Dienstag, 31. März 2026

WdH 54 Von Nonnweiler nach Weiskirchen

 



31.3.2026


WdH 54 Von Nonnweiler nach Weiskirchen


11:32 h, 43,8 km, 1235 hm Aufstieg, 1212 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Heute ist der Tag der schönen Waldtäler: Vom eher offenen, von Bibern geprägten Wadrilltal, bis zum Tal des Wahnbach, das ein bisschen wie ein Urwaldtal in den Karpaten wirkt, ist alles dabei. Auch heute gibt es Schauer und ich kann wieder die Einsamkeit genießen. Es ist toll, wie oft man hier auf Pfaden läuft!

Obwohl es hier noch alten Fichtenwald gibt, steht diese Baumart hier schwer unter dem Druck der Borkenkäfer. 

Ich passiere eine Klinik, wo der Wald offenbar in die Therapie integriert wird und wundere mich über eine Ansitzkanzel…


Blöderweise habe ich vergessen, meinen Wecker wieder zu stellen, daher wache ich 20 Minuten später auf. Das ist natürlich nicht schlimm, aber ich will ja Strecke machen und mein Rhythmus ist nun mal bei Tagesanbruch loszugehen, aber was soll’s? 

Schließlich bin ich wieder unterwegs und steige steil ab, zurück ins Tal, wo ich wieder auf den Saar-Hunsrück Steig stoße. Ich folge dem Bachtal dann eine ganze Zeit, teilweise auf Forstwegen aber auch oft auf schönen Pfaden. Der Wald ist sehr abwechslungsreich und wirkt ziemlich intakt, auch mit älteren Fichtenbeständen. Als ich den Waldrand in der Nähe von Hermeskeil erreiche, setze ich mich erst mal hin und setze die Blogposts von gestern und vorgestern ab. Dabei frieren mir fast die Finger ab, denn es ist auch heute Morgen ziemlich kalt. Ab und zu schneit es ein paar Flocken. Weiter geht es zu einer Straße, wo zwei mächtige Mammutbäume stehen. Der weitere Weg ist recht abwechslungsreich zum Teil in der offenen Flur. zum Teil im Wald. Ich unterquere die laute A1, die ich schon seit einiger Zeit höre.

Im Wald sehe ich zwei Rehe und später auf dem Feld einen Osterhasen. Nein, ein normaler Hase, der schon von weitem sichtbar ist. Keine Ahnung, warum er sich einen so exponierten Platz aussucht. Der Abschnitt, durch den ich jetzt laufe, gefällt mir nicht besonders . Relativ viele einzelne Häuser, so etwas wie Wochenendhäuser sind auch dabei,  teilweise Asphaltwege und eine weitere Straße, das heißt, ein eher untypischer Teil des Saar-Hunsrück Steigs.

An einer riesigen, verglasten Ansitzkanzel im Feld steht ein Schild „Wild Ruhezone bitte nicht stören“. Ob hier nicht wohl lediglich der Jäger gemeint ist? Tatsächlich muss man sich immer wieder wundern, was für Bauwerke die Jäger in die Landschaft stellen. Eine Nummer kleiner täte es auch und würde im Zweifelsfall das Landschaftsbild viel weniger stören. Aber klar, Jagd hat eine lange Tradition und war in der Vergangenheit das Vorrecht des Adels. Meiner Meinung nach lebt das immer noch in gewisser Weise fort. Jagd ist vielleicht die letzte Bastion des Feudalismus!

Ein Stück weiter liegt am Waldrand ein Haufen Müll, die Reste einer alten Ansitzkanzel…

Schließlich gelange ich in das Tal der Wadrill. An den Hängen sind auch hier viele Fichten abgestorben, aber meist hat man rechtzeitig Buchentrupps unter die Fichten gepflanzt. Daher gibt es keine richtigen Kahlflächen. Eine Tafel beschreibt das sehr schön: „Hier haben wir junge Buchen unter die Fichten gepflanzt, damit Ihre Urenkel nicht nur den würzigen Geruch der Nadeln riechen, sondern auch das Spiel der Sonne im Laub der alten Buchen genießen können.“

So kann man Nachhaltigkeit auch ausdrücken!

Das Tal, dem ich dann längere Zeit folge, gefällt mir sehr gut! Der Bach ist 3 bis 4 m breit und wird zum Teil von Bibern aufgestaut. Am Anfang gibt es noch einige kleinere Wiesen, ansonsten herrscht Brachland vor, wo wahrscheinlich früher Wiesen waren. Am Bach stehen einige Erlen und die Hänge sind größtenteils durch das absterben der Fichten inzwischen waldfrei. Zweimal begegnen mir Leute und ich sehe drei Rehe, die wenig Scheu zeigen und sich sogar fotografieren lassen. Schließlich überquere ich eine Straße und laufe weiter oberhalb des Bachs, der hier parallel zur Straße verläuft.

Irgendwann wendet sich der Bach aber von der Straße ab, und ich folge ihm weiter. Als ich um die auf einem Bergsporn errichtete Burg Grimburg laufe, fängt es intensiv an zu hageln und zu regnen. Ich dachte, heute wäre trockenes Wetter angesagt… 

Schließlich laufe ich das Lauterbachtal hoch. Sehr schön mit alten Fichten, wirklich romantisch. Glücklicherweise hört es dann irgendwann wieder auf zu regnen und zu hageln.

Ich gelange an eine größere offene Wiesenfläche, die Hochwaldalm. Allerdings ist die Aussicht von hier nicht mehr wirklich schön. Viel zu viele Windräder ragen aus dem Wald der umgebenden Berge. 

Weiter geht es durch den Wald wo es wieder regnet. 

Am Seelbach stehen drei beeindruckende Fichten. Schließlich erreiche ich den Ortsrand von Reidelbach, wo es eine sehr nett aufgemachte Hütte für Wanderer gibt. 

Weiter geht es durch ein abwechslungsreiches Waldgebiet, wo auch meist ab den Wegen dicke Eichen und Buchen stehen. Schließlich erreiche ich den Wahnbach, dem ich abwärts folge. Ein Schild verrät, das hier auch der Weiskircher Wildnis Trail verläuft. Ich bin gespannt!

Je weiter abwärts ich gelange, desto wilder wird das Tal. Tatsächlich erinnert es mich ein bisschen an einen Bergmischwald im Bayerischen Wald oder gar den Karpaten mit sehr vielen dicken Fichten und Tannen, die teilweise etwa 1 m Durchmesser aufweisen, aber auch Buchen und Bergahorn. Dazu kommt natürlich der Bach selber. Es gibt hier recht viel Totholz. Allerdings wird der Eindruck ein wenig getrübt, weil teilweise der Fichtenwald auf der gegenüberliegenden Talseite komplett abgestorben ist. Tatsächlich zeigt eine dicke Fichte, dass sie auch gerade von Borkenkäfern angegriffen wird. Dicke Harztropfen rinnen den Stamm runter, die Rinde löst sich teilweise ab, und einige Nadeln sind bereits rot verfärbt. Das Schicksal dieses Baumes ist besiegelt! 

An einer Ruhebank hat jemand eine kleine Feuerstelle, umringt von Steinen angelegt. Mal abgesehen davon, dass man Feuer im Wald sowieso nicht anlegen sollte, gehört es sich überhaupt nicht, hier eine Flasche rein zu schmeißen und zu zerschlagen! 

Viel zu schnell verlasse ich das Tal wieder und laufe am Behlen Graben aufwärts, wo auch auf weiten Flächen die Fichten abgestorben sind.

Tatsächlich steht in diesem Waldgebiet die Fichte unter großem Druck. An vielen Stellen gibt es abgestorbene Bäume und auch große Freiflächen. Es ist halt so, dass die Borkenkäfer Wärme und Licht lieben und je mehr warme, offene Flächen es gibt, desto mehr Angriffspunkte ergeben sich. Das kann zu einem Teufelskreis führen, wo am Ende in einem Waldgebiet vielleicht nur noch sehr wenige alte Fichten überbleiben. Ich sehe drei Rehe und gelange an eine Fläche, wo Douglasien gepflanzt wurden, ein Teil von ihnen mit Gitternetzen gegen Wildverbiss geschützt. Ein Teil ganz ohne Schutz. Tatsächlich sieht man keinen Unterschied! Das deckt sich auch mit der Erfahrung eines ehemaligen Kollegen, der nach dem Sturm Kyrill, 2007 in großem Stil mit Douglasien wieder aufgeforstet hatte. Ohne jeden Schutz hat das geklappt…

Es ist sehr eindrucksvoll, dass der Weg weiterhin fast durchgehend auf Pfaden verläuft. Wo hat man so etwas schon? Tatsächlich können sich viele andere Fernwanderweg in Deutschland vom Saar-Hunsrücks Steig eine Scheibe abschneiden! 

Ich gelange an das Herber Loch, einen kleinen See, der in einem ehemaligen Steinbruch liegt. Drei Kanadagänse lassen sich hier überhaupt nicht von mir stören. Weiter geht es den Schlittenbach aufwärts, den ich dreimal über Holzstege quere. Sehr schön die Mini Wasserfälle hier, die über grün bemooste Felsen fallen.

Dann gelange ich an den Parkplatz der Hochland Klinik Weiskirchen. Hier gibt es einen Pfad zum Thema Heilwald. Offenbar wird hier die wohltuende und heilende Wirkung des Waldes auch in Therapien verwendet. Sehr gut!

Dann laufe ich das schöne Holzbachtal hoch. Leider wurden hier aus Verkehrssicherungsgründen viele alte Buchen gefällt.  Ich kann nur immer wiederholen: „Das Betreten des Waldes zu Zwecken der Erholung geschieht auf eigene Gefahr“.

Ich passiere den eindrucksvollen Großen Felsen und den kleineren Iltisfelsen und schlage ein Stück weiter mein Lager im Eichenwald auf. Ich sitze dann noch draußen, bis es fast dunkel ist. In der Nähe haben Wildschweine offenbar Stress und brüllen sich eindrucksvoll an. 

























Montag, 30. März 2026

WdH 53 Von Morscheid nach Nonnweiler

 




30.3.2026


WdH 53: Von Morscheid nach Nonnweiler


10:47 h, 38 km, 1079 hm Aufstieg, 1072 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Morgens regnet es heftig, daher breche ich erst um 8 auf. Den größten Teil des Tages wandere ich durch die einsamen Wälder des Hunsrück-Hochwald Nationalparks. Dabei treffe ich fast niemanden. Über weite Strecken begleiten mich die Leichen der abgestorbenen Fichten. Am 816 m hohen Erbeskopf liegt etwas Schnee. Zwei kleine Moorgebiete und die Wiesen bei Börfink lockern den Wald auf. Interessant ist der mächtige Steinwall bei Otzenhausen, die größte keltische Festungsanlage Europas. Zwar zeigt sich manchmal auch blauer Himmel, aber immer wieder gehen heftige Hagel- und Regenschauer nieder. So ist es auch kein Wunder, dass es mal wieder regnet, als ich mein Lager über dem Forstelbachtal aufschlage. 



Morgens regnet und schneit es zunächst noch recht heftig. Daher bleibe ich zunächst im Zelt. Erst um acht Uhr breche ich auf, eine Stunde später als normal, jetzt nach der Zeitumstellung.

Bald bin ich wieder in den großen Wäldern, die zum Teil auch von Waldwiesen unterbrochen werden. Teilstücke verlaufen auf Pfaden, es geht aber auch auf Wirtschaftswegen durch den Forst. Der Wald ist größtenteils ziemlich intakt. Es gibt nur wenige Freiflächen, dafür aber auch noch alte Fichtenbestände die aber keineswegs dominieren. Schließlich erreiche ich den Erbeskopf. Unterhalb des Gipfels liegt das Nationalpark Informationszentrum. Dieses soll eigentlich schon geöffnet haben. Laut Türschild ist aber noch geschlossen. 

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist einer der jüngsten Deutschlands und wurde erst 2015 eingerichtet. Seine Fläche beträgt etwas über 10.000 ha. Damit hat man gerade die internationale Mindestfläche erreicht. 

Es gibt Skipisten, militärische Einrichtungen, und eine etwas merkwürdige Aussichtskonstruktion neben einem älteren Aussichtsturm.  Insgesamt gefällt mir das Gipfelplateau überhaupt nicht. Egal ob Brocken, Feldberg, Arber oder Erbeskopf, der eigentliche Charme der Gipfel ist durch die Einrichtungen verloren gegangen. 

Hier auf 816 m liegt noch etwas Schnee und ein kalter Wind bläst. 

Als ich langsam absteige, stelle ich fest, dass hier auf großer Fläche praktisch alle alten Fichten abgestorben sind. Ich wandere aber auch durch alte Buchenbestände. Am Rand eines dichten, jungen Fichtenbestands entdecke ich das Drachencamp. Es ist ein so genanntes Trekking Camp, sehr ruhig gelegen und nur mit zwei Plattformen sowie Komposttoiletten ausgestattet. Ich erinnere mich daran, wie ich bei meiner Wanderung 2021 mit Claus-Andreas Lessander hier war, der federführend an der Ausweisung des Nationalpark beteiligt war. Gerade als wir zu dem Camp kamen, hatte sich dort ein Paar niedergelassen, das sich sichtlich ertappt fühlte,  da sie keine Buchung hatten. Allerdings interessierte das weder Lessander noch mich, so dass ihre Sorgen unbegründet waren.

Während ich weiter abwärts laufe, wechseln sich Sonnenschein und Hagel miteinander ab. In der Ferne gewittert es sogar! Dann gelange ich an das Riedbruch, durch das ein Bohlensteg führt, so dass man hier eine kleine Runde machen kann.

Ich laufe in einiger Entfernung an dem kleinen, schön gelegenen Ort Thranenweier vorbei und folge dann einem Weg oberhalb einer Straße im Tal abwärts. Auch hier sind die Fichten auf großen Flächen abgestorben. 

Ich überquere die Straße und bin sofort wieder im Wald. Der Saar-Hunsrück Steig ist jetzt deckungsgleich mit der Börfink Ochsentour. Zweimal begegnen mir hier Spaziergänger mit ihren Hunden, ansonsten treffe ich heute niemand unterwegs! Tatsächlich führt diese auch durchs Ochsenbruch ein weiteres der Hunsrück Moore. Von hier hat man einen guten Ausblick über die weiten Wälder des Nationalparks. Auf einer Mischung aus Wirtschaftswegen und Pfaden laufe ich bis an den Rand von Börfink, wo die Hütte Ochsenstall zum Rasten einlädt.

Ich wandere ein Stück über ausgedehnte Wiesen, bis es wieder in den Wald geht. Zunächst folge ich einem Wirtschaftsweg aufwärts, der am Kamm in einen Pfad übergeht. Diesem folge ich viele Kilometer lang. Auch hier sind die meisten Fichten abgestorben, und ihre Leichen stehen noch.

Teilweise geht es aber auch durch jüngeren Fichtenwald und ältere Buchen. Zeitweise ist der Kamm recht schmal und steinig. Leider kommt noch mal ein lang andauerndes, intensives Hagelschauer. Einmal donnert es sogar. Aber irgendwann hört das Spektakel auf und der blaue Himmel zeigt sich wieder. Ich erreiche den spektakulären Ringwall von Otzenhausen. Hier am Dolberg gibt es die größte keltische Festungsanlage Europas! Unglaublich, wie hier bis zu 10 m hohe Wälle aus Steinen aufgeschüttet wurden. Der Steinwall ist zum Teil unbewachsen, Teile gibt es aber auch, die heute wieder grün sind. Ich bin schon mindestens zweimal hier gewesen, aber noch nie hab ich diesen Ringwall ohne Besucher angetroffen. Das ist heute aber der Fall. Offensichtlich ist das Wetter schuld! 

Schließlich geht es runter zur Straße, wo es ein großes Informationszentrum mit dem Thema der Kelten gibt. Aber auch dort ist nichts los.

Ich passiere einen Weiher, Biberdämme und von ihnen angeknabberte Bäume. Dann laufe ich ein Stück entlang der schön im Wald gelegenen Talsperre Nonnweiler. Am Hubertusbrunnen fülle ich meine Flasche und sehe die erste Sumpfdotterblume im Forstelbachtal mit seinen vielen Fischteichen. Schließlich steige ich steil aus dem Tal und schlage mein Lager im Wald oberhalb auf, in Sicht- und Hörweite von Windrädern. Es regnet dabei und auch später folgt ein Guss auf den nächsten. 























WdH 52 Von Idar Oberstein nach Morscheid

 



29.3.2026


WdH 52: Von Idar Oberstein nach Morscheid


12 h, 43,2 km, 1487 hm Aufstieg, 1264 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Der Morgen beginnt ungemütlich mit Schneeschauern. Zwar erscheinen über Tag Sonne und blauer Himmel, es bleibt aber ziemlich kalt. Die ersten 7 km laufe ich auf einem Zuweg zum Saar-Hunsrück-Steig, der nicht besonders markiert ist. Ich höre Wildschweine im Gebüsch, sehe sie aber nicht. Schließlich erreiche ich wieder meinen Weg und gelange zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Hier folge ich zunächst dem Mörschieder Burr, einer Berg mauer, die zu einer Seite mit vielen Felsen steil abfällt. Ich passiere den Aussichtsturm der Wildenburg, und steige über eine weitere Felshalde zur Straße im Tal ab. Zunächst bleibe ich noch im Nationalpark, wo ich zu Felsen aufsteige und durch ausgedehnte, alte Buchenwälder wandere. Nachdem ich eine Straße überquert habe, geht es für ein kurzes Stück durch offenes Feld an Langweiler vorbei. Anschließend wandere ich lange wieder in einem großen Waldgebiet. Auf 700 m Höhe liegt hier sogar noch etwas Schnee! Beim Hotel Ortelsbruch, einem Moorgebiet, sind etliche Besuche unterwegs. Man kann das Moor hier auf einem Bohlensteg erleben. An  Hoxel vorbei erreiche ich schließlich den Herchenbach, der von einem beeindruckenden Viadukt überspannt wird.


Nach Rührei und Kaffee bin ich früh am Morgen wieder unterwegs. Auch heute gehen zunächst Schneeschauer nieder. Die ersten 7 km laufe ich auf einem Zuweg zum Saar-Hunsrück-Steig. Dieser ist nicht besonders markiert, führt aber hauptsächlich auf ruhigen Pfaden im Wald mit ziemlich vielen Steigungen. Aus einem Gebüsch höre ich Wildschweine, sehe sie aber nicht. Ebenso beobachte ich zweimal zwei Rehe. Es geht an einem Weiher vorbei, wo man sich in der Edelsteinsuche erproben kann, Meist laufe ich im Wald erst ziemlich zuletzt geht es ein Stück weit über Feld, bis ich dann tatsächlich den Saar-Hunsrück-Steig wieder erreiche. Vorher passiere ich eine mächtige Eiche mit fast 5 m Umfang. 

Ich wandere dann im Wald beziehungsweise am Waldrand entlang, das Tal des Vollmersbachs hoch und gelange an einen Abschnitt, wo für die prominenten Besuche der Edelsteinstraße Gedenksteine aufgestellt wurden. Ich streife den Ort Herborn und gelange bald in den Wald.

Hier gibt es auch noch größere alte Fichtenbestände. Ohne dass ein Schild darauf hinweist, gelange ich in den Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Bald gelange ich auf den Mörschieder Burr, das ist ein langgestreckter Höhenzug, der zu einer Seite sehr steil mit offenen Felshalden abfällt. Hier wachsen hauptsächlich Buchen aber auch Eichen und Fichten. Manche Fichten sind durch Borkenkäfer abgestorben. Dazwischen gibt es aber auch noch grüne, offenbar sind diese nicht befallen worden. Schließlich erreiche ich die Wildenburg, ein hölzerner Aussichtsturm mit Gaststätte, großem Parkplatz, Kinderspielplatz, und so weiter. Obwohl heute Sonntag ist, ist hier noch nicht besonders viel los. Es dauert nicht lange, und ich laufe im Wald weiter.

Obwohl ich hier im Nationalpark bin, liegt teilweise Holz zum Abtransport durch LKW am Weg aufgeschichtet. Der Nationalpark ziemlich neu und in solchen Nationalparks gibt es eine Entwicklungszeit, die ziemlich lang sein kann, bis tatsächlich keine forstwirtschaftlichen Maßnahmen mehr durchgeführt werden dürfen. Denn grundsätzlich ist das Motto von Nationalparks: „Natur Natur sein lassen“. Das verträgt sich nicht mit menschlichen Eingriffen. Ich komme an einigen beeindruckenden Douglasien vorbei und steige dann im Zickzack auf einem Pfad durch die so genannte Rosselhalde ab. Das ist eine weitere Felslandschaft, teilweise offen, teilweise auch mit Birken, einigen Eichen, Buchen und Fichten bewachsen. Durchaus eindrucksvoll!

Ich überquere eine Straße und steige dann lange wieder steil auf. Es geht am Bärloch, einer winzigen Höhle vorbei, zur so genannten Festung Kirschweiler, markante Felsen auf einem Bergkamm. Ich bin hier immer noch im Nationalpark und durchquere große, zusammenhängende, alte Buchenwälder. Ein Schild verkündet, dass ein Weg hier nicht mehr gepflegt wird. In dem Zusammenhang stellt sich die Frage, warum man überhaupt noch Wege für Fahrzeuge braucht, in so kleinen Nationalparks wie in Deutschland, den zum Sinn von Nationalparks passen Fahrwege natürlich überhaupt nicht. Schließlich überschreite ich eine unsichtbare Grenze und bin im Wald außerhalb des Nationalparks. 

Schließlich überquere ich eine große Straße. Jetzt geht es ein Stück talaufwärts, vorbei an einigen Teichen, die von zahlreichen Anglern bevölkert sind. Durch die offene Feldflur geht es dann nach Langweiler, ich hoffe, den Leuten dort ist nicht langweilig? Hier weiden viele braune Kühe auf den Wiesen. Es gibt Ferienhäuser im Blockhausstil und man hat einen schönen Ausblick über die Steinbachtalsperre.

Eine Figur namens Köhlerliesel lädt auf Tafeln Kinder ein, die Natur zu entdecken. 

Bald bin ich wieder im Wald und treffe auf dem Weg runter zum Brückelchenbach tatsächlich einige Spaziergänger. Ansonsten ist der Wald auch an diesem Sonntag ziemlich einsam. Ich folge dem Bach eine ganze Zeit lang und laufe auch auf breiten Forstwegen. Es gibt hier noch viele alte Fichten, unter die man in kleinen Trupps an vielen Stellen junge Buchen gepflanzt hat. Super, das ist die Versicherung, wenn die Fichten durch Borkenkäfer oder Sturm absterben sollten. Hier auf 700 m Höhe liegt tatsächlich noch etwas Schnee! Auf Pfaden steige ich dann ab zum Ortelsbruch, durch das ein Bohlenweg führt. Tafeln geben Erklärungen zu den Mooren im Hunsrück, zu denen auch dieses gehört. Am Rand gibt es hier Moorbirken und auch einige Erlen. Vorher hatte ich schon eine Fichte gesehen, die von unten bis in einige Meter Höhe von mächtigen Krebsgeschwüren gezeichnet ist. 

Schließlich geht es durch abwechslungsreichen Wald weiter an Hoxel vorbei zum Herchenbach, den ein eindrucksvolles Viadukt überspannt. Da mir eine Hütte zu offen und dicht am Weg ist, suche ich mir einen Platz in Bachnähe.