem Heidestreifen. Schließlich geht es in den sonnigen Kiefernwald, wo der erste Zitronenfalter herumflattert. Später sehe ich weitere. Der Weg führt mich durch ein Tal, was linker Hand von einem recht steilen Hang eingefasst wird. Da ich keine Handschuhe mehr trage, kommen zum ersten Mal auf dieser Tour meine Wanderstöcke zum Einsatz. Ich überquere eine Straße und laufe weiter durch den Wald, indem es auch Lärchen gibt. Noch einmal passiere ich eine Heidefläche. Ansonsten geht es meist durch recht monotonen,  mittelalten Kiefernwald auf breiten Sandwegen. Ein Rundweg führt durch eine Heidefläche zum Angelbecksteich. Ein Stein erinnert an den großen Waldbrand 1975, dem hier 6000 ha Wald zum Opfer fielen. Ein Rundweg mit vielen Informationstafeln führt um den Teich. Hier ist tatsächlich noch etwas Eis vorhanden. Außer mir sind noch einige andere Leute hier, die die Sonne genießen. An einer Hütte steht ein 800 km Zeichen des NST. Soweit ist es von Sylt bis hierher! Leider ist eine Straße ganz in der Nähe, daher ist der Genuss nicht ganz ungetrübt. Eine asphaltierte Straße führt zum Dehningshof, einer ehemaligen Fuhrmannsschänke, die heute ein Hotel ist. Glücklicherweise kann man meistens neben dem Teer laufen. Der Weg, dem ich dann weiter folge, ist breit und läuft durch monotonen Kiefernwald. Allerdings komme ich auch an einer Heidefläche vorbei. In  der Sonne ist es so warm, dass ich jetzt tatsächlich im T-Shirt laufe. Zwei mächtige alte Buchen haben den großen Waldbrand 1975 überlebt. An einem klaren Waldbach, der von einem Birken- und Erlenbruch flankiert wird, nehme ich neues Wasser auf. An Wegesrand stehen die Hasel schon in voller gelber Blüte. Schließlich passiere ich die Schilf gesäumten Wildecker Teiche, wo auch noch etwas Eis vorhanden ist. Einmal kommt mir ein Förster in seinem Auto entgegen und ich passiere ein einsam im Wald gelegenes, schönes Anwesen . Weiter geht es ziemlich monoton durch gleichalte Wälder häufig aus Lärchen bestehend.

Schließlich laufe ich an der Grenze eines Standortübungsplatz entlang, aus dem ab und zu lautes Sturmgewehrfeuer zu hören ist. Tatsächlich sehe ich im Wald schemenhaft einige Soldaten. Schließlich gelange ich aus dem großen Wald und folge Straßen durch den Ort Scheuen. Hinter dem Dorf biege ich wieder in den Wald ab. Ich passiere einen kleinen Flugplatz und verlasse dann den Weg, um mein Lager im moosigen Kiefernwald gegen 16:50 Uhr aufzuschlagen. Zwar hört man Straßenlärm, aber ansonsten ist der Platz gut. Während die Sonne hinter den Kiefern untergeht, zeigt sich über mir bereits der halbe Mond.


























Dienstag, 24. Februar 2026

WdH 19 Von Tiegen nach Gerdehaus

 





24.2.2026


WdH 19: Von Tiegen nach Gerdehaus


10:53 h, 46,9 km, 190 hm Aufstieg, 142 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Bereits im Dunkeln bin ich wieder unterwegs und quere bald die A7. Kurze Zeit später gelange ich an den Rand des Truppenübungsplatzes Munster. Dort bin ich selber vor langer Zeit als Soldat gewesen. Heute stellt sich die Frage, wie weit Deutschland aufrüsten muss. Natürlich haben wir durch den Krieg in der Ukraine eine neue Situation, auf die sich die Bundeswehr vorbereiten muss. Andererseits bekomme ich Bauchweh, wenn ich höre, welche riesigen Geldbeträge jetzt in die Aufrüstung gesteckt werden sollen. Es gibt sogar Leute, die denken , der Rüstungssektor kann zukünftig zu einem Teil die Automobilindustrie als Wirtschaftsmotor Deutschlands ablösen. Das sehe ich sehr skeptisch, sicher sind Investitionen in andere Zukunftsbereiche, wie künstliche Intelligenz und regenerative Energie viel sinnvoller. Die Aufrüstung sollte zudem sehr gut mit unseren europäischen Nachbarn koordiniert werden, es muss vermieden werden, dass jedes Land seinen eigenen Brei kocht. Heute begleitet mich die Militärkulisse den ganzen Tag. Sei es der Geschützdonner der Artillerie, die Kasernen von Faßberg, Hubschrauberlärm oder Maschinengewehr Schüsse. Diese ständigen Hintergrundgeräusche nerven ganz schön. Teilweise geht es durch Kiefernwald, teilweise an Feldern entlang. Schließlich erreiche ich Wietzendorf. Dort gibt es am Heidschnuckenweg leider weder ein Café noch einen Supermarkt. Müden, vermeide ich weitgehend, indem ich statt dem Heidschnuckenweg eine Heideschleife laufe. Rundwege die diesen ergänzen. Faßberg mit seinem Fliegerhorst ist stark durch das Militär geprägt.

War die Etappe bis dahin nicht besonders schön, wird der Nachmittag hinter Schmarbeck ziemlich abwechslungsreich. Es geht durch verschiedene Heideflächen mit Wacholder,  an Waldrand entlang, und zu allem Überfluss erscheint auch noch etwas Sonne und blauer Himmel. Schließlich schlage ich mein Nachtlager bei einer Hütte auf, wo ich später den dumpfen Rufen eines Uhus lausche.


Noch im Dunkeln um 6:30 Uhr bin ich wieder unterwegs. Bald erreiche ich das Sträßchen, dass mich dann über die A7 führt. Weiter geht es auf einem breiten Sandweg durch den Wald. Anschließend folge ich einer Straße am Rand des Truppenübungsplatzes Munster. Als ich ein Stück weitergehe, erklingen aus dem Wald die Balzrufe der Schwarzspechte. Es ist recht mild heute Morgen, wenn auch grau,  vielleicht liegt der Frühling ja in der Luft!

Die weitere Route führt mich recht abwechslungsreich, überwiegend am Waldrand entlang. Als ich auf einen asphaltierten Feldweg abbiege, kommt mir eine Spaziergängerin mit Hund entgegen, der erste Mensch heute. Immer wieder ziehen schnatternde Gänse über mich hinweg, als ich Waldrändern weiter folge. Ich passiere den Ort Meinholz entlang einer Straße. Der kleine Ort ist typisch niedersächsisch, mit großen Fachwerk- oder Klinker Häusern, zum Teil mit Pferdeköpfen geschmückt, großen Ställen für die Landwirtschaft, aber auch Pferden, die nebenbei gehalten werden.

Ein Fußweg führt mich dann durch das kleine Naturschutzgebiet Wittenmoor, wo viele Birken wachsen.

Teilweise an Straßen entlang, teilweise durch den Wald, erreiche ich schließlich Wietzendorf, wo der Heidschnuckenweg einen großen Bogen macht. Ein Pfad führt mich an den Bach Wietze heran, der nach Regen und Schneeschmelze Hochwasser führt. Leider komme ich in Wietzendorf an keinem Café oder Supermarkt vorbei.

Hinter dem Ort verlasse ich schließlich die Straßen und folge einem breiten Sandweg durch die großen Felder. Immerhin wird der Weg von Birken und anderen Bäumen gesäumt. Inzwischen ist auch das häufige Donnern der Artillerie vom nahen Truppenübungsplatz zu hören.

An einer eingezäunten Sandgrube vorbei geht es durch den Wald. Hier steht eine Hütte, in der man übernachten könnte. Ein Pfad führt mich durch Birkenwald und eine von Kiefernwald umrahmte Heidefläche. Ein Teil der Fläche ist wieder zu dichtem, jungen Kiefernwald geworden. Ein natürlicher Vorgang, wenn man die Heide nicht ständig künstlich offen hält. Auf einem breiten Sandweg geht es weiter durch den Kiefernwald. Hier gedeiht dichter Heidelbeerenunterwuchs und Wacholder. Außerdem wachsen unter den Kiefern an vielen Stellen Birken, Buchen oder Eichen. Bald geht es durch Felder auf einige Windräder zu. Ein Stück folge ich einer Straße, dann biege ich auf einen breiten Sandweg am Waldrand ab. Weiter geht es Schnurgeradeaus durch den relativ einförmigen Kiefernwald. An manchen Stellen wachsen Wachholder unter den Bäumen. Schilder verraten, dass auch hier der Truppenübungsplatz angrenzt. Dann laufe ich längere Zeit durch die ausgeräumte Feldflur unter einem tristen grauen Himmel. Als es wieder in den Wald geht, verlasse ich den Heidschnuckenweg und folge der Heideschleife Müden weiter. Die Heideschleifen sind eine Ergänzung zum Heidschnuckenweg und verlaufen normalerweise als Rundweg. Ich will vor allem den Ort Müden vermeiden und mehr durch den Wald laufen.

Bald folge ich einem Pfad durch Kiefernwald mit sehr viel Unterwuchs aus Birke, Eiche und Buche.  Kurz streife ich den Ortsrand von Müden, dann führt mich ein Pfad wieder in den Wald, wo die Rotkehlchen singen. Bald geht es auf schmalen Sandwegen weiter.

An einem Campingplatz vorbei laufe ich dann am Waldrand weiter. Bald geht es auf einem relativ schmalen Weg wieder in den Wald, der wie immer hier, hauptsächlich aus Kiefern besteht. Ich laufe durch den Ort Poitzen und folge dann wieder relativ schmalen Wegen durch den Kiefernwald.

Schließlich erreiche ich Faßberg, wo ich im Supermarkt einkaufe und etwas esse. Anschließend laufe ich durch die Stadt, wo ein Fliegerhorst beheimatet ist, der den Ort prägt.

Am Rand der Kasernen kommt mir tatsächlich ein Wanderer mit großem Rucksack entgegen, mit dem ich mich ein wenig unterhalte. Er will lediglich einige Tage hä durch die Heide wandern, und war schon öfter hier. Da er mit kälteren Verhältnissen gerechnet hatte, hat er relativ viel Zeug dabei. Nach kurzer Unterhaltung geht jeder seines Weges weiter. Ein ganzes Stück laufe ich dann noch am Kasernenzaun entlang. Ein asphaltierten Weg führt mich nach Schmarbeck mit seinen großen Bauernhäusern. Anschließend laufe ich noch lange auf einem Asphaltweg durch die Feldflur. Ich passiere eine knorrige Birke mit bestimmt fast einem Meter Durchmesser. Der Baum ist ein Naturdenkmal, zurecht, denn so interessante Birken sieht man selten!

Schließlich führt ein breiter Grasweg am Rand der Schmarbecker Heide mit ihren vereinzelten Birken und Wacholdern vorbei.

Ein kleines Stück laufe ich auf einem Pfad durch einen regelrechten Wacholderwald, so dicht stehen die Gehölze hier. Ich passiere einige Informationstafeln und habe die ausgedehnte Heidelandschaft ganz für mich. Dann folge ich dem Waldrand, an dem ein dunkelgrüne Teppich von Preiselbeeren wächst. Weiter geht es auf breiten Sandwegen durch den kargen , mittelalten Kiefernwald, unter dem oft nur Moos wächst, teilweise aber auch junge Kiefern. Weiter geht es durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wald, Heideflächen und Feldern am Waldrand. Jetzt gegen 16:00 Uhr zeigt sich auch etwas blauer Himmel. Leider stört der ständige Hubschrauber Lärm ziemlich. Ich passiere die wenigen idyllisch gelegenen Häuser von Schmarbeck Grube und biege dann wieder in den Wald ab. Bald führt mich ein Pfad am Waldrand entlang. Mit der Sonne ist es jetzt richtig schön! Es dauert nicht lange und ich laufe entlang der nächsten großen Heidefläche. Schließlich erreiche ich die Straße und folge ihr nach Gerdehaus mit seinen einzelnen Höfen, auf einem Radweg. Es geht dann noch ein ganzes Stück auf dem Asphalt weiter, bevor ich in einen Waldweg abbiege. Bald laufe ich auf weißem Sand entlang einer weiteren großen Heidefläche.

Dann geht es noch ein Stück durch den Wald, bis ich gegen 17:30 Uhr eine Hütte am Rand einer Heidefläche erreiche, wo ich mein Lager aufschlage. Während die Sonne die Wolken leicht lila färbt, bildet sich zwischen den Birken Bodennebel. Später, als es schon fast dunkel ist, ruft ein Uhu dumpf. 
























Montag, 23. Februar 2026

WdH 18 Von Bispingen nach Tiegen






Mo, 23.2.2026


WdH 18: Von Bispingen nach Tiegen


8:28 h, 31,5 km, 180 hm Aufstieg, 194 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Beim Frühstück setze ich mit Claudia, Robert und den drei kleinen Kindern zusammen. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die keine Kinder wollen, da sie es ihnen nicht zumuten wollen, in dieser schrecklichen Welt zu leben, die sowieso bald untergeht, haben sich Claudia und Robert ganz bewusst für ihre Kinder entschieden. Sie sind der Meinung, dass es immer irgendwie weitergeht. Daher haben sie auch keine Zukunftsangst. 

Robert bringt mich dann nach Bispingen, wo wir gestern angekommen waren, bevor er dann zu seiner Arbeit im Waldpädagogikzentrum Ehrhorn weiterfährt.

Auch heute regnet es wieder ziemlich viel. Allerdings nicht als Dauerregen, sondern überwiegend in teils kräftigen Schauern. Die Etappe heute gefällt mir nicht so gut wie das Wandern auf dem Heidschnuckenweg an den letzten Tagen. Meistens höre ich die Autobahn A7 und habe eigentlich nie wirklich das Gefühl, weit von der Zivilisation entfernt zu sein. Nichts desto trotz gibt es auch schöne Abschnitte wie das Heidegebiet um den Kreuzberg oder das Böhmetal. In Soltau komme ich an der Bibliothek Waldmühle vorbei, wo ich schon einmal einen Vortrag gehalten habe. Immer wieder muss ich mich längere Zeit vor einem Schauer unterstellen, sei es bei einem Waldkindergarten oder an einem Viehstall. Dennoch bleibe ich heute bis auf das Regenzeug trocken.


Am Morgen frühstücke ich noch schön mit Claudia, Robert, Emil, Lene und Matthes. Die Frage die sich manche stellen, ob sie Kinder in diese Welt mit ihren vermeintlich schlechten Zukunftsaussichten setzen sollen, haben sie klar für sich mit Ja beantwortet, da sie daran glauben, dass es immer irgendwie weitergeht.

Dann fährt mich Robert zurück nach Bispingen, von wo ich um 8:20 Uhr meinen Weg fortsetze. Es regnet mal wieder,  daher lege ich schon nach kurzer Zeit einen Stopp ein, um mir das Regenzeug überzuziehen. Bald lasse ich den Ort hinter mir und wandere auf Fußwegen durch den Wald oberhalb des Luhe Tals. 

Misteldrosseln singen in dem Kiefernwald mit dichtem Heidelbeerunterwuchs. Ich überquere eine Straße und folge dann längere Zeit einemeinem Pfad durch den Wald, parallel zu einer Bahnlinie. Immer wieder gehen Schauer nieder. Ich passiere die unscheinbare Luhe Quelle und wandere auf einem Pfad weiter durch den Wald. Obwohl die Wege hier sehr schön sind, ist der Lärm der nahen Autobahn störend.

Schließlich quere ich die A7 und wandere weiter durch den Kiefernwald, wo sich auf einer offenen Fläche außerhalb des Waldes, zwei Windräder drehen. Weiter geht es auf breiten Graswegen durch die offene Feldflur, wo es ziemlich windig ist. Erstaunlicherweise sind hier schon Feldlerchen zu hören, die offenbar bereits aus Afrika zurück sind. Immerhin ist es heute recht warm, so dass ich keine Handschuhe trage.  Leider komme ich vom Heidschnuckenweg ab und erreiche die Heideflächen am Kreuzberg, die auch zum NSG Lüneburger Heide gehören. Vor einem heftigen Schauer, schütze ich mich in einem überdachten Jagdstand. 

Schließlich erreiche ich den Heidschnuckenweg wieder und laufe teilweise durch Wald, teilweise durch offene Flur. Ein Stück weit geht es auf einen asphaltierten Weg. Ich passiere einen Erlenbruch und eine Wiese, die komplett von den Wildschweinen umgepflügt wurde. Ein Stück weiter, sehe ich zwei Rehe vor mir abspringen. Zwei trompetende Kraniche stehen auf einer feuchten Wiese. Eine Fläche mit dichten Wacholdergehölz erstreckt sich linker Hand. Auf Forstwegen geht es weiter durch den Kiefernwald bis an den Rand des Heideparks Soltau. Etwas später führt der Weg über einen Campingplatz voller Wohnmobile. Hier stelle ich mich vor einem Schauer unter. Weiter geht es durch eine große Fischteichanlage. Anschließend laufe ich durch den Kiefernwald entlang der Wiesenflächen des Böhmetals. Jetzt zeigt sich sogar etwas blauer Himmel. Weiter geht es durch den Kiefernwald, in denen aber auch viele andere Baumarten eingemischt sind, meist auf relativ schmalen Wegen weiter. Vor Soltau laufe ich dann noch mal ein Stück auf einem Pfad unmittelbar an dem Flüsschen Böhme entlang. Anschließend geht es durch den Park an der Böhme, wo die Bibliothek Waldmühle ansässig ist, wo ich schon einen Vortrag gehalten habe. Heute ist die Bücherei allerdings geschlossen. Es geht dann durch die Fußgängerzone im Stadtzentrum. Anschließend laufe ich durch den privaten Breidings Park. Ein Sperber jagt hier kurz einige Kleinvögel, lässt sich dann auf einem Ast nieder und fliegt schließlich ab. Durch Tetendorf geht es auf einer verkehrsreichen Straße, ziemlich ätzend! Als es in Strömen gießt, stelle ich mich im Strohlager bei einem Stall unter.  Weiter geht es am Waldrand entlang, wo ich mich bei einem Waldkindergarten vor dem nächsten Schauer unterstelle. Auf schmalen Wegen geht es dann weiter durch den nassen Kiefernwald, indem auch viele Birken wachsen. Ein Stück laufe ich am Waldrand entlang, dann geht es auf den Tiegener „Berg“, der von einem Steinhaufen gekrönt wird, wo Leute Inschriften hinterlassen haben. In kontinuerlichem, leichten Regen passiere ich das Tierheim Tiegen und laufe parallel zu einer Bahnlinie durch eine Mischung aus Wald und Offenland.  Schließlich folge ich einem Sträßchen auf die andere Seite der Bahnlinie und schlage dann mein Zelt abseits im Kiefernwald auf. Es dauert dann nicht lange bis es wieder intensiv regnet. Immerhin habe ich es aber heute geschafft, trocken zu bleiben.