Mi, 29.4.2026
WdH 82: Vom Steinbruch Dotternhausen nach Schlatt
12:47 h, 47,5 km, 1405 hm Aufstieg, 1450 hm Abstieg
Zusammenfassung: Nachdem es morgens noch etwas bewölkt ist, entfaltet sich ein weiterer, strahlend schöner Tag. Zunächst folge ich dem Albsteig weiter über Lochenstein und Hörnle. Klassische Landschaften der Schwäbischen Alb, teilweise offene Flächen mit Wachholder und anderen Büschen, steile Aufstiege, helle Kalkklippen. Dazwischen immer wieder Wald, der häufig ziemlich gemischt ist und nie das helle Grün der Buchen fehlt. Von Laufen an der Ayach steige ich lange hoch auf und begegne anderen Wanderern, die den Albsteig in Etappen laufen und ihr Gepäck transportieren lassen. Als ich mir eine eigene Route auf einem Pfad am Rand eines Bannwald suche, komme ich mir ein bisschen wie im Urwald vor, ein toller Wald mit alten Bäumen, viel Totholz und viel Unterwuchs, sowie hellen Felsen. Ich passiere den hübschen Ort Burgfelden auf 900 m Höhe und treffe einige Zeit später die Schäferin Lea, die mit 500 Schützlingen unterwegs ist. Sie ist 28 und Vater und Großvater sind ebenfalls Schäfer, d.h. sie setzt diese Tradition fort, obwohl das bedeutet das ganze Jahr bei Wind und Wetter draußen zu sein. Ich folge einem der Traufgänge genannten Rundwanderwege als Alternative zum Albsteig und steige schließlich durch den Wald lange nach Jungingen ab. Hinter dem Ort, wo ich mir mal wieder eine Schale Walnusseis gönne, geht es wieder hoch zum Albtrauf, wo ich schließlich mein Cowboy Camp in einer Insel von alten Bäumen umgeben von jungem Wald aufschlage.
Am Morgen steige ich zunächst ein Stück ab, dann durch den Fichtenwald aufwärts zum gespaltenen Stein, zerklüfteten Felsen. Die Abstiegsroute ist sehr schön, zum Teil geht es an offenen Wacholderflächen vorbei. Irgendwann erhalte ich eine fantastische Aussicht rüber zum Lochenstein, für mich die Schwäbische Alb in Perfektion, weite zum Teil hellgrüne Wälder aus denen schroffe Kalkfelsen heraus schauen. Dann geht es wieder steil aufwärts zum Lochenstein selber, auf knapp 1000 m, wo man eine schöne Aussicht erhält und es zum Teil offene Grasflächen mit Büschen gibt. Auf der Abstiegsroute komme ich an einem Wasserhahn vorbei, wo „kein Trinkwasser“ dran steht, was mich aber nicht weiter stört. Das übliche, deutsche Sicherheitsdenken…
Es geht dann runter zum verkehrsreichen Lochen Pass mit seinem Lärm ein ganz schönes Kontrastprogramm. An der Jugendherberge Lochen vorbei geht es dann auf einem Pfad im Wald wieder aufwärts. Schließlich öffnet sich das Terrain und der Pfad flacht ab. Es geht jetzt durch die malerische Landschaft am Hörnle mit ihren Rasenflächen, die von Gehölzen durchsetzt sind und Waldstücken, eine sehr schöne Landschaft!
Schließlich steige ich von der Höhe ab. Ein toller Pfad abseits des Albsteigs, führt mich am Rand eines Bannwalds entlang. Wahnsinn, wie viel Bärlauch hier wächst. Auf dieser relativ ebenen Stufe wachsen auch mächtige Tannen, Fichten und Buchen. Ein bisschen fühlt es sich an, in einem Urwald zu sein. Ich sehe ein Reh und Federn lassen auf einen vielleicht vom Uhu geschlagenen Greifvogel tippen.
Schließlich geht es auf Forstwegen runter nach Laufen an der Eyach. Aus dem Ort auf lediglich 600 m Höhe, geht es dann zunächst auf Asphalt dann auf einem Fahrweg im Wald nach oben. Zwei Männer und eine Frau mit Rucksäcken kommen mir entgegen. Wir unterhalten uns, und es stellt sich heraus, dass sie den Albsteig in Etappen laufen, allerdings ihr Gepäck zur jeweiligen Unterkunft transportieren lassen. Warum auch nicht!
Schließlich geht es noch relativ steil auf einem Pfad weiter hoch, bis ich den schmalen Steinberg Grat auf knapp 900 m Höhe erreiche.
Ich laufe dann noch ein Stück weiter aufwärts auf ein Plateau. Von hier reicht mein Blick noch einmal zurück über Laufen zum Hörnle mit seinen Felsklippen.
Bald komme ich aus dem Wald und erreiche den netten Ort Burgfelden, traumhaft gelegen auf über 900 m, mit Künstler Ateliers und Ausstellungen.
Hinter dem Ort geht es noch ein Stück durch schöne Wiesen, dann zunächst auf einem Forstweg später auf einem Pfad in den Wald. Ich steige dann ein Stück ab zu einem Brunnen, wo ich Wasser zapfen und meine Füße kühlen kann. Unterhalb liegt Pfeffingen. Hier treffe ich ein älteres, ebenfalls wanderndes Paar. Als ich mich von der Straße entferne, treffe ich die 28-jährige Schäferin Lea, die mit zwei Hunden, drei Eseln und einer 500-köpfigen Schafherde unterwegs ist. Sie erzählt, dass auch ihr Vater und Großvater Schäfer waren beziehungsweise sind und das deswegen für sie etwas ganz Natürliches ist, auch diesen Beruf zu übernehmen. Im Winter ist zwar ein Teil der Herde im Stall, aber der größte Teil wird auch dann draußen gehütet, nicht auf der Alb, sondern im Stuttgarter Raum. Es geht den ganzen Tag mit der Herde frei über die offenen Flächen, erst abends kommen die Schafe in einen Pferch. Geld wird hauptsächlich mit Landschaftspflege Fördergeldern verdient, für die Wolle gibt es fast nichts, so dass das Schafscheren teurer ist, als das, was sie mit der Wolle verdienen. Das Lammfleisch ist allerdings auch durchaus gefragt. Ihre Familie verkauft die Lämmer allerdings lebend und schlachtet nicht. Sie erzählt, dass sie die Esel nur dabei habe, weil sie ihr Freude machen, denn in dieser Gegend gibt es noch keine Wölfe.
6 Wochen lang muss eine Weide nachwachsen, bevor die Schafe erneut kommen können.
Klar wird sie oft angesprochen, aber meist entwickelt sich daraus keine längere Unterhaltung.
Heute ist das Wetter ja traumhaft, aber wenn man sich vorstellt, dass sie das ganze Jahr mit der Herde draußen ist, bei Wind und Wetter, verdient das hohe Anerkennung.
Weiter geht es zum Teil auf Wiesenwegen zum Teil im Wald auf das offene Plateau, wo ich auch auf Asphalt zwischen Feldern wandere. Nachdem es gestern und heute Morgen zunächst bewölkt war, liegt jetzt wieder ein strahlend blauer Himmel über dem Land, da offenbar der frische Wind die Wolken weg geblasen hat.
Ich passiere den Wanderparkplatz Zitterhof und bin bald wieder im Wald. Hier auf der schwäbischen Alb gibt es recht viele Wanderparkplätze. Oft sind sie auch mit einem Dixi Klo ausgestattet, allerdings zwei, die ich heute Morgen gesehen habe, waren verschlossen.
Durch den Wald geht es zur Straße, wo sich der Wanderparkplatz Stich befindet. Es gibt hier sogenannte Traufgänge, Rundwanderwege, die bestimmt schön sind.
Hier verlasse ich dann auch erst mal den Albsteig und folge einer solchen Runde.
An Wacholden vorbei, wandere ich teilweise auf Graswegen durch liebliche Wiesentäler voller Schaumkraut und Löwenzahn sowie Wiesenprimeln . Hier fliegt ein Rotmilan rufend am Waldrand entlang.
An zwei Höfen vorbei, wo ich einen weiteren Rotmilan sehe, gelange ich zurück zum Albtrauf. Hier kann ich wieder auf die Ebene hinab blicken. Bei dem schönen Wetter sind etliche Leute unterwegs. Es dauert aber nicht lange, als ich einem Pfad abwärts folge, das sich der Wald wieder einsam anfühlt. Später laufe ich dann aber auch auf Forstwegen. Der Wald hier ist wunderschön, eine Art grüne Hölle, hauptsächlich aus Buchen mit Unterwuchs überall, aber teilweise auch aus Tannen, die aus dem Buchengrün ragen. Abgesehen davon gibt es auch einige Ulmen an den Wegen. An einer Stelle sehe ich zwei angebundene Pferde gesattelt und mit Packtaschen versehen. Als ich genau hinschaue sehe ich einen Mann, der sich dahinter quer über den Weg hingelegt hat und offensichtlich schläft. Es würde mich sehr interessieren, was der Mann mit den Pferden vorhat, aber ich will seinen Schlaf nicht stören. Ein Stück weiter gelange ich an eine Hütte, wo es eine sprudelnde Quelle gibt, die in einen Baumstamm fällt. Hier fülle ich mir noch einmal 3 l Wasser auf.
Auf Fahrwegen geht es im Wald weiter, bis ich schließlich in die offene Flur und dann nach Jungingen komme. Ich streife den Ort allerdings nur am Rand. Als ein Netto vor mir auftaucht, kann ich nicht widerstehen und hole mir erst mal eine Schale Walnusseis.
Ich laufe ein Stück die ziemlich verkehrsreiche Straße entlang und steige dann wieder hoch in den Wald, wo ich auf einem Fahrweg laufe. Ein Sperber streicht durch den Fichtenwald und entfernt sehe ich das Märchenschloss Hohenzollern auf einem Hügel. Ein Weg in Mapout existiert nicht, daher muss ich ein Stück zurück laufen und steige dann steil hoch zum Trauf, wo ich wieder auf den Albsteig stoße. Etwas weiter schlage ich mein Cowboycamp unter großen Tannen und Buchen, umgeben von vielen jungen Bäumen auf. Ein Reh springt ab und ein Eichhörnchen huscht in der Nähe herum.






















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