Sonntag, 15. Februar 2026

WdH 10 Von Rabensteinfeld nach Woeze


 


14.2.2026


WdH 10


Von Rabensteinfeld nach Woeze


10:04 h, 44,6 km, 224 hm Aufstieg, 240 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Ich nähere mich langsam Schwerin, meist am Seeufer, teilweise durch Laubwald mit prächtigen, alten Bäumen. Das Schloss, direkt am Ufer einer Bucht gelegen, ist eine wahre Augenweide, nicht umsonst Weltkulturerbe seit 2024. HInter Schwerin geht es durch die waldarme Agrarlandschaft Nordwestmecklenburgs. Ein scharfer Wind auf den verschneiten Feldern dringt mir bis ins Mark. Abends starte ich dann im Dörfchen Woeze ein Experiment: Insgesamt sieben Leute frage ich nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Leider ohne Erfolg!

Also laufe ich weiter und suche mir am Waldrand einen geschlossenen Hochsitz, in dem ich die bitterkalte Nacht überstehe.


Bereits in der Morgendämmerung bin ich wieder unterwegs auf dem Naturparkweg. Zunächst folge ich ein Stück Straßen und wandere dann lange am Ufer des Schweriner Sees entlang. Lautes Gänseschnattern erklingt von überall. Durch Laubwald mit mächtigen alten Eichen führt mich der Weg zu einem Aussichtspunkt, wo es einen roten Backsteinturm gibt, die Reppiner Burg. Der Blick schweift weit über den See, der eisfrei ist und von vielen Blesshühnern bevölkert. Ich laufe dann längere Zeit durch Kleingartenanlagen und besiedeltes Gebiet des Stadtteils Mueß. Schließlich schlage ich wieder einen Weg durch den Wald entlang des Sees ein.Es geht durch schönen alten Buchenwald, in dem eine Hohltaube ruft. Dann laufe ich längere Zeit an der Uferpromenade des Zippendorfer Strands entlang, die einer großen Bucht folgt. Bald geht es wieder durch den Wald, wo ich einen Schwarzspecht unmittelbar am Seeufer sehe. Während links der Zoo von Schwerin angrenzt, tummeln sich rechts auf dem See viele Enten. Weiterhin laufe ich durch schönen alten Gehölzbestand. Trotz der Nähe zur Stadt habe ich die verschneiten Wege fast für mich allein. Hier im Stadtbereich ist mal wieder von einer Markierung des Naturpark Wegs nichts zu erkennen. Schließlich kommt das Schweriner Schloss in Sicht Mit vielen Türmen liegt es malerisch an einer Seebucht. Ein Fußweg führt durch den Schlossgarten am See entlang, wo mich unzählige Stockenten anbetteln.

Am Schloss vorbei laufe ich dann längere Zeit durch die Stadt, allerdings nicht bis ins Zentrum.

Da ich aus dem dicht besiedelten Bereich um Schwerin möglichst rasch rauskommen möchte, nehme ich eine Abkürzungsroutedie Radwegen durch Wittenförden folgt. Auf einem abgeernteten Maisacker stehen fünf Kraniche im Schnee und rufen. Am Straßenrand sehe ich einige hübsche Distelfinken.

Vor Grambow gelange ich schließlich wieder auf den Naturpark Weg, der hier ebenfalls dem Radweg entlang der Straße folgt. Hinter dem Ort geht es auf einem Feldweg durch die weite Agrarlandschaft, in der es aber auch Einzelbäume und Baumgruppen gibt. Schließlich folge ich einer von Baumreihen gesäumten Pflasterstraße weiter. Teilweise wachsen hier mächtige, beeindruckende Eichen, es gibt aber auch Kastanien. Ich laufe durch den kleinen Ort Groß Welzin, und biege bald wieder auf einen Feldweg ab. Auf den weißen, offenen Flächen geht ein scharfer Wind, der mir bis ins Mark dringt.Ich komme durch ein sehr kleines Waldstück und sehe dann die ersten Windräder, die ich  auf meiner Wanderung durch Mecklenburg-Vorpommern zu Gesicht bekomme. Eine Allee aus Linden und Kastanien führt mich in den Ort Renzow. Ich hatte ja schon von weitem den Windpark mit etwa 15 Rädern gesehen. Im Ort gibt es einige Banner, die sich gegen Windkraft wenden.

Ich folge ein Stück einem Radweg bis außerhalb des Ortes. Dann geht es auf einen von einer Baumreihe gesäumten Feldweg. Bald erreiche ich Badow und folge einem Sträßchen aus dem Ort hinaus.Ein Treckerchen kommt mir entgegen, mit vier Schlitten im Gespann!Auf einem abgeernteten Maisacker an der Straße sehe ich acht junge Singschwäne. Ein Schild verrät, dass ich  ins Biosphärenreservat Schaalsee komme. Jetzt am Nachmittag ist es etwas aufgeklart und kleine Flecken blauer Himmel sind zu sehen.Ein Plattenweg führt mich an drei Häusern vorbei, dann geht es in den verschneiten Wald mit überwiegenden Kiefern, aber auch anderen Baumarten. Bald gelange ich aus dem Wald in das Dörfchen Woez. Ich hatte mir heute Nachmittag vorgenommen, Leute öfter direkt nach einer Übernachtungsmöglichkeit zu fragen, vor allem um mehr in Kontakt zu kommen. Das kostet mich zwar etwas Überwindung, es ist aber ja gar nicht schlecht manchmal seine Komfortzone zu verlassen. Also gedacht, getan! Zunächst spreche ich einen Vater an, der seine kleine Tochter mit dem Schlitten zieht. Ich erwähne, dass ich auch bezahlen kann und meinen eigenen Schlafsack etc. dabei habe. Fehlanzeige, und er kann mir auch nichts empfehlen. Dann klingele ich an einem Haus, aber niemand scheint da zu sein. Im nächsten Haus wird mir geöffnet und gesagt, dass der Nachbar eine Ferienwohnung habe. Also klingele ich nebenan, aber niemand ist da. Ein weiterer Mann den ich auf der Straße anspreche, sagt er habe keine Möglichkeit. Eine Dame, die ich danach treffe, hat ihr Haus voll, bemüht sich aber etwas zu finden und ruft sogar ihren Mann an. Die Leute denken aber alle an eine kommerzielle Übernachtung und auch diesmal habe ich keinen Erfolg.

Ein Mann der gerade vor seinem Haus vorfährt, sagt dass er kein Hotel habe. Na ja, am letzten Haus am Ortsende ist ein Mann im Garten, aber sein Hund bellt so laut, dass ich nichts sagen kann. Als der ältere Mann dann näher kommt, lehnt er mein Anliegen konsequent ab. Im schönen Licht des Sonnenuntergangs laufe ich durch die Felder und erspähe eine geschlossene Ansitzkanzel am Waldrand. Sie ist sogar verglast, wenn es auch durch die Ritzen zieht. Immerhin viel wärmer als die frostigen Temperaturen draußen, daher richte ich mich drinnen ein, auch wenn es etwas eng zum Schlafen ist.























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