Samstag, 25. April 2026

WdH 78 Von Achdorf nach Weiterdingen

 



Sa, 25.4.2026


WdH 78: Von Achdorf nach Weiterdingen


10:44 h, 36,4 km, 936 hm Aufstieg, 1017 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Morgens folge ich zunächst noch der Wutach, die hier ein ganz normaler Fluss ist, und wandere dann zu den Schleifenbachfällen in der Nähe von Blumberg. Diese fallen in drei Stufen jeweils mehrere Meter in Pools ab und bieten ein für deutsche Verhältnisse spektakuläres Schauspiel. Bald verlasse ich den Schluchtensteig und folge ab jetzt dem Querweg Freiburg-Bodensee. Allerdings suche ich mir heute zu einem großen Teil meiner eigene Route, um einige Ortsdurchquerungen zu vermeiden. Ein Abschnitt ist sehr schön, die Alte Poststraße, die über einen Höhenrücken verläuft. Von hier ergeben sich zahlreiche Ausblicke über die Vulkankegel des Hegau bis zum Bodensee. Da es nirgendwo Wasser gibt, erbitte ich mir an einem Gut 1,5 l. Ich steige hoch zur Ruine Hohenheven, wo ich einige Schwalbenschwanz Schmetterlinge sehe, die hier oben ihren Hochzeitsflug absolvieren. Weiter geht es durch summende und blühende Trockenrasen, sehr schön! Schließlich schlage ich in einem Laubwald unterhalb der Burg Hohenstoffeln mein Freiluftlager auf, wo die ersten Mücken der Saison aktiv sind.


Morgens laufe ich zunächst auf einem Fahrweg durch ziemlich zerpflücken Wald, der offenbar vom Borkenkäfern stark betroffen wurde. Weiter geht es durch die Wiesen oberhalb des Wutachtals, die Wutach ist hier lediglich ein ganz normaler Fluss. Man kann sich kaum vorstellen, wie großartig die Wutschlucht ein Stück weiter aufwärts ist. Bei Achdorf überquere ich den Fluss auf einer Brücke und steige bald auf zu einem sehr grünen Laubwald. Hier drin verborgen und über Leitern erreichbar sind die Schleifenbachfälle. Hier fällt der Bach in drei Stufen, unter denen sich jeweils ein Pool befindet, mehrere Meter tief in einer engen Schlucht spektakulär ab. Ein weiteres tolles Naturschauspiel! 

Ich wandere aus der Schlucht und gehe dann durch den Wald oberhalb von Blumberg, wo ich noch einmal eine richtig große Tanne sehe. 

Auch heute hat es in den Tälern gefroren, aber bald scheint die Sonne wieder aus einem wolkenlosen Himmel und erwärmt das Land.

Es geht durch den Buchenwald am Buchberg, und bald danach verlasse ich den Schluchtensteig endgültig und folge ab jetzt grob dem Querweg Freiburg- Bodensee.

Ein Pfad führt am Waldrand entlang, oberhalb von Magerrasen mit Wachholder. Aus den Gebüschen ertönt der Gesang der Klappergrasmücke.

Ich überquere eine Straße und gelange in den Buchenwald, wo ich zunächst einem Pfad folge. Bald geht es dann allerdings auf Fahrwege, überwiegend durch die offene Landschaft, wo ich ständig Straßenlärm höre und schließlich Randen erreiche.

Hinter dem Ort springt ein kleiner, brauner Frosch über den Asphalt. Kann das sein, dass hier die Entwicklung vom Laich zum fertigen Frosch schon abgeschlossen ist?

Im Wald weiche ich vom NST ab, da ich den Schlenker nach Riedöschingen vermeiden will. Bald gelange ich in die offene Flur, wo es runter zu einer Straße und dann hoch zum Waldrand geht. Hier treffe ich dann auch den NST wieder. Auf einem Wirtschaftsweg geht es durch alten, dichten Fichten -Tannenwald.

Dann folge ich einem krass Grasweg am Waldrand entlang, wo sich tolle Aussichten über Tengen, die vulkanischen Bergkuppen der Umgebung bis hin zur Burg Hohenstoffeln, mit einem doppelten Hügel, meinem heutigen Ziel ergeben.

Am Waldrand entlang geht es zu einer Straße, wo eine Freiflächensolaranlage steht. Kurz danach wandere ich in den Wald. Auf einem Grasweg ziehe ich meine Schuhe aus, und laufe eine Strecke barfuß. Das tut gut und ist bestimmt auch nicht schlecht zur Kräftigung der Füße. Man sollte so etwas viel öfter machen!

Ich folge dann lange dem Alten Postweg, der über einen Höhenrücken führt, und fantastische Ausblicke zu den Vulkankegeln des Hegau bis zum Bodensee bietet. Leider ist das Licht jetzt um die Mittagszeit etwas grell. Daher sind die Schweizer Alpen kaum auszumachen, aber ich kann mir vorstellen, dass das hier bei klarem Wetter ein wundervolles Panorama ist. In der Nähe der Napoleon Hütte laufen viele Leute in Tracht herum, offenbar Angehörige einer Musikkapelle.

Auf dem schönen Weg sind etliche Leute unterwegs mit Fahrrädern und auch zu Fuß, an vielen Stellen gibt es Sitzgelegenheiten um die Aussicht zu genießen. Schließlich verlasse ich den Freiburg-Bodensee Weg, der einen Schwenk nach Engen macht, und laufe direkt zum Hohenheven, einem Vulkankegel mit Burg. 

Meist laufe ich auf asphaltierten Feldwegen. Bei zwei Höfen ist kein Mensch zu sehen, aber bei einem Gut unterhalb des Bergs sehe ich eine Frau auf dem Balkon und rufe ihr zu, ob ich Wasser haben kann. Tatsächlich kommt sie dann mit anderthalb Litern, die ich dringend nötig habe, da es hier ansonsten nirgendwo Wasser gibt. Ein relativ steiler Aufstieg führt mich zur Burg Hoheneven. Hier sind einige Leute unterwegs, da man einen Turm besteigen kann. Allerdings ist die Aussicht nicht gerade berauschend. Was mir viel mehr gefällt, sind die Schwalbenschwänze, die hier durch die Luft fliegen. Diese schönen Schmetterlinge lieben solche erhöhten Punkte für ihre Hochzeitsflüge. Es blühen bereits Schöllkraut, Wiesenstorchschnabel und Salbei. 

Ich folge dann einem Pfad bergab im Wald, wo die Kuckucke rufen und der Waldmeister blüht. Am Waldrand verlasse ich wieder den NST, der hier einen Schlenker nach Welschingen macht und nehme stattdessen eine direktere Route in Richtung der Ruine Hohenstoffeln. Es geht durch traumhafte Trockenrasen, wo es summt und zirpt und schon allerhand blüht. Außerdem wachsen hier jede Menge Sträucher, von Weißdorn bis zum Schneeball. 

Am Mühlbach fülle ich mir meinen Wassersack mit 2 l auf, zum ersten Mal auf dieser Wanderung! Der Bach fließt nicht nur durch Wald, daher fülle ich mir hier nur ungern mein Wasser ab. Aber der Liter den ich noch habe, ist bei der Wärme definitiv zu wenig. Hier an der Straße werden schon die ersten Wiesen gemäht. Bald geht es aber wieder in den schattigen Laubwald, wo ich schon früh unter Douglasien, die von Buchen umgeben sind, mein Freiluftlager aufschlage. Zum ersten Mal auf dieser Wanderung, schwirren hier einige Mücken umher. Es ist auch abends hier auf 530 m Höhe ziemlich mild. Eigentlich hatte ich vorgehabt, bei der Ruine Hohenstoffeln zu lagern, aber ich fürchte, dass dort an diesem schönen Samstag noch lange viel los ist. 

Die Mücken verschwinden erst, als es richtig dunkel ist und langsam kälter wird. Später höre ich dann noch Laubfrösche rufen, seit vielen Jahren das erste Mal wieder für mich!


















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