Mi, 1.4.2026
WdH 55 Von Weiskirchen nach Keuchingen
11:49 h, 41,5 km, 1069 hm Aufstieg, 1287 hm Abstieg
Zusammenfassung: Am Morgen folge ich zunächst dem Losheimer Felsenweg an einigen markanten Felsgruppen vorbei. Leider haben sie teilweise etwas an Charme verloren, da gerade etliche ältere Buchen aus sogenannten „Verkehrssicherungsgründen“ gefällt wurden. Dabei weisen Schilder darauf hin, dass das Betreten auf eigene Gefahr geschieht.
Heute passiere ich zwei Trekkingcamps, deren Saison heute beginnt. Ich halte 15 Euro pro Übernachtung für überteuert und plädiere für eine Vertrauenskasse statt Buchungssystem, wie es bei den Getränkestationen hier üblich ist. Nachmittags steige ich zur Saar bei Mettlach ab und gelange an den Beginn der spektakulären Saarschleife.
Bereits in der Morgendämmerung bin ich bereits wieder unterwegs. Durch schönen Wald geht es an den Rand des Wildparks Weiskirchen, wo ich Rotwild hinter dem Zaun sehe. Als ich den Rand von Waldhölzbach erreiche, kann ich auf einer Bank sitzend, den Blogpost von gestern absetzen. Ab hier ist der Saar-Hunsrück Steig erst mal deckungsgleich mit dem Felsenweg, der an etlichen Quarzit Felsen vorbeiführt. Ich wandere Tal aufwärts, wo es im Fichtenwald auch größere Freiflächen gibt.
Anschließend steige ich hoch und folge dem Grenzweg zwischen Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Dieser ist auch durch einen noch erkennbaren Graben gekennzeichnet. Meist folge ich weiter schmalen Pfaden. Es geht rauf zu den Bärenfelsen. Zaunkönige schmettern, Goldhähnchen wispern und Ringeltauben rufen. Schließlich erreiche ich einen Teich mit Hütte an einer Straße. Hier gibt es eine Kneippanlage.
Weiter geht es ein Stück durch offene Wiesen, bevor ich wieder in den Wald komme. Hier gibt es einige weitere Felsen. Manche Bäume sind als sogenannte Wertbäume mit einer Plakette versehen. Das ist offensichtlich eine Aktion des NABU, um alte Bäume zu erhalten, indem Paten dafür gewonnen werden. Eine sehr schöne Idee. Weniger schön finde ich, dass es an den nächsten Felsgruppen eine Baumfeldaktion gegeben hat, bei der etliche alte Buchen gefällt wurden. Natürlich waren die Pilz befallen oder hatten viele Totäste, aber Schilder weisen gleichzeitig darauf hin, dass das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr geschieht. Tatsächlich ist es so, wenn man jeden Baum dort entnehmen wollte, der potentiell gefährlich ist, keiner mehr stehen bleiben würde. Was soll also dieser Aktionismus?
Schließlich erreiche ich den schön auf einer Hochfläche gelegenen Ort Scheiden. Von hier kann der Blick weit über die Wiesen schweifen.
Ein Stück laufe ich im Offenen, dann geht es wieder in den Wald, der ganz anders ist als zuvor mit vielen Eichen und Birken. Teilweise geht es auch am Waldrand entlang abwärts. Vor dem Losheimer Stausee sprechen mich zwei Frauen an und ich erzähle Ihnen, dass ich durch Deutschland laufe. Am Losheimer Stausee sind einige Leute unterwegs. Es gibt hier Restaurants, Hotels und so weiter.
Eine Zeit lang folge ich schmalen Wegen in der Nähe des Sees. Hier sind einige Spaziergänger unterwegs. Es dauert aber nicht lange dann geht es wieder in einsamen Wald, wo ich nur noch wenige Menschen treffe. Ich passiere einen Steinbruch, in dem es ein Trekking Camp gibt. Auch hier gibt es eine Komposttoilette, daneben aber auch einen überdachten, relativ großen Unterstand. Zeltplattformen gibt es nicht. Eine Tafel informiert darüber, dass die Saison hier vom 1. April, oh das ist ja heute, bis zum 31. Oktober geht. Die Übernachtungen müssen online gebucht werden und Kosten jeweils 15 €. Meiner Meinung nach eine ziemlich stolze Summe dafür, dass hier fast nichts geboten wird. Die Trekking Camps sind ja eigentlich keine schlechte Idee, aber kann man das Ganze nicht einfacher gestalten, wie zum Beispiel auch die tollen Getränkeboxen die es hier vielerorts gibt? Wer kommt schmeißt sein Geld in eine abgeschlossene Box und darf dann zelten. Natürlich ist das Vertrauenssache, aber ich denke das mit den Camps sowieso kaum Geld verdient wird. Und der ganze Buchungsquatsch verkompliziert und verteuert das System unnötig. Ich denke mehr als fünf Euro sollte so eine Übernachtung nicht kosten, auch im Vergleich zu günstigen Angeboten auf Campingplätzen, Jugendherbergen oder bei Airbnb.
Ich überquere eine Straße und gelange in das nächste größere Waldgebiet. Dieses ist sehr abwechslungsreich. Manchmal folge ich auch Bächen. Meist geht es auf Pfaden dahin und tatsächlich treffe ich noch dreimal Spaziergänger, immer mit Hund. Es geht am Ortsrand von Bergen vorbei. Schließlich verlasse ich den Wald und laufe durch eine reizvolle Landschaft zwischen Hecken hindurch mit Wiesen, über denen sich der blaue Himmel mit weißen Wolken erstreckt.
Dann überquere ich eine Bundesstraße und gelange in einen Abschnitt, der mir gar nicht gefällt. Entlang des Weges wurde ein Streifen Laubwald kahl geschlagen. Jemand ist noch dabei, seinen Brennholzstapel zu zersägen. Dann geht es in unmittelbarer Nähe an einem Windrad vorbei und am Waldrand lädt ein LKW Holz auf.
Bald gelange ich wieder in den Wald, wo ich untypisch für den Saar-Hunsrück Steig länger auf Fahrwegen laufe. Schließlich geht es dann aber auf einem Pfad den Saarhölzbach abwärts.
Einmal begegne ich einem Paar mit einer aus Asien stammenden Frau und ihrem Sohn. Die vier unternehmen eine dreitägige Tour.
Zuletzt geht es noch ein Stück auf einem Fahrweg abwärts vorbei an einigen Fischteichen. Über ein Seitental steige ich dann wieder hoch und gelange bald aus dem Wald.
An einer Stelle erhalte ich einen sehr schönen Ausblick über Saarhölzbach. Hinter dem Ort ragt ein Felsen aus dem Wald auf.
Schließlich überblicke ich die Saar und ein Pfad führt steil abwärts zum Fluss. Hier sind die Lärchen schon grün und auf nur noch 180 m Höhe scheint es deutlich wärmer zu sein.
Unmittelbar über der lauten B 51 gibt es hier die Plattform eines Trekkingcamps. Idyllischer Platz…
Kein Schild weist daraufhin, aber auf der Toilette liegt die Benutzerordnung, armes Deutschland…
Hier wachsen neben mächtigen Eichen auch Hainbuchen und sogar einige Eiben!
Schließlich gelange ich nach Mettlach, wo ich gleich im Netto für die nächsten drei Tage einkaufe. Direkt an der Saar entlang, geht es weiter durch den Ort. Schließlich überquere ich die Saar auf einer Brücke und dann laufe ich auf einem asphaltierten Weg aufwärts.
Bald geht es auf einem Pfad weiter. Oberhalb grenzen zunächst die Häuser Keuchingens an, die aber bald zurückbleiben. Dafür ergeben sich herrliche Aussichten über die Saarschlucht, tief in die Hänge eingeschnitten unter mir. Stellenweise ist es hier recht felsig. Als ich eine flache Mulde sehe, bietet sie sich für ein Cowboycamp an, in der Nähe dreier mächtiger Buchen. Die Vierte ist vor nicht allzu langer Zeit abgebrochen…























Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen