Fr, 27.3.2026
WdH 50: Von Schneppenbach nach Herrstein
4:17 h, 14,7 km, 351 hm Aufstieg, 305 hm Abstieg
Zusammenfassung: Als ich nach der frostigen Nacht losgehe, wird mir bald klar, dass etwas nicht stimmt, obwohl ich alle meine Schichten irgendwann trage, werde ich nicht warm und ich schleppe mich nur so dahin. Bald gelange ich auf den Saar-Hunsrück-Steig, der mich durch eine schöne, stille und abwechslungsreiche Landschaft führt. Mir ist klar, dass ich richtig krank bin und nicht weiterlaufen sollte, aber ich habe Glück und finde in Herrstein ein Zimmer bei einem alten Ehepaar, wo ich mich erst mal erholen kann.
Die Nacht war sehr kalt, und es hat sogar hier im Wald kräftig gefroren. Schon als ich aufstehe, merke ich, das ich mich anders fühle als normal. Ich bin schlapp und komme überhaupt nicht in die Gänge. Dennoch gehe ich natürlich los und merke bald, das mir überhaupt nicht warm wird, obwohl ich irgendwann all meine Schichten trage. Klar, es ist ein kalter Morgen, aber das ist sehr ungewöhnlich, dennoch schleppe ich mich dahin. Bald gelange ich wieder an den Hahnenbach, diesmal auch unmittelbar an das Gewässer. Es wird von Wiesen begleitet, die in den Wald engebettet sind und teilweise ragen bizarre Felsen auf. Bald verlasse ich den Soonwaldsteig und folge ab jetzt dem Saar -Hunsrück- Steig. Dieser führt durch eine abwechslungsreiche Mischung aus Wald und offenen Landschaften. Obwohl der Hunsrück ja für seine vielen Windräder bekannt ist, stört hier keine Windkraftanlage den Blick. Es ist wirklich ruhig und schön hier. Das Gras ist noch von Schnee leicht überzuckert. Bald erreiche ich Sonnschied und setze meinen Weg fort. Der Wald ist oft ehemaliger Niederwald. Die Eichen sind hier nicht aus den Eichelfrüchten gewachsen, sondern sind wieder ausgeschlagen nachdem man sie gefällt hat. Obwohl diese Praxis spätestens in den sechziger Jahren eingestellt wurde, sieht man das den Bäumen auch heute noch an. Bald wird mir klar, dass ich richtig krank bin und ich überlege was meine Optionen sind. In Idar-Oberstein gibt es natürlich viele Unterkünfte, aber da müsste ich den ganzen Tag noch laufen und das wäre wahrscheinlich keine gute Idee. Herrstein ist der nächstgelegene Ort, aber im Internet sehe ich zunächst wenig Unterkünfte. Ferienwohnungen werden in der Regel nur für mindestens zwei Tage vermietet. Ich telefoniere mit meiner Freundin Anke und sie ist so lieb etwas für mich rauszusuchen. Tatsächlich rufe ich dann bei der Unterkunft an, erreiche aber niemand. Schließlich steige ich nach Herrenstein ab, ein mittelalterliche Ort, umgeben von einer Stadtmauer, mit vielen Fachwerkhäusern und Schieferdächern. Ein Mann spricht mich gleich an, ob es mir denn hier gefällt, ich antworte, ich bin doch gerade erst angekommen, das kann ich noch nicht so richtig sagen aber bestimmt ist das ein sehr hübscher Ort. Ich frage ihn dann was es hier für Übernachtungsmöglichkeiten gibt und er verweist mich auf die Zehntscheune. Mein Herz hüpft, als ich dort die Tür offen stehen sehe. Leider ist nur jemand da, der mir keine definitive Auskunft geben kann, ob ein Zimmer frei ist. Selbst als sie jemand anders anruft, klärt sich das nicht. Allerdings hat sie einen Tipp: Ein paar Häuser weiter klingele ich bei dem betagten Ehepaar Hansen. Tatsächlich wird mir gleich aufgemacht und die beiden gut über 80-jährigen zeigen mir ein schönes Zimmer, wo ich mich endlich erholen kann. Schon bald falle ich ins Bett und verbringe die Zeit dösend und schlafend. Mir ist klar, dass ich Fieber habe und hoffe, dass es mir morgen wieder besser geht.















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