Mo, 16.2.2026
Von Kittlitz nach Güster
Zusammenfassung: Auch heute ist es wieder kalt und grau, meist schneit es auch etwas. Zunächst geht es durch eine weite Agrarlandschaft, wo ich mal wieder Rehe und Damwild sehe. Hinter Farchau gelange ich dann auf den Nord Süd Trail, dem ich ab jetzt folge. Ich laufe durch ein großes, abwechslungsreiches Waldgebiet nach Mölln, wo ich einkaufe. Ab dort folge ich einer Kette von Seen und erreiche das Highlight des Tages, das Hellenbachtal mit seinen Seen, Sumpfwiesen, Erlenbrüchern und Mischwäldern. Nach fast 48 Kilometern erreiche ich Güster, wo ich bei Wiebke und Jörg unterkomme, sehr gastfreundlichen Menschen, die auch viel in der Flüchtlingshilfe tätig sind.
Während ich in der Morgendämmerung auf einer Nebenstraße durch die verschneiten Felder laufe, färbt sich der Himmel zum Teil lila. Auf den weiten Äckern sehe ich einige Tiere, Rehe und ein 20-köpfiges Damwildrudel. Hirsche mit großem Schaufelgeweih sind auch dabei. Der Morgen ist kalt und grau, es weht ein scharfer Wind. Hinter dem kleinen Ort Niendorf biege ich auf einen Feldweg ab, der von Einzelbäumen und Gebüsch gesäumt wird. Hier sehe ich ein weiteres Damwild Rudel, mit zwei Hirschen dabei, sowie fünf und zwei Rehen. Schließlich erreiche ich Dargow, wo Schilder verraten, dass es Ferienwohnungen gibt. Der Ort mit seinen großen Klinkerhäusern macht einen gediegenen Eindruck. Insgesamt habe ich gleich den Eindruck, dass hier im Westen ein größerer Wohlstand herrscht. Ein Banner an einem Bauernhof, wendet sich gegen eine angebliche grüne Welle. Aus dem Ort folge ich einer Nebenstraße weiter. Die Straße führt hier an den Schaalsee, wo einige große Häuser stehen. Als die Straße in einen Weg übergeht, beobachte ich zwei Rehe aus nächster Nähe und kann eines auch fotografieren. Auf einem Acker hoppelt ein Hase und dann zweigt ein Fußweg in den Wald ab, der aus Kiefern mit viel Laubbaumunterwuchs besteht. Kolkraben rufen rauh und Haubenmeisen trillern. Der Weg führt weiter am Piper See entlang. Eine Tafel verrät hier etwas zum Kanurevier Lauenburgische Seen – Trave. Hier am See wachsen recht viele Birken. Die Uferböschung steigt einige Meter steil an. Etwas später komme ich an einem Campingplatz vorbei, wo viele Wohnwagen dauerhaft abgestellt sind. Weiter geht es am schmalen Salemer See entlang mit seinen steilen, bewaldeten Ufern. Auch hier erstreckt sich oberhalb ein Campingplatz. Außerdem liegen Kanus am Ufer. Einige schön gestaltete Tafeln verraten etwas zur Natur hier. Ich laufe durch den Ort Salem und folge dann einer Lindenallee weiter, während es leicht schneit. Schließlich führt mich der Weg in den Wald, der hier meist aus Buchen besteht. Eine Weile folge ich sogar einem Pfad. Hier hoppelt ein Häschen vor mir davon. Ich überquere eine größere Straße und laufe längere Zeit an einem Waldrand weiter. Ich folge dann dem Schaalsee Kanal durch die Felder und biege schließlich auf eine Straße nach Farchau ab. Leider gibt es den dort in meiner Karten App verzeichneten Supermarkt nicht, daher laufe ich ein Stück durch ein Wohngebiet und komme dann in den Wald.Hier stoße ich bald auf den Nord Süd Trail ( NST), dem ich bis nach Bayern folgen will. Er verläuft hier auf der Route des Europäischen Fernwanderweg 1, von dem es aber keine Markierungen gibt. Es geht dann am Küchensee entlang durch den Wald zum Schaalsee Kraftwerk. Dort stoße ich dann tatsächlich auch auf die erste NST Markierung! Dann laufe ich einige Kilometer durch ein abwechslungsreiches, recht hügelige Waldgebiet, den Wensöhlengrund. Hier wachsen neben Buchen, auch Fichten, Douglasien und Eichen. An einer Stelle sehe ich einen Harvester bei der Arbeit. Schließlich überquere ich eine Straße.
Auf einem recht komplizierten Kurs geht es weiter durch den Wald. Ein Stück weit verläuft der Weg sogar auf einem Pfad. Schließlich erreiche ich den Aldi in Mölln, wo ich etwas einkaufe. Schnell bin ich durch die Straßen des Städtchens gelangt und folge dem eisfreien Mühlkanal weiter. Durch Laubwald geht es dann zum Schmalensee, dessen Ufer ich längere Zeit folge. Hier sehe ich eine Spaziergängerin und einen Mountainbiker. Ein Radfahrer hat sogar Angelruten dabei! Zunächst verläuft der Pfad am See, dann durch den Buchen-Kiefernwald auf dem hohen Ufer. Weiter geht es dann im Schneetreiben entlang des Lütauer Sees. Auch dieser See liegt schön im Laubwald eingebettet und der relativ schmale Pfad entlang des Gewässers ist recht schön. Nichtsdestotrotz fehlt mir die Einsamkeit der Seen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Hier in Schleswig-Holstein, zumindest bis jetzt, ist die Zivilisation nie sehr weit entfernt. Am Ende des Sees steht jemand auf dem Eis und angelt. Ich überquere eine befahrene Straße und laufe durch den Wald weiter zum Drüsensee. Dieser ist deutlich größer als die anderen und wirkt abgelegener. Doch auch hier kommt mir ein Spaziergänger entgegen. Auch der Drüsensee ist komplett in Wald eingebettet, meist Buchenwald auf den Hügeln. Hinter dem großen See geht es in das Naturschutzgebiet Hellbachtal, wo das Gewässer drei kleine Seen miteinander verbindet. Während sich links ein Mischwald mit Kiefern und Buchen ausdehnt, liegen rechter Hand binsenbestandene Feuchtwiesen und Erlengehölze am Bach. Schade dass es heute so grau ist, ansonsten wäre diese Landschaft bestimmt sehr schön. Außerdem begegne ich hier niemand mehr, was ich sehr zu schätzen weiß, denn ich liebe ja die Einsamkeit. Der Weg berührt den Lottsee nicht direkt und vermeidet den Krebssee. Dann führt mich einPfad oberhalb des Hellenbachs entlang, der hier an eine schmale Weide angrenzt. Der Weg um die große Wiese herum ist wirklich sehr schön! Auf der offenen Fläche sehe ich einen Fuchs, der, als er mich bemerkt, Reißaus nimmt. Etwas später kann ich das Tier noch einmal einige Zeit lang beobachten. Weiter geht es auf Fahrwegen durch überwiegenden Kiefernwald unter dem junge Buchen wachsen. Ein Reh zieht vor mir über den Weg. Ich passiere einige mächtige Eichen und eine Gruppe großer Fachwerkgebäude im Wald. Dort hängt ein Banner, was auf eine Wildnisschule hinweist. Schließlich verlasse ich den Wald und quere die A24 über eine Unterführung. Auch hier ist wieder das X, die weiße Markierung, die mich bisher auf dem Nord Süd Trail begleitet hat. Sollte das X den E 1 kennzeichnen? Dagegen habe ich die grüne Kompassnadel als Markierung des NST nur sporadisch gesehen. Noch einmal geht es ein Stück durch den Wald, wo ich in der Dämmerung drei Rehe sehe. Anschließend führt mich eine Straße auf die Lichter von Güster zu. Hier gehe ich zum Haus von Wiebke und Jörg, die ich auf 1niteTent gefunden habe. Die beiden sind sehr herzlich und ich bekomme gleich Tee und Soljanka. Sie erzählen, dass es ihr Leben bereichert, Leute aufzunehmen und waren selber auch schon pilgern. Seit 3 Jahren haben sie eine PV-Anlage, mit der sie sehr zufrieden sind. Schon seit vielen Jahren engagieren sie sich in der Flüchtlingshilfe und haben sich bereits um Syrer, Afghanen und Ukrainer gekümmert. Sie kritisieren, dass Flüchtlinge nicht gleich arbeiten dürfen, obwohl sie das in der Regel möchten. Andererseits berichten sie auch von Leuten, die nicht arbeiten wollen, weil sie über Sozialhilfe etc. fast ebenso viel verdienen. Das freundliche Paar denkt, dass jeder Flüchtling der dazu in der Lage ist, auch etwas für seinen Lebensunterhalt tuen sollte, was in der Regel auch möglich wäre. Nach einer interessanten Unterhaltung beziehe ich schließlich mein Quartier im Wohnwagen neben an.









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