Samstag, 21. Februar 2026

WdH 16 Von Nenndorf nach Undeloh

 




Sa, 21.2.2026


WdH 16: Von Nenndorf nach Undeloh


9:47 h, 40,1 km, 423 hm Aufstieg, 456 hm Abstieg 


Zusammenfassung: In der Nacht hat es geregnet und taut ziemlich stark. Robert fährt mich zurück nach Nenndorf, von wo ich wieder los laufe. Die Strecke nach Buchholz führt zum Teil an der Autobahn entlang und ist nicht besonders interessant. Die Wege sind entweder überschwemmt oder vereist, deswegen ist das Vorankommen nicht ganz einfach. In Buchholz am Bahnhof treffe ich Birgit und Dominik, die mit mir zusammen wandern wollen. Birgit ist Rechtspflegerin, wollte aber eigentlich Försterin werden, und findet es gut, dass Frauen heute fast alle früheren Männerberufe offen stehen. Dominik arbeitet als Wirtschaftsinformatiker in einer großen amerikanischen Firma und beschreibt, wie die künstliche Intelligenz seinen Arbeitsalltag verändert. Er ist sich bewusst, dass auch sein Job verloren gehen könnte, aber optimistisch das er eine neue Tätigkeit finden kann.  Wir laufen oft auf naturnahen Wegen durch den Wald und die Heideflächen um Brunsberg und Pferdekopf. Am Schafstall gönnen wir uns Kaffee und ein Stück Buchweizentorte. Schließlich verabschieden wir uns in Handeloh, von wo meine Begleiter mit der Bahn zurück nach Buchholz fahren. Auf meinem weiteren Weg ist der Pfad entlang des Seevetals ein echtes Highlight. Schließlich erreiche ich Undeloh von wo mich Robert wieder abholt und wir dann einen schönen Abend mit Freunden bei ihm zu Hause verbringen.


Nachdem ich mit Robert gefrühstückt habe, fährt er mich zurück nach Nenndorf, wo ich meinen Weg fortsetze. Es ist ziemlich warm geworden und hat über Nacht geregnet, so dass es sehr stark taut und überall Wasser fließt. Teilweise ist der Schnee auch schon komplett verschwunden. Zunächst laufe ich durch den Bereich an der A1, der wenig attraktiv ist, und erreiche dann den Ortsrand von Dibbersen. Danach laufe ich eine längere Zeit durch den Wald. Die Wege stehen entweder unter Wasser oder sind noch mit einer Eisschicht bedeckt, daher ist das Vorankommen nicht ganz einfach. Schließlich erreiche ich die Kleinstadt Buchholz. Der Wald dort, der der Stadt gehört, ist gesperrt wegen Schneebruch-Gefahr! Mal wieder ein Beispiel für das starke Sicherheitsdenken in Deutschland. Wenn man das schon für einige Gefahr hält, warum weißt man nicht lediglich mit einem Schild darauf hin, und überlässt es jedem dann selber, ob er dort laufen will oder nicht? Meiner Meinung nach ist in vielen Bereichen mehr Eigenverantwortung das Gebot der Stunde ! Natürlich laufe ich dennoch durch den Wald auf einem Pfad und lege dann das letzte Stück bis zum Bahnhof auf den Straßen der Stadt zurück. Am Bahnhof sind bereits Birgit und Dominik eingetroffen, mit denen ich mich heute zum Wandern verabredet habe. Birgit ist Rechtspflegerin von Beruf aber Natur- und Landschafts Führerin in der Lüneburger Heide aus Leidenschaft. Das ist auch der Ausgleich für ihren Bürojob. Dominik ist Wirtschaftsinformatiker bei einer großen, international operierenden amerikanischen Firma. Wir laufen ein Stück die Bahnlinie entlang und biegen schließlich in den Wald ab. Wie gestern schon verläuft der Heidschnuckenweg hier zu einem guten Teil auf Fußwegen. Während wir wandern, unterhalten wir uns intensiv. Birgit betont, dass als Jugendliche eigentlich Försterin ihr Berufswunsch war. Aber zu dieser Zeit war das noch überwiegend ein Männerberuf, daher hat man ihr davon abgeraten. Heute bedauert sie, dass sie diesen Weg nicht eingeschlagen hat, findet es aber gut, dass heute Frauen fast alle Berufe offen stehen. Wir diskutieren auch anhand von Werbung aus dieser Zeit, wie sehr sich das Frauenbild verändert hat. Glücklicherweise! Dominik erzählt, dass auch in seinem Bereich die künstliche Intelligenz immer mehr an Bedeutung gewinnt. Zur Zeit gehen dadurch noch nicht unbedingt Arbeitsplätze verloren, aber er sieht dies für die Zukunft durchaus voraus. Auch um seinen eigenen Job macht er sich Gedanken. Allerdings ist er flexibel und von sich überzeugt und denkt, dass er auch in anderen Bereichen einen Job findet, wenn es dann irgendwann sein muss. Er sieht die Entwicklung im KI Bereich einerseits als spannende Chance, da man Aufgaben für die man früher Monate benötigt hat, jetzt innerhalb von Tagen erledigen kann. Aber wie gesagt, er kann sich auch vorstellen, dass das in seinem Bereich zu großen Veränderungen führt, was die Beschäftigungsmöglichkeiten angeht. Auch er holt sich den Ausgleich zu seinem Schreibtisch Job draußen beim Wandern und Radfahren. In Zukunft, wenn tatsächlich mehr Arbeit von Maschinen erledigt wird, kann auch er sich ein bedingungsloses Grundeinkommen als gute Lösung vorstellen.

Wir wandern durch die eingeschnittene Höllenschlucht und erreichen die Heideflächen um den Brunsberg. Von hier hat man eine schöne Aussicht, und es ist wieder erstaunlich, wie hügelig die Landschaft hier ist.

An einem Moortümpel  weist eine Tafel auf die hier lebenden Moorfrösche hin, die während der Paarungszeit blau werden. Birgit erzählt, dass das für viele Leute im Frühjahr ein richtiges Spektakel ist!

Weiter geht es durch den Kiefernwald zu den Heideflächen um den Pferdekopf. 

Von dort unternehmen wir einen Abstecher zu dem Restaurant Schafstall, wo wir draußen an einem Stand Kaffee trinken und Buchweizentorte essen, sehr lecker!

Birgit und Dominik besitzen Häuser und haben Solarpaneele auf dem Dach. Sie finden es ungerecht, dass sie zwar um die 30 Cent pro Kilowattstunde für Strom bezahlen müssen, den Sie aus dem Netz beziehen, umgekehrt aber lediglich sieben Cent als Einspeisevergütung erhalten. Auch wenn man die Kosten für Bau und Unterhaltung der Netze berücksichtigt, erscheint dieses Verhältnis auch vielen anderen Menschen sehr ungerecht und ist sicher auch ein Hindernis für mehr Solarenergie.

Ebenso wie die meisten Menschen halten Birgit und Dominik unser derzeitiges Rentensystem  nicht für zukunftsfähig. Andererseits denkt Dominik, dass es viel Geld braucht, um noch eine kleine Chance zu haben, im KI Bereich neben China und den USA mitspielen zu können. Das Geld dafür könnte aus einem großen staatlichen Fonds kommen, der in Zukunftstechnologien investiert und ähnlich wie die amerikanischen Pensionsfonds auch der Altersversorgung dient.

So könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. 

Schließlich erreichen wir Handeloh, wo ich mich am Bahnhof von den beiden verabschiede, die mit dem Zug nach Buchholz zurückfahren. Ein Stück weit laufe ich dann durch die Felder und kleine Heideflächen. Dann erreiche ich wieder ein großes Waldgebiet. Hier folgt ein schmalerPfad dem Lauf des Baches Seeve. Eine tolle Wanderroute entlang des Erlen gesäumten Baches mit knorrigen Eichen, Birken und auch vielen Stechpalme oder Ilex. Ein echter Zauberwald! Irgendwann erreiche ich die kleine Ansiedlung Wehlen, mit eindrucksvollen, großen Höfen. 

Hier blühen schon einige Schneeglöckchen. 

Ich schlage aus Versehen einen falschen Weg ein, folge diesem dann aber weiter, da er eine Abkürzung darstellt. Stellenweise folge ich einem Reitweg, meist aber teilweise stark zerfahren Forstwegen, da an vielen Stellen gerade erst Holz mit einem Harvester geerntet wurde. Ich sehe Wolfsspuren und ihren Kot im Schnee und treffe hinter Handeloh keine anderen Wanderer mehr. Davor war heute relativ viel los im Wald für die schwierigen Verhältnisse und dem leichten Regen nachmittags. Gegen 17:30 Uhr erreiche ich Undeloh, wo Robert mich abholt und wir wieder nach Niendorf fahren.

Abends kommen dann noch Elena und Lorenz vorbei, Freunde von Claudia und Robert mit denen wir essen und uns gut unterhalten. 






















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