Sonntag, 15. Februar 2026

WdH 11 Von Woez nach Kittlitz

 



15.02.2026


Von Woez nach Kittlitz


11:08 h, 44,7 km, 316 hm Aufstieg, 323 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Nachdem ich die bitterkalte Nacht überstanden habe, bricht ein fantastischer, klarer Tag mit Sonne und blauem Himmel an, herrlich nach 10 Tagen grau! Ein erster Höhepunkt ist der Neuenkirchener See, dem ich auf schönen Pfaden folge. In Zarrentin angekommen, bin ich immer noch so durchgefroren, wahrscheinlich hauptsächlich wegen meinen von gestern noch nassen Socken, dass ich mich in ein Restaurant setze und etwas Warmes esse. Anschließend folge ich dem Verlauf des Schaalsees nach Süden, meist auf tollen Wegen durch eine sehr vielfältige Landschaft. Auch heute sind dann meine beiden Versuche nach einer Übernachtungsmöglichkeit zu fragen nicht von Erfolg gekrönt. Aber ich habe Glück, am Eingang des ersten Dorfes in Schleswig-Holstein steht ein Schild mit einer Telefonnummer für eine Ferienwohnung, die ich dann tatsächlich für einen guten Preis erhalte!


Die Nacht wird bitter kalt und ich wache einige Male auf. Außerdem ist die zusammen gekrümmte Stellung in dem Hochsitz auch nicht gerade komfortabel. Nichtsdestotrotz erhole ich mich recht gut. Allerdings ist der Aufbruch am Morgen ziemlich unangenehm. Bis ich alles zusammen gepackt habe, kühle ich ganz schön aus. Die leicht nassen Socken und Schuhe von gestern sind steif gefroren und es ist gar nicht so einfach reinzukommen. Schon um 6:40 Uhr bin ich wieder unterwegs. Es verspricht, ein klarer heller Tag zu werden. Ein Stück weit geht es durch den Wald, dann folge ich einer Allee durch die Felder. Eine Straße führt mich nach Drönnewitz. Schnatternde Gänse ziehen über den Ort hinweg. Ein großes Storchennest thront auf einem Hof. Ein Eichhörnchen läuft über die Straße, aber noch ist kein Mensch hier zu sehen. Eine Lindenallee führt mich aus dem Ort hinaus und dann sehe ich die Sonne als orangen Feuerball über dem Schnee aufgehen. Darunter schwebt eine leichte Dunstglocke, ein herrlicher, aber saukaltter Morgen! Dreimal sehe ich Rehe und erreiche dann den Ort Neuenkirchen, den ich aber bald wieder verlasse. Fußwege führen mich am Neuenkirchener See entlang, meist durch Buchenwald. Es gibt hier am Gewässer erstaunlich viele Hütten und Bootshäuser. Schließlich erreiche ich den Ort Boissow. Hinter dem Ort geht es auf Fußwegen weiter. Besonders schön ist ein Pfad an einem sonnigen Waldrand, wo noch drei Rehe auf dem Acker stehen. Inzwischen wärmt die Sonne ein wenig, was für mich sehr schön ist, da ich nach wie vor ziemlich durchgefroren bin.

Ich nehme eine Abkürzung auf einem Radweg nach Zarrentin, wo ich in einem Restaurant esse und endlich aufwärme. Anschließend gehe ich ein Stück an der Seepromenade zurück, wo sich bei diesem schönen Winterwetter einige Leute tummeln. Dann folge ich einem Fußweg am Ostufer des Schaalsees, der zunächst hauptsächlich durch Erlenwald führt. Ein Fahrweg zieht sich dann durch eine teilweise offene, abwechslungsreiche Landschaft nach Schaliß. Hier sind sogar einige Spaziergänger unterwegs an diesem Sonntag! Schaliß besteht nur aus zwei reetgedeckten Häusern, zu denen keine asphaltierte Straße führt. Hinter dem Ort bin ich wieder allein und wandere auf schmalen Fußwegen durch eine fantastische, abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit markanten Einzelbäumen, kleinen Wäldchen und Weiden. Ich folge ein kleines Stück einem Radweg entlang einer Straße, bevor ich vor den Häusern von Kranichhof wieder auf einen Fußweg abbiege. Der von Haselnusssträuchern gesäumte Weg verläuft teilweise an einem Erlenbruch entlang. Urige, zottelige Pferde und Rinder werden hier offensichtlich zur Landschaftspflege eingesetzt. bald durch Quere ich Techin, ein hübsches Dorf mit einigen Reetdachhäusern. Direkt außerhalb passiere ich eine mächtige Esche mit über 1,5 Metern Durchmesser. Weiter geht es durch recht hügeligen Laubwald mit Ahornen, Eichen, Erlen und auch Hainbuchen. Zweimal begegnen mir Spaziergänger, es ergibt sich jedoch kein Gespräch. Ein Stück weit folge ich einem Sträßchen und biege dann an einem Parkplatz mit Informationstafel wieder auf einen Weg ab. Hier kommt mir tatsächlich ein Mountainbike entgegen. Die vielen Informationstafeln hier sind sehr interessant und verraten viel Wissenswertes über das Biosphärenreservat Schaalsee. Der Weg führt durch Laubwald etwa 100 m entfernt vom See. Bald komme ich in den größeren Ort Lassahn, wo es sogar eine Gastwirtschaft gibt, die scheinbar auch Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Ein Sträßchen führt mich dann durch die offene Weidelandschaft nach Hakendorf. Ein breiter Fußweg bringt mich durch die abwechslungsreiche Landschaft am Bernsdorfer Binnensee. Ich passiere das Dörfchen Bernsdorf und laufe auf einem Fußweg weiter durch die offene Weidelandschaft. Jetzt, gegen 16:00 Uhr ist das Abendlicht richtig schön mild und bringt die Landschaft förmlich zum Erstrahlen. 

Ein Stück geht es durch Buchenwald dann folge ich der Straße nach Kneese Dorf. Hinter dem Ort komme ich an einem Vogelbeobachtungsturm vorbei, bei dem eine Tafel erläutert, wie das Moorgebiet hier renaturiert wurde. Ich passiere eine Tafel, die an einen Mann erinnert, der bei dem Versuch die DDR zu verlassen, hier an der ehemaligen innerdeutschen Grenze getötet wurde. Auch hier ist die Landschaft in ihrer Vernetzung von See, Erlenbruch, Wald und offenen Weiden mit Gehölzgruppen und Hecken sehr reizvoll. In Dutzow spreche ich einen älteren Mann vor seinem Haus an und frage nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Sein Schäferhund stürmt wild bellend an den Zaun, und der Mann lehnt ab. Er sagt, er wüsste auch niemanden, der mir eine Übernachtung bieten könne. Ich folge einem gepflasterten Sträßchen und gelange alsbald an die Landesgrenze nach Schleswig-Holstein. Kurze Zeit später komme ich nach Rosenhagen. Bei einem Hof stehen einige Männer draußen und trinken Bier. Ich frage nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Man überlegt, kann mir aber auch nicht weiterhelfen. Allerdings kennen die Leute das Gut in Brehsan, wo ich heute schon angerufen hatte und sagen, wenn da auch nichts geht, dann in Dagow ganz bestimmt. Ich bin gespannt! Weiter geht’s auf einer schmalen Straße, die von Linden eingefasst wird. Auf den verschneiten Feldern sehe ich eine Gruppe von sechs Rehen. Am Anfang von Kittlitz steht ein Schild mit einer Telefonnummer. Tatsächlich ist die Besitzerin der Ferienwohnung Monika vor Ort und ich erhalte die Unterkunft für einen guten Preis. Für die heiße Badewanne, die ich dann genieße hätte ich auch mehr gezahlt! Der letzte Tag auf dem Naturparkweg in Mecklenburg- Vorpommern war jedenfalls noch mal sehr schön!



































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