Dienstag, 17. Februar 2026

WdH 13 Von Güster nach Ohe

















 




Di, 17.2.2026


Von Güster nach Ohe


10:01 h, 41,8 km, 194 hm Aufstieg, 176 hm Abstieg


Zusammenfassung: Auch heute ist wieder ein grauer Tag, an dem es häufig schneit. Die Etappe gefällt mir insgesamt besser als erwartet, da die Feldlandschaft von Hecken und Alleen durchzogen wird. Der acht Kilometer lange Pfad an der Bille ist ein echtes Highlight. Schließlich erreiche ich Ohe, wo ich einen schönen Abend mit Dörte und Ralph verbringe, bei dem es viel um die Entwicklung der künstlichen Intelligenz geht. 


Morgens beim Frühstück unterhalte ich mich noch gut mit Wiebke. Da sie ja in der Flüchtlingshilfe stark engagiert ist, hat sie auch eine fundierte Meinung zu dem Thema. Sie findet, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass Deutschland Geflüchtete aus humanitären Gründen aufnimmt. Andererseits findet sie, wenn ein Asylverfahren abgeschlossen ist, und sich dabei herausgestellt hat, dass es keinen Schutzgrund gibt, der Staat auch die Möglichkeit haben muss, Menschen in ihr Heimatland zurückzuschicken. Da wir ja grundsätzlich vor Zuwanderung in den Arbeitsmarkt brauchen, hält sie es für wichtig, Geflüchtete von Anfang an in Arbeit zu bringen. Dies ist für Sie ein Schlüsselfaktor! Die schwarz-weiß Zeichnung die es ja häufig bei dem Thema gibt, wo die einen sagen,  jeder der kommt, muss aufgenommen werden, und die anderen sagen,  wer keine Geflüchteten aufnehmen will ist ein Nazi, hält sie für überflüssig. 

Nachdem ich meinen Kaffee genossen habe, gehen wir mit dem Hund zusammen noch ein Stück, bevor ich meinen Weg alleine fortsetze. Straßen führen mich aus Güster heraus und dann geht es ein Stück in den Wald. Es hat in der Nacht einige Zentimeter Neuschnee gegeben, so stapfe ich durch den verschneiten, überwiegenden Kiefernwald. Teilweise laufe ich sogar auf einem schmalen Pfad. Die weiße X-Markierung ist im Schnee schlecht zu erkennen, daher komme ich zweimal vom Weg ab und laufe einen Umweg. Ein Stück geht es durch die Felder, bis ich bei Roseburg wieder auf den NST treffe. Bald geht es in das nächste Waldgebiet, wo mir eine Spaziergängerin mit Hund entgegenkommt und faszinierende alte Eichen wachsen. Schließlich folgt der Weg einer Lindenallee mit sehr starken, alten, zum Teil schon ausgehöhlten Bäumen. Bald gelange ich in den Ort Wotersen, der von einem großen Gut geprägt wird. Ein von einer Lindenallee gesäumtes Sträßchen führt aus dem Ort hinaus. Schließlich biege ich auf einen Weg ab, der von Eichen und Haselnussbüschen gesäumt ist und wo recht viele Feldsteine liegen. Ein Sück geht es dann durch den Wald, bevor ich die A 24 erneut über eine Brücke überquere. Der Weg führt dann weiter am Waldrand entlang. Es schneit jetzt recht kräftig, als ich weiter einem von Sträuchern gesäumten Weg durch die Felder folge. Auf einem abgeernteten Maisacker trompeten zwei Kraniche. Ein bizarres Bild im Schnee! Weiter folge ich einem Waldrand, an den Laubwald angrenzt. Ich durchquere Talkau im Schneetreiben und biege dann auf einen knickgesäumten Feldweg ab, wie die Hecken hier in Schleswig-Holstein heißen. Schließlich erreiche ich Fuhlenhagen. Hinter dem Ort geht es durch die Felder, dann folge ich einem Waldrand. Ich bin erstaunt, dass hier zwei Eichen mit weit über 1 m Durchmesser zum Fällen markiert sind. Solche Giganten kann man doch nun wirklich stehen lassen! Ein Fußweg führt mich weiter durch den abwechslungsreichen Wald mit viel Laubbäumen. Im Feld vor Basthorst begegnet mir eine ältere Frau mit einem Laufwagen, mit dem sie im Schnee offenbar recht gut zurecht kommt! Basthorst ist ein großes Dorf.  Weiter geht es entlang einer Baumreihe, wo das Gehölz zur Pflege teilweise auf den Stock gesetzt, d.h. gefällt wurde. Die Bäume treiben anschließend wieder aus, so erneuert sich die Hecke. Kurz führt der Weg wieder am Waldrand entlang, meistens geht es aber entlang von Hecken oder Baumreihen durch die Feldflur. Vier Rehe liegen am Rande einer Hecke auf dem Acker, die beste Art, um Energie zu sparen! Außerdem sehe ich entfernt einige Kraniche, die rufen. Als ich näher komme, sehe ich, dass es sich sogar um fünfzehn Rehe handelt, die jetzt aufgestanden sind und mich aus der Ferne beobachten. Ich erreiche  Kuddewörde und folge längere Zeit einer Straße durch den großen Ort. Schließlich erreiche ich den Sachsenwald, das größte Waldgebiet Schleswig-Holsteins, wo ich dem Lauf des naturnahen Bachs Bille folge. Ein Fußweg führt durch den Wald oberhalb der Bille,  einem etwa 5 m breiten Bach. Der Wald besteht hauptsächlich aus Eichen und Buchen und wirkt ziemlich urwüchsig, mit viel Totholz. Leider hört man den Lärm der Straße, die nicht weit entfernt vom gegenüberliegenden Ufer verläuft. Ich unterquere schließlich die laute A 24 und laufe dann auf dem schmalen Pfad weiter. Schließlich verlasse ich den NST und folge dem Pfad weiter entlang der Bille. Der Bach selbst ist oft von Erlen gesäumt. Abseits des Tals geht es aber auch teilweise durch Fichtenwald. Immer wieder komme ich an sehr beeindruckenden, alten Buchen vorbei. Schließlich überquere ich eine Brücke. Ich bin dem Pfad 8 km weit gefolgt! Es geht noch ein Stück durch den Wald, dann folge ich einer Allee, an deren Seiten sich Weihnachtsbaumkulturen befinden. Ich laufe an Gut und Schnapsbrennerei von Bismarck vorbei, dann erreiche ich Ohe. Hier werde ich von Dörte, die mich auf Instagram angeschrieben hatte, freundlich aufgenommen. Außerdem ist ein Journalist da, dem ich ein Interview zu meinem Projekt gebe. 

Später unterhalte ich mich noch intensiv mit Dörte und ihrem Mann Ralph. Ein Thema das mich dabei besonders interessiert ist die künftige Entwicklung der Künstlichen Intelligenz, da Ralph beruflich damit zu tun hat. Allerdings lässt sich daraus kaum etwas Hoffnungsvolles schöpfen, da laut Ralph die Entwicklung rapide in eine Richtung geht, bei der es immer wahrscheinlicher wird, dass die Maschinen in Zukunft die Herrschaft übernehmen. Die Beispiele die er für diese Entwicklung anführt, hätte ich nicht für möglich gehalten. Außerdem meint er, dass sich zur Zeit die Arbeit von Redakteuren beispielsweise eher verlagert hin zu mehr Recherche und weniger Schreiben, aber es lässt sich kaum abschätzen, wieviele Jobs komplett wegfallen. Davon abgesehen, machen die USA und China das KI- Rennen unter sich aus, Deutschland hat laut Meinung von Ralph keine Chance mehr aufzuholen.



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