Fr, 3.4.2026
WdH 57: Von Oppen nach Bergweiler
11:31 h, 42,1 km, 882 hm Aufstieg, 799 hm Abstieg
Zusammenfassung: Nachdem ich einige Kilometer durch Wald und Flur vorbei am Schloss Münchweiler gelaufen bin, treffe ich mich in Dagstuhl mit Oliver der an einer Förderschule arbeitet. Dass Kinder mit Migrationshintergrund, die aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht klar kommen, hier zu generell lernschwachen Kindern gesteckt werden, hält er für nicht optimal. Besser wäre es die Ideologie der sofortigen Integration für alle aufzugeben und stattdessen Kinder die noch kein Deutsch können, erst mal die Sprache lernen zu lassen. Darüber hinaus unterhalten wir uns über viele weitere Themen, laufen durch abwechslungsreichen Wald und Wieden und kehren zusammen im Gutshof Imsbach ein, wo wir regionaltypische Klöße essen.
Hinter Theley verabschieden wir uns und ich steige zum aussichtsreichen Schaumberg hoch. Jetzt folge ich dem Panoramaweg St. Wendeler Land und schlage schließlich mein Lager im Wald auf.
Heute Morgen geht es zunächst lange durch schönen Wald mit vielen alten Buchen, wo die Hohltauben rufen. Oberhalb eines Golfplatzes, erhalte ich eine schöne Aussicht.
Teilweise folge ich jetzt einem Traumschleifchen, der Forsthof Runde. Diese verläuft zum Teil auch auf Pfaden. Schließlich gelange ich aus dem Wald und folge einer Allee zu dem Barock Schloss Münchweiler.
Anschließend geht es durch offene Feldflur. Eine Variante, die ich nehmen will, ist als Weg teilweise nicht vorhanden. Daher muss ich ein Stück Straße laufen. Schließlich geht es wieder in den Wald. Dieser ist recht bunt gemischt. Ein Eichhörnchen läuft vor mir über den Weg, und ich höre die ersten Fitis Laubsänger dieses Frühjahrs, ein weiterer Zugvogel ist zurück!
Schließlich gelange ich aus dem Wald und laufe einige Zeit durch Noswendel. Anschließend geht es durch die Feld Flur nach Dagstuhl, wo ich mich mit Oliver treffe.
Tatsächlich muss ich nicht lange warten und Oliver, ein 48-jähriger Sozialarbeiter, der an einer Förderschule arbeitet, erscheint. Er kennt mich aus dem Podcast von Christo Förster und verfolgt seitdem meinen Weg. Zunächst laufen wir recht viel auf Asphalt bis Altland. Danach wird der Weg schöner es dauert nicht lange und wir unterhalten uns intensiv über verschiedene Themen. Er sagt, die Hälfte der Schüler an seiner Schule habe einen Migrationshintergrund. In Deutschland ist es so, dass alle Schüler zunächst einer Regelschule zugeordnet werden. Wenn sie dort mangels Sprachkenntnissen nicht klarkommen, werden sie dann an die Förderschule abgegeben, wo man sich eigentlich um lernschwache Schüler kümmert. Ich frage ihn, ob diese Mischung denn sinnvoll sei, und er sagt, dass das tatsächlich keineswegs immer der Fall ist. Auch er würde ein System für sinnvoll halten, bei dem Schüler ohne Deutschkenntnisse zunächst mal die Sprache erlernen, bevor sie in Regelklassen zu Deutsch sprechenden Kindern kommen.
Aber für viele Bildungspolitiker scheint sofortige Integration eine ideologische Notwendigkeit zu sein, auch wenn in der Realität vieles dagegen spricht.
Ein Problem im Schulbetrieb ist für ihn die übertriebene Bürokratie. Ein prägnantes Beispiel sind die Lüftungsprotokolle, die während der Corona Zeit geführt werden mussten. Seiner Meinung nach ist für alles viel Papierkram notwendig. sei es normale Tätigkeiten zu protokollieren oder Projekte bewilligt zu bekommen. Hier könnte man viel vereinfachen!
Oliver hat drei Kinder und lebt seit 2016 in einem eigenen Haus. Mit der Wärmepumpe, die er von Anfang an betreibt, ist er sehr zufrieden. Seit neuem hat er auch eine Fotovoltaikanlage, mit der er teilweise den Strom für die Wärmepumpe selber erzeugt. Dieser wird in einer Batterie zwischen gespeichert. Ideal! Wenn Leute heute noch Gasheizungen favorisieren, ist das seiner Meinung nach schon lange von der Zeit überholt.
Seine Frau ist Beamtin, dennoch sieht er wie ich, die Privilegien der Beamten, was den Vergleich von Pensionen und Renten angeht, als unbegründet und etwas, was man alleine der Gerechtigkeit willen abschaffen sollte.
Wir unterhalten uns aber auch über allgemeinere gesellschaftliche Themen. So sieht auch er ein bedingungsloses Grundeinkommen für in der Zukunft notwendig und wünschenswert. Tatsächlich ist interessant, dass in dieser Woche der Digital Minister, von der CDU auch das bedingungslose Grundeinkommen ins Spiel gebracht hat im Zusammenhang mit den durch den KI-Vormarsch wegfallenden Jobs. Wenn schon jemand aus dieser Ecke so etwas sagt…
Oliver ist sehr sportlich und liebt die Natur. So versucht er auch erlebnispädagogische Elemente immer wieder in seinen beruflichen Alltag zu integrieren. Seiner Meinung nach ist grundsätzlich der Betreuungsbedarf bei Kindern und Jugendlichen gestiegen. Dies sei nicht alleine eine Folge des zunehmenden Konsums sozialer Medien, sondern die Folge einer immer stärkeren Orientierungslosigkeit innerhalb der Gesellschaft, wo auch die Eltern häufig keine Werte mehr vermitteln können.
Hinter Altland kommen wir dann in einen sehr schönen Bereich durch den wir teilweise auf Pfaden laufen. Laubwälder werden hier von Wiesen abwechslungsreich unterbrochen. Jetzt an diesem Karfreitag sind auch eine ganze Menge Leute unterwegs. Wir kreuzen die A1 und kehren dann im Hofgut Imsbach ein, wo wir regional typisch Klöße essen. Das Hofgut wurde übrigens von der EU gefördert. Die EU halten wir beide für eine sehr gute Einrichtung. Allerdings ist auch klar, dass die Zahl der Mitglieder nicht unendlich wachsen sollte. So halten wir eine Neuaufnahme großer Länder wie der Türkei oder der Ukraine für nicht wünschenswert, da das die Verhältnisse in der EU noch weiter komplizieren würde.
Schließlich laufen wir weiter nach Theley, wo wir uns trennen.
Ich wandere alleine weiter am Schaumberg, der traumhafte Aussichten in die Umgebung gewährt. Auch hier sind eine Menge Leute unterwegs. Besonders schön finde ich die vielen markanten Einzelbäume. egal ob Ahorne, Eschen, Eichen oder Buchen. Ich folge jetzt dem Panoramaweg Sankt Wendeler Land. Als es schließlich ruhiger wird, verlasse ich den Weg und finde eine flache Stelle im Laubwald am Hang für mein Lager. Bald besucht mich noch eine Rötelmaus. Ansonsten esse ich und erledige meine üblichen Hausaufgaben.















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