10.2.2026
Von Waren bis vor Groß Bäbelin
9:27 h, 40,3 km, 418 hm Aufstieg, 382 hm Abstieg
Nachdem ich noch auf dem Zimmer gefrühstückt habe, bin ich bereits vor 7:00 Uhr wieder unterwegs. Ich durchqueren das Stadtzentrum von Waren mit dem Marktplatz und gelange zu einem Netto Supermarkt, wo ich für die nächsten drei Tage einkaufe. Entlang des Tiefwarensees mit seinen Kleingartenanlagen wandere ich dann aus der Stadt. Es gibt hier nirgends eine Markierung des Naturparkweges. Ein kurzer steiler Abstieg führt mich auf einen Fußpfad, der direkt am Seeufer entlang führt. Auf der rechten Seite steigt die von Laubbäumen bestandene Böschung ziemlich steil an. Neben Eichen und Buchen wachsen hier auch knorrige Linden. Ich passiere die Wolfsschlucht, ein kleines Tälchen in der Endmoräne, das zum See abfällt. Eine Tafel erzählt etwas über die Wölfe, die hier noch im 17. und 18. Jahrhundert verbreitet waren. Ich passiere eine kleine Hütte und stoße nach knapp 6 km hinter Waren tatsächlich auch wieder auf eine Markierung. Der Pfad verläuft dann ein Stück weit durch offene Bereiche, bis er an die Straße beim Hotel, beziehungsweise der Klinik Amsee stößt. Hinter dem großen Gelände führt ein Pfad weiter in den Wald. Der Wegeverlauf ist hier etwas verwirrend, aber schließlich stoße ich wieder auf einen deutlichen Weg, der am Waldrand entlang führt. Auch heute ist es wieder grau, und aus der Ferne höre ich Straßenlärm. Außerdem laufen Hochspannungsleitungen durch die Felder. Bald biege ich in die Warener Buchen ab, ein großes, hügeliges Waldgebiet, das von größtenteils alten Laubbäumen geprägt wird. Ein Stück weit laufe ich auf einem Erdweg durch den verharschten Schnee, wo das Vorankommen gar nicht so einfach ist. Die Fahrwege wurden hier aber auch teilweise noch nicht befahren. Die zahlreichen Fährten im Schnee zeigen, dass das Wild die Wege gern benutzt. Schließlich gelange ich aus dem Wald und folge einer schönen Lindenallee durch die verschneite Landschaft. Eine Tafel zeigt an, dass ich jetzt in den Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See komme.
Weiter geht es am Hecken gesäumten Waldrand entlang, bevor mich ein breiter Weg wieder in den Wald führt. Auch dieses Waldgebiet ist überwiegend von Laubbäumen bestimmt. In den Senken wachsen Erlen. Hier habe ich das Gefühl, so richtig wieder in der Einsamkeit zu sein. Ich höre auch keinen Verkehrslärm mehr.
Ein Auto der Landesforsten Mecklenburg-Vorpommern überholt mich und ich gelange in einen Bereich, in dem gerade Holz eingeschlagen wurde. Vor allem Douglasien sind am Weg aufgestapelt. Etwas später passiere ich vier mächtige, alte Eichen, die an einem kleinen Teich stehen. In diesem Waldgebiet gibt es aber auch größere Freiflächen, wo wahrscheinlich in der Vergangenheit Fichten standen, und man jetzt teilweise mit Laubbäumen wieder aufgeforstet hat. Drei Rehe poltern vor mir ab und ich laufe unter einer zischenden Hochspannungsleitung hindurch. Schließlich gelange ich aus dem Wald und folge dem Hecken gesäumten Weg weiter, wo ich etliche Wachholderdrosseln sehe. Jetzt gegen Mittag scheint es leicht zu tauen, wodurch sich Eisbomben von den Bäumen lösen. Die Erlen in einer Senke scheinen auf kleinen Hügeln zu stehen, wahrscheinlich ist hier der Torfkörper abgesackt. Bald geht es wieder in den Wald hinein, indem es neben Eichen und Buchen auch einige Fichten und Douglasien gibt.Ich passiere einige Zäune, in deren Schutz man tatsächlich wieder Fichten gepflanzt hat! Eine schon seit langem umgefallene Buche versperrt den Weg. Drumherum hat sich eine Umfahrung gebildet. Eine vereiste Straße führt mich am Waldrand entlang, zu der Straße zwischen Moltzow und Schwinkendorf. Hier steht ein großer Einzelhof mit Reetdach. Weiter geht es auf einem Fahrweg am Waldrand entlang. In der Nähe einer alten, knorrigen Eiche springt ein Reh ab. Die hügelige Feldflur, in die ich jetzt gelange, ist mit Hecken, Gebüschen, Einzelbäumen und Weiden sehr abwechslungsreich. Ab einem Hofladen und Naturcamp wandere ich auf einem gepflasterten Weg.
Der Weg ist weitgehend eisfrei, und an einer Stelle überquere ich ein plätscherndes Bächlein. Ein Stück abseits des Weges in eine Gruppe von Eichen eingebettet liegt die Sagel Kapelle. Ich komme an einer Ruine vorbei, in der man vielleicht übernachten kann. Ein Auto kommt mir entgegen, und ich wandere weiter auf einem vereisten Weg, der von Allee Bäumen eingerahmt wird. Ein Buntspecht zeigt sich kurz. Ich überquere eine Straße, auf, der einige Autos fahren und gelange auf einen asphaltierten Weg, an den Weiden angrenzen, auf denen Pferde stehen. An einigen Einzelhäusern vorbei, folge ich dem Weg weiter, der schließlich wieder unbefestigt ist. Ein Sträßchen führt mich durch den Ort Klocksin, wo sich ein Banner gegen Windkraftanlagen in der Müritz Region wendet. Ein Fahrweg führt mich weiter durch die weiträumige Kulturlandschaft mit Hecken Feldgehölzen, aber auch einer großen Hochspannungsleitung und riesigen Feldern. Einmal sehe ich ein großes Rudel Damwild. wohl um die 20 Stück. Eines der Tiere ist sogar weiß.
Dann erklingt in der Ferne das Trompeten von Kranichen. Schon im Februar? Gestern hatte ich mit Heidi einen Rotmilan gesehen, der normalerweise um diese Zeit auch noch nicht da ist. Ein Schild erzählt etwas über einen Trockenrasen, der auf einem kleinen Hügel wächst. An den fünf Häusern von Klein Rehberg vorbei, folge ich dem Weg durch die abwechslungsreiche Landschaft weiter. Immer noch sehe ich in der Ferne das große Damwildrudel. Es ist hier ziemlich hügelig, und der Wald ist nicht weit entfernt. Bald gelange ich an die Stelle, wo sich der Naturpark Weg in eine Nord- und eine Süd Route aufteilt. Ich überquere eine Straße und folge einem Fußweg an einem Wäldchen aus Aspen und Erlen vorbei, indem ich vier Rehe aus nächster Nähe sehe. Dann verläuft der Weg zwischen hohen Böschungen. Das Stapfen durch den vereisten Schnee ist hier ziemlich mühsam.
Ich erreiche Vollrathsruhe, einen Ort an der Bahnlinie nach Stralsund, der sicher auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Ich mag mich täuschen, aber ich habe das Gefühl, hier den früheren Braunkohlehausbrand der DDR wieder zu riechen. Eine Allee aus Linden, von denen die meisten mit Misteln bewachsen sind, führt mich aus dem Ort. Ständig regnet es kleine Eisstücke herunter. Nachmittags zeigt sich dann schüchtern ein ganz klein wenig blauer Himmel. Ich nutze die Gelegenheit und baue in der Allee mein Stativ auf, um einige Fotos von mir beim Gehen zu machen. Schließlich führt der Weg in den Wald, wo auch schöne alte Eichen wachsen.
Ich erreiche den winzigen Ort Hallalit. Beim letzten Haus tobt ein Hund herum, als er mich bemerkt. Ein Sträßchen führt von Kastanien gesäumt Richtung Wald. Hier ist auch ein Amazon Transporter unterwegs.
Als ich den Wald erreiche, ist der Weg unter einer Schneedecke verschwunden, so dass ich nicht mehr sagen kann, ob er noch asphaltiert ist. Ich sehe zwei Hundespaziergängerinnen mit Kamera und Stativ, die aber abbiegen, bevor ich sie erreiche. Der Wald besteht aus ausgedehnten alten Buchen Beständen.. Es gibt aber auch größere alte Fichtenwälder. Mittlerweile tropft es ziemlich stark von den Bäumen, so dass es ziemlich nass ist. Es gibt hier auch große Anpflanzungen von exotischen Baumarten wie Thujas. Bevor ich den Wald verlasse, will ich mein Lager aufschlagen. Daher verlasse ich um 16:15 den Weg und suche mir eine Stelle im offenen Kiefern- Buchenwald, wo ich den Schnee festtrampele und dann mein Zelt mit zwei Wanderstöcken aufbaue. Innen lege ich eine Plastikplane aus, auf der ich meine kurze Luftmatratze aufblase. Ich ziehe meine Daunenjacke über und packe den Rucksack im Zelt aus. Es tropft noch von den Bäumen. Schließlich schlüpfe ich in Inlett und Daunenquilt und esse dann Brot mit Butter, Köse und Wurst. bevor ich meine „Hausaufgaben“ mache.














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