Montag, 23. Februar 2026

WdH 18 Von Bispingen nach Tiegen






Mo, 23.2.2026


WdH 18: Von Bispingen nach Tiegen


8:28 h, 31,5 km, 180 hm Aufstieg, 194 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Beim Frühstück setze ich mit Claudia, Robert und den drei kleinen Kindern zusammen. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die keine Kinder wollen, da sie es ihnen nicht zumuten wollen, in dieser schrecklichen Welt zu leben, die sowieso bald untergeht, haben sich Claudia und Robert ganz bewusst für ihre Kinder entschieden. Sie sind der Meinung, dass es immer irgendwie weitergeht. Daher haben sie auch keine Zukunftsangst. 

Robert bringt mich dann nach Bispingen, wo wir gestern angekommen waren, bevor er dann zu seiner Arbeit im Waldpädagogikzentrum Ehrhorn weiterfährt.

Auch heute regnet es wieder ziemlich viel. Allerdings nicht als Dauerregen, sondern überwiegend in teils kräftigen Schauern. Die Etappe heute gefällt mir nicht so gut wie das Wandern auf dem Heidschnuckenweg an den letzten Tagen. Meistens höre ich die Autobahn A7 und habe eigentlich nie wirklich das Gefühl, weit von der Zivilisation entfernt zu sein. Nichts desto trotz gibt es auch schöne Abschnitte wie das Heidegebiet um den Kreuzberg oder das Böhmetal. In Soltau komme ich an der Bibliothek Waldmühle vorbei, wo ich schon einmal einen Vortrag gehalten habe. Immer wieder muss ich mich längere Zeit vor einem Schauer unterstellen, sei es bei einem Waldkindergarten oder an einem Viehstall. Dennoch bleibe ich heute bis auf das Regenzeug trocken.


Am Morgen frühstücke ich noch schön mit Claudia, Robert, Emil, Lene und Matthes. Die Frage die sich manche stellen, ob sie Kinder in diese Welt mit ihren vermeintlich schlechten Zukunftsaussichten setzen sollen, haben sie klar für sich mit Ja beantwortet, da sie daran glauben, dass es immer irgendwie weitergeht.

Dann fährt mich Robert zurück nach Bispingen, von wo ich um 8:20 Uhr meinen Weg fortsetze. Es regnet mal wieder,  daher lege ich schon nach kurzer Zeit einen Stopp ein, um mir das Regenzeug überzuziehen. Bald lasse ich den Ort hinter mir und wandere auf Fußwegen durch den Wald oberhalb des Luhe Tals. 

Misteldrosseln singen in dem Kiefernwald mit dichtem Heidelbeerunterwuchs. Ich überquere eine Straße und folge dann längere Zeit einemeinem Pfad durch den Wald, parallel zu einer Bahnlinie. Immer wieder gehen Schauer nieder. Ich passiere die unscheinbare Luhe Quelle und wandere auf einem Pfad weiter durch den Wald. Obwohl die Wege hier sehr schön sind, ist der Lärm der nahen Autobahn störend.

Schließlich quere ich die A7 und wandere weiter durch den Kiefernwald, wo sich auf einer offenen Fläche außerhalb des Waldes, zwei Windräder drehen. Weiter geht es auf breiten Graswegen durch die offene Feldflur, wo es ziemlich windig ist. Erstaunlicherweise sind hier schon Feldlerchen zu hören, die offenbar bereits aus Afrika zurück sind. Immerhin ist es heute recht warm, so dass ich keine Handschuhe trage.  Leider komme ich vom Heidschnuckenweg ab und erreiche die Heideflächen am Kreuzberg, die auch zum NSG Lüneburger Heide gehören. Vor einem heftigen Schauer, schütze ich mich in einem überdachten Jagdstand. 

Schließlich erreiche ich den Heidschnuckenweg wieder und laufe teilweise durch Wald, teilweise durch offene Flur. Ein Stück weit geht es auf einen asphaltierten Weg. Ich passiere einen Erlenbruch und eine Wiese, die komplett von den Wildschweinen umgepflügt wurde. Ein Stück weiter, sehe ich zwei Rehe vor mir abspringen. Zwei trompetende Kraniche stehen auf einer feuchten Wiese. Eine Fläche mit dichten Wacholdergehölz erstreckt sich linker Hand. Auf Forstwegen geht es weiter durch den Kiefernwald bis an den Rand des Heideparks Soltau. Etwas später führt der Weg über einen Campingplatz voller Wohnmobile. Hier stelle ich mich vor einem Schauer unter. Weiter geht es durch eine große Fischteichanlage. Anschließend laufe ich durch den Kiefernwald entlang der Wiesenflächen des Böhmetals. Jetzt zeigt sich sogar etwas blauer Himmel. Weiter geht es durch den Kiefernwald, in denen aber auch viele andere Baumarten eingemischt sind, meist auf relativ schmalen Wegen weiter. Vor Soltau laufe ich dann noch mal ein Stück auf einem Pfad unmittelbar an dem Flüsschen Böhme entlang. Anschließend geht es durch den Park an der Böhme, wo die Bibliothek Waldmühle ansässig ist, wo ich schon einen Vortrag gehalten habe. Heute ist die Bücherei allerdings geschlossen. Es geht dann durch die Fußgängerzone im Stadtzentrum. Anschließend laufe ich durch den privaten Breidings Park. Ein Sperber jagt hier kurz einige Kleinvögel, lässt sich dann auf einem Ast nieder und fliegt schließlich ab. Durch Tetendorf geht es auf einer verkehrsreichen Straße, ziemlich ätzend! Als es in Strömen gießt, stelle ich mich im Strohlager bei einem Stall unter.  Weiter geht es am Waldrand entlang, wo ich mich bei einem Waldkindergarten vor dem nächsten Schauer unterstelle. Auf schmalen Wegen geht es dann weiter durch den nassen Kiefernwald, indem auch viele Birken wachsen. Ein Stück laufe ich am Waldrand entlang, dann geht es auf den Tiegener „Berg“, der von einem Steinhaufen gekrönt wird, wo Leute Inschriften hinterlassen haben. In kontinuerlichem, leichten Regen passiere ich das Tierheim Tiegen und laufe parallel zu einer Bahnlinie durch eine Mischung aus Wald und Offenland.  Schließlich folge ich einem Sträßchen auf die andere Seite der Bahnlinie und schlage dann mein Zelt abseits im Kiefernwald auf. Es dauert dann nicht lange bis es wieder intensiv regnet. Immerhin habe ich es aber heute geschafft, trocken zu bleiben. 

2 Kommentare:

  1. Lieber Gerald, ich verfolge gerne deinen Blog, und will dir gut zureden: das Wetter wird besser werden, der Frühling wird auch dieses Jahr kommen, die Feldlerchen sind ja schon da :-) Ich habe dein Projekt im Podcast von Christo Förster mitbekommen und finde es eine sehr schöne Idee, jedoch anstrengend und gerade jetzt zu Beginn bei den Wetterverhältnissen eine wirkliche Herausforderung, Hut ab, ich sitze im Warmen und lese entweder vor der Arbeit oder am Abend wie dein Tag so war. Ich arbeite als Ärztin in eigener Praxis in Österreich, komme aus Deutschland (Karlsruher Ecke, Karlsdorf bei Bruchsal). Der Nord Süd Trail in Deutschland steht auf meiner Liste, die Ost West Durchquerung Österreichs auch, auf dem Nordalpenweg, in Etappen, da ich noch berufstätig bin. Bisher war ich nicht weitwandern, aber ich plane bereits. So, gerade nach Zahnarzt etwas k.o. wünsche ich dir eine regenfreie Zeit morgen und freue mich auf deine Reiseberichte. Bezüglich Kindern: die Welt kann nur besser werden mit beseelten, glücklichen Kindern :-) daran glaube ich fest. Hab eine gute geruhsame Nacht - liebe Grüße aus Niederösterreich von Susanne

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  2. Liebe Susanne, vielen Dank für deinen ermutigenden Kommentar! Ich wünsche dir, dass du deine kommenden Weiteanderungen sehr genießt!

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