Montag, 30. März 2026

WdH 53 Von Morscheid nach Nonnweiler

 




30.3.2026


WdH 53: Von Morscheid nach Nonnweiler


10:47 h, 38 km, 1079 hm Aufstieg, 1072 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Morgens regnet es heftig, daher breche ich erst um 8 auf. Den größten Teil des Tages wandere ich durch die einsamen Wälder des Hunsrück-Hochwald Nationalparks. Dabei treffe ich fast niemanden. Über weite Strecken begleiten mich die Leichen der abgestorbenen Fichten. Am 816 m hohen Erbeskopf liegt etwas Schnee. Zwei kleine Moorgebiete und die Wiesen bei Börfink lockern den Wald auf. Interessant ist der mächtige Steinwall bei Otzenhausen, die größte keltische Festungsanlage Europas. Zwar zeigt sich manchmal auch blauer Himmel, aber immer wieder gehen heftige Hagel- und Regenschauer nieder. So ist es auch kein Wunder, dass es mal wieder regnet, als ich mein Lager über dem Forstelbachtal aufschlage. 



Morgens regnet und schneit es zunächst noch recht heftig. Daher bleibe ich zunächst im Zelt. Erst um acht Uhr breche ich auf, eine Stunde später als normal, jetzt nach der Zeitumstellung.

Bald bin ich wieder in den großen Wäldern, die zum Teil auch von Waldwiesen unterbrochen werden. Teilstücke verlaufen auf Pfaden, es geht aber auch auf Wirtschaftswegen durch den Forst. Der Wald ist größtenteils ziemlich intakt. Es gibt nur wenige Freiflächen, dafür aber auch noch alte Fichtenbestände die aber keineswegs dominieren. Schließlich erreiche ich den Erbeskopf. Unterhalb des Gipfels liegt das Nationalpark Informationszentrum. Dieses soll eigentlich schon geöffnet haben. Laut Türschild ist aber noch geschlossen. 

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist einer der jüngsten Deutschlands und wurde erst 2015 eingerichtet. Seine Fläche beträgt etwas über 10.000 ha. Damit hat man gerade die internationale Mindestfläche erreicht. 

Es gibt Skipisten, militärische Einrichtungen, und eine etwas merkwürdige Aussichtskonstruktion neben einem älteren Aussichtsturm.  Insgesamt gefällt mir das Gipfelplateau überhaupt nicht. Egal ob Brocken, Feldberg, Arber oder Erbeskopf, der eigentliche Charme der Gipfel ist durch die Einrichtungen verloren gegangen. 

Hier auf 816 m liegt noch etwas Schnee und ein kalter Wind bläst. 

Als ich langsam absteige, stelle ich fest, dass hier auf großer Fläche praktisch alle alten Fichten abgestorben sind. Ich wandere aber auch durch alte Buchenbestände. Am Rand eines dichten, jungen Fichtenbestands entdecke ich das Drachencamp. Es ist ein so genanntes Trekking Camp, sehr ruhig gelegen und nur mit zwei Plattformen sowie Komposttoiletten ausgestattet. Ich erinnere mich daran, wie ich bei meiner Wanderung 2021 mit Claus-Andreas Lessander hier war, der federführend an der Ausweisung des Nationalpark beteiligt war. Gerade als wir zu dem Camp kamen, hatte sich dort ein Paar niedergelassen, das sich sichtlich ertappt fühlte,  da sie keine Buchung hatten. Allerdings interessierte das weder Lessander noch mich, so dass ihre Sorgen unbegründet waren.

Während ich weiter abwärts laufe, wechseln sich Sonnenschein und Hagel miteinander ab. In der Ferne gewittert es sogar! Dann gelange ich an das Riedbruch, durch das ein Bohlensteg führt, so dass man hier eine kleine Runde machen kann.

Ich laufe in einiger Entfernung an dem kleinen, schön gelegenen Ort Thranenweier vorbei und folge dann einem Weg oberhalb einer Straße im Tal abwärts. Auch hier sind die Fichten auf großen Flächen abgestorben. 

Ich überquere die Straße und bin sofort wieder im Wald. Der Saar-Hunsrück Steig ist jetzt deckungsgleich mit der Börfink Ochsentour. Zweimal begegnen mir hier Spaziergänger mit ihren Hunden, ansonsten treffe ich heute niemand unterwegs! Tatsächlich führt diese auch durchs Ochsenbruch ein weiteres der Hunsrück Moore. Von hier hat man einen guten Ausblick über die weiten Wälder des Nationalparks. Auf einer Mischung aus Wirtschaftswegen und Pfaden laufe ich bis an den Rand von Börfink, wo die Hütte Ochsenstall zum Rasten einlädt.

Ich wandere ein Stück über ausgedehnte Wiesen, bis es wieder in den Wald geht. Zunächst folge ich einem Wirtschaftsweg aufwärts, der am Kamm in einen Pfad übergeht. Diesem folge ich viele Kilometer lang. Auch hier sind die meisten Fichten abgestorben, und ihre Leichen stehen noch.

Teilweise geht es aber auch durch jüngeren Fichtenwald und ältere Buchen. Zeitweise ist der Kamm recht schmal und steinig. Leider kommt noch mal ein lang andauerndes, intensives Hagelschauer. Einmal donnert es sogar. Aber irgendwann hört das Spektakel auf und der blaue Himmel zeigt sich wieder. Ich erreiche den spektakulären Ringwall von Otzenhausen. Hier am Dolberg gibt es die größte keltische Festungsanlage Europas! Unglaublich, wie hier bis zu 10 m hohe Wälle aus Steinen aufgeschüttet wurden. Der Steinwall ist zum Teil unbewachsen, Teile gibt es aber auch, die heute wieder grün sind. Ich bin schon mindestens zweimal hier gewesen, aber noch nie hab ich diesen Ringwall ohne Besucher angetroffen. Das ist heute aber der Fall. Offensichtlich ist das Wetter schuld! 

Schließlich geht es runter zur Straße, wo es ein großes Informationszentrum mit dem Thema der Kelten gibt. Aber auch dort ist nichts los.

Ich passiere einen Weiher, Biberdämme und von ihnen angeknabberte Bäume. Dann laufe ich ein Stück entlang der schön im Wald gelegenen Talsperre Nonnweiler. Am Hubertusbrunnen fülle ich meine Flasche und sehe die erste Sumpfdotterblume im Forstelbachtal mit seinen vielen Fischteichen. Schließlich steige ich steil aus dem Tal und schlage mein Lager im Wald oberhalb auf, in Sicht- und Hörweite von Windrädern. Es regnet dabei und auch später folgt ein Guss auf den nächsten. 























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