Mi, 8.4.2026
WdH 62: Vom Donnersberg nach Wachenheim
12:14, 47,2 km, 1300 hm Aufstieg, 1524 hm Abstieg
Zusammenfassung: Nach einer Nacht unter den Sternen, steige ich morgens zum Donnersberg auf. Als ich circa 660 m Höhe erreicht habe, kurz vor dem Gipfelplateau, verlasse ich den NST, der hier einen weiten Bogen durch waldfreie Landschaften macht. Stattdessen nehme ich eine eigene Route. Ein schöner Weg führt mich oberhalb des Wildensteiner Tals abwärts. Es gibt hier Vulkanfelsen und steile trockene Hänge. In einer Mischung aus dem Offenland und Wald geht es zur Klosterruine Rosenthal, die heute von einem Verein gepflegt wird. Hinter der A6 folge ich dem Leininger Wanderweg, vorbei an der Burg Alt-Leiningen, in der eine Jugendherberge eingerichtet wurde. Schließlich geht es im Wald steil bergauf. Hier habe ich das Vulkangestein des Donnersbergs verlassen und bin jetzt im Sandstein des Pfälzer Waldes. Dementsprechend hat sich auch die Vegetation geändert. Hier herrschen Kiefern vor, nichtsdestotrotz ist der Wald sehr abwechslungsreich. Schließlich erreiche ich den Pfälzer Waldsteig, der teilweise auf Pfaden verläuft. Bei dem herrlichen Wetter heute sind hier eine ganze Reihe Menschen unterwegs. Irgendwann steige ich ab zu dem netten Wein Städtchen Bad Dürkheim. Durch Weinberge und dann Wald, wandere ich schließlich weiter und schlage später mein Cowboy Camp im Kiefern-Eichenwald auf. Hier im Wald fühle ich mich einfach am wohlsten!
Nach einer ruhigen, erholsamen Nacht bin ich morgens wieder unterwegs, bergauf zum Donnersberg. Eine Tafel erzählt etwas über das Methusalem Projekt des hiesigen Forstamts. Dabei werden einzelne Bäume aus der Nutzung heraus genommen und dürfen wirklich alt werden. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die tatsächlich auch an anderen Orten praktiziert wird, aber meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig. Schon in den neunziger Jahren habe ich von einem alten Förster gelernt: „Der schönste Baum bleibt im Wald“ und genau so sollte es sein, damit auch unsere Nachfahren sich, wenn alles gut geht, noch an wirklich alten Baumgestalten erfreuen können.
Durch den Laubwald steige ich hoch bis auf 660 m und verlasse dann den MST, kurz vor dem Gipfelplateau. Der NST macht hier einen weiten Bogen in Bereiche, wo es gar keinen Wald gibt, stattdessen nehme ich lieber eine Route die mehr im Wald bleibt und dann irgendwann auf den Pfälzer Weinsteig stößt, dem der NST auch folgt.
Ich folge einem Pfad entlang von Felsen auf einem Kamm. An einem schönen Aussichtspunkt lade ich dann erst mal meinen Blogpost von gestern hoch.
Ich folge dann weiter einem Forstweg abwärts. Er verläuft im Hang, oberhalb erstreckt sich ein felsiger Kamm. Unterhalb geht es steil runter zum Wildensteiner Tal. An den Hängen erstreckt sich trockener Eichen- und Buchenwald. Viele Bäume sind abgestorben, wohl während der letzten Dürre. Unten im Tal erfreut das lindgrün wahrscheinlich vor allem der Felsenahorne, mein Auge. Die Hänge hier sind Naturwaldreservat, aber ohnehin kaum nutzbar…
Schließlich verlasse ich den Wald und passiere eine Streuobstwiese mit blühenden Kirsch- und Birnbäumen. Hier höre ich die Geräusche eines Wendehals, das ist ein relativ wenig bekannter Vertreter aus der Familie der Spechte, der solche Lebensräume liebt.
Auf Asphaltwegen erreiche ich Steinbach, überquere dann die A 63 und gelange nach Standenbühl, wo auch ein Jakobsweg verläuft. Hier erklärt eine Tafel, was Schelmenpilger waren. Im Mittelalter als es breiten Schichten der Bevölkerung schlecht ging, zogen arme Männer, als Pilger verkleidet durch die Lande, und erbettelten sich mit diesem Status allerhand Wohltätigkeit bei Klöstern und anderen Einrichtungen. Um diesem Unwesen Einhalt zu gewähren, wurde dann eingeführt, dass sich die Pilger ausweisen müssen, zum Beispiel mit einem Schreiben ihres Pfarrers. Interessante Geschichte, vielleicht sollte ich auch Schelmenpilger werden…
Ich wandere weiter, teilweise auf einem gepflasterten Weg aufwärts durch die Felder, durchquere dann einen Eichenwald und laufe in der offenen Flur weiter zu einem Waldrand. Von hier ergeben sich noch mal tolle Blicke über die Senke zu dem großen Bergmassiv des Donnersbergs. Allerdings gelange ich hier auch an fünf Windrädern vorbei.
Schließlich geht es durch den Wald zum Göllheimer Häuschen, einer ehemaligen Gaststätte. Teilweise auf schmalen Wegen wandere ich dann durch den Wald weiter zum Kloster Rosenthal. Vorher sehe ich am hellichten Morgen einen Rehbock auf dem Acker vor dem Wald, der, als er mich bemerkt, gemächlich die Flucht ergreift. Das ehemalige Kloster, ein gotischer Backsteinbau wird heute von einem Verein gepflegt. Aus dem Turm rufen Falken und zu Füßen, der Ruine liegt ein kleiner Ort. Am Friedhof fülle ich mir Wasser ab, und laufe dann weiter durch schönen Laubwald.
Wie relativ häufig in Rheinland-Pfalz, komme ich an einer Anpflanzung vorbei, wo eine Tafel darüber informiert, „was der Klimawandel hier angerichtet hat“ und erwähnt, welche Baumarten gepflanzt wurden, in diesem Fall Eichen, Linden und Esskastanien. Ich finde eine sehr gute Öffentlichkeitsarbeit!
Ich laufe dann längere Zeit am Rand von Steinborn, bevor es wieder in den Wald geht. Hier habe ich den Vulkan geprägten Bereich um den Donnersberg hinter mir gelassen und bin im Buntsandstein, der für den Pfälzer Wald typisch ist. Dementsprechend wachsen hier jetzt auch überwiegend Kiefern, allerdings mit dichtem Unterwuchs aus jungen Buchen. Eine Mischung, die für weite Teile des Pfälzer Waldes typisch ist.
Schließlich gelange ich aus dem Wald und überquere die A6 bei Wattenheim. Ich folge jetzt dem Leininger Wanderweg LW, der recht abwechslungsreich, teilweise über Pfade führt. Allerdings sind Straßen und Häuser hier nie besonders weit entfernt. In Altleiningen gibt es eine Jugendherberge in der Burg. Ein Stück weit gehe ich in den Ort, wo es einen Brunnen mit 20 Röhren gibt, wo ich mein Wasser auffülle. Bald bin ich wieder auf einem Pfad im Kiefernwald oberhalb des Orts.
Beim Parkplatz Langental gelange ich noch einmal an eine Straße. Ich bin überrascht, wie viele Autos hier stehen. Von hier folge ich dem Leininger Burgenweg durch den Wald aufwärts.
Tatsächlich bekommt man hier schon einen Eindruck davon, was den Pfälzer Wald ausmacht, das größte, geschlossene, deutsche Waldgebiet! Es sind zwar nur ein paar Kilometer von der Hektik weiter unten, aber hier kann man tatsächlich schon die Ruhe spüren, obwohl einige Spaziergänger unterwegs sind. Es dauert nicht lange, dann gelange ich auf den Pfälzer Weinsteig mit seiner roten Markierung, der ich ab jetzt folge. Bald laufe ich ziemlich eben auf schönen Pfaden durch wundervollen Mischwald. Neben den Kiefern gibt es hier auch viele Birken, Lärchen und Esskastanien. Außerdem wachsen überall junge Bäume. Auf den Pfaden hat man den Eindruck wirklich im Wald zu sein, statt nur hindurch zu laufen , sehr schön!
Allerdings geht es dann auch bald in intensiv durchforsteten Wald mit zahlreichen Rückgassen. Ebenso verläuft der Weg dann bald wieder auf einem Fahrweg.
Beim Parkplatz Lindemannsruhe an der Straße ist sehr viel los. Kein Wunder, das Restaurant hat geöffnet und man kann draußen sitzen.
Ein kleines Mädchen, das ein Stück hinter ihrer Familie zurückgeblieben ist, begrüßt mich freundlich mit „Guten Tag“ Offenbar ist hier ein Kind gut erzogen. Ich finde, es ist viel wert, wenn man sich gegenseitig grüßt. Natürlich ist das in einer Millionenstadt nicht unbedingt möglich, aber auf einem Wanderweg, wo die Zahl der Menschen in der Regel übersichtlich ist, ist das einfach eine schöne Geste.
Ein Stückchen weiter am Bismarckturm kann man auch essen und trinken. Kein Wunder, auch dort sind viele Leute.
Von hier geht es ziemlich steil nach unten. Am Gayerbrunnen, der nach einem Forst Professor benannt wurde, der sich schon im 19. Jahrhundert für die Einführung einer naturgemäßen Waldwirtschaft eingesetzt hat, fülle ich noch einmal meine Flasche auf. Weiter unten wachsen hier auch Eichen, die teilweise bereits unscheinbar grün blühen.
Die Esskastanien sind ebenfalls dabei, ihre Blätter zu entfalten. An einem Baumstumpf sehe ich zwei Waldeidechsen, die sich aber leider wieder verkriechen, bevor ich sie fotografieren kann. Von der Kaiser Wilhelm Höhe öffnet sich schon ein Ausblick auf Bad Dürkheim.
Schließlich geht es an einem Steinbruch vorbei, teilweise zwischen Mauern, steil abwärts. Hier blühen schon Schöllkraut und Mondviole.
Die Stadt ist recht schön und natürlich sitzen viele Leute vor den Cafés. Bald laufe ich aus der Stadt durch die Weinberge, wo auch viele Leute unterwegs sind.
Dann folge ich einem Pfad, der sich durch trockenen Kiefern-Eichenwald am Hang entlang windet und schließlich ins Poppental absteigt. Zunächst auf einem Fahrweg, dann auf einem Pfad geht es wieder hoch, bis ich im Kiefern- Eichenwald mein Cowboycamp aufschlage. Im Wald unter den Sternen zu schlafen ist wunderschön und schadet der Natur überhaupt nicht. Wer wirklich etwas für den Wald tun will, sollte mehr Flächen ohne Bewirtschaftung fordern.





















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