Sonntag, 22. März 2026

WdH 45 Von Weitersburg nach Filsen

 




So, 22.3.2026


WdH 45: Von Weitersburg nach Filsen


12:17 h, 48,3 km, 1613 hm Aufstieg, 1685 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Zwar sind Vallendar und die Festung Ehrenbreitstein sehenswert, aber generell ist es mir auf diesem Abschnitt zunächst viel zu zivilisationsnah. Eine Zeit lang laufe ich mit Christiane, die Hoffnung daraus schöpft, dass wenn auch der Klimawandel dass Ende der Menschheit sein könnte, es doch eine Art Reset für die Natur wäre. Ich versuche uns Hoffnung zu geben, indem ich darauf verweise, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit an Fahrt aufnimmt. 

Die Ruppertklamm ist zwar interessant, aber für meinen Geschmack viel zu voll. 

Schön wird es ab Braubach mit der Marksburg. Lange Zeit folge ich dort einem Pfad am Steilhang im Wald mit tollen Aussichten auf den Rhein. Allerdings ist es heute auch anstrengend mit über 48 Kilometern und 1600 Höhenmetern Aufstieg…


Am Morgen bin ich bald wieder im Tal, wo ich an einer Mühle vorbei laufe, in der schon Licht brennt und Menschen aktiv sind.

Es geht dann aufwärts zum Wüstenhof, der mit Sitzmöbeln zum Rasten einlädt. Natürlich ist um diese Zeit dort noch kein Betrieb. Auf einem Pfädchen geht es durch den wilden Wald mit Kirschen, Eichen und viel Unterwuchs weiter an den Ortsrand von Vallendar, dem ich einige Zeit folge. Dann geht es das bewaldete Wambachtal rauf zum Freibad von Vallendar.

Anschließend laufe ich abwärts nach Urbar. Weiter geht es am Rand der Siedlungen zur Festung Ehrenbreitstein, von wo man Koblenz übersehen kann. Es gibt hier jede Menge Attraktionen, von einer Seilbahn bis zu einer Aussichtsplattform und verschiedenen Museen. Um diese Zeit ist noch nicht so viel los hier, obwohl heute Sonntag ist. Ich schaue mich dann noch auf der riesigen Festung um, von der man einen besseren Ausblick über das deutsche Eck, den Zusammenfluss von Rhein und Mosel erhält. Über einem Turm fliegen viele Dohlen und ein Turmfalke.

Schließlich geht es zum Rhein herunter, wo ich längere Zeit der Promenade folge. Hier sind schon einige Jogger unterwegs und Frachtschiffe fahren auf dem Fluss.

Im bewaldeten  Tal des Bienhornbachs verlasse ich schließlich die Stadt und wandere aufwärts. Hier zeugen alte Mauern davon, dass hier früher Wein angebaut wurde. Jetzt ist hier ein vielfältiger Wald zu Hause, mit Erlen, Ahornen Eschen, Robinien und anderen Bäumen. Weiter oben verläuft der Weg entlang von mächtigen Kastanien, eine hat wahrscheinlich 2 m Durchmesser!

Schließlich verlasse ich das Tal und gelange durch einen Laubwald mit mächtigen alten Eichen und Buchen, aus dem lauter Starengesang erklingt.

Danach laufe ich ein kleines Stück am Waldrand entlang, als es dann wieder in den Wald geht, steht zu meinem Erstaunen dort ein Zelt und das um 10:20 Uhr am Sonntagmorgen.

Da die B 49 nicht weit entfernt ist, ist auch dieser Wald ziemlich verlärmt. Drei Mountainbiker auf Batterierädern stürzen sich mit Helm auf dem Kopf Steilabfahrten runter. Weiter geht’s durch ein schönes Laubwaldgebiet mit vielen alten Buchen. Jetzt ist auch die Straße weiter entfernt.

Irgendwann komme ich mit Christiane ins Gespräch. Sie ist einige Jahre jünger und wandert in meine Richtung. Sie hat das Wandern erst seit relativ kurzer Zeit für sich entdeckt und es gibt ihr Trost, nach einem schweren Schicksalsschlag. Außerdem ist es ein guter Ausgleich zu ihrem Bürojob bei einer großen Versicherung. Was das Thema Hoffnung angeht, kann sie sich gut vorstellen, dass die Menschheit den Klimawandel nicht übersteht. Das ist für sie dann trotzdem nicht weiter schlimm, da es den großen Reset für die Natur bedeuten würde. 

Nichtsdestotrotz versucht sie im persönlichen Bereich ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Wie so viele andere steht sie wahrscheinlich an einem Übergangspunkt. Wenn ihre Gasheizung erneuert werden muss, wird sie sich eine Wärmepumpe holen und wenn ihr Verbrenner sein Lebensende erreicht hat, wird das nächste Auto Batterie betrieben sein. Außerdem wird sie sich bei der nächsten Hausrenovierung Fotovoltaik aufs Dach holen. 

Ich denke, dass es Hoffnung macht, dass weltweit viele Menschen an so einem Übergangspunkt stehen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigt sich überall zusehends, dass was rückwärts gewandte Politiker jetzt anstellen, kann diesen Übergang nur verlangsamen, nicht verhindern. Das gilt sogar für die USA. Andererseits ist es wichtig, dass dieser Übergang rasch erfolgt, da es leider wahrscheinlich unumkehrbare Kippunkte wie das Absterben des Regenwaldes oder das Auftauen der Permafrostböden sind, die den Klimawandel noch beschleunigen könnten. 

Wir steigen steile Hänge durch den Eichenwald hinab, wo etliche Bäume abgestorben sind. Hier sehe ich die erste Eidechse des Jahres, aufgrund ihrer grünen Färbung wahrscheinlich eine Zauneidechse. Schließlich gelangen wir zur Ruppertklamm, wo es teilweise ein Drahtseil gibt , und steigen steil in die felsige Schlucht ab. Noch nie auf meiner Tour habe ich so viele Menschen auf einem Wanderweg gesehen! Teilweise ist es gar nicht so einfach aneinander vorbei zu kommen, zumal viele ihren Hund dabei haben. Da ich schneller vorwärts kommen will, verabschieden wir uns schließlich. Ich erreiche die Lahn bei Friedland mit ihren felsigen Hängen.

Vom Fluss geht es in Serpentinen sehr steil hoch. Ich durchquere einige Wiesen, dann geht es wieder in den Wald.

Schließlich erreiche ich die Höhe  über dem Rhein und komme an einem großen Hotel vorbei. Es dauert aber nicht lange, bis es wieder runter in die Aspichklamm geht. Das von Laubwald eingefasst Tal mit kleinen Wiesenstücken und Gebüschen gefällt mir sehr gut. Vor allem da es hier ruhig ist, im Gegensatz zur Ruppertklamm. 

Ich streife eine Ortschaft und nasche einige Bärlauchblätter. Dann geht es wieder steil hoch zur Höhe. Hier gibt es liebliche Wiesen und weite Ausblicke auch zur anderen Rheinseite.

Schließlich steige ich etwas ab und wandere durch die Gebüsche im Hang weiter mit einer herrlichen Aussicht auf die Marksburg gegenüber. Hier blüht schon der erste Ginster und ein weiß- oranger Aurora Falter zeigt sich.

Schließlich geht es steil runter in das nette Fachwerkstädtchen Braubach mit seinen schmalen Gässchen und Schieferdächern. Von dort geht es hoch zur Marksburg, wo es viele Besucher gibt und man Eintritt bezahlen muss.

Anschließend geht es runter zu einem weiteren Teil von Braubach und dann durch den Wald wieder in Serpentinen steil hoch zu einem Aussichtspunkt, wo man noch mal einen schönen Blick zur Marksburg hat. Dann folge ich dem Kamm weiter, wo Immergrün und Wiesenschlüsselblumen blühen. Anschließend folgt ein sehr schönes Stück, wo ich auf einem relativ schmalen Weg im Hang hoch über dem Rhein durch den Eichenwald laufe. Dabei ist es hier relativ flach und man sieht ständig den Fluss. Es ist hier so felsig und trocken,  dass viele der Eichen arg zu kämpfen haben und zum Teil in der Krone abgestorben sind. Jetzt gegen 15:30 Uhr ist es auch schon ruhiger geworden. Ich nehme an, die meisten Besucher sind schon beim Nachmittagskaffee.

An einer Stelle sind an einer Bank zwei Hängematten im Wald aufgespannt. Wie nett! Über den Hängen kreist ein Rotmilan.

Es ist kaum zu glauben, hier am sonnigen Hang sind sogar schon die ersten Eichenblättchen draußen.

Dann geht es in das enge Tal des Drinkgolder  Bachs, wo es schattig, feucht und kühl ist. Hier blüht an einem Felsen der erste Sauerklee, eine Vitaminzufuhr für mich! Bald geht es steil wieder raus aus dem Tal. Ich gelange zu einer Hütte, wo man noch einmal eine tolle Aussicht zur Marksburg und über die Hänge hat, die ich gerade durchwandert habe.

Der Weg führt dann abwärts in ein kleines Tälchen. Danach geht es noch einmal ziemlich dicht an den Rhein, wo man die Straße laut hört. Es dauert aber nicht lange dann bin ich wieder im Wald in einem Tal und habe das Gefühl von Ruhe und Abgeschiedenheit. Ganz kurz geht es dann aus dem Wald aber bald bin ich wieder von Bäumen umgeben. Neben den Eichen wachsen hier auch Buchen. Ich laufe jetzt relativ zügig auf einem Fahrweg weiter.

Dann führt ein Pfad oberhalb von Osterspai durch den Wald. Erst hinter einem Trinkwasserbrunnen beginnt wieder ein Fahrweg, den ich aber bald verlasse und mir ein Plätzchen unterhalb suche. Dummerweise habe ich meine Stirnlampe verloren…





























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