Mi, 4.3.2026
WdH 27: Von Vaake nach Weimar
11:03 h, 46,6 km, 914 hm Aufstieg, 855 hm Abstieg
Zusammenfassung: In der Nacht finde ich zunächst keinen Schlaf, da ein Tier in der Nähe raschelt. Auch nachdem ich mit der Stirnlampe leuchte, ist lediglich für 5 Minuten Ruhe. Wahrscheinlich kann ein neugieriges Reh nicht so richtig etwas mit mir anfangen. Später in der Nacht höre ich noch das Grunzen von Wildschweinen ganz in der Nähe. Gegen Morgen ruft der winzige Sperlingskauz. Außerdem hatte ich abends in der Dämmerung, die erste Fledermaus des Jahres gesehen.
Am Morgen geht es zunächst weiter durch den Wald, wo ich vier Wildschweine beobachte, die ersten dieser Wanderung! Bei der Tillyschanze, oberhalb von Hannoversch Münden, endet der Weserbergland Weg. Ab jetzt folge ich dem Märchenlandweg. Ich passiere die größte Hainbuche, die ich je gesehen habe, und gelange schließlich aus dem Wald an die Fulda, über der noch der Nebel hängt. Ab jetzt laufe ich sehr viel auf asphaltierten Feldwegen und lange durch große Orte, wie Immenhausen. Erst am Nachmittag wird der Weg wieder schöner. An einem sonnigen Waldrand sehe ich das erste Tagpfauenauge und einige Elsbeeren . Von einem offenen Plateau schweift mein Blick zu den Kämmen von Dörnberg und Habichtswald. Schließlich schlage ich in einem alten Buchenwald mein Freiluftlager auf. Inzwischen habe ich den Märchenlandweg verlassen und folge dem Kasselsteig.
Obwohl ich müde bin, komme ich in der Nacht erst mal nicht zur Ruhe. Lange Zeit raschelt ein Tier in meiner Nähe durchs Laub. Auch als ich aufstehe und mit der Taschenlampe leuchte, ist es nach einiger Zeit wieder da, wahrscheinlich ein Reh. Später ist eine Gruppe Wildschweine in der Nähe, deren Grunzen ich deutlich höre. Außerdem sehe ich die erste Fledermaus des Jahres in der hellen Mondnacht fliegen, diese stört mich allerdings nicht! Neben dem allgegenwärtigen Waldkauz, höre ich gegen morgen auch noch das Trillern eines winzigen Sperlingkauzes.
Noch in der Morgendämmerung breche ich wieder auf und laufe bald auf einem Forstweg durch den Wald. Vier Wildschweine überqueren vor mir den Weg und verschwinden in einem jungen Buchenwald.
Ein unbefestigter Weg führt zunächst abwechslungsreich durch den Wald und dann am Waldrand entlang. Die Sonne geht über dem Dunst als orange Kugel auf. Auf einer Kanzel sitzen zwei schnatternde Gänse.
Weiter geht es in den Wald, der recht abwechslungsreich ist. Leider sind die Erdwege, auf denen ich hier laufe, zum Teil ziemlich zerfahren.
Schließlich erreiche ich die Waldgaststätte Tilly Schanze mit Aussichtsturm über Hannover Münden, wo der Weserbergland Weg nach 225 km endet. Ich fand den Weg insgesamt ziemlich gut, obwohl ich ja nur einen Teil gelaufen bin.
Ab hier folge ich dem M des Märchenlandweges, der schon eine Zeit lang deckungsgleich mit dem Weserberglandweg war. Bald fülle ich meine Flasche an der gefassten Katerquelle auf.
Ein unbefestigte Erdweg führt mich durch schönen alten Buchenwald oberhalb der Fulda. Einem Fahrweg folge ich dann lange bergab. Unterwegs komme ich an der gigantischsten Hainbuche vorbei, die ich je gesehen habe, mit weit über einem Meter Durchmesser, unheimlich eindrucksvoll!
Schließlich gelange ich an die Fulda, über der noch der Nebel hängt. Ein asphaltierter Radweg führt mich nach Wilhelmshausen. Ein ganzes Stück hinter dem Ort wende ich mich vom Fluss ab und laufe durch eine ausgeräumte, monotone Feldflur. An einer alten Mühle verteidigt ein aggressiver, zähnefletschender Hund sein Territorium, glücklicherweise hinter einem Zaun.
Ein asphaltierten Feldweg führt mich durch die abwechslungsreiche, hügelige Kulturlandschaft nach Knickhagen. Weiter geht es hinter dem Ort auf einem asphaltierten Feldweg. In den Erlen am Bach stehen rote Rinder. Ein neuer, straßenähnlicher Radweg mit Seitenstreifen führt mich bergauf durch die Hügel. Müssen Radwege wirklich 3 m breit sein?
Die Goldammern singen, langsam setzt sich die Sonne durch und der blaue Himmel erscheint über der Nebelglocke.
Dann laufe ich länger durch den Ort Holzhausen. Hier hängen die Plakate für die Kommunalwahl Mitte des Monats. Leider alle völlig uninspirierend!
Am Ortsrand angekommen, ruft mich Thomas Stillbauer von der Frankfurter Rundschau an, mit dem ich ein Telefoninterview über meine bisherige Wanderung führe. Weiter geht es in den Wald. Eine Frau, wahrscheinlich in meinem Alter, kommt mir entgegen und spricht mich an, ob ich denn ein richtiger Wanderer sei. Im Gespräch stellt sich heraus, dass sie sehr gerne zu Fuß unterwegs ist und auch draußen im Wald übernachtet. Angst vor Wildschweinen kennt sie nicht! Allerdings erzählt sie von einer etwas merkwürdigen Begebenheit, wo sie in einer Waldhütte übernachtet hat und dann mitten in der Nacht jemand rein kam und sagte, er hätte sich vor den Wildschweinen in die Hütte geflüchtet, ob sie sie nicht gehört hätte. In dem weiteren Gespräch mit dem Mann stellte sich heraus, dass er glaubt, von einem bösen Geist besessen zu sein. Eine etwas merkwürdige Begegnung, die meiner Gesprächspartnerin aber keine Angst eingejagt hat!
Bald gelange ich aus dem abwechslungsreichen Wald und folge noch ein Stück dem Waldrand.
Durch die Felder erreiche ich schließlich die Kleinstadt Immenhausen, durch die ich ziemlich lange laufe. Jetzt gegen Mittag ist es so sonnig und warm, dass ich im T-Shirt laufe.
Weiter geht es überwiegend durch Felder, mal wieder auf Asphalt. In Hohenkirchen nehme ich, ebenso wie in Immenhausen, teilweise eine direktere Strecke als der Märchenlandweg. Ich habe einfach keine Lust, länger als notwendig durch die Orte zu laufen. Weiter geht es durch das direkt angrenzende Mönchehof. Wieder auf Asphalt laufe ich aus dem Ort und passiere den kleinen Glockenweiher. Hier gibt es eine Hütte, die zum Vogelbeobachten eingerichtet wurde. Schließlich erreiche ich den Waldrand, von wo mein Blick zurück nach Holzhausen und Mönchehof schweift. Hier geht es in den Wald der Waldruhe Schäferberg, wo man sich bestatten lassen kann. In diesem Laubwald aus Buchen Eichen und Hainbuchen, tragen viele Bäume Schilder. Darauf stehen Nummern, sowie die Namen von Bestatteten, beziehungsweise die Besitzer des Begräbnisplatzes.
Ich laufe durch die Siedlung Schäferberg und überquere die verkehrsreiche B 7. Danach folge ich dem Kasselsteig, der schon eine ganze Zeit parallel zum Märchenlandweg verlaufen war. Von einem Wanderparkplatz geht es am Waldrand entlang der Bundesstraße weiter. Während sich ein Asphaltweg von der Bundesstraße im Feld entfernt, sehe ich unter mir bereits die Großstadt Kassel. Ein kurzes Stück folge ich dann einem Pfad durch den Wald, abwärts an einer mächtigen Eiche vorbei.
EinPfad führt mich dann am Ortsrand von Heckershausen entlang. An einem Sportplatz vorbei, geht es dann auf einem weiteren Pfad wieder in den Wald. Anschließend laufe ich längere Zeit am sonnigen Waldrand entlang, wo ich das erste Tagpfauenauge des Jahres sehe. Auf einem schmalen Fußweg geht es dann weiter im Wald in der Nähe des Waldrands. Hier wachsen Buchen und Eichen, aber ich entdecke auch einige der seltenen Elsbeeren. Weiter geht es dann durch die Felder am Rand von Kammerberg. Vor mir sehe ich den Dörnberg mit seinem Plateau und den flachen Kamm des Habichtswalds. Teilweise laufe ich hier auf breiten Graswegen. Die von Wäldern umgebene, plateauartige Feld- und Wiesenlandschaft mit vielen Hecken gefällt mir recht gut.
Schließlich verlasse ich den Kassel Steig, der einen großen Bogen um Weimar macht, und laufe direkt zum Wald.
Ich fülle noch einmal an einem Bächlein meine Literflasche mit Wasser auf. Im Wald stoße ich bald wieder auf den Kassesteig, dem ich aufwärts folge. Bald verlasse ich den Weg und schlage in einem alten Buchenwald mein Nachtlager auf.












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