Mo, 6.4.2026
WdH 60: Von Rathsweiler nach Callbach
12:19 h, 47,1 km, 1307 hm Aufstieg, 1311 hm Abstieg
Zusammenfassung: Mit Mond unter– und Sonnenaufgang beginnt ein wunderschöner Ostermontag. Überall beobachte ich Damwild in Rudeln um die 20 Stück. Auch mächtige Hirsche sind dabei. Oberhalb von Niederalben gelange ich in das Naturschutzgebiet Mittags Fels, wo auf dem dunklen Vulkangestein eine spezielle Vegetation gedeiht. Hier sehe ich sogar noch eine blühende Küchenschelle! Oberhalb von Glanbrücken erlebe ich dann eine Überraschung, als ich Axel treffe, der mich kennt! Er verfolgt meinen Weg seit Beginn im Internet. Irgendwann verlasse ich den Veldenzwanderweg und folge jetzt dem Pfälzer Höhenweg. Während man aus den Tälern jeweils relativ steil aussteigen muss, läuft man dann auf den aussichtsreichen Höhen relativ flach, meist durch offene Flur. Auch an diesem schönen Tag sind kaum Menschen unterwegs. Allerdings unterhalte ich mich mit einem Paar, das sagt, dass sie sich an die Windräder gewöhnt haben, aber nicht verstehen, warum man die Paneele eines Solarparks nicht so anbringt, dass die Flächen noch landwirtschaftlich nutzbar sind. Der Mann fährt einen Smart, der 330.000 km auf dem Tacho hat. Alle Achtung, oft ist die lange Nutzung auch die nachhaltigste Nutzung! Schließlich laufe ich durch Meisenheim mit seiner sehenswerten Altstadt, passiere Callbach und finde schließlich ein ruhiges Plätzchen für mein Cowboycamp im Wald.
Der Morgen beginnt wunderschön mit dem Monduntergang und dem Sonnenaufgang. Dabei ist es ziemlich kalt und auf den Wiesen hat es gefroren. Bald gelange ich aus dem Wald in die offene Landschaft, mit Wiesenstreifen und Gebüschen. Hier wimmelt es von Damwild. Einige Male sehe ich Rudel von um die 20 Tieren. Es sind auch Hirsche mit mächtigem Geweih immer dabei. Dagegen beobachte ich nur ein Reh aus nächster Nähe einige Meter entfernt am Waldrand. Schließlich geht es abwärts ins Steinalp Tal zur Christophelsmühle, wo man sich eine Töpferwerkstatt anschauen kann.
Schließlich erreiche ich Niederalben und steige steil hoch in das Naturschutzgebiet Mittagsfels. Auf den dunklen Vulkanfelsen wächst hier eine vielfältige Vegetation mit Schlehen, Felsenbirnen, Wolfsmilch und so weiter. Ich entdecke sogar eine lila blühende Küchenschelle. Es gibt etliche Aussichten in die wunderschöne Umgebung zu genießen an diesem herrlichen Morgen. Toll, so macht wandern richtig Spaß! Die gelben und weißen Blüten im Licht des frühen Morgens sind ein wahrer Traum.
Auch hier beobachte ich noch einmal Damwild.
Weiter geht es in einer abwechslungsreichen Mischung aus Wald und offenen Flächen, teilweise auf unbefestigten Wegen nach Glanbrücken. Oberhalb des Ortes begrüßt mich Axel mit den Worten. „Ich verfolge dich schon von Anfang an“. Tatsächlich hat er mich in einem Podcast gehört und schaut sich meine Berichte seit Beginn der Wanderung im Februar an. Welch Überraschung!
Weiter geht es erst im Wald, dann auf Graswegen über aussichtsreiche Höhen nach Nerzweiler.
Als ich im Wald wieder aufsteige, raschelt es vor mir und ich sehe eine fette Rötelmaus, die sich sogar fotografieren lässt. Auch weiterhin bleibt der Veldenzwanderweg sehr abwechslungsreich. Die erste Blindschleiche des Frühjahrs die ich sehe, ist leider überfahren worden. Die weiten Aussichten hier sind tatsächlich sehr schön. Allerdings ist ausser den allgegenwärtigen Windrädern an einer Stelle ein riesiger Solarpark auf einem Hügel zu sehen. Muss sowas wirklich in die freie Landschaft gestellt werden? Haben wir nicht genügend Hausdächer, die günstig zur Sonne stehen?
Schließlich verlasse ich den Veldenzwanderweg, der mir gut gefallen hat, und wandere ab jetzt auf dem Pfälzer Höhenweg weiter. Der NST folgt hier noch dem Veldenzwanderweg, der hier eine große Kurve macht, um dann nochmals auf den Pfälzer Höhenweg zu stoßen.
Während ich über die Höhen wandere, unterhalte ich mich mit einem Paar, das auf Sonntagsspaziergang ist und mich anspricht. Die beiden meinen, dass man hier normalerweise selbst auf dem Pfälzer Höhenweg niemand trifft, und sind überrascht, mir heute zu begegnen. Sie erzählen das es Bürgerinitiativen gegen Windräder hier gibt, die zum Teil Standorte verhindert haben. Sie selber hätten sich inzwischen an die Windräder gewöhnt und würden die auch in Fotos integrieren. Zu dem großen Solarpark sagen sie, dass sie sich wundern, dass die Paneele nicht in einer solchen Höhe aufgebaut werden, dass man mit landwirtschaftlichen Maschinen noch hindurch fahren kann, umso die Flächen zu nutzen. Denn eigentlich sei das bestes Ackerland gewesen, wo der riesige Solarpark steht, den ich gesehen habe. Da sich in der Nähe etliche Windräder nicht bewegen, obwohl Wind geht, sagt der Mann, dass wir ein Speicherproblem bei der Windkraft haben. Ich entgegne, dass dies wohl nur vorübergehend ist, da die Entwicklung im Bereich der Batterie Speicher rapide ist. Er stimmt mir zu und glaubt auch, dass wir demnächst den „überschüssigen“ Windstrom speichern können.
Ansonsten haben die beiden zwar auch keine Zweifel daran, dass in nicht allzu ferner Zukunft alle Autos mit Elektroantrieb fahren, allerdings erzählt der Mann, dass sein Smart inzwischen 330.000 km auf dem Tacho hat! Oft ist tatsächlich die lange Nutzung auch die nachhaltigste.
Ich steige nach Lohnweiler ab und folge dem Lautertal an einer Bahnlinie weiter.
Schließlich gelange ich nach Lauterecken, einem größeren Ort, wo die Lauter in die Glan mündet. Über Treppen steige ich aus dem Tal und laufe bald längere Zeit im Wald. Ich kann mich gar nicht satt genug sehen, an dem frischen Bodengrün aus Perlgras und auch Buschwindröschen im Laubwald. An einem Steinbruch vorbei geht es schließlich aus dem Wald und ich laufe auf Graswegen an einem Modellflugplatz vorbei.
Sobald man hier aus den Tälern auf die Höhen gekommen ist, ist das Terrain stets relativ flach. Ich laufe auf einer Mischung aus Asphalt, Schotter und Graswegen, dieser stete Wechsel ist eigentlich ganz schön. Obwohl heute traumhaftes Wetter herrscht und die Wege hier einfach zu begehen sind, treffe ich niemanden. Schließlich steige ich in die Umgebung von Meisenheim ab.
Meisenheim ist ein nettes Städtchen mit einer schönen Altstadt, wo die Menschen am Marktplatz in der Sonne sitzen und Eis essen. Am Brunnen fülle ich mir Wasser ab, überquere die Glan und habe die Stadt bald hinter mir gelassen.
Bald geht es runter ins Tal bei Callbach, aber bevor ich den Ort erreiche, macht der Weg noch einen Schlenker in die Hänge, wo es Trockenmauern gibt, die auf die frühere Bewirtschaftung hinweisen. Hinter Callbach geht es erst mal ziemlich bergauf in die Feldflur. Dann führt mich ein Pfad durch ehemaligen Mittelwald, wo man statt wie im Niederwald alles kahlzuschlagen, einige Eichen als zukünftiges Bauholz früher hat stehen lassen. Ich passiere zwei Windräder und finde ein Plätzchen für mein Cowboycamp im Laubwald an Douglasien angrenzend. Während langsam die Abenddämmerung beginnt, esse ich und erledige meine „Hausarbeiten“.

























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