So, 8.2.2026
Wandertag 4
Von Carpin nach Dambeck
8:10h, 36,6 km, 289 hm Aufstieg, 295 hm Abstieg
Beim ausgezeichneten, sehr reichhaltigen Frühstück unterhalte ich mich ein wenig mit dem Wirt. Er stammt eigentlich aus dem Erzgebirge, ist aber schon vor der Wende hierher gekommen , hat die ehemalige Konsumgaststätte gekauft und renoviert. Zur Zeit ist wenig los bis auf einige Monteure. Da er allerdings zusätzlich noch ein Catering betreibt, kommt er über die Runden. Ich frage ihn, ob er jemals bereut hat, die Gaststätte übernommen zu haben. Daraufhin antwortet er, dass er schon ziemlich angebunden sei, was den Betrieb angeht, aber es ansonsten für ihn passt.
Ich verabschiede mich von dem Wirt Matthias Schreyer mit Händedruck, nachdem ich relativ wenig bezahlt habe. Jetzt um sieben wird es schon langsam hell. Ich folge der Straße durch den Ort bis zum Beginn des Müritz Nationalparks und biege dann auf einen breiten Fußweg ab, der durch abwechslungsreichen Wald führt. Es hat leicht gefroren, so dass Schnee und Eis ziemlich griffig sind, was das Vorankommen erleichtert.
Weiter geht es durch den Wald, auf einem Fahrweg, vorbei an einem See, der wahrscheinlich durch einen Biber Staudamm entstanden ist. Zahlreiche abgebrochene Bäume ragen hier aus dem Eis. Leider sind die Informationstafeln entlang des Weges alle von Schnee und Eis überzogen, so dass sie nicht lesbar sind. Der Weg führt weiter durch sehr schöne alte Wälder aus Buchen mit einigen Eichen, die typisch für den Serrahner Teil des Müritz Nationalparks sind.
Bald erreiche ich das fünf Häuser Örtchen Serrahn, mitten im Nationalpark, der Infopunkt ist hier allerdings erst ab April geöffnet.
Weiter geht es durch die hügeligen Wälder, in denen es außer Buchen auch einige Fichten, Tannen und Douglasien gibt. Bald ist der Wald aber wieder von Kiefern bestimmt unter denen grüne Heidelbeersträucher wachsen und junge Eichen, die ihre braunen Blätter noch tragen. Auf breiten Fußwegen geht es weiter durch die märchenhaft schönen, alten Kiefernwälder des Nationalparks. Schließlich verlasse ich den Nationalpark und wandere auf Fahrwegen weiter durch abwechslungsreiche Wälder. Es ist heute Morgen freundlicher als die letzten drei Tage und ab und zu zeigt sich sogar die Sonne und ein kleines Stückchen blauer Himmel.
Schließlich erreiche ich den Rand der Kreisstadt Neustrelitz, wo zwei große Plattenbauten stehen. Fahrwege führen mich durch den Kiefernwald am Ortsrand entlang. Schließlich laufe ich etwa 2 km durch die Straßen der Stadt und helfe jemanden seinen schweren Karren über eine Bürgersteigkante zu schieben. Ich gelange zum Tiergarten und komme dort wieder auf einen Fahrweg. Während der Naturpark Weg bisher recht gut markiert war, ist von einer Beschilderung in Neustrelitz nichts mehr zu erkennen. Da der Naturparkweg in einem weiten Bogen um den Tiergarten herum zurück ins Stadtzentrum führt, beschließe ich, einen direkten Weg zu nehmen und ein Stück abzukürzen. Während auf der linken Seite eine große Kleingartenanlage liegt, grenzt rechts an den Weg ein Wald mit dicken alten Eichen an. Ein kurzes Stück folge ich einem Pfad, der mich zur Useriner Straße bringt, wo ich einem von der EU geförderten Radweg einen Kilometer weit folge. Bald gelange ich wieder auf den Naturpark Weg. Hier in der Umgebung von Neustrelitz gibt es einige weitere Rundwege, die meist nach ehemaligen Größen des früheren Herzogtums benannt sind. Durch eine halb offene Landschaft wandere ich ein kleines Stück bis ich wieder an die Useriner Straße gelange, der ich ein Stück folge und dann auf einen Fahrweg abbiege. Mir begegnet ein Paar, das mit seinem Hund einen Spaziergang macht. Der Weg führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, wo sich Wiesen und Gehölze abwechseln. Besonders imposant sind einige mächtige Flatterulmen, die mit ihren Brettwurzeln ein wenig an Regenwaldbäume erinnern.
Ein asphaltierter Weg führt mich nach Prälank Kalkofen, wo ich in einer Bushaltestelle meine Mittagspause einlege und 200 g Mandelschokolade esse. Das Landhotel hier hat bis März geschlossen. Ein Fahrweg führt mich meist durch Laubwald zu den wenigen Häusern von Prälank Siedlung. Kurz danach nehme ich einen Pfad, der nach Prälank führt. Von dort führt mich ein Fahrweg wieder in die weiten Kiefernwälder des Müritz Nationalparks. Hier liegt mehr Schnee, und es ist auch deutlich kälter als noch heute Morgen. Außerdem ist es wieder grau. Obwohl der Weg der Verbindung nach Langenhagen dient, begegnet mir nur ein Auto. Die Erhebungen hier sind Sanddünen, die durch die Kiefern festgelegt wurden. Schließlich erreiche ich Langhagen ein weiteres winziges Nest, das über keinen wirklichen Straßenanschluss verfügt. in der unmittelbaren Umgebung sehe ich eine ganze Reihe weibliche Damhirsche. Weiter geht es auf einem Fahrweg durch die riesigen Wälder. Dies ist ein öffentlicher Weg. An manchen Stellen gibt es Abstellplätze für Fahrzeuge, wo allerdings Schilder signalisieren, dass man hier nicht übernachten darf. Am Kleinen Bodensee sind zwei Autos geparkt und sechs Leute befinden sich in einiger Entfernung auf dem Eis. Bald folge ich einen Fußweg an der Nationalpark Grenze, zu dessen linker Seite es ein eingezäuntes Gelände mit einigen Unterständen gibt, was wahrscheinlich im Sommer als eine Art von Campingplatz dient. Ein Stück weit führt der Pfad hier oberhalb einer Bahnlinie entlang, die in einer Art Graben verläuft. Schließlich folge ich einer Straße in den Ort Kratzeburg, wo es sogar eine Bahnstation gibt. Aber auch hier hat alles geschlossen und es gibt keine Übernachtungsmöglichkeit. Bald biege ich auf einen breiten Fußweg ab, der am Waldrand entlang führt, wo ich noch einmal Damwild sehe. Auf der rechten Seite grenzen Wiesen mit hohen Binsen an, die seitlich von einem Erlenstreifen gesäumt werden. Ich gelange dann an den großen Gutshof Dambeck, wo es eine Familienfreizeitstätte der AWO gibt. Jemand ist dabei sein Auto auszuladen und ich frage, ob er Besucher sei. Er bejaht das und sagt, wo es zur Anmeldung geht. Dort angekommen, schüttelt die Dame an der Rezeption ihren Kopf, als sie mich sieht, da sie gerade ihren Computer runtergefahren hat. Nach einigem hin und her gibt sie mir ein Zimmer mit Halbpension zu einem recht guten Preis. Das Zimmer ist toll ausgestattet und verfügt über einen fantastischen Blick zum Dambecker See, der von Eis bedeckt ist.
Beim Abend Buffet gibt es zwei warme Gerichte und auch Salat und Brötchen mit Aufschnitt zur Auswahl. Alles sehr reichhaltig und wohlschmeckend! Außer mir sind noch eine Frau mit einigen Kindern, die offenbar aus der Ukraine stammen, da und später kommt noch eine weitere Familie hinzu.












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