Mo, 23.3.2026
WdH 46: Von Filsen nach Dörscheid
11:52 h, 41,6 km, 1634 hm Aufstieg, 1493 hm Abstieg
Zusammenfassung: Heute ist ein toller Wandertag bei schönem Wetter meist auf schmalen Pfaden in der spektakulären Landschaft des Mittelrheins. Ob am Hang in den niedrigen Eichenwäldern, den tiefen Tälern oder am Waldrand auf der Höhe, stets ändert sich die Szenerie mit spektakulären Ausblicken über den Rhein gewürzt von Burgen wie Katz und Maus. Heute sind wenig andere Leute unterwegs, aber mit Maria, die eine dreitägige Wanderung unternimmt unterhalte ich mich kurz. Ihr Wunsch wäre, dass die Menschen wieder mehr direkten Kontakt miteinander pflegen.
Als es schon fast dunkel ist, besucht mich Martin, ein Förster den ich schon bei meiner Wanderung 2021 getroffen hatte. Er erzählt, von den vielen jungen Menschen, die sich für die Forstberufe interessieren, stellt aber auch fest, dass das allgemeine Bildungsniveau stark gesunken ist, etwas woran dringend gearbeitet werden muss!
Bereits um 6:00 Uhr bin ich wieder unterwegs. Bald verlasse ich den Wald und gelange in die abwechslungsreiche Flur von Filsen. Dort gibt es einen Kirschen- und einen Bienenlehpfad. Kurz streife ich die Ortslage und wandere dann hoch über dem Rhein weiter. Auf dem anderen Ufer erstreckt sich die Stadt Boppard.
Der folgende Abschnitt gefällt mir sehr gut. Zunächst geht es durch den niedrigwüchsigen Eichenwald, dann oberhalb des Rheins an der Grenzlinie zwischen Gebüschen und angrenzenden Wiesen und Feldern auf einem schmalen Pfad weiter. Ich sehe mehrmals Rehe und einen Hasen. Hier fangen schon Wolfsmilch gelb an zu blühen und Knoblauchsrauke in weiß.
Weiter geht es ein Stück relativ flach auf einem Forstweg, bis ich wieder auf schönen Pfaden durch den Laubwald wandere in dem Buchfinken und Zilp Zalps rufen.
Ich überquere eine große Waldwiese, natürlich wie immer umrundet von überdimensionierten Ansitzkanzeln. In manchen dieser Kästen könnte man wahrscheinlich schlafen!
Ein Pfad führt mich dann durch den niedrigen Eichenwald mit seinen Moos- und Flechtenpolstern steil bergab zu einer Straße.
Auf Asphalt geht es aufwärts zur Liebenburg, von wo es ebenso steil weitergeht, zum Kamm hoch über dem Rhein. Hier wachsen viele Schlüsselblumen und auch die ersten Sternmieren blühen. Teilweise sind die Hänge schon grün überzogen, einerseits von den Hainbuchen die blühen und ihre Blätter schon draußen haben, aber auch von blühendem Französischen Ahorn, der an diese Trockenhänge besonders angepasst ist.
An einem schönen Waldrand entlang erreiche ich den Ort Lykershausen, der idyllisch auf der Höhe gelegen ist. Hier gibt es sogar einen Kiosk, der allerdings montags geschlossen hat. Wie so oft in solchen Orten, ist allerdings niemand auf der Straße zu sehen. Als ich wieder in den Wald gelange, erinnere ich mich an meine große Tour 2021, wo ich hier mit einem Filmteam des SWR war, das festhalten wollte, wie ich mein Lager aufschlage.
Auf Forstwegen gelange ich durch vielfältigen Wald nicht zu steil zu einem schönen Aussichtspunkt über dem Rhein, sogar mit Sitzschaukel. Wie auch gestern schon an solchen Punkten, lädt ein poetischer Text zum Nachdenken ein, während man dort ausruht. Sehr schön!
Der Wald hier ist abwechslungsreich und ruhig. Überall gibt es etwas zu sehen und zu hören, ein Wandertraum!
Am Georgenbach fülle ich meine Wasserflasche auf und wandere weiter talabwärts. Irgendwann kommt mir eine junge Wanderin mit Rucksack entgegen, die ich anspreche. Maria hat einen Bürojob und ist auf einer drei Tage Tour auf dem Rheinsteig unterwegs. Ebenso wie ich, liebt sie die Einsamkeit und freut sich darüber, dass man die hier finden kann. Sie würde sich wünschen, dass die Menschen miteinander anders umgehen, sprich wieder mehr Kontakt zueinander pflegen und herzlicher sind. Ansonsten denkt sie, dass KI auch in ihrem Bereich vieles verändern wird, aber alles, was mit Kundenkontakt zu tun hat, weiterhin menschliche Arbeit erfordern wird. Nach einem schönen, aber kurzen Gespräch verabschieden wir uns und jeder läuft in seine Richtung weiter.
Bald geht es wieder steil hoch, zunächst auf Asphalt, dann auf einem Pfad im Wald.
Nach einem kleinen Stück durch Wiesen erreiche ich Oberkestert, ein sehr kleines Dörfchen, wo es Uschis Wanderstation gibt. Dort gibt es Essen, Getränke und auch Zimmer. Leider möchte ich heute noch etliche Kilometer zurücklegen, daher raste ich hier nicht.
Der Ort ist herrlich gelegen, über dem Rhein, sehr ruhig und abgeschieden. Bald lasse ich die Wiesen hinter mir und bin wieder im Wald. Eidechsen rascheln durchs Laub und ich kann einen hübschen Aurorafalter fotografieren, der gerade Sonne tankt. Es geht abwärts zum rauschenden Pulsbach. Anschließend geht es auf einem Pfad weiter durch niedrigen Eichenwald am Hang. Ein Stück weit ist der Weg ziemlich felsig. Hier wächst auch ein Wacholder.
Durch Wald, in dem auch Douglasien wachsen, geht es dann relativ flach weiter zur Abbruchkante über dem Rhein, wo es auch Wiesenstreifen mit einigen Bäumen gibt.
Von einem Aussichtspunkt erhalte ich noch mal einen tollen Blick zurück über die Rheinhänge auf meiner Seite, dann geht es bald in einem trockenen Tal wieder aufwärts. Ein Lehrpfad, erzählt etwas zum Bergbau früherer Zeiten.
Bald laufe ich eine Zeit lang durch Felder und Wiesen, die relativ flach sind, bevor es wieder in den Wald geht.
Ein Pfad führt mich dann in Serpentinen bergab. Gegenüber sehe ich die Burg Maus. Das Wellmich Tal, in das ich jetzt gehe, wird auf den Seiten von schroffen Felswänden begrenzt, etwas was man hier im Mittelgebirge kaum vermuten würde!
Ich erreiche die Häuser von Wellmich und steige dann in Serpentinen auf zur Burg Maus.
Auch hinter der Burg geht es weiter steil aufwärts. Schließlich erreiche ich die Höhe über dem Rhein und laufe durch Gebüsche und am Waldrand entlang.
Obwohl der Rhein nicht weit entfernt ist, ist es relativ still und es ist schön zwischen am Wiesen und Gebüschen über dem Rhein zu laufen
Schließlich führt mich einPfad sehr steil runter nach Sankt Goarshausen. Dort kann ich nicht widerstehen und kaufe mir im Rewe erst einmal 1 l Milch und eine Schale Walnusseis, die ich an Ort und Stelle verspeise.
Mit vollem Magen geht es sehr steil rauf auf die Höhe, wo ich eine schöne Aussicht auf die Burg Katz erhalte. Dagegen ist die Burg Rheinfels auf der anderen Seite im Gegenlicht nicht gut zu erkennen und die Burg Maus ist schon weiter entfernt.
Bald erreiche ich Patersberg, wo ich den Rheinsteig für einige Kilometer verlasse. Ich habe nämlich keine Lust auf den Rummel an der Loreley, zumal ich dort 2021 auch gewesen bin.
Bald habe ich den Ort hinter mir gelassen und folge Graswegen am Waldrand. Ich bin hier auf einer Rundtour des Rheinsteigs.
Schließlich führt ein Pfad durch den Eichenwald bergab, zum Bornbach mit einer schönen Fachwerkmühle im Talgrund.
Dann laufe ich oberhalb des Baches das Tal aufwärts, wo ich an einer weiteren Mühle vorbeikomme. Es geht noch ein Stück durch den Wald, dann komme ich in die offene Flur, überquere eine Straße und bin wieder auf dem Rheinsteig.
Bald kann ich zurück zum steilen Felsen der Loreley schauen, mit ausgedehntem Plateau auf der Höhe.
Durch schöne, offene Kulturlandschaft, teilweise an Gebüschen entlang, steige ich ab zum Bornichbach. Dort kommt mir ein englisch sprechendes Paar mit Rucksack entgegen. Offensichtlich richtige Wanderer!
Ein Stück folge ich einem breiten Forstweg meist durch Buchenwald. Ich gelange an einer sehr schönen Hütte vorbei an den Rand des Urbachtals, dem ich erst mal eine Zeit lang aufwärts folge. Entlang von Weinbergsmauern steige ich schließlich steil ab in das Tal durch Gebüsch, dass sich inzwischen zum Teil wieder zum Wald entwickelt hat.
Schließlich geht es zunächst auf einem Forstweg, dann auf Pfaden wieder nach oben. Da ich ja keine Stirnlampe mehr habe, suche ich mir schon früh ein Plätzchen abseits des Wegs.
Als es schon fast dunkel ist, kommt Martin vorbei, ein Förster den ich schon vor 5 Jahren auf meiner Wanderung getroffen hatte. Freundlicherweise hat er mir eine Stirnlampe mitgebracht!
Zum Thema Hoffnung meint er , dass die ganz wichtig sei, auch wenn es wie beim Thema Klimawandel nicht gut aussieht.
Einerseits freut es ihn, wieviele, motivierte junge Leute sich für die Forstberufe interessieren, andererseits stellt er fest, dass das allgemeine Bildungsniveau gesunken ist, eine Sache an der unbedingt gearbeitet werden muss!
Auch er wünscht sich mehr direkten, zwischenmenschlichen Kontakt, nicht nur auf der digitalen Ebene, hat aber auch kein Rezept wie das gelingen kann.
Da es schon spät ist, verabschieden wir uns bald wieder und ich mache mich an meine „Hausaufgaben“.
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