Donnerstag, 2. April 2026

WdH 56 Von Keuchingen nach Oppen

 



Do, 2.4.2026


WdH 56 Von Keuchingen nach Oppen


Zusammenfassung: Am frühen Morgen habe ich die Saarschleife ganz für mich alleine! Dabei ist der Ausblick auf die Nebelbänke, die über dem Fluss liegen, phänomenal! 

Leider bin ich zu früh für die Fähre, daher gehe ich direkt an der Saar weiter. Inzwischen habe ich den Saar-Hunsrück Steig verlassen, und es ist nicht mehr klar, auf welchen Wegen der NST verläuft. Im Wald sehe ich wie so oft, viele Brennholzstapel aufgeschichtet. Dazu stelle ich die Frage ob Heizen mit Holz wirklich nachhaltig ist. Mehr dazu gibt es im Blog zu lesen. Die weitere Strecke ist nicht besonders interessant, mit relativ viel Asphalt. etlichen Ortsberührungen und laufen auf Fahrwegen. Nichtsdestotrotz genieße ich bei dem schönen Wetter einige tolle Aussichten und habe dann ein ruhiges Waldlager.


11:17 h, 42,4 km, 973 hm Aufstieg, 1011 hm Abstieg 


Am Morgen geht es weiter durch schönen Laubwald, zum Teil mit alten Buchen. Über der Saar tief unten liegt noch ein flauschiges Nebelmeer, spektakulär! Es gibt einige schöne Aussichtspunkte, der beste ist aber die Aussicht Cloef. Zu dieser frühen Stunde bin ich dort noch ganz alleine, was sicher außergewöhnlich ist. So kann ich die fantastische Stimmung mit dem Morgennebel über der Saarschleife ganz für mich genießen.

Dort befindet sich auch die hohe Konstruktion eines Baumwipfelpfads. Warum muss man so etwas an einen sowieso schon spektakulären Ort stellen? 

Hier verlasse ich den Saar-Hunsrück Steig, der noch 30 km weiter nach Perl führt. Bald steige ich ins Steinbachtal ab. Der Bach fließt hier über Felsbrocken. Es gibt sogar einen kleinen Wasserfall. Die Vegetation ist ziemlich üppig. Es gibt sogar Farne, die aus dem Moos in einer Astgabel wachsen. Sowas kennt man ja sonst fast nur aus dem Regenwald. 

Schließlich gelange ich an die Saar, wo es Unterkünfte gibt, die auf Stelzen stehen. Interessant. Die Fähre Welles ist laut einer Tafel wohl erst in einer Stunde , ab 10:00 Uhr in Betrieb, so lange will ich nicht warten und laufe stattdessen die Straße entlang der Saar, wo noch wenig Verkehr herrscht.

Eine Bisamratte schwimmt am Ufer und ein Nilgans Paar mit schon recht großen Küken lässt sich nicht stören.

Schließlich folge ich einem Radweg entlang der Saar, wo mir eine Kompanie Soldaten auf einem Marsch entgegenkommt. In der Nacht hat es gefroren, und es wird erst jetzt langsam wärmer, obwohl die Sonne aus einem wolkenlosen Himmel scheint. Bei Besseringen überquere ich die Saar erneut auf einer Brücke und laufe ein Stück durch den Ort. Hier scheint der NST auf dem mit einem M gekennzeichneten Merzig Weg zu verlaufen. Dann und wann ist aber auch die grüne Kompassnadel vorhanden.

Bald bin ich wieder im Wald. Dieser ist zunächst überwiegend von Fichten, Douglasien  und Lärchen geprägt. Dann überquere ich eine Straße und laufe durch ein recht abwechslungsreiches Waldgebiet ein kurzes Stück sogar auf einem Erdweg, meist aber auf befestigten Forststraßen. Hier wie an vielen anderen Orten ist auffällig, wie viele relativ kleine Buchenholz Stapel an den Wegen aufgereiht sind. Diese werden in der Regel an private Brennholz Abnehmer verkauft, die vor allem das Buchenholz schätzen. Von manchen wird Holzverbrennung ja nach wie vor als nachhaltig beurteilt, aber es gibt einige gewichtige Argumente, die dem entgegenstehen:Zum einen entweicht das im Holz gebundene Kohlendioxid natürlich bei der Verbrennung sofort wieder in die Atmosphäre. Dazu wird oft gesagt, dass Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, so dass im Grunde genommen es nichts ausmacht, dass das CO2 in die Atmosphäre entweicht, weil es anderenorts ja gleich im Holz wieder gebunden wird. 

Das ist theoretisch richtig, allerdings nur theoretisch, wenn man sich die weltweite Bilanz anschaut. Weltweit geht nämlich immer noch leider jedes Jahr sehr viel Wald verloren und auch die vorhandenen Wälder verlieren an Substanz, d.h. dieses Argument greift global gesehen überhaupt nicht. Im Gegenzug erhöht die hohe Nachfrage natürlich auch den Druck auf den Wald. Klar, in Deutschland haben wir eine nachhaltige Forstwirtschaft, die geregelt ist. Nichtsdestotrotz ist unser mittlerer Holzvorrat, d.h. die Menge an Holz, die auf 1 ha Fläche steht, im Vergleich zu Naturwäldern ziemlich niedrig. D.h. wenn man weniger Holz nutzt als nachwächst, ließe sich dieser Holzvorrat in relativ kurzer Zeit erheblich steigern und damit würde dann auch viel mehr CO2 im Holz gebunden werden können. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass dichtere Wälder, gerade Buchenwälder, auch resilienter im Klimawandel sind, da sie teilweise ihr eigenes Klima durch Verdunstung und Beschattung herstellen. Je lichter Buchenwälder werden, desto schwerer fällt es dieser Baumart, ihr eigenes Klima herzustellen. Außerdem muss man sagen, dass die Brennholznutzung in Konkurrenz zu anderen Nutzungen steht. So haben sich selbst zu meiner aktiven Zeit als Förster, was ja schon paar Jahre her ist., Einkäufer, die zum Beispiel den Rohstoff für Spanplatten kaufen, darüber beschwert, dass es ihnen immer schwerer fällt, ausreichend Nachschub zu organisieren, aufgrund der hohen Brennholz Nachfrage. Auch wenn beispielsweise Spanplatten nicht unbedingt das langlebigste Holzerzeugnis sind, wird in ihnen natürlich das CO2 viel länger gebunden, als bei einer direkten Verbrennung. Daher ist bei der Holznutzung  immer eine stoffliche Verwendung viel besser als die direkte Verbrennung. 

Also ihr Brennholzliebhaber, wenn ihr wirklich etwas Gutes für das Klima und die Umwelt tun wollt, dann stellt auf Wärmepumpen um! Diese sind schon jetzt, obwohl wir erst ungefähr 60 % des benötigten Stroms aus Wind und Sonne erzeugen, nachhaltiger als Brennholz. 

Ein Stück weiter gelange ich in ein Waldstück, wo man die abgestorbenen Fichten hat stehen lassen. Unter ihnen wachsen Buchen und andere junge Bäume. Außerdem ist der Wald hier auffallend gemischt, auch mit älteren Douglasien und ziemlich stufig aufgebaut. Das ist das Waldgut Jungenwald, dass ich 2021 mit dem Betreuer Klaus Borger besucht hatte. Klaus hatte mir damals auch seine Strategie im Umgang mit den Borkenkäfer Fichten erläutert. Er meinte. es bringe nichts, die befallenen Bäume ständig zu fällen und dadurch neue warme und lichte Fronten zu schaffen. Im Gegensatz dazu würde der Borkenkäfervormarsch zumindest manchmal zum stehen kommen, wenn man die abgestorbenen Bäume einfach stehen lässt und so zumindest noch ein wenig Schattenwirkung erhält. Das funktioniert sicher nicht immer, aber gerade wenn klar ist, dass die Borkenkäfer die sich bereits entwickelt haben, längst aus den befallenen Bäumen ausgeflogen sind, ist es auf jeden Fall sinnvoll diese stehen zu lassen.

Schließlich gelange ich aus dem Wald, und folge einer Straße nach Bachem. 

Bald habe ich den Ort hinter mir gelassen und bin wieder im Wald. Hier kann ich mal wieder einige Bärlauchblätter naschen.

Bevor ich nach Rimlingen steil absteige, fülle ich meine Wasserflasche am Franziskus Brunnen auf. Hinter Rimlingen geht es auf einem Asphaltweg steil hoch, zu einer ausgedehnten Ebene, wo sich 360° Ausblicke ergeben, natürlich wie so oft hier, mit Windrädern überall. Nichtsdestotrotz ist die Aussicht tatsächlich schön und Feldlerchen jubilieren am Himmel.

Es gibt jetzt nur noch die sporadische NST – Kompassnadel als Markierung. Ich weiß daher nicht, was für einem Weg der NST nun folgt.

Dann geht es steil aufwärts in ein Laubwaldgebiet. Hier gelange ich auf den mit einem roten Punkt gekennzeichneten Saar Moselweg. Bald geht es auf einem Fahrweg am Waldrand entlang, dann eben in den Wald. Ungewöhnlich viele der Laubbäume hier sind abgestorben oder haben trockene Äste in den Kronen. Es gibt zwar zig Informationstafeln, aber nichts wird dazu gesagt, was hier los ist. Wahrscheinlich hat die Trockenheit zwischen 2018 und 2020 hier besonders stark zugeschlagen.

Schließlich geht es auf einem Pfad abwärts und dann aus dem Wald. Auch hier ergeben sich schöne Ausblicke. Weiter geht es runter nach Erbringen, einem Ort durch den ich eine ganze Zeit laufe.

Dann laufe ich auf Asphaltwegen, auf denen erstaunlich viele Autos fahren, durch die offene Feldmark. Auch hier ist wieder nichts von einer Wegemarkierung zu erkennen. Es wäre schön, wenn die Leute vom NST ihre Energie und ihre Markierungen in erster Linie darauf verwenden würden,  in diesen Abschnitten des NST, wo keine besonders gute Wegemarkierung vorhanden ist, tatsächlich eine ordentliche Markierung herzustellen. Dort wo schon so gut markierte Wege wie. der Rheinsteig oder der Rothaarsteig verlaufen, dienen die Markierungen ja eigentlich nur dazu, den NST bekannter zu machen. Ob das mit diesen sporadischen Markierungen wirklich erreicht wird, halte ich für ziemlich fraglich. Leute, mit denen ich mich unterhalten habe, ist die Kompassnadel zwar aufgefallen, aber sie konnten überhaupt keine Verbindung zum NST herstellen.

Am Ortsrand von Reimsbach geht es dann wieder bergauf in den Wald. Allerdings auch hier nicht besonders lange. Dann laufe ich ein Stück auf einem Asphaltweg am Waldrand entlang und runter nach Oppen.

Hier weiche ich vom NST ab und nehme für zwei Kilometer eine eigene Route in den Wald. Nachdem ich an einem Bach meine Wasserflasche aufgefüllt habe, schlage ich bald mein Lager zwischen alten Fichten in einem tollen Mischwald auf. Die Saarschleife heute Morgen war ein Highlight, ansonsten war die Strecke heute eher mäßig: Zu viel Asphalt, zu viele Orte, schlecht markiert. 

Später klatscht es kurz und zwei große Greifvögel, wahrscheinlich Habichte, sitzen in unmittelbarer Nähe auf dem Boden, fliegen aber bald wieder weiter. 





























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