Fr, 27.2.2026
WdH 22: Von Brelingen im Walde nach Haste
9:39, 43,4 km, 41 hm Aufstieg, 39 hm Abstieg
Nachdem Gabi und ich gemütlich gefrühstückt haben, fahren wir dorthin zurück, wo sie mich gestern aufgelesen hat. Zunächst geht es durch die abwechslungsreiche Landschaft des 960 ha großen Otternhagener Moores, was in den letzten Jahren wiedervernässt wurde. Entwässerte Moore setzen bei der Zersetzung des Torfes große Mengen Kohlendioxid frei. Diesen Prozess kann man nur stoppen, indem man die Entwässerungsgräben verschließt, was zunächst ziemlich brachial aussieht, aber aus Klima- und Naturschutzgründen sinnvoll ist.
Ein weiterer Höhepunkt ist ein Pfad am Ufer der Leine. Ansonsten laufen wir kilometerweit auf Straßen, was nicht besonders angenehm ist. Schließlich erreichen wir das Steinhuder Meer, wo an diesem sonnigen Freitag Ferienatmosphäre herrscht. Ab Steinhude laufe ich dann alleine weiter. Hier gelange ich auch durch schöne, eichenreiche Laubwälder. Ich beobachte Rotmilane und einen Weißstorch. Schließlich schlage ich mein Freiluftlager im Laubwald bei Haste auf.
Da es gestern Abend spät geworden ist, erledige ich morgens ab 5 Uhr meine „Hausaufgaben“.
Wir frühstücken schön mit Kaffee und Brot, dann fahren wir zurück nach Brelingen im Walde. Die Landschaft des Otternhagener Moores ist abwechslungsreich, allerdings wurde ein Teil des daran entlang führenden Erdweges aus für Gabi unverständlichen Gründen frisch geschottert. Wie fast überall in deutschen Naturschutzgebieten, verbieten Schilder das Betreten abseits der Wege. Ist das wirklich notwendig? Muss man den Menschen wirklich immer als Störfaktor ansehen, den es auszusperren gilt? Wer würde sich denn wirklich in das Moor vorwagen und sollte es nicht die Möglichkeit geben wilde Natur vor der Haustür zu entdecken?
Andererseits erzählt Gabi, dass in Niedersachsen immer noch Moore abgetorft werden, und das für ein bisschen Blumenerde…
Lassen sich solche Verträge wirklich nicht ablösen? Jedenfalls ist der Verzicht auf Torf im eigenen Garten sehr sinnvoll!
Nachdem wir die laute B 6 überquert haben, folgen wir eine Zeit lang einem schönen Pfad oberhalb der Wiesen an der Leine. Ab Bordenau laufen wir kilometerweit entlang von Straßen auch am Fliegerhorst Wunstorf vorbei. Echt ätzend! Vorher passieren wir die große Baustelle von Südlink. Ist so ein massiver Netzausbau überhaupt noch nötig, in einer Situation wo immer mehr Batteriespeicher entstehen?
Schließlich geht es weiter ans Steinhuder Meer, wo ich einkaufe und erstaunlich viele Menschen am blauen See entlang flanieren. Gabi lässt sich hier abholen, daher laufe ich alleine weiter am Ufer entlang. Hinter Hagenburg gelange ich in das erste Laubwaldgebiet seit Schleswig-Holstein. Hier verlasse ich erst einmal den NST, der ab hier einen weiten Bogen auf dem Pilgerweg Sigwardsweg macht. Statt dessen folge ich dem E 1 weiter. Die Wälder hier werden von Eichen geprägt, es gibt aber auch Hainbuchen und Ilex. Als ich vor Mesmerode aus dem Wald gelange, kreist ein Rotmilan dicht über mir. Der Hügel, der sich hier erhebt ist eine Abraumhalde aus dem Kalibergbau. In den Wiesen sehe ich einen Weißstorch außerdem Bachstelzen und Feldlerchen. Außerdem sehe ich die erste Hummel. Ich folge einer Straße bis Idensen und Asphaltwegen weiter durch die Felder zum Mittellandkanal. Anschließend durchquere ich ein weiteres Laubwaldgebiet und streife kurz Haste. Im Wald hinter dem Ort schlage ich dann schließlich im Sonnenuntergang mein Cowboycamp auf. Der zunehmende Mond scheint bald und ein Waldkauz ruft. Außerdem höre ich natürlich auch Straßengeräusche…
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