Donnerstag, 16. April 2026

WdH 68 Von Karlsruhe nach Bad Herrenalb

 



Mi, 15.4.2026


WdH 68: Von Karlsruhe nach Bad Herrenalb 


9:54 h, 32,5 km, 450 hm Aufstieg, 94 hm Abstieg 


Zusammenfassung: Nach der eintägigen Pause bei meiner Freundin Anke in Stuttgart, fahre ich mit der Bahn zurück nach Karlsruhe. Ich bin schwer bepackt, da ich meinen kleinen Rucksack gegen ein 95 l Modell getauscht habe, das mit Essen für 13 Tage gepackt ist. Grund dafür ist, dass ich für eine größere Unternehmung später im Sommer, wo ich wochenlang ohne Verpflegungsnachschub unterwegs sein will, ein wenig trainieren will. 

Es dauert nicht lange, dann erscheint meine alte Freundin Katrin aus Marburg am Bahnhof, die extra hierhergekommen ist, um mit mir heute zusammen zu wandern. Wir wandern auf dem Albsteig das Tal des kleinen Flüsschen aufwärts, den ich ja schon vorgestern kennengelernt hatte. Wir lassen es langsam angehen, essen Zitronenkuchen und kehren ein. Natürlich unterhalten wir uns auch viel, unter anderem auch darüber, dass es mit dem ständigen, materiellen Wirtschaftswachstum nicht so weitergehen kann, weil die Ressourcen der Erde natürlich nicht unendlich sind. Allerdings beruhen ja unsere ganzen Systeme, ob in der Wirtschaft oder im Sozialem eben genau auf diesem ständigen Wirtschaftswachstum. Ein großes Dilemma! 

Wir beide glauben nicht daran, dass staatliche Rationierung, wie von manchen vorgeschlagen, eine sinnvolle Lösung ist, nicht zuletzt weil wir uns nicht vorstellen können, dass das die Bevölkerung mitträgt. Das Einzige, was mir halbwegs möglich erscheint, ist das Wirtschaftswachstum so weit wie möglich vom Ressourcenverbrauch abzukoppeln, vor allem durch eine Kreislaufwirtschaft, was natürlich durch entsprechende, staatliche Lenkung gefördert werden muss. Schon jetzt geschieht ja ein großer Teil des Wirtschaftswachstums im Dienstleistungsbereich. Dieser Trend muss sich noch erheblich verstärken. Banale Beispiele sind Reparieren statt neu produzieren und sich ein Auto leihen wenn man es braucht aber ohne es zu besitzen. Klar ist jedenfalls, dass es viele Schritte in diese Richtung braucht und das nicht einfach ist!

Hinter Ettlingen gelangen wir langsam in den Schwarzwald, wo ich mich besonders über die nun häufigen Weißtannen freue.  In Bad Herrenalb nehmen wir Abschied und ich wandere weiter im Tal, was jetzt abseits von Straßen zunehmend wilder wird und schlage schließlich mein Cowboycamp im Wald oberhalb des Bachs auf. 


Nach einem erholsamen Tag zu Hause mit viel Essen, fahre ich mit der Bahn zurück nach Karlsruhe. Bei meiner Ausrüstung ist jetzt einiges anders: Die Schuhe habe ich nach über 2700 Kilometern ausgetauscht und jetzt habe ich auch einen anderen Rucksack dabei. Da ich im Sommer etwas Größeres vorhabe, wobei ich Proviant für Wochen tragen muss, starte ich jetzt mit einem 95 l Rucksack, statt 40 l wie bisher. Darin habe ich Proviant für 13 Tage verstaut, was ein Startgewicht von 22,6 kg für mich ergibt, ein ganz schöner Unterschied zu max. 10 kg wie bisher. Ich bin gespannt, wie ich damit zurecht komme. Natürlich bin ich auch schon häufig mit noch höherem Gewicht gelaufen, auch letztes Jahr in Argentinien teilweise oder 2024 in Namibia. Dennoch ist klar, dass mich das Gewicht langsamer machen wird. Werde ich trotzdem noch gut vorankommen?

Nach kurzer Wartezeit erscheint meine alte Freundin Katrin aus Marburg, die extra hierher gekommen ist, um heute mit mir zu wandern. Ich laufe jetzt erst mal nicht auf dem NST weiter, stattdessen folgen wir heute den ganzen Tag dem Albsteig, der dem Bach, den ich ja schon von vorgestern kenne, in den Schwarzwald folgt. Schon nach recht kurzer Zeit lassen wir die Stadt hinter uns und laufen durch die Rüppur Wiesen, wo wir zwei Weißstörche sehen. Bald geht es längere Zeit durch Ettlingen, wo heute Markttag ist. Wir lassen es langsam angehen und machen öfter Pause, wobei wir unter anderem von Katrin selbst gebackenen Zitronenkuchen genießen. Das ist mir auch sehr recht, da sich mein Rucksack tonnenschwer anfühlt. Wir unterhalten uns die ganze Zeit intensiv, unter anderem auch darüber, dass es mit dem ständigen, materiellen Wirtschaftswachstum nicht so weitergehen kann, weil die Ressourcen der Erde natürlich nicht unendlich sind. Allerdings beruhen ja unsere ganzen Systeme ob in der Wirtschaft oder im Sozialem eben genau auf diesem ständigen Wirtschaftswachstum. Ein großes Dilemma! 

Wir beide glauben nicht daran, dass staatliche Rationierung, wie von manchen vorgeschlagen, eine sinnvolle Lösung ist, nicht zuletzt weil wir uns nicht vorstellen können, dass das die Bevölkerung mitträgt. Das Einzige, was mir halbwegs möglich erscheint, ist das Wirtschaftswachstum so weit wie möglich vom Ressourcenverbrauch abzukoppeln, vor allem durch eine Kreislaufwirtschaft, was natürlich durch entsprechende, staatliche Lenkung gefördert werden muss. Schon jetzt geschieht ja ein großer Teil des Wirtschaftswachstums im Dienstleistungsbereich. Dieser Trend muss sich noch erheblich verstärken. Banale Beispiele sind Reparieren statt neu produzieren und sich ein Auto leihen wenn man es braucht aber ohne es zu besitzen. Klar ist jedenfalls, dass es viele Schritte in diese Richtung braucht und das nicht einfach ist!

Hinter Ettlingen laufen wir langsam ansteigend meist im Wald und es wird zunehmend „schwarzwaldig“  Besonders gefallen mir die vielen Weißtannen mit ihren dunklen Nadeln und den grauen Stämmen. Einmal passieren wir sogar einen recht urig wirkenden Bannwald, wie die Naturwälder in Baden-Württemberg heißen, der schon 1998 ausgewiesen wurde. Im Talgrund blühen die Sumpfdotterblumen schön. 

In Marxzell kehren wir ein und trinken draußen alkoholfreies Weizen. Schließlich erreichen wir Bad Herrenalb wo Katrin sich in die Bahn setzt und ich alleine weiter laufe. Während bisher stets eine Straße im Tal verlief, wird es jetzt ruhig als ich einem Forstweg am Talrand folge. Tafeln erklären einiges zum Tal, unter anderem auch, dass die Wiesen früher bewässert wurden. Weiter oberhalb wird das Tal richtig wild mit viel Totholz und einem schon fast urwaldartigen Wald aus Buchen, Fichten und Tannen mit etlichen, stattlichen Bäumen. Schließlich wandere ich querfeldein aus dem Tal und schlage mein Cowboycamp im Bergmischwald auf, wo Bäume verschiedener Größe und unterschiedlichen Alters nebeneinander wachsen. 






















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