Samstag, 7. Februar 2026

WDH 3 Von Lychen nach Carpin

 



Sa, 7.2.2026


Wandertag 3


Von Lychen nach Carpin


9:57 h, 38,8 km, 238 hm Aufstieg, 240 hm Abstieg 


Bereits in der Dunkelheit morgens um sieben bin ich wieder unterwegs. Es regnet leicht und die Temperatur beträgt um die 0°. Die Nebenstraßen sind immer noch stark vereist, ebenso wie die Wege im Wald. Daher laufe ich die ersten 3 km auf einer gestreuten Straße.

Ein relativ schmaler Weg führt mich dann bald zum Küstrinchen Bach, dem ich für knapp 4 km folge. Er fließt zum Teil durch Erlenwald, zum Teil auch durch schönen Mischwald. Natürlich arbeiten hier auch Biber und zu anderen Zeiten kann man auch Eisvögel sehen, was eine Tafel verrät. Der Pfad am Ufer entlang ist sehr schön und ein weiterer Höhepunkt des Märkischen Landwegs. Es regnet immer noch leicht, was dazu führt, dass die Eisschicht teilweise leicht antaut, wodurch es weniger rutschig ist als zuvor. Allerdings gibt es immer noch sehr tückische, glatte Abschnitte.

Ich überquere eine Straße und wandere weiter auf einsamen Wegen durch die riesigen Wälder. An vielen Stellen sieht man, dass auch hier der reine Kiefernwald sukzessive zu einem Mischwald wird, zum Teil durch die Anpflanzung von Buchen und Eichen zum Teil aber auch durch Naturverjüngung. Es scheint hier viel Wild zu geben. Ich sehe etliche Male Fährten von Rotwild und häufig haben Wildschweine im Laub gewühlt.

Über vereiste Wege laufe ich durch eine offene Landschaft, die von gelbem Gras geprägt ist, nach Tackmannsdorf zur Kolbatzer Mühle. Dort Blöken Schafe, die sogar schon Lämmer haben. Ein Schild Casa del Sol macht mich neugierig, und ich spreche jemanden an, der gerade Eis weg räumt. Es stellt sich heraus, dass er ein relativ junger Urlauber aus Bad Segeberg in Schleswig-Holstein ist, der hier mit seiner Familie sechs Tage in einem Ferienhaus verbringt, was sogar mit Kamin ausgestattet ist. Die Anfahrt hierher unter den eisigen Bedingungen war nicht ganz einfach, zumal die letzten Winter ja ganz anders waren.

Ich befinde mich jetzt bereits in Mecklenburg-Vorpommern und folge einen breiten Forstweg, an dem viel Holz aufgestapelt ist, bis ich wieder auf einen schmalen Erdweg abbiege. Es taut jetzt stark und ein beständiger Tropfenschauer fällt von den Bäumen herab.

Vor dem Einzelhoff Aalkasten überquert der Weg einen Bach. Allerdings ist die Brücke laut einem Schild gesperrt! Ohne Problem gelange ich auf die andere Seite und wandere weiter.

Ein schmaler Erdweg führt mich oberhalb des großen Mechowsees, teilweise durch Buchenwald.

Ein Forstweg führt mich zum Krüselin See, wo die Gebäude einer Mühle stehen. Ein schmaler Pfad verläuft unmittelbar am Seeufer entlang, wo mal wieder die Biber gearbeitet haben. Meist verläuft der Weg oberhalb des Steilufers durch den Wald. Mein Blick schweift über den See mit seinem grauen Eis, auf dem sich zunehmend Pfützen bilden. Die Stimmung ist grau und neblig.

Ich mache Mittagsrast auf einer überdachten Bank, wo ich per Video mein Fazit zum Mörkischen Landweg abgebe. Ein Stück weit folge ich dann einer asphaltierten Straße, verlasse den Landweg und wandere eine kurze Distanz auf einem Erdweg weiter, bis ich auf den Naturpark Weg Mecklenburg-Vorpommern stoße, der mit einem blauen Band markiert ist.

Ein Stück folge ich einem Erdweg durch den Wald und gelange dann  auf eine breite Forststraße, die an einem Rastplatz vorbei führt, mit einer überdachten Hütte. Dort lässt sich nachlesen, dass der Fischotter das Symbol des Naturparks Feldberger Seen ist.

Im Wald hier gibt es auch Fichten,  ältere Douglasien, aber auch Buchen und Eichen. Schließlich gelange ich aus dem Wald in das Örtchen Laeven. Hinter dem Ort biege ich dann auf einen Feldweg durch die offenen Flächen ab. Der Weg durch die Feldmark mit ihren großen Feldern wird stellenweise von einem Heckenstreifen und einzelnen Bäumen gesäumt. Dann höre ich es kurz knacken und ein Rudel von neun Damhirschen,  zum Teil mit mächtigen Geweihen läuft auf ein offenes Feld, bleibt in einiger Entfernung stehen und mustert mich. Die Hirsche scheinen nicht allzu unruhig zu sein.

Das Waldgebiet, in das ich jetzt gelange, wird hauptsächlich durch Buchenwald geprägt. Es gibt hier viele alte Bäume und tatsächlich komme ich irgendwann an eine Tafel, die verkündet, dass sich in der Nähe die Heiligen Hallen befinden. Dieser etwa 16 ha große Buchenwald ist schon vor über 350 Jahren entstanden und eines der ältesten Waldgebiete Deutschlands. Auf meiner großen Waldwanderung 2021 habe ich die Heiligen Hallen ebenfalls besucht.

Vor den Häusern von Koldehoff überquere ich eine Straße und laufe dann weiter auf breiten Erdwegen durch den Wald.

Ein Stück weiter überquere ich die Straße noch einmal. Eine Tafel macht hier auf den Naturpark Weg aufmerksam, der die sieben Naturparks Mecklenburg-Vorpommerns, sowie Müritz-Nationalpark und Biosphärenreservat Schaalsee miteinander verbindet. Außerdem gelange ich hier an den Rand des Müritz-Nationalparks, mit etwa 30.000 ha, der größte Nationalpark Deutschlands außer den Meeresnationalparks am Wattenmeer.

Ein breiter Weg führt entlang der Nationalpark Grenze. Man sieht die überwiegend dichten,  mittelalten Buchenbestände des Nationalparks, kann sie aber so nicht wirklich erleben.

Als ich aus dem Wald komme, stehen zu meiner Überraschung einige Lamas auf einer eingezäunten Weide. Sind wir denn hier in Südamerika?

Dazu passt auch, dass jemand hier in Grünow Planwagen Trekking Touren anbietet.

Ein Stück weit laufe ich durch die offene Feldflur. Bevor es dann wieder in den Wald geht, sehe ich ein Paar mit Hund vor mir, erreiche sie jedoch nicht, da sie vorher abbiegen.

Interessanterweise kündigt ein Sackgassenschild im Wald an, dass der Weg bald schmaler wird und weiter durch den überwiegenden Kiefernwald führt, bis an den Rand von Bergfeld. Bergfeld mit seinen verstreuten Häusern wartet mit einer alten Dorfschmiede aus Bruchsteinen und einem großen Gutshof auf.

Ein Feldweg führt mich dann durch eine abwechslungsreiche Feldflur mit Gebüschen, Kopfweiden am Weg und Einzelbäumen nach Carpin. Um 17:50 Uhr erreiche ich dann den Landgasthof am Schlesersee, den ich gestern telefonisch gebucht hatte. Der Wirt empfängt mich freundlich und zeigt mir mein Zimmer im ersten Stock. Später esse ich unten in der Gaststube Schnitzel mit Spiegelei, Pommes und Gemüse. Dazu trinke ich Pfefferminztee. Außer mir ist noch eine kleine Gruppe teilweise in Karnevalsverkleidung da. 





























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