Mittwoch, 11. März 2026

WdH 33 Von Küstelberg nach Latrop


 





10.3.2026


WdH 33: Von Küstelberg nach Latrop


9:21 h, 30,2 km, 709 hm Aufstieg, 645 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Da meine Wäsche noch nicht trocken ist, starte ich heute erst um 8:30 Uhr. Der Weg nach Winterberg ist nicht besonders interessant und die Stadt gefällt mir überhaupt nicht. Immerhin genieße ich eine Eisschale nach dem einkaufen. Außerhalb des Ortes findet noch der Skizirkus auf Kunstschnee statt. Bizarr!

In der Nähe des kahlen Asten treffe ich Paul und Merlin, die eine Woche lang auf dem Rothaarsteig wandern und die ich schon gestern getroffen hatte. Während wir zusammen weiter wandern, regnet es und bei Lange Wiese zeigt sich ein schöner, doppelter Regenbogen.   Wir unterhalten uns über viele Themen, unter anderem auch, dass Gymnasiallehrer besser bezahlt werden obwohl sie meist einfachere Schüler haben. Statt dessen müsste man auch durch die Bezahlung Anreize setzen, damit gerade gute Lehrer dahin gehen, wo es richtig schwierig ist. Die Unterscheidung zwischen Angestellten und Beamten als Lehrer halten meine Gesprächspartner für anachronistisch und ungerecht, ebenso wie die Unterschiede zwischen privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen. 

Auf meine Frage, wie eine gute Zukunft aussehen kann, sind beide sich einig, dass sie einen guten und erschwinglichen öffentlichen Nahverkehr für sehr wichtig halten. 

Als ich frage, wie sich der Staat denn finanzieren soll, sind die Beiden gleich bei den Superreichen. Obwohl sowohl Paul als auch Merlin etwas erben werden, stellen sie das grundsätzliche Prinzip des Vererbens in Frage. Ist es nicht besser immaterielle Werte mit auf den Weg zu bekommen? Warum sollte jemand ohne eigene Leistung zu Vermögen gelangen? 

Wir folgen einem massiven Zaun der unten zusätzlich einen Elektrodraht hat, für Kilometer. Dieser soll dazu dienen, dass die Afrikanische Schweinepest sich nicht weiter ausbreitet. Eine teure, drastische Maßnahme! Dazu muss man wissen, dass diese Krankheit für Menschen nicht ansteckend ist. Es geht dabei lediglich um den Schutz der Hausschweine der Landwirte! Man sollte doch meinen, dass es da effektivere Methoden zum Schutz gibt! 

Nachdem wir uns getrennt haben, geht es in ein großes Waldgebiet, in dem viele alte Buchen und Fichten wachsen, sehr schön! Hier schlage ich mein Lager auf, bevor es wieder regnet.


Da meine Wäsche aus dem Trockner noch ziemlich nass kommt, hänge ich sie über die Heizung und mache mir zum Frühstück Eier und Kaffee.

Erst um 8:30 bin ich wieder unterwegs und mache schon bald an der Bushaltestelle des Ortes halt um im freien wlan hier zu posten, was in der Unterkunft nicht möglich war.

Zwar ist es schön, mal wieder sauber zu sein und frische Wäsche zu haben, ansonsten fühle ich mich eher müde und nicht besonders motiviert. Ich bin ein bisschen aus meinem Rhythmus geraten. 

Hinter Küstelberg passiere ich zunächst für das Sauerland typische Weihnachtsbaumkulturen. Beim alten Steinbruch Wagenschmier liegt noch etwas Eis und Schnee.

Die weitere Strecke ist nicht besonders interessant. Fichtenwälder, die immer wieder von Freiflächen unterbrochen werden. Ich überquere die Straße und gelange an die unscheinbare Ruhrquelle. Es ist warm und sonnig und trotz der Höhe von fast 700 m laufe ich schon bald im T-Shirt.

Vor Winterberg steige ich noch kurz in die Schlucht des Helletals von der ich aber nicht sehr viel zu sehen kriege. In Winterberg sitzen Leute draußen vor den zahlreichen Cafés und genießen die Sonne. Ich kaufe im Lidl ein und genehmige mir erst mal eine 1 l Eisschale auf dem Rasen vor dem Eingang. Das tut gut! Da heute sowieso ein verkorkster Tag ist, genieße ich die Zeit einfach nur dazusitzen und Eis zu essen. Schließlich laufe ich aus dem Ort, den ich ehrlich gesagt überhaupt nicht mag. Zu weitläufig, zu touristisch, zu viel Verkehr. Tatsächlich ist der bizarre Schneerummel hier noch im vollen Gang mit laufenden Liften und auf Kunstschnee fahrenden Menschen. Ich finde die ganze Gegend echt hässlich! Bald habe ich genug und nehme als Abkürzung den Radweg entlang der Bundesstraße.

Tatsächlich muss ich dann im Wald eine Skipiste queren, auf der noch gelaufen wird. Schließlich verlasse ich das Skigebiet, und steige durch den Wald auf zur Hochheide um den Kahlen Asten. Mit den vielen Wegen und Bänken gefällt es mir hier viel weniger als gestern bei der Heide in der Nähe des Clemensbergs. An der unscheinbaren Lennequelle treffe ich die beiden Jungs von gestern Abend wieder. Sie studieren beide im ersten Semester, Paul Deutsch und Englisch auf Lehramt im Gymnasium, Merlin, Geowissenschaften mit biologischem Schwerpunkt. Die  Beiden haben sich bei einem freiwilligen ökologischen Jahr kennengelernt und wollen jetzt eine Woche auf dem Rothaarsteig zusammen laufen. 

Wir unterhalten uns gut und laufen zusammen weiter. Es geht durch offene Landschaft mit vielen Weihnachtsbaumkulturen nach Langewiese, wo es regnet und ein doppelter Regenbogen entsteht. Vorher konnten wir ein überhaupt nicht scheues Reh beobachten. Wir unterhalten uns über viele Themen, unter anderem auch, dass Gymnasiallehrer besser bezahlt werden obwohl sie meist einfachere Schüler haben. Statt dessen müsste man auch durch die Bezahlung Anreize setzen, damit gerade gute Lehrer dahin gehen, wo es richtig schwierig ist. Die Unterscheidung zwischen Angestellten und Beamten als Lehrer halten meine Gesprächspartner für anachronistisch und ungerecht, ebenso wie die Unterschiede zwischen privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen. 

Auf meine Frage, wie eine gute Zukunft aussehen kann, sind beide sich einig, dass sie einen guten und erschwinglichen öffentlichen Nahverkehr für sehr wichtig halten. 

Als ich frage, wie sich der Staat denn finanzieren soll, sind die Beiden gleich bei den Superreichen. Obwohl sowohl Paul als auch Merlin etwas erben werden, stellen sie das grundsätzliche Prinzip des Vererbens in Frage. Ist es nicht besser immaterielle Werte mit auf den Weg zu bekommen? Warum sollte jemand ohne eigene Leistung zu Vermögen gelangen? Während Paul seit seiner Kindheit Vegetarier ist, isst Merlin Fleisch. Dennoch hält auch er es für sinnvoll aus ökologischen und gesundheitlichen Gründen den Fleischkonsum stark zu reduzieren. Auf mein Argument, dass wir Menschen uns evolutionär zu Allesfressern entwickelt haben, sagt er, dass wir uns so weit von der Natur emanzipiert haben, dass wir es aus ethischen Gründen vermeiden können, andere fühlende Wesen zu töten. 

Wir folgen einem massiven Zaun der unten zusätzlich einen Elektrodraht hat, für Kilometer. Dieser soll dazu dienen, dass die Afrikanische Schweinepest sich nicht weiter ausbreitet. Eine teure, drastische Maßnahme! Dazu muss man wissen, dass diese Krankheit für Menschen nicht ansteckend ist. Es geht dabei lediglich um den Schutz der Hausschweine der Landwirte! Man sollte doch meinen, dass es da effektivere Methoden zum Schutz gibt! Solche Zäune habe ich schon vor 5 Jahren in Brandenburg gesehen, dennoch ist die Seuche weiter nach Westen gewandert!

Schließlich gelangen wir an eine Stelle, wo sich der Rothaarsteig in eine Berg- und eine Talroute teilt. Obwohl der NST der tieferen Variante folgt, wähle ich die Kammroute und verabschiede mich von meinen Begleitern. Es geht jetzt in ein großes Waldgebiet. Leider verläuft der Zaun auch hier. Dabei gibt es wirklich schöne Waldbilder mit alten Buchen und Fichten. Schließlich schlage ich mein Lager im Buchenwald in der Nähe einer mächtigen Fichte auf. Bald regnet es wieder eine Zeit lang. 




















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