So hatten Sonja und Thomas mich auf eine Forschungsstation auf dem Jungfraujoch in der Schweiz eingeladen, wo sie arbeiten und in erster Linie zum Klimawandel geforscht wird.
Sie starten mit einer Grafik, die die Entwicklung des Co2-Gehalts der Atmosphäre in den letzten 800.000 Jahren zeigt. Die Veränderungen der Konzentration korrelieren sehr eng mit den jeweiligen Temperaturen, so dass Minima jeweils Eiszeiten repräsentieren. Was frappierend ist, ist, dass es noch nie in diesem langen Zeitraum einen so hohen CO2 Gehalt gegeben hat, wie zur Zeit und dass der sich in einem erdgeschichtlich atemberaubend kurzen Zeitraum von weniger als 200 Jahren ergeben hat, mit nach wie vor steil ansteigender Tendenz, was auch nicht weiter verwunderlich ist, da der Ausstoß von Treibhausgasen jedes Jahr neue Rekorde erreicht.
Für die Gletscher in der Schweiz heißt das ganz konkret, dass ohne Klimaschutz praktisch alle Eisflächen bis zum Jahr 2100 verschwinden könnten.
Global gesehen, wäre bis zu diesem gar nicht so fernen Zeitpunkt ein Anstieg der Meeresspiegel um 0,5-1 m möglich. Das würde bedeuten, dass riesige, heute von Menschen dicht bevölkerte Areale überflutet würden.
Wie kann man also bei diesen düsteren Aussichten noch Hoffnung schöpfen?
Da wäre in erster Linie die rapide Zunahme der erneuerbaren Energien weltweit zu nennen. Und diese beruht keineswegs darauf, dass die Staaten erkannt haben, wie wichtig Klimaschutz ist, sondern schlicht und einfach sind die Erzeugungskosten im letzten Jahrzehnt extrem gesunken, bei Photovoltaik um fast 90 % und bei Wind um 70 %. Das sind die neuen ökonomischen Realitäten, die auch eine Politik mit anderer Zielsetzung, wie in den USA zur Zeit, nicht beiseite schieben kann. Das Land steht unerwarteterweise zur Zeit auf Platz 2 beim Ausbau der Erneuerbaren, hinter China!
Natürlich wäre es wünschenswert und notwendig, dass der Wechsel hin zu erneuerbaren Energien noch schneller vor sich geht, aber es zeichnet sich schon jetzt ab, dass dieser nicht linear abläuft, sondern exponentiell und in den nächsten Jahren erheblich an Tempo zulegen wird.
Daher ist es durchaus noch möglich, den weltweiten Temperaturanstieg unter 2 Grad zu halten, was hoffentlich ausreicht, damit Kipppunkte wie das Vertrocknen des Amazonasregenwalds mit weiteren negativen Rückkopplungen für das Weltklima zu verhindern.
Natürlich gibt es viele Unbekannte, wie den rasant steigenden Energiehunger weltweit, nicht zuletzt durch KI, aber das sollte nur noch mehr Ansporn sein, viel schneller und mutiger die Energieversorgung umzubauen.
Festlegungen auf neue Gaskraftwerke beispielsweise, die dann Jahrzehnte laufen, sind in diesem Zusammenhang kontraproduktiv.
Was denkt ihr?

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