Freitag, 20. Februar 2026

WdH 15 Von Hamburg nach Nenndorf

 




Fr, 20.2.2026


Von Hamburg nach Nenndorf 


10:24 h, 44,7 km,  530 hm Aufstieg, 449 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Mein weiterer Weg durch Hamburg führt zum großen Teil durch Grünanlagen, wie „Planten un Blomen“ Dann geht es einige Kilometer die Elbe entlang mit beeindruckender Aussicht auf die hohen Kräne des Hafens. Am sandigen Strand liegen graue Eisschollen aufgetürmt. Bei Teufelsbrück erreiche ich gerade rechtzeitig die Fähre. Leider ist es die falsche, die zum Airbus Betriebsgelände fährt! Hier darf ich nicht weiter gehen, daher gibt man mir einen Shuttle zum Ausgang des Geländes. Dann laufe ich einige Kilometer durch offene Flächen, teilweise auch renaturierte Moore. Es ist zwar auch heute kalt, aber schon morgens erscheint die Sonne, und obwohl es nachmittags wieder grau ist, kann ich zum ersten Mal seit Tagen meine Daunenjacke ausziehen. In Fischbek gelange ich auf den Heidschnuckenweg, dem ich für 223 Kilometer nach Celle folgen will. Die Fischbeker Heide gibt dann schon einen guten Vorgeschmack auf die Heidekraurflöchen der Lüneburger Heide. Fast komplett auf naturnahen Wegen geht es dann durch das große Waldgebiet des Rosengarten nach Nenndorf, wo mich Robert abholt. Er ist Förster und verfolgt meine Aktivitäten schon seit Jahren. Den Abend verbringe ich dann bei leckerem Essen und guten Gesprächen mit ihm und seiner Frau Claudia.


Noch im Dunkeln bin ich bereits wieder unterwegs. Es ist erstaunlich, über welch große Strecken man auch in einer Millionenstadt wie Hamburg durch Grün wandert, wie zum Beispiel den großen Park Planten un Blomen. Bei den Landungsbrücken erreiche ich die Elbe und folge dem Fluss einige Zeit lang. Die Aussicht auf die hohen Kräne des Hafens ist atemberaubend. Dann folge ich längere Zeit dem hohen Ufer über der Elbe, meist durch Parks, wo sich schöne Aussichten von oben ergeben. Ein Stück weit laufe ich auf dem Sandstrand entlang der Elbe, wo Berge von grauen Eisschollen aufgetürmt liegen. Weiter geht es entlang der Elbe zum Fähranleger Teufelsbrück. Dort liegt auch schon eine Fähre, so dass ich gleich an Bord gehe. Erst auf der anderen Seite merke ich, dass das die falsche Fähre war, die zum Airbus Werksgelände rüber gefahren ist. Da keine Fähre mehr kommt, werde ich schließlich aus dem Gelände gefahren. Bald erreiche ich den NST wieder, und folge dann einem Pfad durch das Naturschutzgebiet der Westerweiden. Am Flugplatz Finkenwerder vorbei geht es nach Neuenfelde. Von dort laufe ich kilometerweit an schilfgesäumten Gräben entlang durch Wiesen und Obstbaumplantagen. Eine große Baustelle zwingt mich zu einem Umweg, bei dem ich zum Teil Querfeldein laufen muss. Ein Nutria schwimmt neben mir durch einen Graben und lässt sich sogar fotografieren! Ich laufe jetzt durch das Naturschutzgebiet „Moore bei Buxtehude“, einer abwechslungsreichen Landschaft aus Offenflächen, Birkenwald und Gebüschen. Während der Morgen noch frostig, kalt war, wärmt jetzt die Sonne ein wenig. Ein Silberreiher, weiß mit gelbem Schnabel, steht direkt am Weg.

Schließlich gelange ich an eine Bahnlinie, der ich am Bahnhof Fischbeck vorbei folge. Hier beginnt der 223 km lange Heidschnuckenweg, der mich bis Celle führen soll. Ich laufe durch den Ort und gelange dann in die Fischbeker Heide. Der Heidschnuckenweg ist sofort hervorragend markiert und wartet mit guten Informationstafeln auf. Ein Pfad führt mich durch die recht hügelige, halb offene Heidelandschaft. Es gibt hier einzelne Gruppen von Birkenfeld und Eichen. Die Fischbeker Heide ist von Kiefernwald eingerahmt. Das Heidekraut wächst hier recht hoch. Es gibt am Rand aber auch Heidelbeerflächen.

Erstaunlicherweise sind hier an diesem schönen Freitagmittag nur wenige andere Besucher. Am großen Segelflugplatz vorbei geht es in den Wald, der hier überwiegend aus Kiefern besteht und ziemlich hügelig ist. Ich passiere die mitten im Wald liegende kleine Ansiedlung Tempelberg. Zum ersten Mal seit Tagen ziehe ich Daunenjacke und Pudelmütze aus. Ein Fußweg führt mich zu einer Tafel mit dem Titel „Hier entsteht ein klimastabiler Wald. Auf 3 ha wurden hier nicht heimische Bäume wie Baumhasel,  Orienbuche und Tulpenbaum, daneben aber auch Elsbeeren und Buchen angepflanzt. Die Fläche wird jährlich untersucht und der Einfluss auf die heimische Natur steht dabei im Fokus. Dagegen ist soweit nichts einzuwenden. Allerdings finde ich den Titel der Tafel etwas vermessen,  denn wer weiß schon, wie sich das Klima wirklich weiter entwickelt, und was am Ende ein tatsächlich „klimastabiler“ Wald ist. Tatsächlich sehe ich auf der eingezäunten Fläche viel Kiefernnaturverjüngung und auch Birken. Aber von den angepflanzter Bäumen sehe ich nichts. Weiter geht es auf schönen Pfaden durch die weiten Nadelwälder des Rosengarten. Dort wachsen häufig junge Fichten unter den Kiefern. Es ist jetzt bewölkt, aber deutlich wärmer als die letzten Tage. Hier begegnen mir tatsächlich zwei junge Wanderer! Die beiden haben Rucksäcke dabei und machen eine Tagestour von etwa 35 km. Dazu sind sie aus Hamburg rausgefahren. Als ich ihnen von meiner Tour erzähle, sind sie ganz begeistert. Schön, wenn ich junge Leute inspirieren kann! Es gibt hier auch immer wieder kleinere Flächen mit altem Buchenwald, ebenso wie alten Fichtenwald. Schließlich gelange ich an eine befahrene Straße und folge ein Stück weit einem Radweg. Ein Fußweg führt mich dann durch einen alten Buchenwald. Ein Schild verrät, dass er offensichtlich als Naturwald von den niedersächsischen Landesforsten aus der Nutzung genommen worden ist. Schließlich komme ich aus dem Wald und erreiche den Ort Langenrehm. Es dauert aber nicht lange, dann geht es auf einem Pfad durch den nächsten Wald. Irgendwann komme ich ins Feld und erreiche dann Nenndorf, wo ich zu einem Café gehe, um auf Robert zu warten, der mich dort abholen will. 

Schließlich erscheint der 37-jährige Förster, der die waldpädagogische Stätte Ehrhorn leitet und meine Aktivitäten schon seit Jahren verfolgt. Seit einem Jahr wohnt er hier mit seiner Frau und den drei kleinen Kindern in einem Dorf, wo die junge Familie ein Haus gekauft hat. Ich bekomme Bratkartoffeln mit Spiegeleiern, genau das Richtige, nach einem langen Wandertag. Nachdem die Kinder schlafen, unterhalten wir uns zu dritt sehr gut. Meine Gastgeber sind sehr an meiner Wanderung interessiert, aber ich erfahre auch, dass sie neun Monate auf einen Termin beim Kinderarzt warten müssen! Was muss getan werden, um ländliche Gegenden für Mediziner attraktiver zu machen? Eine Frage, die wahrscheinlich viele Menschen in Deutschlands Dörfern beschäftigt. 




















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